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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Bernd Kaufmann in März 30, 2013, 16:28:47 NACHMITTAGS

Titel: Schon wieder Fragen zur Adaption DSLR an ZEISS Standard
Beitrag von: Bernd Kaufmann in März 30, 2013, 16:28:47 NACHMITTAGS
Hallo Adaptions-Spezialisten,

an meinem Axiolab ist eine Vollformat-Kamera, die Canon 5D Mk II mit dem ZEISS Zubehör am Trinotubus angeschlossen und soweit in Ordnung. Nun bekomme ich demnächst endlich wieder ein viel besser ausgestattetes Standard 18 und habe mir gerade den Thread von "Deepy" zur Adaption seiner APS-C-Kamara ans GFL durchgelesen: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=13772.75

Bisher hatte ich vor, über einen Trino-Tubus oder eine vergleichbare Lösung meine Kamera einfach mit einem Adapter (Typ "Ofenrohr") ohne Kamera-Objektiv , aber mit einem KPL-Okular anzuschließen. So habe ich auch schon zu Analogzeiten mit einer Minolta SRT einigermaßen ordentliche Dias am damaligen Standard produziert.

Nun endlich zur eigentlichen Frage: Sind die im o. g. Thread aufgezeigten Probleme bei Aufnahmen ohne Kamera-Objektiv mit dem APS-C Sensor auch bei meiner Vollformat-Kamara zu erwarten? Einen größeren Bildausschnitt hätte ich ja auf jeden Fall. Aber ist die Bildqualität auch da wirklich schlechter als mit einem Kameraobjektiv oder sonstiger Zwischenoptik?
Titel: Re: Schon wieder Fragen zur Adaption DSLR an ZEISS Standard
Beitrag von: Nomarski in April 01, 2013, 12:15:28 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

auf deine Frage kann ich nur mit einem entschiedenen vielleicht antworten. Aber wenn du dich weiter kundig machen möchtest, kann ich dir diesen Link empfehlen:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=15498.0

Die einen sammeln Mikroskope, die anderen Adaptionen. ;D

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Schon wieder Fragen zur Adaption DSLR an ZEISS Standard
Beitrag von: Bernd Kaufmann in April 01, 2013, 13:11:59 NACHMITTAGS
Lieber Bernd,

vielen Dank für Deine Reaktion. Ich fürchtete schon, es würde (hier) gar nichts kommen, außer einer sehr fachkundigen Stellungnahme per E-Mail. Du hattest ja das Problem schon vorher angesprochen und mich erst für das Thema sensibilisiert.

Zitat von: Nomarski in April 01, 2013, 12:15:28 NACHMITTAGS
auf deine Frage kann ich nur mit einem entschiedenen vielleicht antworten. Aber wenn du dich weiter kundig machen möchtest, kann ich dir diesen Link empfehlen:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=15498.0

Diesen Thread hatte ich mir schon durchgelesen. Aber die darin enthaltene Referenz zu den Lösungen für den APS-C-Sensor sagt ja noch nichts über die jetzt vorerst geplante Adaption ohne Relais-Optik. Oder habe ich da etwas übersehen? Trotzdem, mit den Aussagen in der E-Mail und Deinen Kommentaren wird es langsam etwas klarer; und wahrscheinlich nicht nur etwas teurer, wenn ich eine optimale Lösung haben möchte.

ZitatDie einen sammeln Mikroskope, die anderen Adaptionen. ;D
Und wieder andere beides.  ;) Damit es mir diesbezüglich nicht langweilig wird, habe ich mir ja kürzlich auch noch zusätzlich die EOS 60D zugelegt, die noch auf eine gute Adaption wartet. So langsam muss ich aufpassen, dass ich nicht entmündigt werde wegen zu teurer optischer Spinnereien.
Titel: Re: Schon wieder Fragen zur Adaption DSLR an ZEISS Standard
Beitrag von: Nomarski in April 01, 2013, 15:00:13 NACHMITTAGS
Lieber Bernd,

eines muß ich an dieser Stelle noch los werden:

ZitatBisher hatte ich vor, über einen Trino-Tubus oder eine vergleichbare Lösung meine Kamera einfach mit einem Adapter (Typ "Ofenrohr") ohne Kamera-Objektiv , aber mit einem KPL-Okular anzuschließen. So habe ich auch schon zu Analogzeiten mit einer Minolta SRT einigermaßen ordentliche Dias am damaligen Standard produziert.

diese Ofenrohr-Adaption hattest du mir beigestellt, um sie für die Fotografie am Stemi zu erweitern. Und als dieser besagte Thread vom Deepy gerade am laufen war, hatte ich die Gelegenheit genutzt, um mit dieser Adaption ein Demonstrationsfoto einzustellen, um aufzuzeigen, daß man damit auch formatfüllend fotografieren kann. "Ein Bild gibt es immer" schreiben dann immer diejenigen, von denen bislang noch nichts Besseres zu sehen war.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Schon wieder Fragen zur Adaption DSLR an ZEISS Standard
Beitrag von: Bernd Kaufmann in April 01, 2013, 16:49:00 NACHMITTAGS
Lieber Bernd,

auf diese Anregung hin habe ich gerade am LOMO Biolam M mit sicher nicht ganz vergleichbaren Objektiven und ebenfalls nur ganz schnell, ohne jeglichen Feinschliff, mit der 60D und mit der 5D Mk II ein paar Bilder gemacht. Das Ergebnis lässt mich hoffen, dass ich zumindest am Anfang mit dieser Adaption "für Arme" zu besseren Ergebnissen kommen werde als mit der "professionellen" Adaption am Axiolab. Danach sieht man weiter und ich habe da schon mindestens 2 Alternativen zwischen der ganz billigen und der ganz teuren Lösung im Kopf. Es gibt ja glücklicherweise viele schlaue und hilfsbereite Leute hier.
Titel: Re: Schon wieder Fragen zur Adaption DSLR an ZEISS Standard
Beitrag von: Nomarski in April 01, 2013, 17:25:14 NACHMITTAGS
Lieber Bernd,

es ist eben immer die Frage, was man eigentlich will. Man kann mit der "Adaption für Arme" gute Ergebnisse hinbekommen, aber man kann auch mit den "professionellen" Adaptionen zu schlechten Ergebnissen kommen. Bislang konnte man hier alle Variationen davon beobachten.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Schon wieder Fragen zur Adaption DSLR an ZEISS Standard
Beitrag von: Bernd Kaufmann in April 01, 2013, 18:45:04 NACHMITTAGS
Wohl wahr, lieber Bernd! Natürlich kommt es letztendlich aber darauf an, welchem Zweck das Ergebnis dienen soll. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es in diesem Bereich ganz ähnlich zugeht wie in diversen Fotografie-Foren. Es gibt dort Teilnehmer, die immer die neuesten Kameras / Objektive kaufen und dann nichts anderes machen, als Testaufnahmen zur akribischen Fehlersuche. Andere wiederum fotografieren, was das Zeug hält und bringen trotz angeblichem Back- oder Frontfokus Bilder zustande, die einen vor Neid erblassen lassen. Bei Kameras habe ich mir solche Test-Mätzchen abgewöhnt, aber bei Mikroskopen (und Adaptionen  ;D) bin ich noch nicht ganz von diesem Leiden befreit.  :D
Titel: Re: Schon wieder Fragen zur Adaption DSLR an ZEISS Standard
Beitrag von: -JS- in April 01, 2013, 19:55:36 NACHMITTAGS
Lieber Bernd,
es ist nicht meine Absicht, über
Zitatsolche Test-Mätzchen
zu schreiben, zumal meiner Ansicht nach Testaufnahmen zwar dazugehören, aber nicht zum Lebensinhalt werden soll(t)en  ;D
Dennoch ein paar Anmerkungen.
Dein Axiolab bringt mit seiner Tubuslinse und dem verwendeten Mikroskop-Objektiv eine vollständig ausreichende Ausrüstung mit, um mit Vollformat-DSLR's zufriedenstellende Bilder zu erhalten.
Das dürfte auf alle Mikroskope mit Unendlich-Optik zutreffen.
Ein Standard 18 braucht zumindest ein kompensierendes Okular, um die Restfehler der verwendeten Mikroskop-Objektive auszugleichen. Das Okular kann natürlich auch ein Bild erzeugen, es muß dazu zu einem Projektiv umgewandelt werden (es wird schlicht ein wenig angehoben bzw. die Länge des Tubus wird verlängert), und so kann Dein Okular natürlich allein verwendet werden, wie früher ja auch mit Deiner Film-Minolta SRT geschehen.
Ob die Qualität eines auf diese Weise (reine Okularprojektion ohne weitere Zwischenoptik) erzeugten Bildes Deine Zustimmung findet, kann ich Dir nicht sagen - mir fehlen auf diesem Gebiet leider entsprechend ausreichende Erfahrungen. Allerdings habe ich in einigen Versuchen festgestellt, daß z.B. ein Okular KPL 10x/20 Br, in Okularprojektion eingesetzt, deutlich schlechtere Ergebnisse (Verzeichnungen) in den Randbereichen des fotografischen Bildes mit sich brachte, als dies auf einem Bild vom gleichen Objekt und mit dem gleichen Okular, aber mit Zwischenoptik f=60mm vor dem Chip erkennbar war.
Für eine Vollformat-DSLR verwende ich daher die bildgebende optische Reihung Mikroskopobjektiv - Okular - Zwischenoptik - DSLR, bei Vollformat ein Okular 10x und eine Optik mit 60mm Brennweite, um die größtmögliche Bildnutzung zu erzielen. Größtmöglich bedeutet hier nun nicht 'ausnutzen bis in die Ecken', sondern stellt einen Kompromiß zwischen Qualität und Bildausschnitt dar.
Viele Grüße
Joachim
Titel: Re: Schon wieder Fragen zur Adaption DSLR an ZEISS Standard
Beitrag von: Bernd Kaufmann in April 01, 2013, 23:57:46 NACHMITTAGS
Lieber Joachim,

danke für diesen Beitrag, der in die gleiche Richtung weist wie inzwischen mehrere. Ich kann es mir langsam auch vorstellen, warum das so ist. Vermutlich wird es also nicht sehr lang dauern, bis ich auch beim Standard 18 eine bessere als die Ofenrohr-Adaption haben werde. Wie sie letztlich aussehen wird, ist noch nicht ganz klar. Zur genannten "Zwischenoptik" 60 mm eine Frage: Müssen es zwingend gerade 60 mm sein, oder ist z. B. ein gutes 50 mm Objektiv ebenfalls geeignet?

Titel: Re: Schon wieder Fragen zur Adaption DSLR an ZEISS Standard
Beitrag von: -JS- in April 02, 2013, 00:51:47 VORMITTAG
Lieber Bernd,
der Einsatz einer Zwischenoptik mit f=50mm kann Probleme mit sich bringen, wenn Du auf eine vollständige Ausleuchtung des Chips einer Vollformat-DSLR Wert legst. Bei f=50mm kann es schon zu Abschattungen in allen vier Ecken des Bildes kommen. Das liegt daran, daß der notwendige Bildwinkel mit f=50mm 'eigentlich' schon nicht mehr passt, um den projizierten Bildkreis eines z.B. 10x-Okulares ein wenig größer abzubilden, so daß das Aufnahmeformat 24x36mm sauber in diesen Bildkreis hineinpasst und damit keine schwarzen Ecken zu bewundern sind.
Selbstverständlich kann man derartige Bildfehlstellen durch Anlage entsprechender Ausschnittsvergrößerungen beseitigen.
Wenn über
Zitatein gutes 50 mm Objektiv
gesprochen werden soll, dann muß darauf geachtet werden, daß der physikalische Aufbau des Objektives eine Montage des Okulares in der Weise zuläßt, daß die Austrittspupille des Okulars (der sog. 'Ramsden-Kreis') zumindest in Etwa mit der Irisblende der gewählten Zwischenoptik zusammenfällt. Dies bedeutet, daß Dein angedachtes 50er nicht zu lang gebaut sein sollte oder gar bereits zerstreuende Linsenelemente im objektseitigen Bereich eingebaut hat. Letzteres würde der Grundbedingung einer möglichst sauberen Übereinstimmung der Pupillenlagen von Mikroskop-Okular und Übertragungsoptik zum Chip widersprechen.
Brennweiten der Übertragungsoptik von mind. 60mm sind hinsichtlich des Bildwinkels für ein Oular 10x besser geeignet, nicht umsonst hat Zeiss in den analogen Zeiten mit Film-Kleinbildformat 24x36mm eine Optik mit 63mm Brennweite angeboten (Kombinationskamera MC100, der Foto-Stutzen 47 60 29, oder die vielgerühmte 'Panzerfaust'). So ganz nebenbei sind 63mm rund 1/4 oder 0,25x der Normsehweite von 250mm, was wiederum das Umrechnen der auf dem Kleinbildfilm real vorhandenen Dimensionen sehr einfach macht(e). Oder: Der Abzug eines derartigen Negatives auf ein  Standard-Bildformat 10x13 brachte genau das visuell wahrgenomme mikroskopische Bild, ohne Leervergrößerungen befürchten zu müssen.
Ich selbst verwende als '60er' ganz gern ein Leitz-Makro-Elmarit-R aus alten Leicaflex-Zeiten, ganz einfach weil es da ist und weil es vollkommen verzeichnungsfreie Bilder liefert. Gut geeignete Objektive mit f=60mm gibt es aber für das Format 24x36mm recht häufig, auch gebraucht, aus dem Bereich Repro- und Vergrößerungstechnik, und diese lassen sich allesamt ganz ausgezeichnet als Relais-Optik einsetzen.
Viele Grüße
Joachim