Liebe Lomoskopiker,
da ich auch ein Lomo-Objektiv verwende, und hier viel über passende Kompensationsokulare diskutiert wurde, dachte ich, dass ich vielleicht im Optimalfall für Lomo Objektive auch Lomo Okulare verwenden sollte, besonders, falls ich auf die Idee komme, noch mehr Lomo-Objektive anzuschaffen.
So weit ich bisher im Forum gesucht habe, war Lomo bei den Okular-Objektiv-Vergleichen noch nicht dabei (falls ich mich täusche, bitte ich demütigst um einen Link ;)).
Wenn man nun bei Ebay sucht, findet man äußerlich anscheinend gleiche Okulare von Lomo und Bresser. Auch gibt es ein Lomo Biolam und ein Bresser Biolam.
Hat Bresser sich hier bloß von Lomo beliefern lassen oder gibt es Unterschiede?
Vielen Dank für Aufklärung
Sebastian
hallo
mein original russisches Mikro trägt die Aufschrift : LOMO Biolam ( LOMO = russ.Hersteller, Biolam = Modell )
Bresser ist eine deutsche Vertriebsfirma mit dem Eigenlabel z.B. Bresser Biolam
lG
Wolfgang
Hallo Sebastian,
die Firma Bresser vertreibt vorwiegend Mikroskope aus Fernost, hat aber traditionell auch noch russische Mikroskope der Firma LOMO (Leningrader Optisch-Mechanische Vereinigung/Werkstätten) im Angebot. Die BIOLAM-Mikroskope sind Weiterentwicklungen des Carl Zeiss Jena Stativs Lg, das zunächst komplett übernommen und auf den originalen Jenaer Maschinen, die 1945 als Reparationszahlung von den Sowjets demontiert und in die Sowjetunion verbracht wurden, produziert wurden. In den 70ern wurde das Stativ dem Zeitgeschmack angepasst und eckiger gestaltet sowie grau lackiert. In den 80ern wurde dann der im Kern noch vom Lg stammende Feintrieb überarbeitet und als Tellerrad in den Fuß eingebaut - wie ich finde, keine allzu geniale Idee. Bresser vertreibt Mikroskope dieser letzten Version unter dem eigenen Label, es sind aber "echte" LOMOs, d.h. die Mikroskope sind optisch zumeist deutlich besser als die offenbar unter erheblichem Kostendruck produzierten Fernostgeräte derselben Marke, sie sind mechanisch auch robuster, allerdings mitunter ziemlich rustikal zusammengesetzt.
Die BIOLAMe haben Objektive der alten Carl Zeiss Jena Abgleichlänge von 33,2 mm, d.h. es passen neben den zahllosen LOMO-Objektiven auch die älteren CZJ-Objektive, z.B. die Apochomaten, die es häufiger für irritierend wenig Geld zu kaufen gibt. Bei den Okularen muss man bedenken, dass der Binokuartubus (AY-12) einen Tubusfaktor von 1,5x hat, sodass man mit stärkeren Okularen schnell in die leere Vergrößerung kommt. Dann hat man vielleicht ein großes Gesichtsfeld (z.B. mit den K15x), das Bild ist aber total unbefriedigend. Für die Apos nimmt man vorzugsweise die Kompensationsokulare K10x, normalerweise werden Huygens-Okulare 7x (furchbar kleines Gesichtsfeld!) oder 10x verwendet.
Was die reine Lehre der Okular-Objektiv-Kombination anbelangt (Thoretiker bitte weschauen!): Ich habe lange Jahre Weitfeldokulare 10x mit SZ 18 von PZO am BIOLAM (Phasekontrast) verwendet und war immer zufrieden. Später brauchte ich die Okulare für ein anderes Mikroskop und habe dann 10x SZ 18 von American Optical genommen, die eignetlich für unendlich gerechnet sind - das ging tatsächlich ziemlich gut. Daher würde ich über Okulare mit größerem Gesichtsfeld nachdenken. Bei den Achromaten kann das durchaus funktionieren und muss nicht viel kosten.
Herzliche Grüße,
Florian
Hallo Sebastian,
ehe ich mich hier lange über LOMO auslasse (Florian hat recht)
guckst Du:
http://mikroskopfreunde-nordhessen.de/index.htm
Persönlich muss ich sagen, dass die Kompensationsokulare ein etwas besseres Bild liefern.
Jetzt bitte nicht schlagen!
An meinen Geräten verwende ich Okulare von Lomo, Zeiss/J, noname und viele andere Hersteller; alle liefern zufriedenstellende Bilder!
Ausnahme: Bausch&Lomb mit einer gräßlichen Randunschärfe.
Da ich zur Tümplerfraktion gehöre, arbeite ich vorzugsweise mit kleineren Objektiven. Da gehen die genannten Weitfeldokulare wunderbar!
Du bist gerne eingeladen das alles mal vor Ort zu prüfen.
Viele Grüße
Wolfgang
Hallo zusammen,
Lomo hat die Objektivkonstruktion von Zeiss praktisch komplett übernommen, einschließlich der CVD. Dementsprechend würden auch KPL-Okulare von Zeiss / West gut harmonieren.
Beste Grüße !
JB
Hallo Florian, Wolfgang und Jürgen!
Ich danke Euch allen für die interessanten Hinweise, vor allem Florian hat mal wieder einen sehr informativen, sauberen Beitrag hingelegt... ;)
Und natürlich kannte ich die Mikroskopiefreunde Nordhessen-Internetseite schon, allerdings braucht es etwas, um sie komplett durchzulesen (nochmal zwinker: ;) ). Eben bin ich gerade auf die Reparaturanleitung für das 40er Objektiv gestoßen, aber das ist ein anderes Thema.
Wie man ja an meiner Signatur sehen kann, besitze ich dieses eine Leitz-Mikroskop und daran sind die Periplan GF 10x Okulare, mit denen ich auch mein 40er Lomo (Phaco 40/0.75 160/0.17 Wasserimmersion) benutzt habe. Laut einem derzeitigen entsprechenden Ebay-Angebot übrigens Abgleichlänge 32,7 mm. Das Objektiv sitzt auf einem Verlängerungsring (ohne Optik). Wenn man ein Objektmikrometer betrachtet, hat diese Kombination doch eine ganz schön große Randunschärfe (ein vernünftiges Foto davon kann ich noch nicht machen, höchstens vom mittleren Bereich, der Rand paßt bei meiner bisherigen Kamera-Anordnung nicht auf den Kamerachip). Ansonsten kann man damit schon ganz gut mikroskopieren, aber da muß ich noch mehr Erfahrung sammeln und drauf achten.
Also dann würden evtl. K10x Okulare von Lomo, CZ Jena-Okulare und KPL von Zeiss West ein besseres Ergebnis erbringen, was man letztendlich aber wohl an diesem Fremdmikroskop wieder ausprobieren müsste...
Und die Okulare K10x von Bresser, die aussehen wie die Lomos, wären dann wahrscheinlich tatsächlich Lomo-baugleich (mit leichtem Fragezeichen).
Über weitere Lomo-Objektive sollte man (ich) vielleicht erst nachdenken, wenn das funktioniert hat.
Wenn es gut mit KPL ginge, könnte ich natürlich die Objektivjagd auch noch auf Zeiss West ausdehnen und hätte so zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Viele Grüße
Sebastian
Zitat von: liftboy in Mai 06, 2013, 20:31:10 NACHMITTAGS
Da ich zur Tümplerfraktion gehöre, arbeite ich vorzugsweise mit kleineren Objektiven. Da gehen die genannten Weitfeldokulare wunderbar!
Du bist gerne eingeladen das alles mal vor Ort zu prüfen.
Lieber Wolfgang, vielen Dank, vielleicht ergibt sich mal die Gelegenheit! Ich habe ja als kleinere Objektive die Leitz'schen 3,5x , 10x (mit und ohne Ph) und ein 32x Ph L (auch ganz praktisch beim Tümpeln, der lange Arbeitsabstand, und Phaco finde ich dazu eben auch sehr vorteilhaft). Das 40er Lomo kann ich dann eintauchen. Oder eben ein 40er Leitz mit Deckglas nehmen. ...Insofern schon einige Möglichkeiten, ich denke halt nur schon an eine Qualitätsverbesserung durch Objektive höherer Korrekturklassen. Aber eins nach dem Anderen. Das derzeitige Projekt heißt eigentlich Kamera-Adaption...
Viele Grüße
Sebastian
Zitat von: Oecoprotonucli in Mai 06, 2013, 21:47:10 NACHMITTAGS
....Wie man ja an meiner Signatur sehen kann, besitze ich dieses eine Leitz-Mikroskop und daran sind die Periplan GF 10x Okulare, mit denen ich auch mein 40er Lomo (Phaco 40/0.75 160/0.17 Wasserimmersion) benutzt habe. Laut einem derzeitigen entsprechenden Ebay-Angebot übrigens Abgleichlänge 32,7 mm. Das Objektiv sitzt auf einem Verlängerungsring (ohne Optik). Wenn man ein Objektmikrometer betrachtet, hat diese Kombination doch eine ganz schön große Randunschärfe (ein vernünftiges Foto davon kann ich noch nicht machen, höchstens vom mittleren Bereich, der Rand paßt bei meiner bisherigen Kamera-Anordnung nicht auf den Kamerachip). Ansonsten kann man damit schon ganz gut mikroskopieren, aber da muß ich noch mehr Erfahrung sammeln und drauf achten.
Also dann würden evtl. K10x Okulare von Lomo, CZ Jena-Okulare und KPL von Zeiss West ein besseres Ergebnis erbringen, was man letztendlich aber wohl an diesem Fremdmikroskop wieder ausprobieren müsste...
Und die Okulare K10x von Bresser, die aussehen wie die Lomos, wären dann wahrscheinlich tatsächlich Lomo-baugleich (mit leichtem Fragezeichen).
Über weitere Lomo-Objektive sollte man (ich) vielleicht erst nachdenken, wenn das funktioniert hat.
Wenn es gut mit KPL ginge, könnte ich natürlich die Objektivjagd auch noch auf Zeiss West ausdehnen und hätte so zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Also das Lomo Wasserimmersionsobjektiv ist ja ein gewöhnlicher Achromat und daher auch mit dem besten dazu passenden Planokular im Randbereich nicht plan zu bekommen. Und wenn man ein nichtpassendes Planokular wie z.B. ein KPl von Zeiss West oder PK Zeiss Jena nimmt handelt man sich noch eine zusätzliche CVD ein, die das Objektiv selbst mit dem dazu passenden Planokular nicht hätte.
Die einzigen Okulare die von der CVD Kompensation her dazu passen sind die Lomo K oder die Zeiss Jena K Okulare die für alten Objektive mit 32,7 mm Abgleichlänge gerechnet sind. Lomo hat nur die Vorkriegsoptik von Carl Zeiss Jena abgekupfert.
Das Lomo Wasserimmersionsobjektiv mit einem Verlängerungsring mit 45 mm Abgleichlänge zu betreiben ist sowieso auch suboptimal, da dann die Tubuslänge nicht mehr stimmt für die es ursprünglich gerechnet wurde.
Also das schöne Lomo Wasserimmersionsobjektiv gehört an ein Lomo Stativ oder ein CJZ Lg Stativ mit anderen 32,7 mm Objektiven und mit K Okularen der betreffenden Firmen.
Ein vernünftiges Bild in Bildmitte, wo weder CVD noch Planarität eingehen, gibt es natürlich immer und mit einfachen Fotoanpassungen, die nur diese Bildmitte mitnehmen, sogar auch ein vernünftiges Foto. Aber dann sollte man auch nicht enttäscut sein, wenn man ein planes Objekt wie ein Objektmikrometer am Rand betrachtet.
viele Grüsse
Wilfried
Hallo Wilfried,
ein vollkommen planes Bild hätte ich natürlich mit dem einfachen Achromaten nicht erwartet - meine Beschreibung bezog sich auf den Vergleich zu den passenden Leitz-Objektiven, will heißen, die Verzerrung am Rand mit dem Lomo ist doch schon erheblich.
Da Du nun auch noch einmal auf den Verlängerungsring eingegangen bist, werde ich also wohl vorsichtig mit der Hoffnung sein, Lomo-Objektive an meinem Mikroskop in wirklich guter Qualität betreiben zu können, selbst wenn ich die richtigen Okulare einsetze. Dein Tip, dass da ein Lomo- (oder CZJ-) Mikroskop drumherum gehört, ist wohl zu überdenken. Die Mikroskope bekommt man ja schon recht billig, nur wenn man dann Sachen wie Phaco und Foto dranhaben will, wird es wohl schon wieder mehr Aufwand. Dann vielleicht doch lieber nach passenden Leitz-Varianten suchen, wobei eben z.B. Sachen wie Wasserimmersion da wirklich selten zu finden sind.
Viele Grüße
Sebastian
Zitat von: wilfried48 in Mai 07, 2013, 14:07:58 NACHMITTAGS
Die einzigen Okulare die von der CVD Kompensation her dazu passen sind die Lomo K oder die Zeiss Jena K Okulare die für alten Objektive mit 32,7 mm Abgleichlänge gerechnet sind. Lomo hat nur die Vorkriegsoptik von Carl Zeiss Jena abgekupfert.
...und wenn ich es doch mal ausprobieren wollte und nur die Lomo K Okulare suchen würde: Woher weiß ich, erkenne ich äußerlich beim Kauf, z.B. über Ebay, dass es eben diese alten Okulare sind? Und: Gibt es überhaupt unterschiedliche Lomo K Okulare, oder sind die bis heute gleichgeblieben?
Viele Grüße
Sebastian
Hallo Sebastian,
die Kompensationsokulare von LOMO sehen so aus (http://i.ebayimg.com/t/Pair-compensating-eyepiece-K10x-microscope-LOMO-ZEISS-d-23-2-/00/s/MTIwMFgxNjAw/%24%28KGrHqNHJCMFBrb1MUwEBQl%2B27j2Wg~~60_35.JPG). Sie haben eine Metallfassung und sind mit K7x, K10x oder K15x beschriftet. Mehr steht nicht drauf, es sei denn es handelt sich um Fotookulare oder unendlich gerechnete Okulare z.B. für die METAMs. Mag sein, es gibt noch mehr Kennzeichnungen für POL etc. Wenn Du diese Okulare ausprobieren möchtest, dann such Dir am besten die K10x wie auf dem Bild.
Herzliche Grüße,
Florian
Hallo Sebastian,
damit du mich nicht falsch verstehst, auf das Mikroskopstativ kommt es nicht an, also ein Zeiss Jena Lg Stativ oder das davon abgekupferte Lomo muss es nicht sein. Du musst nur zusammenpassende Optik
aus dieser Zeit verwenden. Das kann auch an deinem Leitz SM Stativ geschehen, es ist dann nur nicht kompatibel (Objektivabgleich, CVD Kompensation) zur restlichen Leitz Optik.
Ich werde heut abend mal ein paar Fotos von einem Objektmikrometer mit dem Lomo 40er Wasserimmersion und dem zugehörigen K7 von Lomo oder CZJ schiessen.
viele Grüsse
Wilfried
Hallo, ich danke Euch wieder einmal.
Zitat von: wilfried48 in Mai 07, 2013, 15:25:08 NACHMITTAGS
Du musst nur zusammenpassende Optik aus dieser Zeit verwenden. Das kann auch an deinem Leitz SM Stativ geschehen, es ist dann nur nicht kompatibel (Objektivabgleich, CVD Kompensation) zur restlichen Leitz Optik.
Naja, Linsen wären ja keine mehr dazwischen, wenn ich ein Lomo-Objektiv und Lomo-Okular nehmen würde. Es wären dann nur die optischen Wege im Tubus (und das Prisma) anders, und eben der Zwischenring direkt am Lomo-Objektiv.
Zitat von: wilfried48 in Mai 07, 2013, 15:25:08 NACHMITTAGS
Ich werde heut abend mal ein paar Fotos von einem Objektmikrometer mit dem Lomo 40er Wasserimmersion und dem zugehörigen K7 von Lomo oder CZJ schiessen.
Ich würde es ja eben auch gerne direkt an meinem System ausprobieren... Falls ich mich durchringe und wenigstens ein Lomo-Okular kaufe, berichte ich auch...
Viele Grüße
Sebastian
Mein Gott, Sebastian!
Wenns mehr nicht ist!
Sag, welche Okulare Du brauchst, und ich leihe Dir welche.
Grüße
Wolfgang
Hallo Sebastian,
hier die versprochenen Fotos mit dem 40 er Lomo Wasserimmersionsobjektiv durch das Lomo Kompensokular K7.
Fotografiert wurde mit der Canon 600 D am Zeiss Trinoadapter mit 63 mm Optik.
Da das Zeiss Standard Stativ auf 45 mm Abgleichlänge ausgelegt ist kann der Tisch nicht soweit hochgedreht werden, dass man das Lomo Objektiv mit 32,7 mm Abgleichlänge direkt verwenden kann. Ich habe es also mit dem bekannten 12 mm Distanzring auf 45 mm Abgleichlänge angepasst.
Wie vermutet sieht der von der Photoadaption übertragene Bereich nicht schlecht aus:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/125052_55924514.jpg) (http://s380.photobucket.com/user/wilfried48/media/IMG_0711_zpsc004b2fd.jpg.html)
anbei noch die Aufnahme einer Diatomee aus Peter Höbels Crum Creeek Präparat mit der gleichen Objektiv Okularkombination:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/125052_47469745.jpg) (http://s380.photobucket.com/user/wilfried48/media/IMG_0712_zpsd441575e.jpg.html)
die Bilder sind nur auf Forumsgrösse reduziert und sonst unbearbeitet
viele Grüsse
Wilfried
Hallo Wilfried, hallo Sebastian,
nur ein Hinweis: Das Lomo Wasserimmersionsobjektiv gab es auch mit 45mm Abgleichlänge.
Zitat von: liftboy in Mai 07, 2013, 20:21:04 NACHMITTAGS
Sag, welche Okulare Du brauchst, und ich leihe Dir welche.
Hallo Wolfgang und Alle,
ich werde mal einen Vergleich anstellen, wenn mir Wolfgang Okulare leiht. Vielleicht mit Fotos, kommt drauf an, wie weit ich dann mit der Kamera bin.
Vielen Dank und viele Grüße
Sebastian
Hallo Allerseits,
Wolfgang hat mir zwei Sorten Lomo-Okulare geliehen, wofür ich ihm hier danke und nun etwas zu den Ergebnissen schreibe:
Ich habe 3 verschiedene Okulare und 3 Objektive am Leitz SM-Lux ausprobiert, also 9 Kombinationen.
Objektive:Leitz 40/0.65 160/0.17 - Abgleichlänge 45 mm
Lomo Phaco 40/0.75 160/0.17 Wasserimmersion - Abgleichlänge wohl 33,5 mm - plus Verlängerungsring
Leitz L 32/0,40 170/- Phaco 1 - Abgleichlänge 45 mm
Ich habe festgestellt, dass die Lomo-Teile (Objektive und Okulare) stärker vergrößern als die Leitz-Teile. Das Lomo-Objektiv vergrößert grob um den Faktor 1,1 stärker als das Leitz-Objektiv der gleichen Vergrößerungsstufe. Das Lomo-Nicht-K-Okular um den
Faktor 1,3 stärker als das Leitz-Okular, und das Lomo-K-Okular um den Faktor 1,4 stärker als das Leitz-Okular. Bezogen auf die Leitz-Ausrüstung (400-fache Vergrößerung) komme ich also mit Lomo-Kombination auf rund 620-fach, obwohl die gleichen Zahlen draufstehen! Das ist also schon mal "komisch". Da fragt man sich, wie genau andere Angaben, z.B. die numerische Apertur, zwischen unterschiedlichen Herstellern wohl vergleichbar sind.Edit 26.05.: Fehler: Ich bin durch die unterschiedliche Bildweite/Bildwinkel durcheinandergekommen, das Lomo zeigt nur weniger Striche! (Siehe Beitrag weiter unten)
Nun zu den Kombinationen, gemessen mit einem Objektmikrometer mit 0,01mm-Teilung, Deckglas und Wasser drunter (und beim WI-Objektiv auch drüber):
| Okular 10x Leitz Periplan | Okular 10x Lomo (ohne K) | Okular Lomo K10x |
| Obj 40x Leitz | RU deutlich, ca. 15% | RU deutlich, ca. 12% | RU deutlich, ca. 12% |
| Obj 40x Lomo | RU sehr stark, ca. 25% | RU sehr stark, KV, ca. 20% | RU sehr stark, ca. 27% |
| Obj 32x Leitz | RU sehr gering, ca. 5% | RU gering, ca. 11% | RU gering, ca. 9% |
RU = Randunschärfe
KV = eine Art Kissenverzeichnung (die Linien bogen sich aber im Schärfebereich beim Durchfokussieren gerade)
Prozentangabe = % unscharfer Bildrand auf einer Seite bezogen auf Gesamtbilddurchmesser (* edit)
(wenn ich durch ein 10er-Okular fotografiere, bekomme ich übrigens die mittleren 40% auf das Foto, also ist das in allen Fällen einigermaßen scharf)
* edit:
Randunschärfe: Ich habe geschaut, ob mir die Mikrometerstriche am Rand stark oder weniger stark verschwommen erscheinen.
Prozentangabe: Ich habe geschaut, wieviele Striche auf einer Seite am Rand erscheinen noch erkennbar unscharf. Bezogen auf das Gesamtbild muss man die Prozentwerte noch mit 2 multiplizieren, denn der Durchmesser hat ja zwei Ränder (z.B. links und rechts). Beim Lomo-Objektiv sind also nur noch um die 50% des Bildes scharf, bezogen auf den Durchmesser. Auf die Fläche bezogen sind dann nur noch die mittleren 25 % scharf.
Kissenverzeichnung: Eigentlich wohl ein Begriff, der für Bildschirme verwendet wird, aber hier passend, weil auf meinem Objektmikrometer in der Mitte ein Quadrat ist, welches entsprechend verzeichnet wurde (Linien nach innen eingedellt).
Die Ergebnisse sind etwas subjektiv und es könnte sein, dass ich es beim zweiten Betrachten etwas anders messen würde, aber das qualitative Ergebnis ändert das nicht.
Schlussfolgerungen:- In Zahlen ausgedrückt ist die Unschärfe ganz schön erschreckend :'(
- Leitz-Okulare sind mit Lomo-Objektiv bei mir nicht schlechter als Lomo mit Lomo. (Ich kaufe mir also keine Lomo-Okulare, höchstens gleich ein ganzes Mikroskop).
- Nicht-kompensierende Lomo-Okulare sind bei mir
nicht schlechter als Lomo-Kompensationsokulare.
- Das Leitz 32 Ph L Objektiv ist entweder am besten oder es liegt an der 170 mm Tubuslänge, während das 40er Leitz ja 160 mm hat. Möglicherweise hat mein Mikroskop also 170 mm Tubuslänge (das wollte ich ja schon immer mal wissen).
- Ob das Lomo-Objektiv durch den Zwischenring (oder Prismen im Tubus??) so relativ schlecht an meinem Mikroskop abschneidet, würde mich interessieren. Herausfinden könnte ich es nur an einem anderen Mikroskop.
Es würde mich interessieren, ob Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt. Auch das mit den Vergrößerungsunterschieden muss doch eigentlich jedem auffallen!? Wie erklärt man sich das? Hat tatsächlich jede Firma ihr "eigenes Urmeter" oder liegt es wieder am Mikroskop, der Abgleichlänge usw.?
Gute Nacht...
Sebastian
Hallo Sebastian,
erwischt!
Du hast es selbst gesagt: Leitz mit Tubuslänge 170mm und Lomo mit 160mm Tubuslänge.
Die wirkung ist die gleiche, wie an einem Mikroskop mit Ausziehtubus (den könnt ich Dir auch noch zu testen leihen).
Es ist tatsächlich so: gleich geht nur mit gleich (Leitz hat an meinem Lomo auch nicht funktioniert; leider).
Viele Grüße
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
Danke für das Angebot, ich denke, den Ausziehtubus brauche ich erst einmal nicht* - ich habe wohl eher unfreiwillig ein ähnliches Problem bei meinem Kameraanschluss, an dem ich arbeite, dort will ich nämlich erst einmal mit Okular arbeiten, aber das eingesteckte Okular liegt beim Kameratubus ein Stück zu hoch. Das ist nicht parfokal und wenn ich jetzt weiß, dass es sich auch so merklich auf die Bildqualität auswirkt, gibt es mir eine gewisse Unzufriedenheit... Ich werde dazu bei Gelegenheit in einem separaten Thread eine Frage stellen.
Nicht dass ich Dir nicht glaube, aber irgendwie würde ich die Sache natürlich schon gerne mal an einem Mikroskop mit 160er Tubuslänge vergleichen. Bzw. mit zwei 40x Leitz-Objektiven mit 170 und 160 mm TL (habe ich ja, nur ist das 170er das Defekte, das ich neulich hier im Forum gezeigt habe). Dann hätte ich es endgültig bestätigt und mit eigenen Augen gesehen, wie groß der Unterschied ist. Mich verunsichert auch noch, dass angeblich laut Leitz und anderen Forumsbeiträgen eigentlich der Unterschied ja nicht groß sein sollte (kann ich heraussuchen, wenn's sein muss) - aber über eine entstehende Unschärfe bzw. wie groß sie ist, habe ich bisher noch nichts hier gelesen.
Sind nun wirklich alle Dinge nur durch die Tubuslänge zu erklären? Sollte der Vorteil der Lomo + Lomo Kombination und der Kompensationsokulare dadurch komplett untergehen? Und was ist mit den starken Vergrößerungsunterschieden? Einfach "Herstellervarianz"? Nicht "das drin, was draufsteht"?
Edit 26.05.: Fehler: Ich bin durch die unterschiedliche Bildweite/Bildwinkel durcheinandergekommen, das Lomo zeigt nur weniger Striche! (Siehe Beitrag weiter unten)
Besten Gruß
Sebastian
* wie sieht denn so ein Ausziehtubus aus, und ist es nicht dasselbe, wie wenn man das Okular ein Stück herauszieht? (Allerdings müsste ich es für die 160er TL wohl eher ein Stück hineinschieben, was schwer möglich ist)
hallo Sebastian
Zitat : wie sieht denn so ein Ausziehtubus aus ?
so : http://www.ebay.de/itm/290793266472?ssPageName=STRK:MEWAX:IT&_trksid=p3984.m1438.l2649
lG
Wolfgang
Hallo Wolfgang ("knipser009"),
ah ja, habe ich schon mal gesehen, aber nicht ganz so bewusst: Da steht ja sogar die Tubuslänge drauf.
@ Wolfgang (liftboy): Da könnte man natürlich optimal ausprobieren, wie sich die jeweilige Länge auf die Bildqualität auswirkt, also vielleicht doch interessant für mich :) - nur gehen diese Tuben ja nicht an mein Leitz!? (Ich habe eine 43 mm Ringschwalbe)
Wenn ich natürlich bedenke, was ich schon für Geld für einzelne Leitz-Teile ausgegeben habe, ist natürlich zu überlegen, ob ich nicht doch mal ein ganzes Lomo Biolam für ca. 35 Euro bei Ebay erjage...
Ist echt eine Suchtgefahr mit den Mikroskopen, ich wollte ja auch aufpassen, dass ich das eigentliche Ziel, etwas zu Mikroskopieren, nicht aus den Augen verliere, außerdem verträgt sich das Sammeln (abgesehen vom Geld) nicht mit der Größe meiner Wohnung...
Besten Gruß
Sebastian
Hallo Sebastian,
dass die Kompensations-Okulare von LOMO in Deinem Versuch nicht so gut abschneiden wie die "normalen" LOMO-Okularen wundert mich nicht. Die sind ja schließlich für Apochromate gerechnet und nicht für Achromate.
Grüße
Gerd
Hallo Sebastian,
Gerd hat es auf den Punkt gebracht!
Apochromate kann ich Dir leider nicht borgen (ich hab keine, und brauch auch keine, da ich nicht oder selten fotografiere)
Meine Arbeit besteht aus Breiten- und nicht Spitzensport :-)
Bezgl. Lomo-Mikro müssen wir ev. nochmal kontakten; die 35€ Mikros aus der Bucht sind nur gut, wenn du basteln kannst (99% sitzen fest)
Da hätt ich was für Dich.
Viele Grüße
Wolfgang
Hallo,
das stimmt so nicht, zumindest bei Zeiss Jena von denen Lomo ja abgekupfert hat, waren die Kompensokulare
für Apochromate (auch niedrigvergrössernde) oder Achromate mit höherer Vergrösserung (und da gehört das 40x dazu) gedacht.
Ausserdem ist die Bewertungsmethode von Sebastian sehr subjektiv und beurteilt nur die geschätzte Randunschärfe an einem planaren Objekt.
Hier geht natürlich neben der Planarität des Objektivs die CVD nur untergeordnet ein, sodass ein K Okular subjektiv betrachtet nicht viel ändern wird. Der vebleibende Rest ist
sicherlich auch der falschen Tubuslänge geschuldet.
Dass die Vergrösserung des Objektivs bei abweichender Tubuslänge nicht mehr stimmt ist natürlich klar (geometrische Optik), da kann der Hersteller nichts dafür !
Theoretisch könnte das 40x Objektiv sogar nur 1x vergrössern, man müsste dazu nur die Tubuslänge auf die doppelte Brennweite des Objektivs verkürzen ;D
Abschliessend kommt auch bei dieser Diskussion mal wieder heraus, dass man nur zusammenpassende Komponenten und die richtige Tubuslängeverwenden sollte.
Das Lomo 40er Wasserimmersionsobjektiv hat allerdings auch noch den Vorteil, dass man es direkt im Wasser ohne Deckglas bei grossem Arbeitsabstand
von ca 1mm ohne grosse Abstriche an Bildqualität benutzten kann, und das ist für Tümpler manchmal offensichtlich ein Vorteil.
viele Grüsse
Wilfried
Hallo wieder,
zunächst mal eine gute Nachricht: Ich habe mein "defektes" 40er Leitz (beschrieben in anderem Thread) auseinandergenommen, dort in Öl o.ä. badende Linsen gefunden, sie gereinigt und es wieder zusammengesetzt - ich fand es eigentlich gar nicht mal so schwer (nachdem ich mir allerding ein zusätzliches Werkzeug kaufen musste). Und das Ergebnis ist: Es funktioniert wieder! Ich habe Fotos gemacht und werde das irgendwann mal hier einstellen, habe aber im Moment keine Zeit (wollte das eigentlich sowieso alles später machen, aber es hat mich wieder gejuckt...).
Zum Vergleich zwischen 160 und 170 mm Tubuslänge dann noch eine Bemerkung:
Zitat von: wilfried48 in Mai 26, 2013, 14:31:08 NACHMITTAGS
Dass die Vergrösserung des Objektivs bei abweichender Tubuslänge nicht mehr stimmt ist natürlich klar (geometrische Optik), da kann der Hersteller nichts dafür !
Theoretisch könnte das 40x Objektiv sogar nur 1x vergrössern, man müsste dazu nur die Tubuslänge auf die doppelte Brennweite des Objektivs verkürzen ;D
Lieber Wilfried, das mag schon sein, allerdings sind die Unterschiede hier wohl doch ungewöhnlich extrem, denke ich, vor allem betrifft es ja auch die Okulare. Faktor 1,4 bloß durch 10 mm Tubuslängen-Unterschied (OK, im Falle des Lomo-Objektivs Faktor 1,1, den 12 mm-Verlängerungsring nicht vergessen)? Außerdem unterscheiden sich ja sogar die beiden Lomo-Okulartypen untereinander.
Edit 26.05.: Fehler: Ich bin durch die unterschiedliche Bildweite/Bildwinkel durcheinandergekommen, das Lomo zeigt nur weniger Striche! (Siehe Beitrag weiter unten)
Und nun habe ich auch noch die beiden Leitz 40er mit den AGL 160 und 170 mm verglichen (Objektiv ist repariert/gereinigt, s.o.): Sie unterscheiden sich nicht oder kaum in ihrer Vergrößerung, was der Theorie widerspricht, dass es durch den Tubuslängenunterschied zustandekommt. Die Randschärfe ist übrigens nach meinem Empfinden beim 170 nun etwas besser, also da könnte schon ein kleiner Effekt sein.
Zitat von: wilfried48 in Mai 26, 2013, 14:31:08 NACHMITTAGS
Das Lomo 40er Wasserimmersionsobjektiv hat allerdings auch noch den Vorteil, dass man es direkt im Wasser ohne Deckglas bei grossem Arbeitsabstand
von ca 1mm ohne grosse Abstriche an Bildqualität benutzten kann, und das ist für Tümpler manchmal offensichtlich ein Vorteil.
Das ist ja auch der Grund, warum ich es mir angeschafft habe und gut finde, und meines hat ja sogar zusätzlich Phako, womit ich mir ein leichteres Auffinden mancher Tümpelorganismen erhoffe. Auch wenn sich die Zahlen oben etwas krass lesen, so schlimm ist es natürlich auch nicht, es lässt sich schon gebrauchen. Nur für Spitzenfotos könnte es vielleicht weniger geeignet sein.
Viele Grüße
Sebastian
Hallo Wolfgang (liftboy),
OK, Beratungen per PN, aber öffentlich will ich Dir für Deine Hilfe und Angebote trotzdem Danken! :) :)
Viele Grüße
Sebastian
Uiuiui,
jetzt habe ich ein bißchen gegrübelt und glaube, ich bin dahintergekommen (habe es eben ausprobiert):
Ich habe für die Vergrößerungsbestimmung einfach Striche auf dem Mikrometer gezählt - innerhalb meines Leitz-Systems kann ich dadurch natürlich Vergrößerungsverhältnisse berechnen: je weniger Striche ins Bildfeld passen, desto höher die Vergrößerung.
Nun haben die Lomo-Okulare aber wohl eine andere Sehfeldzahl! Das ist wohl des Rätsels Lösung! Es passen weniger Striche "ins Okular", aber die Vergrößerung bleibt!
Der Test: in den linken Augentubus ein Lomo, in den rechten ein Leitz, dann abwechselnd blinzeln ---> Die Vergrößerung ist die selbe, nur der Bildausschnitt ist kleiner im Lomo!
Nun muss ich mich wohl bei Lomo und allen Lomo-Fans für die "falschen Verdächtigungen" entschuldigen...! Ich kann die Beiträge oben noch editieren, aber vielleicht reicht es auch erstmal mit der Streichung? So sieht man wenigstens, wie man nicht rechnen sollte, ... hättet Ihr aber wirklich auch drauf kommen können... ;D ;) (bitte, das war IRONIE/SPASS!).
Die Sache mit der Bildunschärfe bleibt aber vorerst noch stehen - und die Sache mit der stärkeren Vergrößerung des Lomo-Objektivs muss ich dann wohl auch noch mal überprüfen, das könnte dann vielleicht wirklich am Zwischenring liegen.
Viele Grüße
Sebastian
P.S.: Noch ein Nachtrag: Laut einem Lomo-Katalog haben die Lomo 10er-Okulare wohl Sehfeldzahl 13. Das spricht doch immerhin wenigstens für meine Messung: Denn 18/13 = 1,38 = fast der von mir zuerst als Vergrößerung angenommene Faktor...
P.P.S.: Die bei Lomo anscheinend häufiger vorkommenden, aber hier nicht getesteten 7x Okulare haben laut demselben Katalog übrigens Sehfeldzahl 18