Mikro-Forum

Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Oecoprotonucli in Mai 07, 2013, 16:47:09 NACHMITTAGS

Titel: Defekt im Objektiv erkennen, Objektiv auseinandernehmen
Beitrag von: Oecoprotonucli in Mai 07, 2013, 16:47:09 NACHMITTAGS
Liebe Leute,

ich habe ein Leitz 40er "übrig", das defekt ist (ebay...). Meine erste Frage lautet: Ist das eine Delamination (siehe Foto durchs Einstellfernrohr)? Der Effekt ist leider gravierend (total flau und neblig). Ist anscheinend irgendwo zwischen den Linsen.

Zweite Frage: Ob man es reparieren kann?

Dritte Frage: Falls es niemand anders retten will: Wie kann ich es auseinandernehmen (auch wenn ich es nicht mehr zusammengesetzt bekomme, ich hätte einen Lerneffekt)? unter der Hülse im Metallzylinder ist ein "Nippel", außerdem scheint die vordere Metallkappe aufgeschraubt zu sein (einfach drehen zum Abschrauben, auch wenn es schwer geht?) und es sitzen vier noch nicht näher identifizierte Kreise unter der vorderen Metallkappe (verbergen sich darunter kleine Schrauben?) (Sorry für das Gegenlicht-Foto, wenn es Erfolg verspricht, kann ich ein besseres machen).

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/125033_28990061.jpg)

Viele Grüße

Sebastian

Titel: Re: Defekt im Objektiv erkennen, Objektiv auseinandernehmen
Beitrag von: Nomarski in Mai 07, 2013, 17:52:15 NACHMITTAGS
Hallo Sebastian,

dem Foto nach zu urteilen könnte es sich um eingedrungenes Öl handeln, das sich irgendwo auf einer der Linsenoberflächen abgesetzt hat und sogar entfernt werden könnte. Dazu ist das Objektiv zu demontieren, die Linsen müssen also herausgenommen werden, um an die betreffende Stelle zu gelangen.
Problematisch ist dabei eben, einige Verschraubungen zu lösen, da teilweise mit Sicherungsmittel gearbeitet wurde.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Defekt im Objektiv erkennen, Objektiv auseinandernehmen
Beitrag von: Eckhard F. H. in Mai 07, 2013, 19:33:31 NACHMITTAGS
Hallo Sebastian,
es ist natürlich eine große Verlockung, ein Mikroobjektiv zu demontieren und zu reinigen. Dabei darf aber kein einziger Schritt übereilt erfolgen. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, damit alles zu verderben. Sehr wichtig ist auch, Richtung und Winkelstellung der Linsen bzw. -gruppen zu markieren. Wenn Du Dich wirklich zur Demontage entschließt, gehe nach jedem Schritt mit dem nächsten erst einige Zeit ´schwanger´. Frage an Kundige: Würde es was bringen, das Objektiv längere Zeit einem Vakuum auszusetzen?
Gruß - EFH
Titel: Re: Defekt im Objektiv erkennen, Objektiv auseinandernehmen
Beitrag von: liftboy in Mai 07, 2013, 20:26:36 NACHMITTAGS
Hallo erstmal!
Ich vermisse die randlichen Verbindungen, welche für eingedrungenes Öl (oder Luft) sprechen.
Das Ganze sieht nach einer Kleberablösung durch Überhitzung aus.
@Sebastian
Wenn Du es zerlegen willst, leg Dir einen OP-Raum zu! (Reinraum)
Bei Staub in der Optik (und der schwirrt überall rum) kannst du das Teil vergessen.

Viele Grüße
Wolfgang
Titel: Re: Defekt im Objektiv erkennen, Objektiv auseinandernehmen
Beitrag von: Eckhard F. H. in Mai 07, 2013, 21:08:14 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,
die fehlende randliche Brücke irritiert mich auch. Aber vielleicht handelt es sich um eine Flüssigkeit mit größerer Oberflächenspannung als Öl. Solche neigen dazu, Verbindung zu ihresgleichen zu kappen, sobald der Nachschub ein kritisches Maß unterschreitet.
Gruß - EFH
Titel: Re: Defekt im Objektiv erkennen, Objektiv auseinandernehmen
Beitrag von: Oecoprotonucli in Mai 08, 2013, 00:41:27 VORMITTAG
Liebe Alle,

Danke, ich fand auch, dass es keiner Delamination wie bisher hier im Forum gesehen, ähnlich sieht.

Also wenn sich jemand mit Erfolgsaussicht dran versuchen möchte, bevor ich es wahrscheinlich zerstöre, würde ich es verschenken - will jemand?

Ansonsten würde ich gerne etwas lernen durch das Auseinandernehmen. Kann mir keiner sagen, wo und wie ich zuerst schrauben sollte? Gibt es hier im Forum vielleicht schon eine (bebilderte) Beschreibung? Das richtige Werkzeug fehlt mir wahrscheinlich auch (kleine Schraubenzieher habe ich, aber nicht so einen "Linsendreher")

Gute Nacht

Sebastian
Titel: Re: Defekt im Objektiv erkennen, Objektiv auseinandernehmen
Beitrag von: Nomarski in Mai 08, 2013, 08:44:49 VORMITTAG
Hallo Sebastian,

zwar sind die Objektive immer in änlicher Weise Aufgebaut, die Linsen werden als Stapel in die Fassung reingesteckt und mit einer Schlitzmutter zusammengedrückt, aber es gibt eben doch immer wieder verschiedene konstruktive Varianten, die man eben beachten muß, wenn man so ein Objektiv erfolgreich zerlegen will, ohne daß etwas dabei beschädigt oder gar zerstört wird.
Da ich dieses Objektiv auch nicht kenne, reicht dein Foto eben nicht, um dir genau zu sagen, wie du anfangen mußt. Es mußten schon Fotos von allen Seiten gemacht werden und selbst die ersetzen das in die Hand nehmen können nicht.
Und auch ein einfacher Schraubenzieher reicht eben nicht aus, es sind oftmals formschlüssige Werkzeuge vonnöten, mit denen man die dünnwandigen Hülsen gelöst bekommt. Diese kann man nicht kaufen, die muß man sich eben machen. Auch die Linsen kommen nicht von alleine, sondern müssen vorsichtig rausgedrückt werden.

Viele Grüße
Bernd

Titel: Re: Defekt im Objektiv erkennen, Objektiv auseinandernehmen
Beitrag von: Oecoprotonucli in Mai 08, 2013, 10:33:38 VORMITTAG
Zitat von: Safari in Mai 08, 2013, 00:56:21 VORMITTAG
Ich habe mal ein Objektiv mit Waffenöl kaputt gemacht. Auch WD40 dürfte so aussehen.

Guten Tag,

falls es das ist, können wir schon mal zwei Dinge feststellen:

1) Es ist nicht als Immersionsöl geeignet (zumal bei einem Trockenobjektiv),

2) Es macht dem Namen "Kriechöl" alle Ehre.

Der Ebayer hat vorwiegend Nähmaschinen verkauft - vielleicht bringt er diese ja mit einem solchen Öl auf Vordermann und dachte, kann ja auch bei einem Mikroskop nicht schaden... ("Schuster, bleib bei Deinem Leisten")

;D ;D

Besten Gruß

Sebastian

P.S. über das Auseinandernehmen mache ich mir dann später Gedanken, mal schauen.
Titel: Re: Defekt im Objektiv erkennen, Objektiv auseinandernehmen
Beitrag von: Oecoprotonucli in Mai 26, 2013, 22:12:16 NACHMITTAGS
Guten Abend,

ich konnte das Objektiv "reparieren", d.h. reinigen, und nun funktioniert es (jedenfalls soweit ich das bisher sehe)! Es war tatsächlich "in Öl gebadet", die Deutung war richtig!

Dazu ein paar fast selbsterklärende Fotos:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/126208_3046468.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/126208_45610483.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/126208_9866279.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/126208_29508028.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/126208_18055228.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/126208_64063688.jpg)

Ca. 20 Wattestächen und etwas Wundbenzin später habe ich es wieder zusammengesetzt. Es hat nun ein paar Kratzer im Metall mehr, aber besser als funktionslos.  :)

Viele Grüße

Sebastian