Hi,
ich habe ein Ortholux 2 das ziehmlich verdreckt und möglicherweise unvollständig ist. Im folgenden Beschreibe ich mal die Punke bei denen ich nicht weiter komme bzw. das weitere vorgehen nicht klar ist.
Das Mikroskop hat lange (vermutlich 10 Jahre) in industrieller Umgebung ungeschützt herumgestanden, das bedeutet das alle optischen Oberfläschen mit einer Mischung aus Staub und fettigem Film bedeckt sind.
Zur Zeit macht mir das Binokular etwas sorgen. Durch den Kamaraanschluss ist besagter Dreck ins innere gedrungen, die Okularlinsen selbst sind auch massiv verdreckt.
Was ich bis jetzt getan habe:
Den Durchlichtstrahlengang sowie den Kondensor habe ich bereits in alle Einzelteile zerlegt und gereinigt wobei viel verharztes Fett entfernt wurde und durch katalytische Mengen Baysilon ersetzt wurde. Der Kondensor hat ein Rad mit Ringförmigen Fenstern, ich nehme an das ist für Dunkelfeld/Phasenkontrast.
Kreuztisch und sonstige Führungen wurden auch gereinigt wobei ich da nicht alles zerlegt habe weil mir da zuviele Kugeln drinn sind.
Was nun noch ansteht wäre das Binokular (FSA?), das habe ich zwar schon mal geöffnet, habe mich aber noch nicht da heran getraut weil ich nicht genau weis ob ich es danach wieder justieren muss.
An die Frontlinse (Augenseitig) an den Okularen habe ich mich auch noch nicht rangetraut da ich nicht weis ob die gegenüber dem inneren Abgedichtet sind. Nicht das da beim waschen Flüssigkeit unter den Rand zieht.
Beim Objektiv handelt es sich soweit ich das recherchiert habe um ein Ultropak. Hierbei ist der Spiegel im inneren staubig. Die tubusseitige Linse habe ich bereits gereinigt, im inneren sieht man aber noch ein paar Staubkörner...
Von oben in der Objektivlinse ist auch etwas Staub. Da ich davon ausgeh das das auch eine zusammengesetzte Linse ist habe ich auch hier davon abgesehen diese zu waschen.
Zum Dreck, lässt sich mit Spüliwasser lösen, an hartnäckigen Stellen habe ich auch IPA verwendet. Gegen das Ranzfett half DCM sehr gut.
Nun, irgendwelche Tipps? ;-) Lohnt sich das übrhaupt was ich da mache?
Gruß
Torsten
Hallo Thorsten,
sowas ist mir auch schon mal von Olympus untergekommen.
Mit Aceton geht das prima ab (der Lack allerdings auch, wenn man nicht aufpasst oder zu doll rubbelt)
Gruß
Wolfgang
Hallo Torsten ,als Tip kann ich Dir geben das Du es in Ruhe machst dir Bilder davon,vorher machst,die empfohlene Angstwanne ist auch Goldwert , und wen was kaputt gehr ,man hat gelernt wie man es nicht tut...
Kreuztisch ist auch keine Hexerei zum zerlegen und wieder zusammenbauen.
habe bei meine Reichert-s auch hinter mir ,Du sollst aber das richtige Fett nehmen ,sonst leidet das "Handling".
Und lohnen tut sich, für mich ,auf alle Fälle ,man lernt eine Menge und macht uncheimlich Spass, man darf sich nur nicht unter zeitdruck stellen und die Stunden die man investiert rechnen.
Ich bin ein ganz schlimmer (ver)Bastler manchmall bringe ich mir aus-n örtlichen Flohmarkt jegendwas mit nur um was zum basteln haben...
Gruß
Flo
Ich würde auf keinen Fall Aceton benutzen!!!
Viel zu aggressiv!!!
Bioalkohol ist z.B. wesentlich besser.
Eigentlich ist fast Alles besser als Aceton.
Es sei denn, man will den Lack ablösen.
Liebe Grüße Jorrit.
... und warum nicht dass immer wieder empfohlene Wundbenzin, mit dem man problemlos auch alle Linsenflächen reinigen kann?
Gruß
Detlef
Lieber Detlef,
vermutlich, weil es zu einfach ist ::) .
@Thorsten:
Für den ganz groben Schmutz kann man auch Sidolin nehmen, allerdings nicht in rauhen Mengen. Für alles andere Wundbenzin aus der Apotheke. Das greift nichts an und verfliegt bevor es irgendwo hinsabbert. Aceton taugt für den Zweck nicht.
Detlef,
Wundbenzin ist auch ok. :)
Liebe Grüße Jorrit.
Hallo!
Zitat von: the_playstation in Mai 12, 2013, 17:37:38 NACHMITTAGS
Bioalkohol ist z.B. wesentlich besser.
Besser ist am Alkohol g a r nichts - besonders wenn es um ein Leitz Mikroskop geht. Da steht nämlich in so gut wie jeder BDA im Kapitel Pflege des Mikroskopes drin, daß man Verunreinigungen mit Benzin oder ggf mit Xylol entfernen kann, N I E M A L S jedoch mit Spiritus oder Alkohol. Zeiss schreibt ähnliches.
Das ist wirklich nichts neues. Wieso hier immer noch Tipps mit Alkohol gegeben werden, verstehe ich nicht.
Kopfschüttelnd...
Ulf
Hallo,
noch ein konkreter Hinweis zur Frage der Abdichtung von augenseitigen Okularlinsen. Diese sind dicht, d.h. es kann keine Reinigungsflüsigkeit am Rand der augenseitig angbrachten Okularlinse ins Innere gelangen. Zur Reinigung empfielt Leitz ausdrücklich Xylol, ebenso auch zum Reinigen der Objektivfrontlinsen. Auch diese sind so dicht, dass kein Xylol ins Objektivinnere gelangt.
Die Oberfläche der innen gelegenen Linsen kann deutlich empfindlicher sein als die der äußeren Linsen, bei denen der Hersteller gelegendliche Rreinigungsprozeduren vorgesehen hatte. Daher wäre zu empfehlen, Staub auf der Oberfläche innen gelegener Linsen möglichst berührungsfrei zu entfernen, z.B. mit Luft oder moderatem Sog.
Viel Erfolg bei der Restauration!
Jörg Piper
Hallo erstmal,
nochmal zum Benzin:
immer gerne genommen, immer wieder hilfreich!
In der Industrie werden aber zum Teil Mittel verwendet, die nach Verlust des Lösungsmittels so ziemlich gegen alles resistent sind!
Da half dann nur Aceton (selbst Benzol oder Nitroverdünnung hatte versagt)
Gruß
Wolfgang
Zitat von: Ulf Titze in Mai 12, 2013, 19:43:41 NACHMITTAGS
Hallo!
Zitat von: the_playstation in Mai 12, 2013, 17:37:38 NACHMITTAGS
Bioalkohol ist z.B. wesentlich besser.
Besser ist am Alkohol g a r nichts - besonders wenn es um ein Leitz Mikroskop geht. Da steht nämlich in so gut wie jeder BDA im Kapitel Pflege des Mikroskopes drin, daß man Verunreinigungen mit Benzin oder ggf mit Xylol entfernen kann, N I E M A L S jedoch mit Spiritus oder Alkohol. Zeiss schreibt ähnliches.
Das ist wirklich nichts neues. Wieso hier immer noch Tipps mit Alkohol gegeben werden, verstehe ich nicht.
Kopfschüttelnd...
Ulf
Hallo Ulf,
Kommt drauf an, was man damit reinigt.
Hier muß man klar zwischen Optik und Stativ unterscheiden!!!
Ich glaube Niemand putzt seine Fenster zu Hause mit Scheuerpulver. ;)
Genau das selbe gilt für Mikroskope.
Optiken würde Ich nur mit den hier im Forum auch schon beschriebenen Mitteln säubern.
Da gab es ja auch einen eigenen Thread zu. Beim Stativ selbst kann man aber auch
mit anderen Mitteln arbeiten.
Ich habe hier bei mir Optical Wonder (ansonsten siehe Forumsthread) extra für die Optik
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=10047.0
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=2642.0
und Bioalkohol für Metalteile. Wobei letzterer auch Lack anlöst.
Aber nicht so aggressiv z.B. gegen Plastik ist wie Azeton.
Für Lackteile benutze Ich etwas anderes.
Wie Wolfgang schon andeutete, sollte man zuerst versuchen, die nicht so aggressiven Mittel zu nehmen.
Nur wenn die nicht helfen, sollte man zu aggressiveren Mitteln greifen.
Das aber vorsichtig und mit Bedacht.
Stahlfix ist auch schon eher ein Mittel für Extremhärtefälle und ausschließlich für Metall gedacht.
Liebe Grüße Jorrit.
Hi,
also erstmal danke für die Hilfe.
Es ist schonmal schön das die Okular und Objektivlinsen dicht sind, dann bekomm ich den Dreck in jedem Fall weg.
Wundbenzin und Xylol hab ich auch da, hab ich auch schon gegen das alte Fett eingesetzt, wobei da das Dichlormethan wohl unschlagbar ist ;D. Der Dreck auf den Linsen wird sich denke ich großteils mit Spüliwasser lösen lassen. Das mit dem Alkohol hab ich schon im Manual gelesen und was die Optik angeht auch beachtet.
Bleiben nur noch die verdreckten Prismen und die verharzte Mechanik im Binotubus. Ich frag mal so: Gibt es ein bekanntes Problem beim zerlegen von dem Teil das ich unbedingt beachten sollte?
Fotos werde ich davon auf jedenfall machen da zwichen zerlegen und zusammenbauen schonmal ein paar Tage vergehen können.
Vieleicht hat noch jemand einen Tipp für mich was Wischtüscher angeht. Für Fläschenoptik (Laser) verwende ich Lenspaper, warum die so heißen erschließt sich mir allerdings nicht, das Zeug ist so "strack" das sich damit keine Linse reinigen lässt.
Ich such eher sowas wie Kosmetiktüscher in fusselfreier Ausführung, aber bezahlbar ;-)
Gruß
Torsten
Zitat von: wirehead in Mai 12, 2013, 22:44:57 NACHMITTAGS
Vieleicht hat noch jemand einen Tipp für mich was Wischtüscher angeht. Für Fläschenoptik (Laser) verwende ich Lenspaper, warum die so heißen erschließt sich mir allerdings nicht, das Zeug ist so "strack" das sich damit keine Linse reinigen lässt.
Ich such eher sowas wie Kosmetiktüscher in fusselfreier Ausführung, aber bezahlbar ;-)
Man muß das Linsenputzpapier naß machen (destilliertes bzw. demineralisiertes Wasser) und es dann ohne Druck (!) über die Frontlinse des Objektivs ziehen. Also Obj. abschrauben, umdrehen, Frontlinse nach oben, feuchtes Papier darüber legen, über die Linse ziehen. Papier wegwerfen, Objektiv ohne Trockenwischen wieder einschrauben. fertich.
Viel Erfolg. Gruß KH
Guten Morgen,
Ich habe 2 Ortholux restauriert und die Mechanik wie oben beschrieben behandelt allerdings löste sich so mancher Ölfilm erst mit Isopropylalkohl 70. Wenn ma das ganz kurzfristig einsetzt ist das auch bei Kondensorlinsen ohne Probleme machbar. Optiken an schwer zugänglichen Stellen lassen sich mit Augenwatte und Bambusschaschlik- Spießen und Wundbenzin reinigen. Der Lack vom Stativ wird prima wenn man nach der Grundreinigung mit Sidolin oä. ganz hauchdünn mit Balistol oder einem anderem Waffenöl abreibt, darf natürlich nichts auf die Optik kommen.
Viele Grüße
Michael
Hallo Ulf
ZitatHallo!
Zitat von: the_playstation am Mai 12, 2013, 17:37:38
Bioalkohol ist z.B. wesentlich besser.
Besser ist am Alkohol g a r nichts - besonders wenn es um ein Leitz Mikroskop geht. Da steht nämlich in so gut wie jeder BDA im Kapitel Pflege des Mikroskopes drin, daß man Verunreinigungen mit Benzin oder ggf mit Xylol entfernen kann, N I E M A L S jedoch mit Spiritus oder Alkohol. Zeiss schreibt ähnliches.
Das ist wirklich nichts neues. Wieso hier immer noch Tipps mit Alkohol gegeben werden, verstehe ich nicht.
Kopfschüttelnd...
Ulf
ich halte das ganze für ein Ammenmärchen, das auf die Zeit zurückgeht als noch Lacke auf Spiritusbasis benutztwurden, sowohl für Messing als auch für schwarze Flächen, und das immer wieder neu abgeschrieben wird. Ab etwa den 1930er Jahren werden Kunstharzlacke o.Ä. benutzt. Alkohol mag zwar auf Dauer die Leber schädigen, aber ganz sicher nicht die modernen Lacke. Auch Glas wird niemals gar nie nicht angegriffen. Es mag zwar bessere Mittel als Alkohol geben, aber schädlich ist er hier keinesfalls!
Herzliche Grüße,
Olaf
Hi,
Warnungen vor Alkohol sind vieleicht nicht ganz unberechtigt. Meine Gedanken dazu: Alkohole z.B. Methanol, Ethanol, IPA können durchaus wenn sie wasserfrei sind metallische Beschichtungen auflösen. Mit Lack geschwärzte Schleifränder von Linsen werden möglicherweise auch angegriffen. Und das sich harzbasierender Linsenkitt ganz hervorragend in IPA oder Ethanol löst käme noch dazu.
Bedenkenlos würde ich Alkohol daher auch nicht einsetzen.
Was Bioalkohol oder Spiritus angeht ist das wohl die übelste Darreichungsform dessen was Alkohol genannt wird, warscheinlich auch was Optikreinigung angeht.
Den Tip mit der Augenwatte werde ich mal versuchen, hatte ich schonmal irgendwo gelesen wo es ums Linsen reinigen ging. Hab mir heute auch mal ne Ausblaspistole beschafft für an die Co2 Flasche.
Am Wochenende werde ich mir wohl etwas Zeit nehmen und den Binotubus zerlegen.
Gruß
Torsten
Hallo Torsten,
mit einer Ausblaspistole, auch noch angeschlossen an CO2, wäre ich sehr zurückhaltend. Zwei wesentliche Probleme können damit auftreten:
1. Dem Reinigungsstrahl noch beigemengte Staub- und Kleinstpartikel werden zu Geschossen, und insbesondere optisches Glas ist nicht immer sehr hart.
2. Können erhebliche lokale und eng umschriebene Temperatursprünge entstehen, die zu Spannungsdeformierungen und -sprüngen führen können und zusätzlich das Phänomen der Delaminierung / Kittschädigung begünstigen bzw. erzeugen können.
Ein einfacher Peleusball sollte genügen.
Beste Grüße !
JB
Nach meiner persönlichen Erfahrung ist der Umgang mind. ebensowichtig wie die Putzflüssigkeit selbst.
Stichwort Feinmotorik und z.B. Putzbewegungsrichtung bei Optiken.
Ich frage mich, warum man das Thema Reinigungsmittel hier noch einmal aufgreift, wo dieses Thema ja hier schon in mehreren
Threads ausgiebig diskutiert wurde incl. Ergebnissen.
Die Frage ist nur, was man macht, wenn die normalen Mittel nicht mehr helfen?
EDIT:
Hallo Jürgen.
Richtig. :)
Und Ich wollte schon meine 200 Bar Pressluftflasche nehmen (kleiner Schertz) :) ;)
Liebe Grüße Jorrit.
Hallo,
immer wieder ein interessantes spannenmdes Thema - the same procedure as... ;D
Also auch mein Senf dazu:
Das mit Abstand wohl beste, risikofreieste und best "belumundete" Reinigungsmittel für Linsen ist und bleibt Wundbezin aus der Apotheke. Es ist preiswert, in jeder Apotheke für jedermann erhältlich, ohne daß er Verdacht gerät, Terrorist zu sein. Nichts, aber auch gar nichts spricht dagegen, jedwede Reinigung "fettiger" Rückstände zunächst mit diesem Mittel zu versuchen. Meistens ist es völlig ausreichend. Es mir kein Fall bekannt, in dem Wundbenzin eine - wie auch immer - schädigende Wirkung auf Optiken und deren Verkittungen gehabt hätte. Außer, es läuft ins Innere der Objektive/Okulare, verdunstet dort und hinterläßt dann dort auf den Innenflächen den bereits darin gelösten Schmodder. Aber das gilt natürlich für JEDES flüssige Reinigungsmittel.
Die immer wieder empfohlene "Augenwatte" ersetzt der Pragmatiker problemlos durch billigste Wattestäbchen von DM, Rossmann, Aldi und Co. Mögliche Rückstände durch antibakterielle Substanten, die die Watte dieser Stäbchen angeblich beinhalten soll (Genaues weiß da wohl niemand) halte ich auch für ein moderne Wandersage, gerne wiederholt, ohne dass je jemand diesen vermeintlichen Nachteil stichhaltig "bewiesen" hätte.
Alkohole sind möglicherweise problematisch, am ehesten wohl für ältere (evtl auch modernere) Linsenkitte. Dem Glas selbst schaden sie natürlich nicht. "Bioalkohol" ist insofern fragwürdig, weil man nie weiß, was für ein "Gebräu" unter dieser Bezeichnung letztlich verkauft wird. Ich würde da schon eher auf die chemisch reinen Substanzen aus der Apotheke (Ethanol, Isopropanol) vertrauen. Wenn denn überhaupt. Ziemlich sicher ist, dass es für Zeiss Jena-Optiken (Verkittungen) nicht empfohlen wird!
Xylol greift bestimmte Kunststoffe an, dürfte aber für Optiken und vermutlich Linsenkitt völlig unschädlich sein. Schwer zu bekommen, da ja soooooo gefährlich ;), Aber eigentlich nicht erforderlich. Warum? Siehe =>Wundbezin!
Und dann gibt es das berühmte "Optical Wonder". Niemand weiß, was darin ist, die olfaktorische Grobanalyse weist aber sicher Alkohole, hptsl. Insoprpylalkohol, nach. Ich habe ja mal ketzerisch behauptet, dass es sehr edles Isoproanol (9 EUR / 100ml) sei, vielleicht gerührt und nicht geschüttelt ;) Viele Optikfreaks schwören aber darauf, dass es nichts Besseres für jedwede Art von Gläsern und Spiegel gebe und man einen deutlichen Unterschied zu banalem Isoprop. etc. gäbe, was die Rückstandfreiheit etc. beträfe. Ob es eine Massenillusion ist oder tatsächlich so ist, vermag ich nicht zu beurteilen, aber das Zeug ist wohl wirklich "gut". Wenn es um reine Gläser, Spiegel, Linsen geht! Bei den Objektiven sollte man damit evtl. wegen der Verkittung der Frontlinse auch vorsichtig sein.
Fazit: Vieles wird vermutet, nichts Genaues weiß man oft nicht. Und dann gibt es ja noch die "Spezialrezepte" altgedienter Servicetechniker: Speichel (mit seinen Enyzmen)....Nasenfett... ;)
Mein persönlicher Favorit ist und bleibt, eben, weil man damit sicher nichts falsch machen kann, das gute alte WUNDBENZIN!
Was die Entfettung mechanischer Teile und Oberflächen betrifft, bin ich auch schon häufiger (gestern noch) bei unseren Mikroskopbastlern und -sammlern im Forum auf Reiniger aus konzentriertem Orangenöl (z.B. Oranex Kraftreiniger (http://www.oranex.de/oranex-kraftreiniger.html)) gestoßen. Auch das wird gerne verwendet und muß wohl eine unglaublich stark entfettende Wirkung haben. (Ich selbst habe damit aber keine Erfahrung, höre nur gelegentlich davon).
Hezrliche Grüße
Peter
Hallo!
Zitat von: olaf.med in Mai 13, 2013, 08:46:58 VORMITTAG
...ein Ammenmärchen, das auf die Zeit zurückgeht als noch Lacke auf Spiritusbasis benutztwurden, sowohl für Messing als auch für schwarze Flächen, und das immer wieder neu abgeschrieben wird. Ab etwa den 1930er Jahren werden Kunstharzlacke o.Ä. benutzt. Alkohol mag zwar auf Dauer die Leber schädigen, aber ganz sicher nicht die modernen Lacke. Auch Glas wird niemals gar nie nicht angegriffen. Es mag zwar bessere Mittel als Alkohol geben, aber schädlich ist er hier keinesfalls!
... lieber Olaf, da hast Du vermutlich mehr Erfahrung und wesentlich bessere Kenntnisse der Werkstoffkunde als ich. Ich trau' michs trotzdem nicht :-\ ;)
Zitat von: Peter V. in Mai 13, 2013, 21:53:15 NACHMITTAGS
Das mit Abstand wohl beste, risikofreieste und best "belumundete" Reinigungsmittel für Linsen ist und bleibt Wundbezin aus der Apotheke...
In unserem Institut müssen die Mikroskope ja einmal im Jahr professionell gewartet werden. Da kommt dann jemand, der das professionell macht, vertreibt mich vom Mikroskop und reinigt die Optiken mit 08/15-Wattestäbchen und Aether. Dieser jemand hat bei Zeiss gelernt. Auf die Frage, warum er kein Wundbezin verwende, meinte er nur grinsend, daß das eine Empfehlung für "draußen", für die Amateure sei. Die Profis würden alle Aether nehmen, weil noch flüchtiger.
Für mich ist verwunderlich, daß Aether in keiner mir bekannten Schrift als mögliches Reinigungsmittel genannt wird. Was sagen die Forumsmitglieder mit besserer chemischer Bildung dazu?
Viele Grüße
Ulf
Lieber Ulf,
klar geht Äther auch! Äther ist halt das bessere Wundbezin ;)
Ich schrieb:
Zitatohne daß er Verdacht gerät, Terrorist zu sein
und möchte noch ergänzen: "...oder damit einen Lappen zu tränken und jemanden überfallen zu wollen"
Versuch doch mal, als normale Privatperson ohne "Beziehungen" zu einem Apotheker an Äther zu kommen! Würde mich extrem wundern, wenn Dir das gelingt. Insofern ist der Tip zwar gut, aber scheitert für die mehrheit der Mikroskopiker an der Beschaffungsfrage.
ZitatFür mich ist verwunderlich, daß Aether in keiner mir genannten Schrift als mögliches Reinigungsmittel genannt wird.
Wird aber doch! Ich meine, mich zu erinnern irgendwo von Zeiss eine Empfehlung gibt, ein "Gemisch" zu verwnden, in dem u.a. auch Äther enthalten ist.
Herzliche Grüße
Peter
Lieber Peter,
da habe ich eine schöne Geschichte! Vor etwa 2einhalb Jahren besuchten meine (damals schwangere) Frau und meine Wenigkeit unsere Trauzeugin, eine klinisch tätige Gynäkologin am Bodensee. Sie bat mich, mal das klinikeigene Mikroskop in Augenschein zu nehmen, das sei wohl dreckig. Vorausahnend gingen wir am Samstag Nachmittag zur Apotheke und ich orderte eine kleine Menge Äther. Links neben mir meine Frau mit Kugelbauch, rechts unsere Trauzeugin. Der Apotheker sah mich prüfend an und meinte dann: "Na ja, Sie sehen jetzt nicht aus wie einer, der Frauen betäubt......" ;D
Herzlich
Ulf
Lieber Ulf,
ach, so macht man das!? ;)
Abr woher bekommt man immer so schnell eine Begeleitung mit Kugelbauch, wenn man Äther kaufen möchte?
Herzliche Grüße
Peter
Liebe Oberreiniger,
es soll mal eine Mischung aus Alkohol und Äther / Ether gegeben haben, welche den Namen "Jenaer Fischwasser" hatte.
Riecht wirklich eigenartig. Die Verwendung bei mir ist aber nicht für die kleine Optik, sondern für die Megaoptik "Windschutzscheibe" nach Autobahnfahrt, wenn sonst kein Mittel den Schmierfilm beseitigt. Vielleicht klärt uns ein Freund aus CZJ auf.
Augenwatte um einen Zahnstocher wickeln, aber dabei nicht die Fettfinger benutzen und dann Wundbenzin - ausgezeichnet !!! Die Wattestäbchen hinterlassen bei mir feine Spuren. Die für Mikroskopiker unglaublich teure Augenwatte leiste ich mir immer nur nach einem 6er im Lotto. ;D Puuuh ist die teuer im Vergleich zu einem Apo.
Ich halts nicht aus ???
Peter
Hallo liebe Reinigungsfraktion, hallo lieber Peter V.,
ZitatIch meine, mich zu erinnern irgendwo von Zeiss eine Empfehlung gibt, ein "Gemisch" zu verwnden, in dem u.a. auch Äther enthalten ist.
Das ist nur zur ersten Hälfte richtig ;D
Gemisch stimmt, Ether leider nicht:
Zitat aus
"Das saubere Mikroskop"
Autor: Dr. Michael Zölffel
Zeiss-Druckschrift 50-1-0025/d, Stand 06/11:
Rezeptur von Carl Zeiss für Optik-Putzmischung
Rezept: 85 % n-Hexan, 15 % Isopropanol.
Diese Mischung wird von der Carl Zeiss MicroImaging GmbH nicht vertrieben.
Das n-Hexan sollte analysenrein sein. Einige Fraktionen von Waschbenzin sind nicht geeignet, da sie einen unlöslichen Film auf der optischen Oberfläche zurücklassen.(Zitat Ende)
An Stelle von n-Hexan kann ohne Weiteres das aromatenfreie Wundbenzin aus der Apotheke verwendet werden. Letzteres besteht ohnehin aus einem Gemisch von hauptsächlich Pentan und Hexan, und beide Kohlenwasserstoffe sind leicht flüchtig.
Diethylether ist selbstredend als Reinigungsmittel für optische Oberflächen wegen seiner noch höheren Flüchtigkeit unschlagbar, allerdings müssen insbesondere bei langfristiger Lagerung dieser Flüssigkeit bestimmte Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden (Arbeitsmengen < 100 ml, Braunglasflasche, Lichtschutz, evtl. Lagerung über KOH-Plätzchen oder Flasche randvoll).
Gerade wenn Ether in halbvollen Flaschen jahrelang im tagesbelichteten Regal herumsteht (wie viel Ether braucht Otto Normalmikroskopiker pro Optik-Reinigung und wie oft?), können sich im Laufe der Zeit im Ether Peroxide bilden - und mit diesen ist durchaus nicht zu spaßen.
Viele Grüße
Joachim
Zum Reinigen noch ein bisschen Senf (öh...Oel)
In den Tiefen mechanischer Einheiten stößt man am Mikroskop des Öfteren auf Teile, die durch alte, verharzte Schmierstoffe die Anmutung zähgängig bis unverrückbar verklebt aufweisen.
Meist handelt es sich zudem noch um relativ filigran ausgeführte Gleitbahnen, an denen sich ein brachialer Einsatz von Schraubenziehern oder anderen (un-)geeigneten Werkzeugen auf jeden Fall verbietet.
Wer schon einmal vor einer grünlich schimmernden Telanlinsenverstellung eines Optovar (die Ausführung für das Standard-Mikroskop), einer nicht mehr gängigen Tubusklemmschraube oder einem festgebackenen Grobtrieblager eines WL gestanden hat, wird in Etwa wissen, was gemeint ist.
Oftmals scheitert in solchen Fällen auch das vielbesungene WD40.
Hier kann ein simpler Trick die Rettung sein:
Man nehme eine kleine Bratpfanne und fülle diese mit so viel (billigem) Speiseöl, bis das zu bearbeitende Teil gerade komplett bedeckt ist.
Anschließend kommt die Pfanne auf die Herdplatte und das Öl wird bis zu dessen Siedepunkt erhitzt.
Die Laborrattenfraktion nimmt dazu natürlich ein VA-Becherglas auf Ceranplatte mit fauchendem Teclubrenner darunter, das geht halt schneller...
Anschließend lässt man die Geschichte abkühlen, prüft das Teil auf Trennbar- oder Gängigkeit, bei Nichtgefallen wird der Vorgang halt wiederholt.
Was soll ich sagen? Es funktioniert... Der Schmodder ist irgendwann weg und die Teile sind wieder trennbar bzw. beweglich.
Einziger Nachteil dieser Methode: An keiner der mit heissem Oel behandelten Flächen sollte Lack sein...Der ist nämlich hinterher oftmals leider auch weg.
Viele Grüße
Joachim
Lieber Joachim,
Zitatkönnen sich im Laufe der Zeit im Ether Peroxide bilden
weshalb ich letztens auch noch 40 Jahre alte Ärtherreste (wenngleich in Braunglasflasche und nicht immer am Tageslicht gelagert) vorsichtshalber andächtig entsorgt habe. Und vermutlich sieht es mit dem n-Hexan ähnlich aus: Kaum zu bekommen, denn es klingt ja so "gefährlich chemisch" und steht vermutlich aucb auf dem "Index". Ganz anders als Wundbenzin ;) auch, wenn es prkatisch das Gleiche ist.
Man kann es drehen und wendsen wie man will: Wundbenzin ist wohl in der Summe aller Eigenchaften (Wirksamkeit, Verfügbarkeit, Preis, "Ungefährlichkeit") der Goldstandard. Dazu Wattestäbchen und meinetwegen für die Puristen auch die Augenwatte mit Zahnstocher
und für mich die Wattestäbchen von DM ;) So einfach kann das Leben des Mikroskopikers sein!
Noch ein Tip: Wer es gelegentlich mit "verranzten" Mikroskopen zu tun hat und diese auch "hygienisch" aufbereiten möchte, weil sie z.B. aus eienm Krankenhauslabor etc. stammen, dem seien diese Desinfektions-Reinigungstücher (http://www.hygi.de/braun_meliseptol_wipes_sensitive,pd,31602.html?mcid=5&gclid=CPPKkpH6lLcCFVDMtAod7RYAJA) empfohlen. Sie haben eine sehr hohe desinfizierende Wirkung (bei bereits geringer Einwirkzeit), zudem eine gute Reinigungskraft und sind enorm matrialveträglich, sogar für die sehr empfindlichen und teuren Sonden an Ultraschallgeräten aus Kunststoffen zugelassen (und das will etwas heißen!).
Herzliche Grüße
Peter
Hallo -
noch ein Hinweis:
Praktisch identisch mit Wundbenzin ist "Petroläther". Hat mit Äther nichts und mit Petroleum fast nichts zu tun. Der Name wurde irgendwann erfunden, weil er ebenso leicht flüchtig ist wie Äther (KP z.B. zwischen 40 und 60 °) und ebenso rückstandsfrei verdunstet.
Also nicht verwechseln.
Viele Grüße
Rolf
P.S. Falls das in dem nun schon sehr langen Zwirn schon mal jemand erwähnt hat, bitte ich um Entschuldigung
Hallo,
die verschiedenen und wiedersprüchlichen Angaben ob Benzin, Ethanol, Ether etc zum Linsenreinigen der verschiedenen Hersteller und verschiedenen Epochen sind meist in den Löslichkeiten des jeweiligen Linsenkitts v.a. der Frontlinsen begründet. Fast schon homöopathische Dosen sind hier zu verwenden, solange das Lösungsmittel nicht auf der Linse steht kann auch dem Kitt wenig passieren.
Bei älteren Leitz-Optiken sind v.a die Lacke im Inneren der Objektive sowie die Abdecklacke an Kondensorköpfen oder Prismenrückseiten nicht lösungsmittelbeständig , sehr verdünnte Neutralseife (mit Aqua dest) oder auch Alkohol ist hier vorsichtig angewandt die bessere Wahl.