Hallo,
über dieses Thema wurde zwar schon viel geschrieben, aber dabei ging es immer um die Beleuchtung, meistens bei LED´s, in meinem Fall lag der Fall jedoch am anderem Ende des Mikroskops, bei der Kamera.
Da ich, aus verschiedenen Gründen, recht gerne eine alte SW-Überwachungskammera verwende, dachte ich mit dem "Jalousie-Effekt" dieser Kamera leben zu müssen, kennt man ja von den Bildern der inzwischen allgegenwärtigen Überwachungsmonitoren dieser Welt.
Diese Störung war zwar unter normalen Bedingungen nicht besonders ausgeprägt, in manchen Fällen jedoch schon, wie ich sie in den folgenden Bildern, mit einem vorher/nachher Vergleich, gerne zeigen möchte.
Zuerst ein Bild mit dem alten Netzteil aus der Bastelkiste:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/127016_50107598.jpg) (http://s1116.photobucket.com/user/Googol1972/media/SnapsHot-6_zps7b0dc055.jpg.html)
Phasenkontrast mit einem Zeiss Achromaten 40x
Hier das selbe Objekt, nämlich eine leere Stelle auf dem Crum Creek Präparat von Peter H., aber mit stabilisieren Netzteil:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/127016_42041818.jpg) (http://s1116.photobucket.com/user/Googol1972/media/SnapsHot-7_zps86e74cb0.jpg.html)
Phasenkontrast mit einem Zeiss Achromaten 40x
Beide Bilder wurden gleich digital verunstaltetet, um den Jalousie-Effekt hervorzuheben, und es wurde nur das Netzteil gewechselt.
In der Praxis macht es dann den Unterschied zwischen dem:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/127016_12043403.jpg) (http://s1116.photobucket.com/user/Googol1972/media/SnapsHot-5_zpse904a95d.jpg.html)
und dem hier aus:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/127016_42952736.jpg) (http://s1116.photobucket.com/user/Googol1972/media/SnapsHot-4_zps4d479719.jpg.html)
Sicher, dieses Beispiel mit einer Überwachungskamera ist recht exotisch, dennoch zeigt es meiner Meinung nach recht gut, dass eine einfache Maßnahme, nämlich das Wechseln zu einem ordentlichen Netzteil, kleine Wunder bewirken kann.
Nachtrag:
Weil es so viel Spaß macht, noch ein Bild:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/127016_45747391.jpg) (http://s1116.photobucket.com/user/Googol1972/media/pano_filtered_zps23d457cb.jpg.html)
Zeiss Neofluar 100/1,30 Ph3, BG12 Phasenkontrast, Stitch aus 9 Bildern
Viele Grüße,
Johannes
Hallo Johannes,
habe ich da was falsch verstanden oder ist das vorletzte und vorvorletzte Bild zufällig identisch?
Das letzte Bild scheint dann wohl mit dem verbesserten Netzteil gemacht zu sein.
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bernd,
nein, Bild 3 und 4 sind nicht identisch, der Unterschied ist nur nicht so extrem wie bei Bild 1 und 2, bei denen ich digital nachgeholfen habe sie sichtbar zu machen.
Das letzte Bild ist übrigens um 90 Grad gedreht, sprich die Streifen wären demzufolge Senkrecht, hätte ich mit dem alten Netzteil fotografiert, mache ich aber nicht wieder. ;)
Viele Grüße,
Johannes
Hallo Johannes,
jetzt sehe ich es auch, sitze aber am anderen PC mit anderem Monitor. Aber was haben die Zebrastreifen auf den weißen Konturen zu sagen?
Viele Grüße
Bernd
Hallo Johannes,
ich nehme Deinen Beitrag als ein Beispiel unter vielen, um bei der Diskussion über Netzteile etwas klarzustellen.
Bei den herkömmlichen Netzteilen kann man zwischen 3 Typen unterscheiden:
1. Geglättet
Das ist die primitivste aller Arten. Nach einem Transformator und dem Brückengleichrichter sitzt ein Kondensator mit mehr oder minder hoher Kapazität. Hier hat man eine Brummspannung von 100Hz, die je nach Kapazität des Kondensators mehr oder minder stark ausgeprägt ist. In alten Radios gab´s einen Trick: Man hat zwei Kondensatoren verwendet und zwischen diesen eine Spule mit kräftiger Induktivität. Damit wird die Brummspannung (hier hat der Name seinen Ursprung) deutlich reduziert. Die Spule war gleichzeitig diejenige, welche das Magnetfeld für den Laufsprecher erzeugt hat. Ein genialer Einfall.
2. Stabilisiert
Hier kommt eine Zener-Diode zum Einsatz, die die Brummspannung in der Größenordnung 5..20 reduziert. Ist aber immer noch nicht so der Hit.
3. Geregelt
Hier kommen Regelbausteine zum Einsatz. Diese heißen dann z.B. 78xx oder 79xx. 78iger sind für positive Spannung, 79iger für negative Spannungen. Die Zahl dahinter gibt dann die Spannung an; 7812 ist also ein Regler für positive 12V. Am Eingang z.B. 24V angelegt, erzeugt der 7812 12V mit meist wirklich vernachlässigbarer Brummspannung.
Die Steckernetzteilchen für unter 15€ sind nur geglättet. Labornetzteile (> ca. 50€) sind immer geregelt.
Und dann gibt es die
4. Getakteten Netzteile (sind auch geregelt)
Das sind z.B. die im PC und auch Ladenetzteile für Akkus, die an fast jeder xbeliebigen Spannung funktionieren. Die Eingangsspannung wird zunächst gleichgerichtet und dann mit einem kräftigen Transistor zerhackt Die Taktfrequenz liegt bei so 20kHz und höher. Anschließend wird mit einem Trafo (wenige Windungen und dicker Draht) transformiert, gleichgerichtet und geglättet. Die Regelung findet über eine Impulsbreitenmodulation am vorhin erwähnten Transistor statt.
Diese Bauart ermöglicht sehr hohe Leistung, fast beliebige Eingangsspannung (auch Gleichspannung) und hat sehr wenig Brummspannung. Und diese dann auch noch mit einer vorteilhaften recht hohen Frequenz.
Fazit: Um eine LED flackerfrei zu betreiben, muß ein geregeltes und kein stabilisiertes Netzteil her.
Viele Grüße
Klaus
Hallo
@Bernd
Stimmt, diese Zebrastreifen sind neu, da dürfte ich irgendwo beim herum experimentieren etwas verstellt haben, wieder eine neue Aufgabe, wie schön. >:(
@Kahn
Die Überarbeitung des Bildes sieht toll aus.
Wenn ich das richtig verstanden habe, rechnet dein Programm die Helligkeitswerte in Tiefen um, doch ist bei deinem unteren Bild, das rechte Ende der Alge hell und trotzdem ganz flach, weshalb ist das so ?
@Klaus
Da ich ein ATX-Netzteil verwende um die Kamera zu betreiben, ist es also geregelt und nicht stabilisiert, wieder etwas dazu gelernt.
Soll ich den Betreff ändern ?
Viele Grüße,
Johannes
Hallo,
Ich sehe den Unterschied zwischen geregelt und stabilisiert etwas anders.
Stabilisiert heißt, daß die Spannung oder der Strom oder Beides mehr oder weniger stabil gehalten wird.
Auch bei Schwankongen des Netzes oder des Verbrauchers.
Es erfolgt dabei immer auch eine Regelung. Die Stabilisierung kann diskret z.B. durch eine Zehnerdiode oder per IC erfolgen.
Eine Regelung bedeutet, daß etwas geregelt wird. Z.B. mit der Hand (Drehknopf) zum Regeln.
Die Regelung kann aber auch durch andere Umwelteinflüsse, das Internet, einen PC, .... erfolgen.
Ein Spannungsstabi-IC wie der 78xx benutzt auch eine Zehnerdiode.
Die ist im IC integriert. Der IC beinhaltet halt mehrere Komponenten eines bestimmten stabilisierten Netzteilschaltkreises.
Er entspricht quasi einer ganz bestimmten diskreten Schaltung. Er ist halt kleiner und billiger.
Die Frage ist eigentlich eher, wie aufwendig die Regelung bzw Stabilisierung realisiert ist?
Und wie weit das Netzbrummen reduziert wird / wurde?
Eine diskrete Schaltung mit Zehner Diode kann genauso gut arbeiten wie ein Spannungsstabilisierungs IC.
Die Schaltung ist dann aber meißt größer oder teurer. Dafür aber flexibler. Man kann halt Komponenten anpassen.
Dadurch ist Sie besser auf einen bestimmten Zweck zuschneiderbar.
Von Regelung spreche Ich persönlich eher bei einer komplexeren Steuerung. Z.B. bei Schaltnetzteilen, wo Spannung, Strom, Frequenz, ... zugunsten eines hohen Wirkungsgrades geregelt werden. Oder eine Regelung in Abhängigkeit von irgendwelchen Parametern,
die nicht mit der eigentlichen Stabilisierung zu tun haben.
Schaltnertzteile sind Netzteile nach einem bestimmten Prinzip. Das sagt rein gar nichts über die Qualität oder Stabilisierung aus.
Viele sind aber erschreckend schlecht geglättet oder stabilisiert. Andere besser. Andere benötigen eine gewisse Grundlast.
Z.B. 200 Watt 12 Volt Halogen Schaltnetzteile. Klein aber alles andere als sauber.
Wichtig und endscheidend ist z.B. die Restwelligkeit.
Notfalls muß man nachregeln.
ICs wie der 78xx neigen als Nachteil manchmal zu Eigenschwingungen, wenn man z.B. einen kleinen 100nF Kondensor vergißt.
Daher haben viele Schaltungskonzepte Vor- und Nachteile. Z.B die Schwingneigung durch Rückkopplung.
Aber nur selten wird eine perfekte Stabilisierung benötigt. Z.B. in Atomuhren und Frequenznormalen.
Hierfür gibt es spezielle Präzisions Stabilisierungs ICs und Schaltungen mit einer sehr exakten Ausgangsspannung.
Leider sind diese oft nicht sehr hoch belastbar und man benötigt einen Leistungsverstärker in Folge.
Eine Luxusvariante könnte daher z.B. ein Spannungsstabi-IC sein, dem ein temeraturkompensierter Präzisions-SpannungsIC und ein Leistungstreiber folgt.
Ich habe das Thema jetzt nur ein wenig angerissen.
Man könnte damit ganze Bücher füllen.
Zur Glättung:
Auch ein einfaches, geglättetes Netzteil kann sehr stabil sein.
Hängt von den Komponenten, ... ab.
Man nehme nur mal einen sehr niederohmigen Trafo, einen hypothetischen Kondensator mit 100-1000 Farat und Shottky Dioden an.
Die Restwelligkeit dürfte sehr gering sein, da der Kondensator kaum entladen wird. Und die Spannung fast nur abhängig von der Sekundärspannung.
Ich erwähne das nur in Hinblick auf die Tatsache, daß z.B. im Amateurfunk mit immer schlechteren und billigeren Komponenten aber mit höherenm Schaltungsaufwand gearbeitet wird. Früher war z.B. die Güte von Spulen und Kondensatoren in Schwingkreisen deutlich höher.
Liebe Grüße Jorrit.
Hallo Jorrit
Zitat von: the_playstation in Juni 10, 2013, 00:52:18 VORMITTAG
Ich sehe den Unterschied zwischen geregelt und stabilisiert etwas anders.
Stabilisiert heißt, daß die Spannung oder der Strom oder Beides mehr oder weniger stabil gehalten wird.
Auch bei Schwankongen des Netzes oder des Verbrauchers.
Es erfolgt dabei immer auch eine Regelung. Die Stabilisierung kann diskret z.B. durch eine Zehnerdiode oder per IC erfolgen.
Das siehst Du jedoch falsch. Eine Stabilisierung mit Z-Diode macht halt, so gut sie kann, je nach dem, wie flach ihre Kennlinie im Arbeitsbereich verläuft.. Bei einer Regelung wird der Unterschied zwischen soll- und Istwert ermittelt und das Stellglied so lange verändert, bis die Abweichung 0 ist.
Eine ganz klare Definition, an der es nichts zu rütteln gibt. ICs zu Spannungsregelung verwenden unter anderem auch eine Z-Diode, aber halt auch eine
richtige Regelschaltung.
Klar, daß Schaltnetzteile nur so gut arbeiten, wie es ihre jeweilige Aufgabe erfordert; ich wollte sie hier jedoch nicht unerwähnt lassen. Übrigens: Die Einheit für die Kapazität ist nicht Fara
t, sondern Fara
d! ;)
Gruß
Klaus
Hallo,
die von Bernd angesprochenen "Zebrastreifen" stammten von der JPG Konvertierung des Programms K!TV.
Stelle ich die Option auf .BMP sind sie weg.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/127246_27675140.jpg)
Rätsel gelöst. ;)
Viele Grüße,
Johannes