Liebe Kollegen,
kann mir jemand sagen was das ist und für was es gebraucht wird:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/134276_11154513.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/134276_10063832.jpg)
Es sind im ersten Bild dünne Blechstreifen, also Heizbleche, und im zweiten eine Schmelzperle an zwei Drähten. Das ganze durch ein schraubbaren Anschluß geführt, vermutlich ein Temperaturfühler.
Beide Teile sind in Kunststoffdosen mit der Aufschrift "Reichert Austria".
Ich vermute, dass es für Themperaturmessungen gedacht ist, bin aber auch nicht ganz sicher, ob es überhaupt mit Mikroskopie zu tun hat. Lediglich die Verpackung mit der besagten Aufschrift brachte mich darauf.
Aber vielleicht hat jemand schon mal so etwas gesehen.
Für Hinweise bin ich dankbar
Grüße
Thomas
Hallo Thomas,
das Ding mit dem Kabel scheint mir ein Thermoelement zu sein. Miss doch mal die Spannung zwischen den beiden Drähten bei verschiedenen Temperaturen!
Schönen Abend
Ole
Hallo Thomas -
es könnte sich auch um einen temperatursensitiven Widerstand handeln (z.B. PT100, Halbleiter), da würdest Du keine Spannung messen können aber evt. eine Widerstandsänderung bei unterschiedlichen Temperaturen
Gruß
Rolf
Thomas,
das mit den Drähten ist ein Thermoelement: Ich vermute Typ K (Ni-NiCr) Farbkennung der Kabel nach ANSI 96.1: gelb ist der positive Schenkel, rot der negative.
Schade, dass es nicht rot und weiss ist, dann hättest Du Typ S gehabt (Pt-PtRh10)...
Ein PT 100 Temperaturfühler hätte am vorderen Ende keine Schmlezperle.
Mit den Molybdänblechen kann ich auch nichts anfangen.
Bastian
Danke an alle für die Antworten,
jetzt bin ich bedingt schlauer. Nach der ausführlichen Beschreibung von Bastian glaube ich nun auch, dass es ein Thermoelement ist. Hat also wohl mit Mikroskopie nichts zu tun. Was ein Thermoelement genau ist mußte ich bei Wikipedia erst mal nachlesen. Vor allem die Beschreibung von Bastian ist mir dadurch erst verständlich geworden.
Ich vermute, dass die Bleche irgendwie schon dazu gehören.
Grüße
Thomas
Hallo,
ich vermute, dass die beiden Dinge zusammengehören. Mit dem Thermoelement wird wohl die Temperatur am Molybdänheizer gemessen.
So ein Heizer kann zu vielen Zwecken verwendet worden sein, vom Sublimieren von Substanzen an Luft über Verdampfen von höherschmelzenden Substanzen im Vakuum (Aufdampfschiffchen) bis zum direkten Verdampfen von Molybdän selbst an Luft (gibt auf dem auffangenden kalten Objektträger schöne Molybdänoxid-Kriställchen die früher in der Elektronenmikroskopie als Testpräparate verwendet wurden).
Zeig doch mal ein grösseres Bild aus der Mitte eines Heizers in Aufsicht vielleicht sieht man dann mehr.
viele Grüsse
Wilfried
Hallo Wilfried,
ich habe gerade versucht ein Foto von der Mitte des Heizers zu machen. Allerdings sieht man da nur reflektierendes Blech. Deshalb verzichte ich darauf das schlechte Foto hier einzustellen.
Der Streifen ist 8mm breit, mehrfach gebogen und ohne Kennzeichnung. In einem anderen Döschen habe ich noch ein paar Streifen da liegt ein Zettel mit bei auf dem Tantal steht. Also gibt es wohl zwei Arten von Heizblechen, einer aus Molybdän und einer aus Tantal. Äußerlich lassen sich die beiden für mich jedoch nicht unterscheiden.
Bastian,
es gibt auch zwei Fühler mit der Bezeichnung Pt-Pt Rh und rot weißen Anschlüssen. Die sind nach meinem bisherigen Wissen dann für höhere Temperaturen gedacht.
Danke an alle und Grüße
Thomas
Zitates gibt auch zwei Fühler mit der Bezeichnung Pt-Pt Rh und rot weißen Anschlüssen. Die sind nach meinem bisherigen Wissen dann für höhere Temperaturen gedacht.
Hallo Thomas,
zur Ergänzung für die, denen Thermoelemente (TE) nicht ganz so vertraute Teile sind. Zu den Blechen kann ich leider nix sagen.
Du hast also ein Element vom Typ K (Foto) und zwei vom Typ S.
Hier findest Du z.B. die Farbcodierungen:
http://www.reinhardt-induserve.com/_info2.html
und hier die Tabellen der Thermospannungen:
Typ K: http://www.omega.de/pdf/tc/z204-205iec.pdf
Typ S: http://www.omega.com/temperature/Z/pdf/z208-209.pdf
Damit fängst Du aber nicht viel an, weil die Temperaturmessung mit TE immer eine Relativmessung zu einer Vergleichsmessstelle, und zwar einer internen oder externen, ist. Ein TE wird mit einer Elektronik (Messgerät, Reglereingang etc.) verwendet, die diese Differenzmessung und die Linearisierung (10 K Differenz bei 0 °C erzeugen eine andere Thermospannungsdifferenz als 10 K bei 500 °C) der TE-Kennlinie durchführt. Das Gerät wird dann einfach auf "Typ K" oder "Typ S" eingestellt und das TE am Eingang polrichtig angeschlossen. In der Anzeige oder am Ausgang hast Du dann die "°C". Damit ein angeschlossener Ofen bei defektem TE nicht "davonrennt", prüft die Elektronik auch regelmäßig auf "Sensorbruch".
Die TE selbst sind relativ kurz, weil teuer, und können nicht einfach mit einem Kabel "verlängert" werden. Dazu sind sogenannte, dem Typ des TE entsprechende, Ausgleichsleitungen erforderlich.
Typ K wird sehr häufig verwendet, weil es preisgünstig ist im Gegensatz zu Typ S, dafür sind die Abweichungen etwas größer, siehe obige Tabellen. Andererseits ist bei entsprechender Anwendung auf die Langzeitdrift, die Legierungen sind bei entsprechenden Temperaturen mehr oder weniger instabil, zu achten. U.U. müssen die TE regelmäßig ausgewechselt werden.
Ausser dem Temperaturbereich, den Abweichungen und dem Langzeitverhalten (und dem Preis) unterscheiden sich die einzelnen Typen vor allem durch die erzeugte Thermospannung. Typ K "erzeugt" bei einer Temperaturdifferenz von 100 K, bei 0 °C der Vergleichsstelle, eine elektrische Spannung von ca. 4,1 mV. Typ S dagegen nur ca. 0,65 mV. Beim Tausch von Typ K nach Typ S muss also immer auch die Elektronik umgeschaltet werden.
Liebe Grüße, Jürgen
Hallo Jürgen,
auch Dir vielen Dank.
Die gezeigten Gegenstände haben zwar absolut nix mit Mikroskopie zu tun, sondern dienen anscheinend der Temperaturmessung von Öfen. Aber trotzdem wird hier im Mikroskopieforum kompetent und in aller Ausführlichkeit auf meine Frage geantwortet.
Das finde ich einfach super. Danke an alle und Grüße
Thomas
Hallo Thomas,
ZitatDie gezeigten Gegenstände haben zwar absolut nix mit Mikroskopie zu tun, sondern dienen anscheinend der Temperaturmessung von Öfen. Aber trotzdem wird hier im Mikroskopieforum kompetent und in aller Ausführlichkeit auf meine Frage geantwortet.
ja, immer locker und flexibel bleiben, gell ;) Ich bin hier gerade beim Internationalen Teleskoptreffen ITT (google google...) in 1800m Höhe in Kärnten, und warte seit 2 Tagen auf gute Sicht nach oben. Deshalb auch meine ausführliche Erklärung, die ich aus meiner beruflichen Praxis "aus dem Ärmel" schütteln konnte.
Langsam ziehen die Wolken weg und meine Erkältung wird auch besser, sodass ich mich diese Nacht ans Sternegucken wagen kann. "Sternegucken" sagt man nur so, man schaut sich die großen flächigen "Sachen" an, wie die Andromeda- und andere Galaxien, Nebel (Ring-, Orion-), offene oder Kugelsternhaufen etc..
Mikroskope habe ich diesmal (noch) keine dabei, aber, und das wurde hier an anderer Stelle auch schon festgestellt, sind viele der Astronomen auch an der Mikroskopie (und umgekehrt?) interessiert, was die "Fachsimpelei" zusätzlich interessant macht.
So, jetzt ist aber Ende mit OT, sonst geht's ab ins Café...
Liebe Grüße von der Alm, Jürgen