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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Eckhard F. H. in Oktober 04, 2013, 21:36:00 NACHMITTAGS

Titel: Regen
Beitrag von: Eckhard F. H. in Oktober 04, 2013, 21:36:00 NACHMITTAGS
Hallo Tümpler,
wer hat in letzter Zeit mal frisch gefallenen Regen mikroskopiert? Direkt aus der Luft aufgefangenen. Vor etlichen Jahren war Regenwasser hier mal ein Thema. Seitdem ist wahrscheinlich das Elixier des Lebens durch die menschliche Zivilisation weiter ´bereichert´worden  :( . Wäre sicher interessant zu erfahren, was mittlerweile alles darin ist.
Gruß - EFH
Titel: Re: Regen
Beitrag von: Werner in Oktober 05, 2013, 10:21:16 VORMITTAG
mikroskopiert habe ich ihn noch nicht...
warscheinlich sind nur Pollen und undefinierbare Staubpartikel zu finden.

Aber vor 2 Jahren habe ich Regen mal mit frischer Plastikfolie aufgefangen und die Leitfähigkeit gemessen.
Dabei waren die Unterschiede auffallend, abhängig von der Regen-Zugrichtung:
Mein Wohnort ist in den Nordalpen - Oberaudorf am Inn.
Regen, der über die Alpen von Westen kam, hatte eine Leitfähigkeit von etwa 6 µS.
Der aus der üblichen Richtung aus Nordwest über ganz Deutschland eine von 15 - 25 µS.
Der pH-Wert lag in beiden Fällen bei 7 (vor 20 Jahren hatte ich noch pH 6,7 gefunden, aber keine Leitfähigkeit gemessen. Eine kupferne Garagen-Regenrinne war an der Sohle blank!).
Zum Vergleich:
Aufgetaute Eisplatte aus Regenfaß: 3 µS (anfängliches Schmelzwasser verworfen)
Kondensat aus Wäschetrockner: 18-22 µS
Unser gutes Leitungswasser (von Berg): 333 µS
Unser Grundwasser: 400 - 530 µS.

Fazit: Wer relativ gutes destilliertes Wasser mit geringem Energieeinsatz gewinnen will, muß vergessen, das Regenfaß vor dem Frost auszuleeren.

Viele Grüße   -   Werner
Titel: Re: Regen
Beitrag von: Ernst Hippe in Oktober 05, 2013, 13:03:29 NACHMITTAGS
Hallo Eckhard,
interessant wird es, wenn Saharastaub mit dem Regen kommt; das gab es ja schon gelegentlich. Ich habe solchen Staub mit Leitungswasser angesetzt und nach ein paar Tagen kleine Nacktamöben und Flagellaten gefunden, und zwar bei mehreren Gelegenheiten! Darauf sollte man also achten.
Titel: Re: Regen
Beitrag von: Bernd Kaufmann in Oktober 05, 2013, 13:21:24 NACHMITTAGS
Hallo Ihr Regenmacher,

ist ja schon verrückt. Kaum steht das Thema im Forum, fängt es hier (Aalen) an zu schütten. Oder auf brutalsmögliches Schwäbisch "es soicht wia d' Sau grad ra."

In ganz frei aufgefangenem Wasser fand ich heute nichts, was man mikroskopieren könnte. Werner hat mich aber inspiriert, mit dem Leitwertmessgerät nach draußen zu stolpern und die verschiedenen Regenfässer zu messen:

Ablauf vom nach Süden ausgerichteten Dach: 6 µS/cm
Ablauf vom nach Norden ausgerichteten Dach: 9 µS/cm

Frisch aufgefangener Regen von heute: 3,3 µS/cm

Und zum Vergleich frisch bereitetes Umkehrosmosewasser (Permeat): 12 µS/cm
Leitungswasser hier: 557 µS/cm
"Destilliertes" Wasser Baumarkt (entmineralisiert nach DIN 43530): 3 µS/cm
VOLVIC naturelle: 207 µS/cm

Mikroskopisch "nutzbar" sind nur die Verdunstungsrückstände des Leitungswassers oder Abstriche der Wand der Regenfässer.

Ich kann Werner nur beipflichten. Billiger und sauberer geht es kaum. Aufgetauter Neuschnee hat übrigens ähnliche Werte wie frischer Regen.  ;D

EDIT: Tippfehler
Titel: Re: Regen
Beitrag von: Eckhard F. H. in Oktober 05, 2013, 13:48:51 NACHMITTAGS
@Werner, Bernd: An die Leitfähigkeit hatte ich gar nicht gedacht, aber diese Angaben sind auch sehr interessant. Danke.

ZitatIch habe solchen Staub mit Leitungswasser angesetzt

Hallo Ernst,
Du hast also gewußt, was abläuft. Ich hatte immer wieder zum Fenster rausgeschaut und mich über die Lichtfarbe gewundert. Erst tags darauf ging (durch die Zeitung !!!) auch das andere Licht auf. ;D
Gruß EFH
Titel: Re: Regen
Beitrag von: the_playstation in Oktober 05, 2013, 18:37:35 NACHMITTAGS
Hallo,

Ich mikroskopiere ab und zu getrocknete Staubpartikel aus Regenwasser.
Und zwar Mikrometeoriten.

Man fängt in einem flachen Behälter (Teller) Regenwasser auf, und trocknet das Ganze.
Danach geht man mit einem Plastikbecher (in dem sich ein kleiner Magnet befindet) über die Rückstände.
Die Mikrometeoriten (magnetisch) bleiben an der Unterseite des Plastikbechers haften.

Über einem Objektträger nimmt man den Magnet aus dem Plastkbecher.
Die Mikrometeoriten fallen auf den Objektträger.
Danach kann das Ganze konserviert bzw eingeschlossen werden.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Regen
Beitrag von: Bernhard Lebeda in Oktober 05, 2013, 19:01:14 NACHMITTAGS
Zitat von: the_playstation in Oktober 05, 2013, 18:37:35 NACHMITTAGS
Hallo,

Ich mikroskopiere ab und zu getrocknete Staubpartikel aus Regenwasser.
Und zwar Mikrometeoriten.

Man fängt in einem flachen Behälter (Teller) Regenwasser auf, und trocknet das Ganze.
Danach geht man mit einem Plastikbecher (in dem sich ein kleiner Magnet befindet) über die Rückstände.
Die Mikrometeoriten (magnetisch) bleiben an der Unterseite des Plastikbechers haften.

Über einem Objektträger nimmt man den Magnet aus dem Plastkbecher.
Die Mikrometeoriten fallen auf den Objektträger.
Danach kann das Ganze konserviert bzw eingeschlossen werden.

Liebe Grüße Jorrit.

Das kannte ich auch noch nicht!!  Wie untersuchst Du die Mikrometeoriten denn dann?

LG Bernhard
Titel: Re: Regen
Beitrag von: Eckhard F. H. in Oktober 05, 2013, 20:22:45 NACHMITTAGS
Hallo Bernhard,
vermutlich ist das ein Veräppelungsversuch. Aber nicht schlecht, nicht schlecht.  ;D
Gruß - EFH
Titel: Re: Regen
Beitrag von: the_playstation in Oktober 05, 2013, 20:26:37 NACHMITTAGS
Hallo Bernhard.

Am besten Auflicht + einfach nur auf einen Objektträger streuen.
Im Grunde wäre eine ähnliche Anordnung wie bei Insektenstacks ideal.
Ich benutze einen kleinen Ring aus LEDs um das Objektiv herrum.
Im Internet gibt es auch sehr tolle REM Aufnahmen.
Praktisch, weil man das Objekt ja nicht weiter präparieren muß.

Das Problem ist eher die Unterscheidung (echter Mikrometeorit und künstliche Partikel).

Größere Exemplare vieleicht sogar mit einem Stemi.
http://www.wknet.ch/a%20-%20werner%20keller%20-%20hauptseite/Meteoritenkunde/7%20-%20mikrometoriten/2%20metallische%20mikrometeoriten-Dateien/metallische%20mikrometeoriten1.htm
http://kuffner-sternwarte.at/im_brennp/archiv2011/Kosmischer_Staub.html
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fc/Micrometeorite.jpg
http://www.vides-eventum.de/Mondgestein/Mondgestein.html

Die Anleitung hatte Ich in einem Kinderbastelbuch gefunden. ;D

Wobei Ich mich fragte, welches Kind ein gutes Mikroskop, ... hat.

Veräppelung:
Jup. So wie bei der Nutzung von Kloreinigern für Diatomeen. ;)  

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Regen
Beitrag von: TPL in Oktober 05, 2013, 22:24:24 NACHMITTAGS
Hallo Extraterrestriker,

ich halte Jorrits Hinweis zwar keineswegs für Veräppelung, aber im Zusammenhang mit einer Beprobung durch einen Teller über kurze Zeit (Stunden?) für völlig illusorisch.

T. Onoues Proben stammen aus Tiefsee-Sedimenten. Die haben Feststoff-Akkumulationsraten im Bereich einiger Gramm pro m2 pro ky. "Ky" ist darin die übliche Abkürzung für 1000 (!) Jahre. Mikrotektite und andere kosmische Partikel sind in solchen Sedimenten nicht selten, da der Anteil anderer Sedimentquellen über lange Zeiträume enorm niedrig war. Diese Situation mit einem Teller bei einem einmaligen Regenereignis nachstellen zu wollen halte ich für... ambitioniert ;).

Deutlich jüngere, aber m.E. viel "höffigere" Proben aus dem westlichen Zentralpazifik gebe ich gern gegen Porto-Erstattung und das Versprechen ab, dass die Bilder möglicher extraterrestrischer Partikel (auch) hier vorgestellt werden.

Beste Grüße
Thomas

Titel: Re: Regen
Beitrag von: the_playstation in Oktober 05, 2013, 22:42:29 NACHMITTAGS
Hallo Thomas,
Ich sprach von "einem flachen Behälter".
Teller eher in () und eher sinngemäß.
Da es bei Mir funktioniert hat, sehe Ich keinen Grund für Zweifel.
Auch wenn die Chance pro Wassertropfen relativ gering ist.
Mehrere flache Behälter erhöhen natürlich die Chancen.
Große Plastiktabletts z.B.
Wer eine Regentonne besitzt, kann natürlich auch mit dem Plastikbecher + Magnet
in der Tonne auf Tauchstation gehen.

Durch den Magneten im Plastikbecher werden ohnehin nur die magnetischen
Kondensationskeime herrausgefiltert.
Der Anteil an Fremddreck / -Stoffen hält sich daher im Rahmen.

Was die Suche betrifft. Hier möchte Ich auf die Oxidation von Eisen hinweisen.

Eine andere Methode scheint die Suche mit dem Magneten über dem Boden zu sein:
http://astro.wsu.edu/worthey/astro/html/meteor.html

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Regen
Beitrag von: JüSchTü in Oktober 06, 2013, 00:25:31 VORMITTAG
Hallo zusammen,

nimmt man die veröffentlichten Zahlen, sagen wir mal ca. 100 t Meteoriten- und Kometenmasse pro Tag, und eine Erdoberfläche von 510.000.000 km2, so errechnet sich ein Wert von ca. 0,2 µg/m2/d. Käme das alles gleichmäßig runter, könnte man also bei 100 m2 Dachfläche jeden Tag 20 µg Meteoriten- und Kometenmasse einsammeln. Das birgt doch Hoffnung, oder?

(Übrigens, sind das 0,2 µg x 365 d x 1000 y = 73 g/m2/ky; da simmer wieder bei de Leut, gell ;) )

Andererseits gibt's doch auch genügend andere Partikel mit metallischen/magnetischen Anteilen in der Atmosphäre, und letztlich auch am Boden, z.B. der Abrieb von Bremsen und Kupplungen, Rad/Schiene etc., sodass die Identifizierung eine Herausforderung ist. Vermutlich isses aber wie mit den Pilzen: Hast Du erstmal einen gesehen... ;)

Die Idee hat mir sofort gut gefallen, Danke für den Tipp Jorrit. Ich werd jedenfalls mal ausprobieren, ob ich was "Verdächtiges" finde.

Liebe Grüße von der verregneten Alm, Jürgen
Titel: Re: Regen
Beitrag von: Gerd Schmahl in Oktober 06, 2013, 09:18:19 VORMITTAG
Hallo,
ich habe es noch nicht selber ausprobiert, aber ein befreundeter Fossilien- und Mineraliensammler hat vor vielen Jahren schon regelmäßig frisch gefallenen Schnee in großen Mengen aufgetaut, absetzten lassen und dekantiert. Den Rest hat er ähnlich wie Jorrit mit Magneten mit Plastikhülle bearbeitet. Aber das Problem der Identifizierung bleibt natürlich. Aus dem Boden lassen sich viel größere Mengen magnetischen Materials bergen, aber die sind dann wohl zum größten Teil terrestrischen und anthropogenen Ursprungs.
Grüße
Gerd
Titel: Re: Regen
Beitrag von: TPL in Oktober 06, 2013, 10:19:44 VORMITTAG
Hallo Jorrit,

versteh' mich nicht falsch: ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass mit der von Dir beschriebenen Methode auch extraterrestrische Partikel aufgefangen werden, nur fürchte ich, dass deren Häufigkeit im Vergleich zur Vielzahl von Partikeln, die ein Regen in unseren Breiten aus dem uns übrlagernden Aerosol auswäscht, verschwindend gering sein wird. Die "Verdünnung" extraterrestrischer Partikel mit all dem, was über einem Kontinent (das ist schon "ohne Menschen" eine Menge), und dann auch noch einem industrialisierten Land (das ist eine enorme Vielzahl) herumschwebt, ist enorm groß.

Jürgen hat ein Beispiel durchgerechnet, das schon eine problematische Größenordnung offenbart, besonders wenn terrestrische Staub-Einträge mit in Betracht gezogen werden, unter denen es ebenfalls magnetische Fraktionen gibt. Die Eigenschaft "magnetisch" ist deshalb kein zweifelsfreies Kriterium für eine extraterrestrische Herkunft. Ohne das durchgerechnet zu haben wäre meine nächste Frage, welches unabhängige Kriterium einen Hinweis auf extraterrestrische Herkunft geben könnte? Im Falle der japanischen Tiefsee-Sedimente war es das Rhenium/Osmium-Verhältnis besagter Ablagerungen, das (wie auch Iridium-Anomalien) als gesichertes Zeichen eines verstärkten kosmischen Eintrags gedeutet wird. Solche Untersuchungen werden aber an (elektronen-) mikroskopisch kleinen Partikeln kaum zu machen sein.

Dennoch: ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, denn das Thema fand ich einmal so spannend, dass ich mich intensiver damit beschäftigt hatte. Das ist allerdings lange her und es hat sich wohl eine Menge getan...

Äolische Grüße ;)
Thomas
Titel: Re: Regen
Beitrag von: JüSchTü in Oktober 06, 2013, 12:04:00 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

also, es ist jedenfalls spannend und einen Versuch wert, finde ich.

Ein weiteres Problem, das bisher noch nicht angesprochen wurde ist, dass die extraterrestrische Masse sehr ungleichmässig über die Erdoberfläche verteilt runterkommt, was, wie man im Bild leicht sehen kann, zu sehr großen "Kondensationskeimen" führen kann:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/134701_58148910.jpg)

;)

Sorry, couldn't resist :)

Liebe Grüße, Jürgen

PS: Es handelt sich um den Hoba Meteoriten
Titel: Re: Regen
Beitrag von: Frank D. in Oktober 06, 2013, 13:32:07 NACHMITTAGS
Hallo,

es weicht zwar etwas von dem ursprünglichen Thema ab, aber ein interessanter Beitrag zu den Mikrometeoriten in terrestrischen Sedimenten findet man von Dirk Kettrup hier: http://miami.uni-muenster.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-82.html?XSL.H_main=S_GLOBAL&XSL.H_searchId=
Für einen groben Überblick reichen die pdf-Blöcke a und b (bis Seite 20) aus.

"(Übrigens, sind das 0,2 µg x 365 d x 1000 y = 73 g/m2/ky; da simmer wieder bei de Leut, gell Zwinkernd )"

Hier gebe ich zu bedenken, dass sich ein Großteil der eisenhaltigen Mikrometeorite durch Korrosion zersetzt und somit mit Magneten nicht mehr auffindbar ist.

Herzliche Grüße
Frank
Titel: Re: Regen
Beitrag von: JüSchTü in Oktober 06, 2013, 14:59:40 NACHMITTAGS
Hallo Frank,

vielen Dank für den interessanten Link.

Zitat"(Übrigens, sind das 0,2 µg x 365 d x 1000 y = 73 g/m2/ky; da simmer wieder bei de Leut, gell Zwinkernd )"

Es ging ja nur um die Größenordnung. Wenn Thomas von einigen g/m2/ky berichtet und ich mit den allgemeinen Angaben auf ca. 70 g/m2/ky komme, dann passt das sehr gut zusammmen, wenn, sagen wir mal, 90 % - 95 % "wegrosten" und dann noch ein paar % als massive Brocken runterkommen. Es ist zwar wirklich wenig, vor allem, wenn man bedenkt, was so ein Vulkan mal schnell in die Atmosphäre bläst, aber eben nicht Null. Genug jedenfalls, damit sich einige Leute ernsthaft damit beschäftigen.

Regentonnen sind also dem Mikroskopiker zu mehreren Zwecken dienlich (Reihenfolge zufällig):

- als Quelle allerfeinsten Aqua dest.
- Sammler von Mikrometeoriten
- Sammler von weitgereisten Exoten (Saharasandpassagiere, nackig!)
- Zuchtbecken für allerlei nettes und/oder lästiges lokales Getier (Mückendings, Anopheleszeugs, die Biologen mögen mir meine sprachlichen Mängel nachsehen, aber seitdem ich "Dingsbums" sagen kann, habe ich keine Formulierungsschwierigkeiten mehr)

:)

Da gibt's bestimmt noch mehr aufzuzählen. Die Experten sollten vielleicht den Regentonnen-Thread (den gab's doch bestimmt schon hier) um die neuen Erkenntnisse erweitern.

Liebe Grüße von der sonnigen Alm, Jürgen
Titel: Re: Regen
Beitrag von: Gerd Schmahl in Oktober 06, 2013, 15:11:53 NACHMITTAGS
Hallo,
vielleicht könnte man die Wahrscheinlichkeit etwas anheben, wenn man gezielt nach den jährlich wiederkehrenden Sternschnuppentagen (z.B. Perseieden im August, Geminiden im Dez.) einsammeln geht.

Die "veröffentlichten Zahlen" (JüSchüTü) müssen ja auch irgendwie gewonnen worden sein. Ich denke, es sind sehr, sehr grobe Schätzungen.

Vielleicht sind die Leute im Hochgebirge im Vorteil, weil in den hohen Luftschichten nicht ganz so viel menschgemachtes unterwegs ist, aber das ist auch nur eine Vermutung von mir, die ich nicht mit Zahlen unterlegen kann. Klar, ein ordentlicher Sandsturm oder Vulkanausbruch, die schlagen ganz anders zu Buche, als das "Gebrösel" aus dem All.
Grüße
Gerd
Titel: Re: Regen
Beitrag von: JüSchTü in Oktober 06, 2013, 16:54:47 NACHMITTAGS
Hallo Gerd,

Zitatvielleicht könnte man die Wahrscheinlichkeit etwas anheben, wenn man gezielt nach den jährlich wiederkehrenden Sternschnuppentagen (z.B. Perseieden im August, Geminiden im Dez.) einsammeln geht.

ich glaube eher nicht, weil sich das alles in sehr großer Höhe (ca. 50 bis 100 km, also weit über den Wolken) abspielt und es 'ne ganze Weile dauert (10 bis 20 Jahre vielleicht?), bis die Partikel die Erdoberfläche erreichen.

Zitat... (JüSchüTü) ...

Bitte nicht ganz so viele "ü". Jürgen reicht ;)

Liebe Grüße, Jürgen
Titel: Re: Regen
Beitrag von: Eckhard F. H. in Oktober 06, 2013, 17:21:16 NACHMITTAGS
ZitatKlar, ein ordentlicher Sandsturm oder Vulkanausbruch, die schlagen ganz anders zu Buche, als das "Gebrösel" aus dem All.

Hallo Gerd,
addiert man alle in die Luft geblasenen Exkrement der menschlichen Zivilisation (Industrie, Verkehr (Luft-, Land-, Wasser-, Kommunen), schlagen die vermutlich auch ordentlich zu Buche. Zwar ist davon der größte Teil wahrscheinlich gasförmig, aber die festen Partikel (z. B. Feinstaub) sind nicht zu vernachlässigen. Schließlich wird der Löwenanteil der geförderten fossilen Energieträger verbrannt.
Gruß - EFH
Titel: Re: Regen
Beitrag von: the_playstation in Oktober 06, 2013, 17:39:25 NACHMITTAGS
Hallo,

Bei der Zuordnung habe Ich ja auch schon geschrieben, daß zumindest Ich nicht eindeutig klären kann,
ob es sich um einen Mikrometeoriten oder terrestrische Zivilisationsrückstände handelt.

Falls Jemand irgendwo einen Artikel findet, der bei der Bestimmung hilft, wäre das fantastisch.

Aber Ich fand die Idee einfach klasse.

Ich besitze aber auch größere Eisen-Nickel-Meteoriten mit wunderschönen Widmanstätten-Strukturen.
Ein Genuß für das Auge.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Regen
Beitrag von: JüSchTü in Oktober 06, 2013, 17:49:37 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

es geht nicht einfach nur um irgendeinen Staub! Magnetisch sollte das Material schon sein. Eisen hat in der Astrophysik einen besondere Bedeutung (Energiebilanz der Fusionsreaktion bei der Sternentstehung), weshalb viele Meteorite erhebliche Eisenanteile haben, der Hoba Meteorit z.B. über 80 %, dazu noch über 10 % Nickel.

Ist ein Partikel magnetisch, erhöht sich die Wahrscheinlickeit, dass es sich um einen Meteorit handeln könnte, schlagartig. Findet man dann noch eine angeschmolzene Oberfläche, wird's noch wahrscheinlicher. Das sind aber Eigenschaften, die man schon mit einfachen Mitteln, so man ein Mikroskop hat, feststellen kann.

Liebe Grüße, Jürgen