Hallo Forum,
Wenn ich mir aeltere Zeissobjektive ansehe, so scheinen die Optiken um 1900 eine Abgleichlaenge von 45 mm gehabt zu haben (oder mehr?), um 1930 aber um die 33 mm (wie sie Lomo noch lange nachgebaut hat). Um 1950 ging es dann wieder auf 45 mm.
vor 1900: http://www.musoptin.com/objektiv_zeiss_apo_4.html
um 1930: http://rafcamera.com/microscopes/objectives/zeiss/zeiss-apochromat-microcscope-objective-40x0.95
Weiss jemand warum die Verkuerzung gemacht wurde?
Die Verlaengerung der Abgleichlaenge hat es oefter gegeben (um 1970 bei Leitz, Nikon und Olympus auf 45 mm; bei Nikon um 1990 auf 60 mm); wurde damit begruendet, dass so Planobjektive und groessere Arbeitsabstaende moeglich wurden. Aber umgedreht??
Beste Gruesse,
Jon
Hallo Jon,
ich glaube, der Abgleich von Objektiven, also deren bewusste Berechnung auf eine einheitliche Tubuslänge und einen fixen Abstand zwischen Tubusunterkante und Objekt-Oberseite, ist eine relativ junge Erfindung. Diese älteren Zeiss-Apochromate werden vermutlich überhaupt keine Abgleichlänge haben oder maximal mit anderen Apochromaten aus dem gleichen Haus einen ähnlichen Abgleich haben.
Viele Grüße
Thomas
Hallo Jon,
auch mir ist kein einschlägiger technischer Grund bekannt, warum sich Zeiss für 33,2 mm Abgleichlänge entschieden hat, während viele andere 37 mm favorisierten. Möglicherweise liegt dem Ganzen ein eher kaufmännischer Gedanke zugrunde: 33,2 mm stellten ein Alleinstellungsmerkmal dar - wer ein Zeiss-Mikroskop besaß und weitere Objektive hinzukaufen wollte, tat dies doch am besten bei Zeiss, denn die Objektve anderer Hersteller hätten ein stärkeres Nachfokussieren und bei den stärkeren Objektven auch eine Bruchgefahr des Objektes bedeutet.
Man darf nicht unterschätzen, dass es früher gang und gäbe war, Objektive verschiedener Hersteller zu mischen. Leitz hat z.B. unglaubliche Mengen der 1/12 Ölimmersion verkauft, die man selbst in Amerika an diversen Stativen anderer Hersteller findet.
Herzliche Grüße,
Jon
Hallo,
Danke Thomas und Florian fuer die Einschaetzungen.
Die Optik dieser Objektive ist hoechstens 10-15 mm hoch, oft noch weniger. Alles andere ist Luft, so dass ich vermute, dass man sich dabei etwas gedacht hatte. Weiss jemand wann der Abgleich von Objektiven "erfunden" wurde?
Ueberraschend auch, dass die "Sammler" von alten Zeiss-Mikroskopen hierzu keine Meinung haben ;D
Beste Gruesse,
Jon
Zitat von: Florian Stellmacher in Oktober 05, 2013, 20:19:16 NACHMITTAGS
Hallo Jon,
(1) auch mir ist kein einschlägiger technischer Grund bekannt, warum sich Zeiss für 33,2 mm Abgleichlänge entschieden hat, während viele andere 37 mm favorisierten.
(2) Man darf nicht unterschätzen, dass es früher gang und gäbe war, Objektive verschiedener Hersteller zu mischen. Leitz hat z.B. unglaubliche Mengen der 1/12 Ölimmersion verkauft, die man selbst in Amerika an diversen Stativen anderer Hersteller findet.
1. Ich frage mich, woher die Angabe 33,2 stammt. Ich kenne für "Zeiss alt" nur 33,65. Zeiss hatte sich bei seinen ersten Objektiven an die Maße engl. Mikroskope angelehnt. Vielleicht stammt das dorther.
2. Ganz einfach: Es gab von anderen Herstellern keine Ölimmersionen, Seibert, Leitz, Zeiss - das wars. Wer exakt gerechnete Objektive haben wollte, mußte die nehmen - oder englische zusammen-gepröbelte.
Gruß KH
Zitat von: JB in Oktober 07, 2013, 14:43:50 NACHMITTAGS
Weiss jemand wann der Abgleich von Objektiven "erfunden" wurde?
Ueberraschend auch, dass die "Sammler" von alten Zeiss-Mikroskopen hierzu keine Meinung haben ;D
Satz 1: 1911 bei Zeiss auf Vorschlag von Prof. A. Köhler.
Satz 2: Mich überrascht das überhaupt nicht.
KH
Zitat von: Klaus Henkel in Oktober 07, 2013, 15:25:26 NACHMITTAGS
1911 bei Zeiss auf Vorschlag von Prof. A. Köhler.
Hallo Herr Henkel,
Danke fuer den Hinweis. Hat Zeiss zum dem Zeitpunkt dann auch die oben genannten 33(,65) mm eingefuehrt?
Mit freundliche Gruessen,
Jon
Lieber Herr Henkel,
33,2 mm haben sich bei mir irgendwie festgesetzt, die Quelle kann ich Ihnen im Moment nicht nennen. Sehr gerne glaube ich Ihnen derweil die 33,65 mm.
Dass es Immersionsobjektive nur von den von Ihnen angeführten Herstellern gab, ist für das ausgehende 19. Jh. richtig, um die Jahrhundertwende und erst recht nach dem I. Weltkrieg haben diverse Hersteller Immersionsobjektive gebaut; dennoch wurden die Objektive an den Stativen fleißig gemixt, nicht nur die Immersionen. Mir ist im Laufe der Jahre schon so einiges an wilden Zusammenstellungen untergekommen.
Herzliche Grüße,
Florian Stellmacher