Liebe Pflanzenfreunde,
das Verbreitungsgebiet des Fingerstrauchs erstreckt sich von den Pyrenäen über Frankreich bis Großbritannien, Irland und Südschweden, nach Osten reicht es bis Russland und Bulgarien. Diese Art ist an Felshängen, in lichten Wäldern und an Flussufern in Höhenlagen von 0 bis 2000 Meter zu finden. Im Norden des Verbreitungsgebietes werden auch nasse und zeitweise überschwemmte Standorte besiedelt.
Bild 01 Fingerstrauch (Dasiphora fruticosa) in Russland
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/138647_23048013.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Berezovsky, Khanty-Mansiyskiy Avtonomnyy Okrug, Russland
Der Fingerstrauch, auch bekannt als Fünffingerstrauch, hat seinen Namen dank der gefingerten, meist 5 zähligen Blätter. Es kommen allerdings auch 3-7 zählige Blätter vor.
Bild 02 Pflanzen - Probe im AFE III Gemisch
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/138647_47470126.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Der Fingerstrauch hat eine aufrechte Wuchsform und variiert von 20 - 150 cm. Außer seiner Blüte bildet der Fingerstrauch kleine Nüsse. Diese sind sehr hart und fallen bei Reife ab. Der Fingerstrauch ist ein Flachwurzler, welcher viele kleine Feinwurzeln bildet. Die Hauptwurzeln des Finderstrauchs gehen sehr tief in die Erde hinein.
Bild 03 Tafel
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/138647_11564230.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Die Bezeichnung Fingerkraut ist hier sicher falsch. Der Revierförster Herr Dietmar Mann ist aber für jeden Tipp dankbar.
Meine Probe stammt aus dem Arboretum Bad Grund; Harz (Niedersachsen)
http://www.bad-grund-harz.de/exotenwald.html
Die Laubblätter sind kurz gestielt und derb. Die Fiederblättchen sind sitzend, länglich-lanzettlich, am Grund keilförmig verschmälert, an der Spitze stumpf und ganzrandig. Die Oberseite ist dunkelgrün, die Unterseite ist etwas heller und reichlich behaart.
Die Blüten befinden sich einzeln oder zu wenigen endständig an den beblätterten Zweigen. Der Blütenstiel ist behaart. Die Kelchblätter sind ungefähr 8 Millimeter lang, breit-eiförmig und haben einen zusätzlichen, schmal-lanzettlichen Außenkelch. Die Kronblätter sind bis zu 12 Millimeter lang, rundlich, breiter als lang und am Grund plötzlich zusammengezogen. Die Oberseite ist goldgelb, die Unterseite mattgelb gefärbt. Es sind ungefähr 25 Staubblätter vorhanden. Der Blütenboden ist kegelförmig ausgebildet. Die zahlreichen Nüsschen sind meistens behaart.
Die Blütezeit des Fingerstrauches ist lang. Sie beginnt im Mai und endet im Oktober. Die Blüten sind schalenförmig und jede Blüte besitzt fünf Kronblätter. Die ganze Blüte erreicht einen Durchmesser von 2-3 cm.
Systematik:
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Rosoideae
Gattung: Dasiphora
Art: Fingerstrauch
Wissenschaftlicher Name: Dasiphora fruticosa
Volkstümliche Bezeichnung: Goldteppich, Goldfinger
Englischer Name: Shrubby Cinquefoil
Französischer Name: Potentille buissonante
Italienischer Name: Potentilla cespugliosa
Bild 04 Illustration
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/138647_25223361.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Dasiphora fruticosa (L.) Rydb.
Walter Hood Fitch - Illustrations of the British Flora (1924) - Permission granted to use under GFDL by Kurt Stueber. Source: www.biolib.de
Der Fingerstrauch (Dasiphora fruticosa, Synonym: Potentilla fruticosa) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Dasiphora.
Der Name Potentilla ist im Englischen schon seit 1548, im Französischen als ,,potentille" seit dem Anfang des 17.Jahrhunderts nachgewiesen. Wohl von lat. ,,potentia" = abgeleitet im Sinne von kleiner Pflanze mit großer Heilkraft. Lat. ,,fruticosus" = buschig, strauchig. Zur Gattung Potentilla zählen rund 400, meist krautige Arten.
Spross, Querschnitt 35 µm
W-3A-Färbung nach Wacker (Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Arbeitsablauf :
1. Schnitte liegen in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung Acridinrotlösung 6 Min.
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5. Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca. 12 Sekunden !!!.
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
7. Nachfärbung Astrablaulösung 2 Minute.
Bei der Nachfärbung mit Astrablau eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 5 : 1 verwendet (blau + gelb = grün).
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste auf dem Objektträger verbleiben.
9. Entwässern mit 2x gewechseltem Isopropylalkohol ( 99,9 % ).
10. Als letzte Stufe vor dem Eindecken Xylol einsetzen.
11. Einschluss in Entellan
Ergebnis :
Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Fotos: Nikon D5000, die Übersichtsaufnahmen wurde mit ,,MagniFlash" erstellt.
Bild 05 Übersicht, einjähriger Spross, Dasiphora fruticosa
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/138647_60849156.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Die Rinde vom Fingerstrauch ist braunrot und blättert in langen Fetzen ab, deshalb bleibt beim Querschnitt auch nur ein kleiner Teil am Spross haften.
Bild 06 Übersicht, einjähriger Spross, Dasiphora fruticosa, Negativaufnahme
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/138647_36826290.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Bild 07 Vergrößerung aus der Übersicht mit Beschriftung, Dasiphora fruticosa
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/138647_20395452.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
PE = Periderm, PH = Phloem, R =
Rindenparenchym Periderm, XY = Xylem, SK = Sklerenchym, EP = Epidermis, St = Strahl, K = Kambium, T = Trachee, MP = Markparenchym
Bild 08 Vergrößerung, Dasiphora fruticosa
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/138647_16434253.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Spross mit abgeblätterter Rinde
Bild 09 Auflicht – Fluoreszenzaufnahme,
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/138647_4087605.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Fluoreszenzaufnahmen mit Anregungswellenlänge RoyalBlue mit 455 nm, 3 Watt LED, Sperrfilter LP 520, Erregerfilter BP 436/10
Quellen und weiterführende Informationen:
Spacer Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
Taschenbuch der Gehölze, ISBN: 978-3-494-01448-7
Lexikon der Baum- und Straucharten, ISBN: 978-3-86820-123-9
Mit freundlichem Gruß
Hans-Jürgen