Liebe Pflanzenfreunde,
diesmal geht es um den Lorbeer, den wir alle als Gewürz und manche als Heilpflanze kennen. Und das schöne ist: er ist immergrün und steht so auch in dieser Jahreszeit für mikroskopische Betrachtungen bereit.
Zur Pflanze selbst:
Der Echte Lorbeer (Laurus nobilis), auch Edler Lorbeer oder Gewürzlorbeer genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lorbeeren (Laurus) innerhalb der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Als immergrüner Strauch oder Baum kann er Wuchshöhen von bis zu 10 Meter erreichen. Seine ledrigen, auf der Oberseite glänzenden Laubblätter sind glattrandig und etwa 6 bis 9 cm lang. Mit einem recht kurzen Blattstiel (1 bis 1,5 cm) hängen sie am Spross, der ganz jung oft rötlich gefärbt ist und später über eine grüne Färbung eine graue-braune, fein-rissige Borke bekommt.
Die kleinen grün gelben Blüten sind vierzählig und stehen in doldigen Blütenständen zusammen. Aus ihnen entwickeln sich blauschwarz glänzende Beeren. Blüten und Beeren sind bei uns nur an optimalen Standorten zu sehen: der Lorbeer mag es gerne warm. Die Blätter des Lorbeer verströmen einen angenehm würzigen Duft.
Bild 1: Einer unserer Loorbeersträucher, noch mit Weihnachtsschmuck ... :)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/143921_10622821.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Bisher trotzt er der Witterung in seinem Kübel ... aber es war ja auch noch nicht wirklich kalt.
Der Echte Lorbeer hat sich, aus Vorderasien kommend, über den Mittelmeerraum und den pazifischen Nordwesten Amerikas verbreitet. Da er nur bedingt winterhart ist, überlebt er in Deutschland nur im Rheinland, am Bodensee und in einigen anderen milderen Gebieten ganzjährig ausgepflanzt im Freien. Als ausgepflanzte Freilandpflanze gedeiht er auch noch in Südirland, dort ist er vollständig winterhart. Es gibt auch eine kleine von Menschenhand angelegte Population auf Helgoland. Die mittlerweile schon recht großen Exemplare gedeihen dort seit den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ohne Winterschutz.
Bild 2: Blätter des Lorbeers
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_39280902.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Bild 3: Blüten des Lorbeers
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_44107257.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Aufnahme von Jean-Philippe DANIEL unter GNU Free Documentation License, Version 1.2. Quelle: Wikipedia
Neben dem bekannten Nutzen als Gewürz ist der Lorbeer aber auch eine Heilpflanze. Seine Wirkung beruht auf den folgenden Inhaltsstoffen:
In der Frucht (Fruct. Lauri) kommen ätherische und fette Öle vor. Werden die Früchte gepresst und ausgekocht, so ergibt sich ein Gemenge, das Oleum Lauri genannt wird. Es ist durch Chlorophyll grün gefärbt und stellt eine salbenartige, bei 36 °C schmelzende Masse dar. Im Einzelnen enthält die Frucht bis zu 30 % fettes Öl und etwa 1 % ätherisches Öl (Terpene, Sesquiterpene, Alkohole und Ketone).
Das Blatt enthält 1,3 % ätherische Öle (Ol. Lauri folii), darin 45 % Cineol, 12 % Terpene, 3-4 % Sesquiterpene, 3 % Methyleugenol und weiter a- und ß-Pinen, Phellandren, Linalool, Geraniol und Terpineol.
Einige werden es ahnen: die ätherischen Öle machen sich auch bei der Präparation bemerkbar.
Bild 4: Eine Illustration darf natürlich nicht fehlen!
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_21355801.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Zeichnung aus Köhler's Medizinal-Pflanzen, Franz-Eugen Köhler, 1897. Thomas Schöpke, Uni Greifswald, Quelle: Wikipedia
Bevor wir aber zu den Schnittbildern kommen, wie immer kurz zur Präparation:
Ein frisches Blatt und ein Blattstiel wurden auf dem Zylindermikrotom in Möhreneinbettung mit DurAedge Einmalklingen im SHK-Klingenhalter quer geschnitten. Die Schnittdicke beträgt ca. 50 µm.
Vor der Färbung habe ich von den frischen Schnitten einige Aufnahmen gemacht.
Gefärbt habe ich hier - nach ca. 90-minütiger Schnittfixierung in AFE und etwa 5-minütiger Bleiche in Klorix 1:4 - nach W3Asim II von Rolf-Dieter Müller. Entsprechende Arbeitsblätter können im Downloadbereich der MKB-Webseite (http://www.mikroskopie-bonn.de/downloads/index.html#a15) herunter geladen werden. Nach der Färbung habe ich die Blattschnitte vor dem Entwässern durch häufiges Spülen mit jeweils frischem Aqua dest. sanft differenziert. Beim Blattstiel hat das nicht gereicht: hier waren mehrere Minuten in Ethanol 70% notwendig.
Eine ausführliche Beschreibung der Färbung findet sich hier (http://www.mikroskopie-bonn.de/bibliothek/botanische_mikrotechnik/index.html#a754).
Die Lackabdrücke habe ich diesmal - einem Tipp aus dem Forum folgend - mit einem einfachen klaren Nagellack gemacht. Der wird etwas spröder als der UHU Hart, den ich bisher verwendet habe, enthält aber weniger Luftblasen.
Und noch ein wenig zur Technik:
Alle Aufnahmen auf dem Leica DME mit den NPlanen 5x und 40x sowie den PlanApos 10x und 20x. Die Kamera ist eine Canon Powershot A520 mit Herrmannscher Okularadaption. Zur Zeit nutze ich ein Zeiss KPL 10x, das mit den Leica-Objektiven sehr gut harmoniert. Die Steuerung der Kamera erfolgt am PC mit PSRemote und der Vorschub manuell anhand der Skala am Feintrieb des DME.
Alle Mikroaufnahmen sind mit Zerene Stacker V1.04 (64bit) gestackt. Die anschließende Nachbereitung beschränkt sich auf die Normalisierung und ein leichtes Nachschärfen nach dem Verkleinern auf die 1024er Auflösung (alles mit XNView in der aktuellen Version). Bei stärker verrauschten Aufnahmen lasse ich aber auch mal Neat Image ran.
So, nun aber zu den Schnitten!
Beginnen möchte ich mit dem Spross. Spross? Davon war doch oben bei der Präparation gar nicht die Rede! Das ist richtig, aber im Jahr 2009 hat Rolf-Dieter Müller eine größere Anzahl Schnitte vom Spross des Echten Lorbeers für einen Workshop des MKB angefertigt und einige Restanden davon habe ich seinerzeit noch zu Ende präpariert und dabei verschiedene Färbemethoden ausgetestet. Nachzulesen hier im Forum in den folgenden beiden Threads:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=5539.0
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=5616.0
Für mich war es besonders spannend, die nun gut 5 Jahre alten Präparate noch einmal und diesmal mit besserer Technik zu fotografieren und so kann ich hier einen Überblick zumindest über die oberirdischen Teile des Echten Lorbeers geben.
Die Färbung ist übrigens eine experimentelle W3A-Färbung in umgekehrter Reihenfolge (Astrablau, Acriflavin und Acridinrot), die herzlich misslungen war und nach einer brutalen Differenzierung noch einmal kurz mit Acridinrot nach gefärbt wurde. Die Farbwirkung ist sehr dezent und kommt der hier für die Blätter verwendeten W3Asim II Färbung (mit Alciangrün statt Astrablau) recht nahe.
Bild 5: Der Spross mit einer Blattknospe in der Übersicht; Vergrößerung 50x, Stapel aus 15 Bildern
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_51967145.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Der Durchmesser beträgt - inklusive Knospe, ca. 2,5 * 1,9 mm. An der Knospe keilt der Schnitt ein wenig aus, die Dicke liegt bei 25 µm.
Bild 6a/b: Etwas näher heran, Bild 6b mit Beschriftung; Vergrößerung 100x, Stapel aus je 14 Bildern
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_43736200.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_7626670.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Ein klassischer Querschnitt ohne Besonderheiten. Auffällig sind nur die dunkel rot gefärbten Zellen. Diese Artefakte gehen wahrscheinlich auf die im Blatt enthaltenen Terpene zurück.
Wer die Beschriftung nachlesen möchte, findet auf der MKB Webseite eine Tabelle mit den Kürzeln und den zugehörigen allgemeinen Erläuterungen (http://www.mikroskopie-bonn.de/bibliothek/botanische_mikrotechnik/index.html#a2409) zum Herunterladen. Diese gilt natürlich auch für die noch folgenden Bilder.
Die Basisbilder für die alte Aufnahme im oben verlinkten Thread habe ich seinerzeit mit einem 10x Achromaten (NA 0,22) gemacht, die 14 Bilder, die hier verrechnet wurden, sind mit dem 10x HC PlanApochromaten (NA 0,4) entstanden.
Bild 7: Weil es so schön ist, noch mal im Detail mit Xylem, Cambium, Phloem und Sklerenchymkappen sowie der sehr schön angefärbten Cuticula; Vergrößerung 200x, Stapel aus 16 Bildern
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_13751369.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Dieses Mal war statt des 20x C-Plan von 2010 (NA 0,4) ein 20x Plan Apochromat (NA 0,6) am Stativ.
Im Bild 5 fällt auf 6 Uhr ein roter "Pickel" auf der Epidermis ins Auge. Den musste ich mir natürlich auch genauer an sehen.
Bild 8a/b: Veränderung auf der Epidermis, Bild 8b mit Beschriftung; Vergrößerung 400x, Stapel aus je 10 Bildern.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_39038615.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_35142626.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Wenn man genau hin sieht, erkennt man, dass das rote Gebilde - vermutlich ein Pilz - in der Cuticula sitzt und die Epidermis kaum erreicht. Nur etwas links von der Mitte scheint sich eine Hyphe zwischen die obersten Zellschichten geschoben zu haben. Das wäre eine Erklärung für die noch nicht erkennbaren Abwehrreaktionen der Pflanze hier an der Stelle des Querschnitts, die normalerweise zu einer Sklerifizierung der Zellwände im betroffenen Gewebe führen. Diese währe hier blass rot zu erkennen.
Auf dem Weg zum Blatt kommen wir nun zum Blattstiel. Ab hier sind die Präparate neu und es gibt auch Bilder vom ungefärbten Frischmaterial.
Bild 9a/b: Der Blattstiel in der Übersicht, Bild 9a ungefärbt; Vergrößerung 50x, Stapel aus 16 bzw. 12 Bildern
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_25208769.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_60309226.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Der Durchmesser des Blattstiels liegt bei etwa 2 mm, er ist also genau so dick wie der oben gezeigte junge Spross.
Auch hier keine Auffälligkeiten: Der Stiel wird von einem einzelnen nierenförmigen Leitbündel durchzogen, das zur Oberseite hin offen ist und so eine Verbindung zwischen Markparenchym und Rindenparenchym erlaubt. leider keilt auch dieser Schnitt etwas aus und auch die massive Differenzierung konnte das Acridinrot nicht gänzlich aus dem rechts liegenden dickeren Teil des Schnittes entfernen.
Bild 10a-c: Das Leitbündel, Bild 10a ungefärbt, Bild 10c mit Beschriftung; Vergrößerung 100x, Stapel aus 16 bzw. 15 Bildern
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_16848858.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_19427974.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_47746400.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Die verwaschenen Strukturen im ungefärbten Bild führe ich auf die im Blattstiel enthaltenen ätherische Öle zurück.
Bild 11a/b: Etwas näher heran, Bild 11a ungefärbt; Vergrößerung 200x, Stapel aus 12 bzw. 8 Bildern
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_21786348.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_788513.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Im ungefärbten Bild erkennt man einige kugelige Amyloplasten (Stärkekörner) in den Zellen des Rindenparenchyms. Die gefärbte Aufnahme zeigt schön, dass im Xylem nur die Tracheiden verholzt (rot) sind. Das umgebende Xylemparenchym besteht aus lebenden Zellen und ist grün gefärbt.
Bild 12a-c: Kollenchym, Epidermis und Cuticula, Bild 12a ungefärbt, Bild 12c mit Beschriftung; Vergrößerung 200x, Stapel aus 22 bzw. 26 Bildern
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_29175010.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_5733564.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_10815295.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Unter der Epidermis liegt ein vielschichtiges Kollenchym als Festigungsgewebe. Schön wieder die leuchtend orange angefärbte sehr dicke Cuticula - eine Trockenanpassung.
Nun sind wir beim Blatt angelangt. Da gibt es außer den Schnitten auch noch ein paar Makros und Lackabdrücke zu sehen.
Bild 13a-c: Die Blattoberseite im Makro und als Lackabdruck, Vergrößerung des Lackabdrucks 200x, Stapel aus 36 Bildernergrößerung des Lackabdrucks 200x, Stapel aus 36 Bildern
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_64621598.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_42188903.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_17485573.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Im Durchlicht ist die feine Verästelung der Blattnerven schön zu erkennen. Die dort liegenden Leitbündel sind somit nicht vom grünen, chloroplastenhaltigen Assimilationsparenchym überdeckt, was sich auch im Querschnitt zeigen sollte. Der strukturlose Lackabdruck gibt einen Hinweis auf eine dicke Cuticula, nur die Blattadern ist wieder deutlich zu erkennen.
Bild 14a-c: Die Blattunterseite im Makro und als Lackabdruck, Vergrößerung des Lackabdrucks 200x, Stapel aus 18 Bildern
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_42986451.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_46994816.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_61086598.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Im Makro noch nicht zu sehen, fallen die Stomata im Lackabdruck natürlich sofort ins Auge und auch die Verzahnung der Epidermiszellen ist gut zu erkennen.
Die Spalte der Stomata sind zwischen 15 und 20 µm lang.
Bild 15a-c: Der Mittelnerv des Blattes, Bild 15a ungefärbt, Bild 15c mit Beschriftung; Vergrößerung 100x, Stapel aus 24 bzw. 20 Bildern
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_45611627.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_9908631.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_31075062.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Als Besonderheit fallen hier die Öl-Idioblasten im Palisadenparenchym (AP) und am Übergang zum Schwammparenchym auf. In den Vakuolen dieser großen Zellen lagern die sekundären Pflanzenstoffe. Schaut man genau hin, ist links unten auch ein Stoma (St) zu entdecken. Schön auch die gute farbliche Differenzierung der Gewebetypen und die bräunlichen Reste der Chloroplasten im Assimilationsparenchym (AP).
Bild 16a/b: Ausschnitt aus dem zentralen Leitbündel, Bild 16b mit Beschriftung; Vergrößerung 200x, Stapel aus je 6 Bildern
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_8926637.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_61850143.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Im Xylem sind blaugrau einige Hoftüpfel zu erkennen (Tü) und in einigen Zellen des Rindenparenchyms Reste von Amyloplasten.
Bild 17a-c: Querschnitt durch die Blattspreite, Bild 17a ungefärbt, Bild 17c mit Beschriftung; Vergrößerung 200x, Stapel aus 28 bzw. 25 Bildern
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_6753917.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_48568370.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_52199246.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Die Makroaufnahmen in den Bildern 13 und 14b haben es verraten: die Zellen oberhalb und unterhalb der Leitbündel enthalten keine Chloroplasten. auch hier begegnen uns wieder die Öl-Idioblasten und wir erkennen ein dichtes, zweireihiges Assimilationsparenchym. Wegen der dicht an dicht stehenden gleichförmig-länglichen Zellen wird es auch Palisadenparenchym genannt. Darunter liegt ein lockeres Schwammparenchym. Die lederartige Haptik der Blätter rührt von der verholzten Epidermis an der Blattober- und -unterseite her.
Die Öl-Idioblasten haben einen Durchmesser zwischen 50 und 60 µm, das ganze Blatt ist ca. 290 µm dick. Davon entfallen je rund 120 µm auf das Assimilations- und das Schwammparenchym.
Und der Leitbündel-Steg ist an der breitesten Stelle rund 46 µm breit.
Bild 18a/b: Stoma, Bild 18b mit Beschriftung; Vergrößerung 400x, Stapel aus je 7 Bildern
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_52323919.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/143921_56936820.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Das Stoma ist fest geschlossen. Die Schließzellen messen etwa 8,5 µm, die Nebenzellen 21 µm.
Vielen Dank fürs Lesen! Anregung und Kritik sind wie immer erwünscht.
Herzliche Grüße
Jörg
Toll, wie immer lieber Jörg! Wobei ich ein ausgesprochener Fan Deiner ungefärbten Schnitte werde, ohne dass ich die gefärbten weniger schätze!
Schöne Grüße
Jürgen
Lieber Jörg,
eine tolle Leistung einer Pflanzenvorstellung die du uns da zeigst.
Danke für deine Arbeit.
Liebe Grüße
Jochen
Hallo Jörg
Wie immer, tolllllll ...
Liebe Grüße
Gerhard
Liebe Freunde,
vielen Dank für Euer Lob! Schön, dass Euch der Beitrag zum Lorbeer gefällt.
Lieber Jürgen,
ja, mir gefallen die ungefärbten Schnitte auch immer wieder gut und ich bin erstaunt, wie gut man auch da die einzelnen Gewebe unterscheiden kann, wenn man ein wenig Erfahrung gewonnen hat.
Detlef schrieb ja vor einiger Zeit, dass in den Praktika an der TU Darmstadt lange Zeit grundsätzlich nicht gefärbt wurde. Andererseits ergänzen sich die gefärbten und ungefärbten Schnitte auch sehr schön: oft erkennt man Strukturen, die im einen verborgen sind, im anderen sehr gut und umgekehrt.
Allen herzliche Grüße
Jörg
Hallo Joerg
ich schliesse mich Gerhard an.
wunderschoene Schnitte
Gruss
Jan
Lieber Jan,
auch Dir herzlichen Dank für Dein Lob!
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo Jörg,
sehr schöne Schnitte zeigst Du uns da mal wieder ;)
Du hast geschrieben, dass du jetzt Schnitte von vor 5 Jahren hast und natürlich die gerade gezeigten:
Könntest Du uns hier mal einen direkten Vergleich zeigen, wo man einen Schnitt mit ausgehärtetem Euparal und einen, der eben noch frisch ist?
Das wäre doch interessant zu sehen, wie viel dieser Unterschied ausmacht.
Viele Grüße
Timo
Lieber Jörg,
super Beitrag.
Das Bild 16a: Ausschnitt aus dem zentralen Leitbündel gefällt mir am besten.
Gruß
Hans-Jürgen
Lieber Hans-Jürgen, lieber Timo,
auch Euch herzlichen Dank!
Lieber Timo,
den Spross habe ich nicht mehr frisch geschnitten, aber ich habe die Aufnahmen von damals noch und so kann ich einige Vergleiche zeigen. Mir ist übrigens ein Fehler unterlaufen: die Schnitte sind von 2010, also nur 4 Jahre alt. Ich habe es oben korrigiert.
Nun hat sich zwischenzeitlich einiges geändert:
- Das Präparat ist 4 Jahre älter ;D
- Statt des 10x Achromaten (NA 0,22) ist ein 10x HC PlanApo (NA 0,4) am Revolver
- Statt des 20x C-Plan (NA 0,4) ist ein 20x PlanApo (NA 0,6) am Revolver
Aber vieles ist auch gleich geblieben:
- Ich fotografiere noch immer mit der Canon PS A520 über eine Okularadaption mit Zeiss KPL 10x
- Gestackt wird mit Zerene Stacker (allerdings in der aktuellen Version)
- Keine Nachbearbeitung der Bilder außer der Normalisierung und einem leichten Nachschärfen beim Runterrechnen auf 1024er Auflösung.
Nach dem das gesagt ist, hier der Vergleich. Oben immer die alte Aufnahme, unten die neue vom gleichen Präparat.
Bild 19: Vergleich 100x - ganzes Bild verkleinert
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/144182_27126055.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Bild 20: Vergleich 100x - Originalauflösung des verkleinerten Bildes
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/144182_38426468.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Bild 21: Vergleich 200x - ganzes Bild verkleinert
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/144182_31981323.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Bild 22: Vergleich 200x - Originalauflösung des verkleinerten Bildes
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/144182_36165829.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Das Stapeln erzeugt natürlich immer Artefakte, die die Bildqualität vermindern. Daher hier noch ein Vergleich zweier unbearbeiteter Aufnahmen aus dem jeweiligen Stapel der 100x Aufnahme. Nun ist die Tiefenschärfe des HC PlanApos natürlich deutlich geringer als die des Achromaten - aber alles kann man nicht haben.
Bild 23: Vergleich 100x - jeweils ein Ausgangsbild aus dem Stapel, völlig unbearbeitet. Ich habe versucht, Bilder mit passender Schärfenlage auszuwählen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/144182_36657344.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Zum Präparat selbst: man sieht schon, dass die Farben ein wenig gelitten haben. Dabei kann es sich natürlich um einen Einzelfall handeln, im allgemeinen kann ich bisher bei meinen Färbungen kein Ausbleichen fest stellen.
Euch beiden herzliche Grüße
Jörg
Lieber Jörg,
eine super Arbeit, die Du da wieder vorlegst. Besonders gefällt mir das Übersichtsbild mit der Blattknospe.
Herzliche Grüsse
Eckhard
Lieber Eckhard,
vielen Dank für Dein Lob! Das für den Schnitt geht weiter an Rolf-Dieter. :-)
Herzliche Grüße
Jörg
.
Lieber Jörg,
danke für deinen Vergleich ;)
Viele Grüße
Timo
Lieber Mario,
herzlichen Dank! Ich hoffe, ich konnte Dich wieder ans Messer und an die Farbtöpfe locken. ;-)
Lieber Timo,
gerne geschehen!Was ich trotz der recht grobschlächtigen Objekte "Pflanzenschnitte" einigermaßen erstaunlich finde, ist, dass die Qualitätsunterschiede zwischen dem Achromaten und dem PlanApo nach der ganzen Verrechnung / Größenänderung / Schärfung eher subtil ausfallen. Aber auch beim Blick durch das Okular muss man schon ganz genau hin sehen.
Euch beiden herzliche Grüße
Jörg
Hallo Jörg,
ich war ja einige Zeit nicht im Forum. Aber bei Deinen Beiträgen lohnt es sich wirklich zurückzublättern!
Ich bin immer wieder fasziniert von Deiner Darstellungsweise und den genauen und lehrreichen Beschreibungen.
Vielen Dank, dass Du Dir auch die Mühe machst, alles so toll dokumentiert hier einzufügen.
Herzliche Grüße
Manfred.
Lieber Manfred,
vielen Dank für Dein Lob! Es freut mich, dass Du diesen älteren Beitrag extra noch mal kommentiert hast.
Herzliche Grüße
Jörg
Lieber Jörg,
Dein "älterer Beitrag" ist so gut, dass man ihn öfters mal aus den Katakomben holen sollte. Besonders schön finde ich die Blattschnitte und den Epidermisabzug mit den Stomata.
Das Blatt ist für mich als Kochfan sowieso besonders wichtig. Im Urlaub im Süden schaue ich immer, dass ich mir ein paar Hände voll pflücke. Was übrigens gar nicht so einfach ist, er steht beileibe nicht in jedem Garten und in freier Natur trifft man ihn eher selten. In meiner Villa an der Côte d´Azur hätte ich mindestens 5 große Bäume im weitläufigen Park - wenn ich denn nur hätte! ;)
Aber ich habe im Wintergarten - und da blüht er gerade. Ich hoffe du erlaubst, dass ich mit eigenem Lorbeer ergänze. Freihand geknipst.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/146365_1927536.jpg) (http://s106.photobucket.com/user/microklaus/media/Mikropraeparate%202012/Micropaeparate_2013/800_IMG_0003_zps52a9325e.jpg.html)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/146365_4209983.jpg) (http://s106.photobucket.com/user/microklaus/media/Mikropraeparate%202012/Micropaeparate_2013/800_IMG_0001_zps711fb47f.jpg.html)
Lieber Klaus,
aber gerne, vielen Dank für die schöne Ergänzung!
Unser Lorbeer musste den "Winter" draußen verbringen, was ihm bisher nicht geschadet hat - im Gegenteil, er treibt schon schön aus. Vielleicht schafft er ja auch schon eine Blüte, ich bin spannt. Für die Küche verwenden wir die eigene Ernte, es stehen nämlich noch zwei Pflanzen im Vorgarten. Ich vermute aber mal, dass sie im Vergleich zu den Pflanzen im Mittelmeerklima geschmacklich eher bescheidene Qualität bieten. :)
Herzliche Grüße
Jörg