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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Polymerchemiker in Februar 03, 2014, 19:37:46 NACHMITTAGS

Titel: Verunreinigung von Epoxidharzen durch Lösungsmittel
Beitrag von: Polymerchemiker in Februar 03, 2014, 19:37:46 NACHMITTAGS
Hallo,

mein Name ist Peter Gröppel. Ich bin bei der Siemens AG im Bereich der F&E für Kunststoffe tätig. Dabei sind wir einem Phänomen mikroskopisch auf den Spuren. Dieses ist vereinfacht beschrieben, in der Form dass bestimmte Isolationssysteme auf Basis von Epoxidharzen durch geringste Verunreinigungen von Lösungsmittel stark in Ihren Eigenschaften beeinflusst werden. Dies ist in der Form nicht bekannt, weshalb wir versuchen, dies mikroskopisch zu erklären.
Dazu haben wir REM-Untersuchungen durchgeführt, wie so oft, sehen wir viel brauchen aber eine Unterstützung bei der Erklärung.
Folgende Fragen ergeben sich aus der angehängten Datei:
- Kann man Lösungsmittelreste tasächlich sehen ?
- Aggregieren Lösungsmittelsreste ?
- wie kann man die Bilder interpretieren ?
- ?????
Ich würde mich freuen, wenn Sie mir einen Kontakt vermitteln könnten oder mir helfen könnten meine Anfrage an der richtigen Stelle zu platzieren.
MfG
Peter Gröppel
Titel: Re: Verunreinigung von Epoxidharzen durch Lösungsmittel
Beitrag von: Eckhard in Februar 03, 2014, 19:58:15 NACHMITTAGS
Hallo,

erstmal willkommen im Mikroforum. Es wäre nett, wenn Sie sich im Unterforum Mikroskopier im Netz kurz vorstellen würden.

Im REM werde Lösungsmittelreste indirekt sichtbar. Die Kohlenstoffverbindungen gasen aus und kontaminieren die Probe, die Kammer und die Aperturblende. Wenn der Elektronenstrahl eingeschaltet wird, polymerisieren diese Kohlenstoffverbindungen an der Probenoberfläche mit Hilfe des Elektronenstrahls. Wenn man die Vergrösserung reduziert, sieht man ein schwarzes Rechteck in dem Bereich, der gerade gescannt wurde.

Abhilfe schafft im REM ein sogenannter Plasma-Cleaner. Dieser wird an einen Port des REMs geschraubt. Nun wird ein niedriges Vakuum in einer Reaktionskammer erzeugt und mittels RF Strahlung aus dem Restgas (meist Sauerstoff, Argon oder Raumluft) ein Plasma erzeugt. Dabei entstehen freie Radikale, die dann mittels eines Nadelventils in die Probenkammer gegeben werden. Die freien Radikale brechen die polymerisierten Kohlenstoffverbindungen auf. Bei der Nutzung von Sauerstoff oder Raumluft entstehen Kohlenmonoxid und Kohlendioxid. Diese Gase verlassen über das normale Pumpsystem die Probenkammer.

Plasma-Cleaner gibt es auch als autarke Systeme, die z.B. bei der Reinigung von Wafern (Lösungsmittelrückstände) benutzt werden. Je nach Anwendung wird mit unterschiedlichem Prozessgas gearbeitet.

Herzliche Grüsse
Eckhard Völcker