Liebe Pflanzenfreunde,
einige von Euch kennen sicher den Artikel zu den W3Asim - Färbungen (http://www.mikroskopie-bonn.de/bibliothek/botanische_mikrotechnik/index.html#a754) von Rolf-Dieter Müller auf der Webseite des MKB. Die Variante W3Asim I ist mit Astrablau angesetzt und ähnelt von den Farbstoffen und der Farbwirkung her der original W3A Färbung von Robin Wacker - nur dass sie in einem simultanen Färbegang genau so einfach zu erstellen ist, wie die Färbungen der Etzold-Familie.
In der W3Asim II Färbung kommt hingegen - bei ansonsten gleichen Bestandteilen - der Farbstoff Alcianblau zum Einsatz. Hier geht die Farbwirkung eher ins Grünliche. Mit dieser möchte ich mich heute beschäftigen.
Rolf-Dieter Müller hat in seinem Artikel ausgehend von den Stammlösungen zwei Rezepte für die Zusammensetzung der Färbelösung angegeben, die ich hier kurz wiedergeben möchte:
Stammlösungen auf 100ml:
(Das Thymol dient der Stabilisierung der Lösungen)
Alcianblau 0,2%:
- 0,2 g Alcianblau (Detlef)
- Einige Kristalle Thymol
- 2 ml Essigsäure 99%
- 98 ml Aqau dest.
Alcianblau löst sich relativ schlecht in Wasser.
Acridinrot 1%:
- 1,0g Acridinrot (Chroma)
- Einige Kristalle Thymol
- 2 ml Essigsäure 99%
- 98 ml Ethanol 50%
Acriflavin 1%:
- 1,0 g Acriflavin (Chroma)
- Einige Kristalle Thymol
- 2 ml Essigsäure 99%
- 98 ml Aqau dest.
Ansatz 1:
Diese Mischung verwende ich regelmäßig in meinen Färbungen, ich nenne sie wie bisher einfach W3Asim II.
- 120 ml Aqua dest,
- 80 ml Alcianblau 0,2%,
- 20 ml Acridinrot 1,0%,
- 20 ml Acriflavin 1,0%
Ergeben 240 ml Farblösung. Das Verhältnis ist 6:4:1:1 - falls jemand 240 ml zu viel sein sollten. :)
Ansatz 2:
Diese Mischung hat Klaus Herrmann dieser Tage frisch angesetzt und beim Workshop in Darmstadt dabei gehabt, wo wir sie gleich ausprobiert haben.
Zur Unterscheidung vom W3asim II hat er sie Asim II getauft und ich verwende den Namen hier gerne weiter.
- 90,0 ml Alcianblau 0,2%,
- 5,0 ml Acridinrot 1,0%,
- 3,5 ml Acriflavin 1,0%,
- 1,0 ml Essigsäure 99%
Ergeben rund 100 ml Farblösung.
Wie unterscheiden sich nun die beiden Lösungen? Das sehen wir uns nun ein wenig genauer an. Klaus hatte die Probe bereits an Schnitten der Korea-Tanne (Abies koreana) durchgeführt und war so freundlich, seine Testpräparat mit mir zu tauschen. Somit hätten wir ein Beispiel für eine Gymnosperme.
Nun also noch eine Angiosperme. Da ich meinen eigenen W3Asim II Ansatz Ende letzten Jahres an Sprossquerschnitten des Chinesischen Blauregens (Wisteria sinensis, eine Beschreibung findet sich im Forum (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=18567) und auch auf der Webseite des MKB (http://www.mikroskopie-bonn.de/bibliothek/botanik/index.html#a2954)) getestet habe und Bodo Braunstorfinger so freundlich war, mir reichlich von Seinen 30µm - Schnitten in Ethanol zu überlassen, bietet sich hier eine gute Möglichkeit, mit dem gleichen Material zu testen und auf die bereits erstellten W3Asim II - Präparate zurück zu greifen.
Bild 1: Korea-Tanne, Spross quer, Periderm, ASIM II heiß mit Beschriftung
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/145842_64765510.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Bild 2: Korea-Tanne, Spross quer, Leitgewebe, ASIM II heiß mit Beschriftung
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/145842_47513662.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Bild 3: Chinesischer Blauregen, Spross quer Übersicht, W3Asim II kalt mit Beschriftung
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/145842_13175044.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Die Probenvorbereitung ist bekannt und identisch:
- Fixierung in AFE
- Spülen und ggf. Lagern in Ethanol 70%
- Vor dem Färben schrittweises Überführen in Aqua dest.
Nach dem Färben wurde gründlich mit Aqua dest. gespült, in Isopropanl 100% entwässert und in Euparal eingedeckt.
Folgende Färbevorschriften sind im Test:
1. W3Asim II für 7 Minuten ohne Erwärmen (W3Asim II kalt)
2. Asim II für 20 Minuten ohne Erwärmen (Asim II lang)
3. Asim II für 5 Minuten mit einmaligem Erwärmen (bei Klaus auf 50°C, bei mir bis kurz vor dem Sieden - Asim II heiß)
Und hier nun die Ergebnisse, immer in der oben beschrieben Reihenfolge (1. W3Asim II kalt, 2. Asim II lang, 3. Asim II heiß) von links nach rechts bzw. von oben nach unten.
Zunächst die Korea-Tanne (Präparate von Klaus Herrmann):
Bild 4: Kollenchym und Periderm der Korea-Tanne
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/145842_17714597.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Von links nach rechts: 1. W3Asim II kalt, 2. Asim II lang, 3. Asim II heiß
Das Periderm nimmt von links nach rechts immer weniger Farbe an, interessant, dass dies sogar für die erhitzte Probe ganz rechts gilt. Im Kollenchym ist eine Veränderung vom grünlichen ins bläuliche zu erkennen.
Bild 5: Xylem, Cambium und Phloem der Korea-Tanne
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/145842_51460326.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Von links nach rechts: 1. W3Asim II kalt, 2. Asim II lang, 3. Asim II heiß
Spannend: hier ist das Xylem sowohl beim W3Asim II als auch beim erhitzten Asim II magentafarben, bei langer Farbeinwirkung (Asim II lang) spielt der Farbton eher ins Orange. Die anderen Gewebe zeigen den gleichen Trend von grün nach blau wie das Kollenchym in Bild 4.
Nun der Chinesiche Blauregen (Schnitte von Bodo Braunstorfinger):
Bild 6: Sprossquerschnitt der Wisteria sinensis in der Übersicht
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/145842_24983881.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Von oben nach unten: 1. W3Asim II kalt, 2. Asim II lang, 3. Asim II heiß
Hier ist der Unterschied zwischen dem W3Asim II und den beiden Asim II - Varianten deutlich größer, als bei der Korea-Tanne!
Einfach charakterisiert kann man sagen: W3Asim II kalt: grün-orange; Asim II lang: blau-orange und Asim II heiß: blau-magenta.
Es lohnt sich aber, genauer hin zu sehen - wir fangen beim Markparenchym an und arbeiten uns zum Periderm vor.
Bild 7: Wisteria sinensis, Spross quer, Markparenchym, Vergrößerung 200x
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/145842_51988386.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Von links nach rechts: 1. W3Asim II kalt, 2. Asim II lang, 3. Asim II heiß
Bild 8: Wisteria sinensis, Spross quer, primäres Xylem, Vergrößerung 100x
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/145842_44522105.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Von links nach rechts: 1. W3Asim II kalt, 2. Asim II lang, 3. Asim II heiß
Bild 9: Wisteria sinensis, Spross quer, Xylem, Vergrößerung 200x
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/145842_36705150.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Von links nach rechts: 1. W3Asim II kalt, 2. Asim II lang, 3. Asim II heiß
Bild 10: Wisteria sinensis, Spross quer, Phloem, Vergrößerung 200x
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/145842_15913297.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Von links nach rechts: 1. W3Asim II kalt, 2. Asim II lang, 3. Asim II heiß
Bild 11: Wisteria sinensis, Spross quer, Periderm, Vergrößerung 200x
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/145842_51921105.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Von links nach rechts: 1. W3Asim II kalt, 2. Asim II lang, 3. Asim II heiß
Bei der Zusammensetzung der Farblösungen ist es nicht weiter verwunderlich, dass in den Asim II Varianten die Blautöne überwiegen. Interessant finde ich, dass die unterschiedlichen Methoden, speziell das Erwärmen, einen so großen Einfluss auf die Farbwirkung haben.
Die beiden unterschiedlichen Proben zeigen allerdings auch, dass die zu färbenden Gewebe die Farbwirkung ebenfalls massiv beeinflussen. Weiterhin sei nicht verschwiegen, dass dickere Schnitte (ich selbst schneide ja in der Regel 50 µm dick) die hier beobachteten Tendenzen verstärken.
Wer spielen möchte, hat nun natürlich noch jede Menge Freiraum: wie fällt z.B. ein W3Asim II aus, wenn es erhitzt wird? Was wird aus Asim II, wenn es bei Raumtemperatur nur 5 Minuten einwirkt? Wie verhalten sich die Färbungen bei Gräsern oder anderen Monokotyledonen? Und, und, und ... ;)
Die Entscheidung liegt natürlich beim Präparator und ich muss sagen, mir gefallen alle hier gezeigten Ausprägungen. Da ich von Klaus Asim II erhalten habe, wird diese Variante nun auch häufiger bei meinen Schnitten zu sehen sein.
Anregungen und Kritik sind wie immer willkommen und ich würde mich besonders freuen, wenn sich hier weitere Erfahrungen in Wort und Bild zur W3Asim - Farbfamilie sammeln.
Herzliche Grüße
Jörg
Edit: Fehler Monokotyledone / Gymnosperme korrigiert. Danke, Ulf.
Lieber Jörg,
ein gelungener Beitrag. Er kommt gerade zur rechten Zeit, da ich bei Klaus Herrmann W3AsimII frisch bestellt habe.
Vor allem die Information über die Farbmischung finde ich sehr interessant.
Liebe Grüße
Jochen
Lieber Jörg,
vielen Dank für diese schöne Gegenüberstellung!
Zwei kleine Anmerkungen möchte ich machen: "Meine" Variante ist nicht von mir, die hat Rolf-Dieter Müller veröffentlicht. Ich habe das Rezept unverändert übernommen.
Meine Testfärbungen mit dem Schnitt Koreatanne von Hans-Jürgen waren nach dem Auswaschen kräftiger in den Farben. Ich habe beim Entwässern vielleicht zu wenig Sorgfalt angelegt, so dass dann dabei etwas entfärbt wurde. Es ging mir ja nur darum schnell ein Ergebnis zu haben um die Rezeptur zu überprüfen.
Dieser Ansatz ist jetzt abgefüllt für die Kollegen die am Wohldenbergtreffen teilnehmen. Dazu kommt noch Etzold blau, was auch sehr schöne Ergebnisse gebracht hat.
Lieber Jörg,
auch ich bedanke mich für die Gegenüberstellungen der Färbungen; interessante Ergebnisse.
Gruß
Hans-Jürgen
Liebe Kollegen,
gerne geschehen! Es freut mich, dass Euch der Beitrag gefällt. :D
Bitte scheut Euch nicht, hier eigene Bilder mit Euren typischen Färbeergebnissen und den dazugehörigen "Rezepturen" zu posten.
Über das weite Feld Beize (Eau de Javele oder Klorix 1:4) oder Differenzierung (Salzsäure-Alkohol, Stufenweises Entwässern mit Ethanol oder einwach nur längere Liegezeiten in Aqua dest.) habe ich ja noch gar nicht gesprochen.
Lieber Klaus,
danke, dass Du es noch einmal ansprichst, ich habe es wohl nicht deutlich genug formuliert: das Asim II - Rezept ist auch von Rolf-Dieter Müller, er hat es in seinem Artikel als alternativen Ansatz für frische - alsos schnittfixierte - Schnitte angegeben.
Das "Nachbleichen" kenne ich auch: beim Spülen und anschließenden Entwässern selbst direkt in reinem Isopropanol wird besonders bei der Kaltfärbung mit W3Asim II Acridinrot ausgezogen. Und auch bei mir verlieren die Präparate trotz insgesamt mindestens 15-minütigem Aufenthalt im Isopropanol nach dem eindecken im Euparal noch Acridinrot und Acriflavin.
Die Farbstoffe werden vermutlich vom langdam verdunstenden Isopropanol mit aus dem Schnitt getragen, zumindest lassen die oft um die Schnitte sichtbaren Farbhöfe im Euparal darauf schließen.
Allen herzliche Grüße
Jörg
Lieber Jörg,
vielen Dank für die schöne Gegenüberstellung.
ZitatDie Farbstoffe werden vermutlich vom langdam verdunstenden Isopropanol mit aus dem Schnitt getragen, zumindest lassen die oft um die Schnitte sichtbaren Farbhöfe im Euparal darauf schließen.
Bei mir kommen die Schnitte nach dem Eindecken sofort in den Wärmeschrank. Meine Schnitte sind immer noch knackig und kräftig in der Farbe.
Herzliche Grüsse
Eckhard
Lieber Eckhard,
wird dadurch das Ausdiffundieren der Farbstoffe wirksam verhindert? Mich stören in der Fluoreszenz immer die Farbhöfe, die dem Schnitt eine grüne Soße unterlegen. Selbst bei Präparaten vom Altmeister Wacker persönlich.
Ist etwas über die Haltbarkeit der Färbung bekannt? Meine erwähnten Wacker-Originalpräparate sind jetzt 13 bis 14
Jahre alt und durch die Bank deutlich blasser geworden, trotz Aufbewahrung im Dunkeln.
Viele Grüße
Horst
Lieber Eckhard,
das ist spannend, an der Wärme kann es m.E. nicht liegen, denn meine Präparate landen gleich nach dem Eindecken auf der Wärmeplatte bei ca. 45°C und dort bleiben sie eine Woche.
Bitte sei so nett und beschreibe Deinen Workflow genauer und stelle gerne auch noch einige Beispielaufnahmen ein, damit wir uns ein Bild machen können.
Herzlichen Dank und ebensolche Grüße
Jörg
Lieber Jörg,
eine eindrucksvolle Darstellung. Sie ist auch für mich, mit meinen nur ganz geringen Kenntnissen in der Botanik, interessant und wertvoll. Vielen Dank!
Herzlicher Gruß
Heino
Lieber Joerg
Ich schliesse mich ansdere Schreibern an
Schoene und interessante Arbeit
Gruss
Jan
Hallo Joerg
Ich habe da noch eine Frage, fuer mich sehen die Schnitte deutlich duenner aus wie Deine anderen. Ich denke es ist wesentlich auch die Schittdicke mit anzugeben. Fuer mich schhauen die eher nach 0,030 mm aus ...
Liege ich da richtig ?!?
Liebe Gruesse
Gerhard
Lieber Heino, lieber Jan,
vielen Dank für Euer Lob!
Lieber Gerhard,
ja, es sind 30 µm - Schnitte von Bodo Braunstorfinger. Gut geschätzt oder gut gelesen? ;D ;D
Steht oben im Text und es gibt auch einen Hinweis auf meine üblicherweise 50 µm dicken Schnitte.
Allen herzliche Grüße
Jörg
Lieber Jörg,
ich habe gerade eine Rose aus dem Kasten genommen und ein schnelles Foto gemacht - präpariert 2009. Das jpg wirkt etwas unscharf, ich habe es nicht nachgeschärft. Mein "Workflow" ist wie folgt:
- Frischmaterial schneiden (in einer Möhre eingebettet mit dem Standzylindermikrotom)
- 15 Minuten Fixieren (AFE)
- 3 x Spülen mit Aqua dest.
- 8-10 Minuten Acridinrot
- Spülen in Aqua dest.
- 30-30 Sekunden Acriflavin
- 2 Minuten Astrablau
- Spülen in Aqua dest.
- Isopropanol (schnell mehrfach wechseln, je weniger Rot auszieht, desto besser)
- Wärmeschrank 45 ° für eine Woche
- Aufbewahrung in Pappschachtel bei ca. 21°-27°, je nach Jahreszeit ;)
Ich passe die Färbung immer etwas an das Schnittgut an, d.h. ich schneide, färbe und schaue es mir eingedeckt im Mikroskop an. Und dann mache ich es noch einmal - diesmal weiss ich mehr über das Material.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/146063_66385247.jpg)
Hier ist der Link zum Originalbeitrag und den Aufnahmen aus dem August 2009: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=2721.0
Herzliche Grüsse
Eckhard
Lieber Eckhard,
vielen Dank für Dein Bild und Deine Beschreibung!
Hier haben wir nun also die Ausgangsfärbung für die Entwicklung der W3Asim - Familie: Robin Wackere W3A mit kleinen Abwandlungen.
Im Grunde ähnelt Dein Workflow rund um die Färbung meinem eigenen. Auffällig für mich: Du spülst das AFE direkt in Wasser aus (ich habe eine Ethanolstufe (70% - 50% - 30%) dazwischen, das sollte aber keine Auswirkung auf das Färbeergebnis haben.
Zwischen dem Acriflavin und dem Astrablau hast Du keine Spülung -> daher die sehr schönen Grüntöne.
Was ich mir aber nicht erklären kann, ist, warum das Acriflavin und Acridinrot bei Dir keine Höfe bilden, zumal Du ja nicht differenzierst. Kannst Du vielleicht noch etwas zu den Konzentrationen der Farbstoffe sagen?
Unter Umständen enthält zumindest der W3Asim II Ansatz zu große Mengen Acriflavin und Acridinrot. Ich werde nachher einmal schauen, wie es um die Höfe in den Asim II Färbungen bestellt ist. Dort ist ja ein deutlich geringerer Anteil der beiden Farbstoffe enthalten als im W3Asim II.
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo Joerg
Danke, nein ich habe es nicht gelesesn, ich habe vor kurzen in 5er Schritten die unterschiedliche Wirkung der Faerbungen angesehen und die Wirkung der Faerbung ist auch stark von der Schnittdicke und natuerlich vom zu faerbenden Material abhaengig ...
Ich muss das Thema noch fuer mein Buchprojekt vertiefen, da ist Dein Beitrag hier auch sehr willkommen. Was ich noch nicht getestet habe ist die unterschiedliche Temperatur der Faerbeloesungen, z.B. in 5 Grad Schritten zwischen 40 und 60 Grad. Das soll auch noch einmal Unterschiede bringen ...
Das Thema ist eine eigene Wissenschaft, unglaublich ...
Liebe Gruesse
Gerhard
Lieber Jörg,
Ich löse 1g Acridinrot in 100 ml Ethanol 50% und gebe hinterher 2 ml Eisessig hinzu.
Herzliche Grüße
Eckhard
Lieber Eckhard,
das entspricht ja annähernd meinem eigenen Ansatz. Ich habe mir einmal die Asim II - Präparate angesehen: die haben keine Höfe. Ich werde also beim nächsten Ansatz von W3Asim II die Anteile von Acriflavin und Acridinrot etwas zurück nehmen und schauen, was dabei raus kommt. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass man ohne Probleme auf ein Verhältnis von 12:8:1:1 zurück gehen kann.
Lieber Gerhard,
ich habe die Schnitte noch einmal durch gesehen und es ist einer in der Asim II lang - Serie, der etwas dicker ausgefallen ist, als der Rest. Von diesem habe ich gerade noch einmal einige Bilder gemacht, die die Abhängigkeit der Farbwirkung von der Schnittdicke schön unterstreichen. Leider kann ich natürlich nicht sagen, wie dick dieser Schnitt tatsächlich ist. Hier die Aufnahmen:
Bild 12: Übersicht, Vergrößerung 50x, oben Asim II lang, darunter die dickere Variante aus dem selben Färbegang.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/146132_28323658.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Bild 13: Das primäre Xylem, Vergrößerung 100x, diesmal ist der schon bekannte Schnitt (Asim II lang) auf der linken Seite.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/146132_41342406.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Bild 14: Das Periderm, Vergrößerung 200x, Asim II lang wieder links und rechts die dickere Variante aus dem selben Färbegang
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/146132_53274023.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Hier wird der Unterschied am deutlichsten.
Herzliche Grüße
Jörg
Lieber Jörg,
bei dünnen Schnitten mische ich gerne etwas Acriflavin ins Astrablau (30 oder 60 Sekunden vor Ende der Astrablau Phase). Sonst ist das Blau sehr dominant.
By the way: Schnitte und Färbung sind allerste Sahne!
Ich werde am Wochenende mal meine Mikrotome entmotten und auch etwas schneiden.
Herzliche Grüsse
Eckhard
Hallo Jörg
Ja, genau das meine ich, man sieht die dünnen Schnitte auf einem Blick. In der Zwischenzeit habe ich den gesamten Beitrag in Ruhe noch einmal gelesen, ich habe die Schnittdicke tatsächlich überlesen ...
Aber Dein Vergleich zeigt das gut. Ich habe für eine zweiteiligen Färbeabend bei der Mikroskopischen Gesellschaft Wien Schnitte in 0,005 mm Schritten gemacht und die Leute haben je nach Lust und Laune unterschiedliche Stärken gefärbt. Ich habe mir vorgenommen für mich auch so eine Serie zu machen, geschnitten sind sie aber gefärbt haben sie sich noch nicht alleine .-)
Liebe Grüße
Gerhard
Lieber Eckhard,
danke für das Lob, das ich bezüglich der Schnitte gerne an Bodo Braunstorfinger weiter gebe.
Ja, an die Acriflavin-Zugabe erinnere ich mich noch, ich habe es bei meinen W3A-Färbungen auch immer so gehalten.
Ich habe die unterschiedlichen Präparate übrigens noch einmal mit einer LED-Taschenlampe seitlich angeleuchtet: auch die Asim II Färbungen haben Höfe aus Acriflavin und wohl auch Acridinrot, aber lange nicht so stark ausgebildet wie bei den W3Asim II Präparaten.
Lieber Gerhard,
na dann frisch ans Werk! Eine Reihe von Schnitten im 5µm - Raster musst Du uns dann aber auch einmal hier im Forum vorstellen.
Herzliche Grüße
Jörg
p.s.
Wer Lust auf noch mehr Bilder hat: eben habe ich das März-Update der MKB Webseite hoch geladen. mit dabei auch ein Artikel zu den W3Asim II - Färbungen, der auf dem Forenthread hier basiert. Allerdings sind dort auch die Ausgangsbilder für die Vergleiche hier im Thread komplett zu sehen:
http://www.mikroskopie-bonn.de/bibliothek/botanische_mikrotechnik/index.html#a3281
Lieber Jörg,
eine schöne Diskussion hast Du hier angeregt und so möchte ich mich auch mit einem Bild beteiligen.
Nach langer Zeit habe ich mir wieder einen Schnitt vorgenommen, übrigens angeregt vom Referenten (Jörg Weiß vom MKB-Bonn) eines Workshops zur Herstellung von Dauerpräparaten an einem Gymnasium vor Oberstufenschülern. Der Referent meinte, es gibt zu wenig Abbildungen von Blattquerschnitten.
So sollte etwas sein, was man auch gut im Winter sammeln kann, nämlich die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium), die zumindest bei uns im Rheinland in Wäldern leicht zu finden ist.
Ich habe noch Reste eines Ansatzes der von Dir als erstes angegebenen Rezeptur mit dem Überschuss von Acridinrot und Acriflavin (@Eckhard, dieses könnte ich für Deinen Vortrag zur Verfügung stellen).
Im Grunde genommen unterhalten wir uns ja immer um den Standardprozess so wie er unter anderem in der Mikrofibel für die Etzold-Färbung beschrieben ist (Mikrofibel von Klaus Henkel Seite 185, mit Abbildungen) und nach dem man sich immer gut orientieren kann, besonders dann wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist. Dann halt die eigenen Prozessschritte anhand dieses Standards prüfen und gegebenenfalls neu und angepasst aufsetzen.
Jetzt aber zu dem Ilex-Blattschnitt, den ich entsprechend meiner Vorliebe nach Merkmalen präpariert habe. Das heißt Überfärbung mit Hitze und langem Aufenthalt in der Farblösung, danach Differenzierung bei gleichzeitiger Entwässerung in Alkoholstufen aufsteigender Konzentration, Aufenthalt in jeder einzelnen Stufe bis keine Farbe mehr abgeht. Die einzelnen Schritte waren:
- Ein frisches Ilex-Blatt gesammelt und Mittelrippe mit 2 bis 3 mm Überstand links und rechts herausgetrennt
- Querschnitte mit Haga-Rasierklingenmikrotom, Schnittdicke >30 µm
- Schnitte in Leitungswasser gesammelt und danach zur Schnittfixierung in AFE (Mischung aus Alkohol, Formalin und Essigsäure) für 2 Stunden fixiert.
- Sorgfältig auswaschen in Wasser über Alkoholstufen abnehmender Konzentration (70%, 50%, 30%, Leitungswasser)
- Überfärbung mit W3AsimII, anfangs erhitzt bis kurz vor dem Aufkochen, langsam abkühlen lassen. Die Schnitte verbleiben >20 Minuten in der Farblösung, zwischendurch immer leicht schwenken, damit sie gut mit der Farblösung umspült werden.
- Auswaschen in Leitungswasser, mehrmals wechseln bis keine Farblösung mehr abgeht.
- Differenzierung in 30% Ethanol, mehrmals wechseln bis keine Farblösung mehr abgeht.
- Differenzierung in 50% Ethanol, mehrmals wechseln bis keine Farblösung mehr abgeht.
- Differenzierung in 70% Ethanol, mehrmals wechseln bis keine Farblösung mehr abgeht.
- Entwässern in 100% Isopropylalkohol, mehrmals wechseln bis keine Farblösung mehr abgeht.
- Einschluss in Euparal
- Präparate gehärtet auf Wärmeplatte bei 50° Celsius.
Hier das Ergebnis, wobei eigentlich noch etwas zuviel Acriflavin verblieben ist, was man künftigen Farblösungsansätzen durch einen geringeren Anteil anpassen könnte.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/146180_24984975.jpg)
Stechpalme (Ilex aquifolium), Blattquerschnitt, MittelrippeViele Grüße
Rolf-Dieter
Lieber Rolf-Dieter,
vielen Dank, dass Du Dein schönes Bild mit der ausführlichen Beschreibung hier eingestellt hast. So langsam wird es doch ein Familientreffen!
Mal sehen, vielleicht kommt ja noch die eine oder andere Aufnahme dazu.
Herzliche Grüße
Jörg
p.s.
Schön, dass ich Dich mal wieder zum Schnippeln animieren konnte. :)