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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: wimeisrhi in März 12, 2014, 19:16:06 NACHMITTAGS

Titel: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: wimeisrhi in März 12, 2014, 19:16:06 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,
Süßes essen ohne den Zahnarzt fürchten zu müssen, verspricht der sogenannte Birkenzucker oder Xylit. Hier zwei Kristalle im Pol bei gekreuzten Filtern.
Der Zucker wurde in Wasser aufgelöst und unter einem Deckglas langsam auskristallisieren lassen.
Mikroskop: Leitz Ortholux
Kamera: Nikon D5000
Viele Grüße aus Kärnten
Wilhelm

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/146859_38779973.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/146859_25572862.jpg)
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: Klaus Herrmann in März 12, 2014, 20:33:11 NACHMITTAGS
Hallo Wilhelm,

die Bilder sind zwar wirklich schön, aber sehe ich da nicht auch Kariesrisse? ;D
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: Heiko in März 12, 2014, 21:08:32 NACHMITTAGS
Hallo Klaus,

ich erkenne Schrammen am Image der Zuckerindustrie, die Zahnmediziner sehe ich auch schon brotlos – habe gleich 1kg bestellt – mal sehn, ob ich Bauchweh bekomme ...  :D

Danke für die interessanten Fotos, Wilhelm.

Viele Grüße,
Heiko
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: Max Berek in März 12, 2014, 21:18:06 NACHMITTAGS
Zitat von: Heiko in März 12, 2014, 21:08:32 NACHMITTAGS
Hallo Klaus,

ich erkenne Schrammen am Image der Zuckerindustrie, die Zahnmediziner sehe ich auch schon brotlos – habe gleich 1kg bestellt – mal sehn, ob ich Bauchweh bekomme ...  :D

Danke für die interessanten Fotos, Wilhelm.

Viele Grüße,
Heiko


Hallo Heiko,

ich verwende schon länger problemlos Xylit statt Saccharose. Es empfiehlt sich die Tagesdosis langsam zu steigern, dann bleiben einem gastrointestinale Nebenwirkungen weitgehend erspart.

Beste Grüße

Sven
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: wimeisrhi in März 13, 2014, 19:08:40 NACHMITTAGS
Hallo,
danke für die netten Kommentare. Um die Zahnärzte habe ich keine Angst (allein wenn ich an meine alten Beisser denke ;))
Viele Grüße
Wilhelm
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: Heiko in März 22, 2014, 18:40:08 NACHMITTAGS
Hallo Franz, hallo Sven,

dies ist also die Substanz – im Streiflicht:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/147342_52010042.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)

Franz, wie lange hat es bei Dir gedauert, ehe die Lösung kristallisiert ist?

Nach sehr vorsichtigem Gebrauch kamen übrigens von Gaster und Intestinum keine Beschwerden.  :D

Viele Grüße,
Heiko
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: Rawfoto in März 23, 2014, 09:27:11 VORMITTAG
Guten Morgen

Also wir haben 1 kg von dem Zeug für Marmelade (Maulbeere & Erdbeere) eingesetzt. Die Nebenwirkungen sind bei Beate ausgeblieben .-)

@Wilhelm, wie groß sind denn Deine Kristalle geworden - der zumindest, mit welcher Vergrößerung bis Du denn den Kristallen näher gerückt?

Liebe Grüße

Gerhard
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: wimeisrhi in März 23, 2014, 11:11:56 VORMITTAG
Hallo,
die Kristallisation hat mehrere Tage gedauert. Die Größe der Kristalle liegt im 1/10 bis 1/2mm-Bereich.
Viele Grüße
Wilhelm
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: Heiko in März 30, 2014, 00:34:06 VORMITTAG
Hallo Wilhelm,

nach mehreren Fehlversuchen, bei denen die Kristallisation nicht einsetzte (die Lösung war nicht konzentriert genug), kann ich jetzt Kristalle vorzeigen – wenn ich das hier darf, da Du die Substanz ja für uns ,,entdeckt" hast.

Faszinierende Interferenzen treten auf – ich hoffe auf ,,ein erläuterndes Wort" derer, die sich mit diesem Phänomen auskennen:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/147712_54912663.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)

Viele Grüße,
Heiko
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: wimeisrhi in März 30, 2014, 09:09:29 VORMITTAG
Hallo Heiko,
ein wirklich schöner Kristall. da ich die Lösung, di auch sehr konzentriert war unter dem Deckglas hatte, war das bei mir eher 2-dimensional. Die Farben kommen sicher aus dem Prismeneffekt an der Schrägen Kante.
Viele Grüße aus Kärnten
Wilhelm
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: olaf.med in März 30, 2014, 09:31:22 VORMITTAG
Hallo Heiko,

die Interferenzfarben kommen durch Dein optisches System! Ich gehe mal davon aus, dass Du den Analysator ausgeschaltet hast ;D - dann gibt es in Deinem Strahlengang irgendeine Grenzfläche, die polarisiert, evtl. ein Teilerprisma. Hast Du einen Photo-Trinotubus mit einem Strahlenteiler, der die Beobachtung parallel zur Aufnahme erlaubt? Das ist in der Regel der Übeltäter, und dem Effekt kann man nur durch einen teuren Depolarisator vor dem Tubus oder zusätzliches Ausschalten des Polarisators entgehen.

Der Kristall ist übrigens wunderschön, auch die Fluideinschluß-Fahne im Inneren!

Herzliche Grüße,

Olaf
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: Heiko in März 30, 2014, 11:57:45 VORMITTAG
Hallo Wilhelm,

der 3D-Effekt kann mit meiner (Hoch)-Stapelei zu tun haben und außerdem war der Sirup so zäh, dass sich das Deckglas kaum niederlegen wollte ...  :D



Verflixt, lieber Olaf,

und ich hatte auf den ,,Kalkspat-Effekt" spekuliert:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/147722_18502630.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/147722_13508673.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)

Viele Grüße,
Heiko
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: Klaus Herrmann in März 30, 2014, 13:37:19 NACHMITTAGS
Hallo Heiko,

ich hätte jetzt auch ganz schlicht vermutet, dass das Schichtdicken-äbhängige Interferenzen 1-3. Ordnung sind, die wie üblich von kräftig zu blasser variieren - so wie auch an dem Beispiel von dir gezeigt Allerdings ist das Gesichtsfeld aufgehellt deshalb nicht ganz XPL oder irgend eine Kompensation?
Oder nicht spannungsfreie Optik?

Schön der "Calzit"-Kristall.
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: Heiko in März 30, 2014, 14:56:07 NACHMITTAGS
Nein, Klaus, das ist auch Xylit.

Gruß, Heiko
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: Klaus Herrmann in März 30, 2014, 17:15:23 NACHMITTAGS
" :D "


Der beschriebene Effekt (Schichtdicke) sollte aber schon zutreffen lieber Heiko?
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: Heiko in März 30, 2014, 23:02:13 NACHMITTAGS
Entschuldigung, lieber Klaus, hatte Deine Humoreske erst nicht verstanden ...

Habe ja auch andere Sorgen, Klaus, Olaf und Wilhelm, wie ,,krank" ist denn nun mein Mikro? Es ist nämlich tatsächlich so, dass ich ohne Analysator wandernde Interferenzstreifen an schrägen Flächen sehe, wenn ich den Polarisator drehe. Ohne Polarisator ist der Effekt verschwunden.
Falls eine ,,normale" Schichtdicken-Interferenz vorliegt, hat die Substanz selbst wohl keinen Einfluss?
Ich bitte um einen – gerne polarisierten – Lichtstrahl in's Tal der Ahnungslosigkeit.

Viele Grüße,
Heiko
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: olaf.med in März 31, 2014, 09:49:13 VORMITTAG
Lieber Heiko,

dieser Effekt hat gar nichts mit "Schichtdicken-Interferenz" zu tun, sondern er ist ganz sicher auf Polarisations an ebenen Grenzflächen zurückzuführen. Sieh einfach unter dem Stichwort "Brewster-Winkel" im Netz nach, da werden sie geholfen.

Im besten Fall findet die Polarisation an Deinen Kristallflächen statt, wenn es größere Brechungsindex-Unterschiede zwischen diesem und der Immersion gibt (dies wirkt dann wie eine Analysator). Dazu habe ich noch den O-Ton meines ersten akademischen Lehrers im Ohr: ...niemals gar nie nicht am Streupräparat ohne Immersion und Deckglas....

Im schlechteren Fall findet die Polarisation an einer Grenzfläche im abbildenden Strahlengang statt (Teilerprisma im Binotubus o.Ä.). Dann hilft nur der weiter oben schon erwähnte Depolarisator.

Herzliche Grüße,

Olaf
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: Klaus Herrmann in März 31, 2014, 13:11:38 NACHMITTAGS
Lieber Olaf,

bei mir ist wohl eine Menge durcheinander geschüttelt und du hast sicher Recht nur ich versteh es nicht.

Beim Letzten Bild von Heiko mit XPl (schwarzer Hintergrund) hat der gut ausgebildete Kristall abgeschrägte Flächen, die hier durch Interferenzstreifen schön bunt werden. Von senkrecht oben geschaut blickt man somit auf "Keile". Maximale Schichtdicke hat dabei die oben liegende Tafel und Schichtdicke Null entspricht der Auflagefläche des Deckglases.  Die Interferenzstreifenschaar  entspricht nach meinem Verständnis der Abfolge der Interferenzen 0.te bis ca 3. Ordnung. Die Farben werden auch wie sichs gehört blasser. Ist diese Interpretation falsch?
Wenn sie falsch ist, was sehe ich dann bei einem Quarzkeil?

Meine Groschen fallen manchmal wie in Honig!
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: Heiko in März 31, 2014, 13:34:30 NACHMITTAGS
Lieber Olaf,

ich bin schlicht zu dumm, diese Dinge zu verstehen.
Erlaube deshalb bitte die folgende Nachfrage. Prinzipiell erfüllen somit alle (?) Kristalle in ihren Lösungen die Voraussetzungen für diesen Effekt? Auffällig wird die Sache, wenn die Grenzflächen groß genug sind, bei günstigen Kristall-Morphen und wenn die Brechzahlen der Phasen recht verschieden sind?

Wenn überhaupt, ist das sicher noch nicht die ganze Wahrheit?

Viele Grüße,
Heiko
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: olaf.med in März 31, 2014, 20:21:04 NACHMITTAGS
Lieber Klaus,

... nur Mut, alles wird gut... ;D

Die letzten beiden Bilder von Heiko sind so wie es sich gehört: Kristall im normalen Licht, ganz ohne irgendwelche Interferenzerscheinungen oder andere Dreckeffekte und Kristall bei gekreuzten Polarisatoren mit anständigen Interferenzfarben (hier bis zum grün 5ter Ordnung!). So sollte es sein.

Hat man jedoch im linear polarisierten Licht (bei ausgeschaltetem Analysator) irgendetwas im Strahlengang hinter dem Kristall was (schwach) polarisiert, wirkt das wie ein Analysator, es entstehen Interferenzen. Grenzflächen, die schräg zum Strahlengang stehen, wirken immer polarisierend, und besonders effektiv, wenn sie unter dem Brewster-Winkel getroffen werden. Daher ist der Polarisator in jedem guten Pol-Mikroskop immer im geraden Teil des Tubus vor irgendwelchen Schrägtuben oder anderen optischen Teilern/komplexen Systemen.

Ja Heiko, im Prinzip hast Du völlig recht, aber den Effekt sieht man in der Regel nur bei hoch doppelbrechenden Substanzen (wie Du sie ja oft erfolgreich züchtest). In Gesteinsdünnschliffen sieht man es besonders bei Calcit-Zwillingslamellen. Das kannst Du Dir ja mal hier http://homepage.rub.de/olaf.medenbach/index.html unter Downloads - Mineraloptik - Polmi II, Teil 5, Olivin, Carbonate, Gesteinsglas.ppt in der Folie Nr. 20 ansehen.

Herzliche Grüße,

Olaf
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: Heiko in März 31, 2014, 22:24:32 NACHMITTAGS
Danke, lieber Olaf,

und andächtiges Staunen, was Deine homepage angeht.

Nun will ich Dich aber auch gleich noch einmal ärgern, indem ich einen regelwidrig abgelichteten Xylit zeige:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/147778_22293798.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)

:D

Viele Grüße,
Heiko
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: olaf.med in April 01, 2014, 09:41:13 VORMITTAG
... wieso soll ich mich da ärgern, ich finde ihn einfach nur schön :)

Solltest Du allerdings damit eine wissenschaftliche Aussage verknüpfen wollen, denke ich über "Ärgern" noch mal nach.

So etwas wünscht man sich für den Spindeltisch! Gibt es davon genügend Material, dass Du mir einen oder zwei Kristalle für eine solche Untersuchung abtreten könntest?

Herzliche Grüße und Danke für das schöne Bild,

Olaf
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: Heiko in April 01, 2014, 13:37:44 NACHMITTAGS
Hallo Olaf,

gerne will ich probieren, Material für Deinen wissenschaftlichen Tatendrang zu züchten. Da ich eine 1kg-Dose erworben hatte, habe ich ja Substanz für einige Versuche. Hoffentlich macht die angegebene Hygroskopie keine Schwierigkeiten.

Gib doch bitte einmal Deine ,,Traummaße" an, die die Objekte haben sollten.

Die Kristalle unter dem Deckglas sind längst unansehnlich (weil miteinander verwachsen) geworden.

Viele Grüße,
Heiko
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: olaf.med in April 01, 2014, 17:52:52 NACHMITTAGS
Hallo Heiko,

hygroskopisch ist natürlich blöd, vielleicht kann man sie in der Pampe verschicken, damit unterwegs nichts passiert. Alles zwischen 100 micron und 1 mm ist perfekt.

Herzliche Grüße,

Olaf
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: Heiko in April 01, 2014, 19:24:26 NACHMITTAGS
Mein lieber Olaf,

so wird das dann eher schwierig. Spindeltisch hieß für mich: mehrere Millimeter – wieder falsch gedacht.
Ich bekomme max. 1mm Kristalle sicher nicht gescheit – heißt flusenfrei – aus der ,,Pampe" separiert und verschickt.
Darf ich Dir ein halbes Kilo der Handelsware Xylit zukommen lassen, damit Du selbst Hochviskos-Zuchtversuche startest?
Ich will mich wirklich nicht drücken, aber eine andere Vorgehensweise ,,deucht mir" unsinnig.

Viele Grüße,
Heiko
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: olaf.med in April 02, 2014, 09:50:12 VORMITTAG
Lieber Heiko,

aber gerne, aber tun's nicht auch 100 Gramm?

Herzliche Grüße,

Olaf
Titel: Re: Süßes ohne Kariesgefahr: Xylit oder Birkenzucker
Beitrag von: Heiko in April 08, 2014, 23:08:57 NACHMITTAGS
Hallo,

schon geahnt und doch verblüfft – Saccharose zeigt auch heftige Interferenzen – dem Xylit recht ähnlich (kristallisiert nur nicht so problemlos):

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/148261_55030452.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)

Viele Grüße,
Heiko