Mikro-Forum

Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Walter P. in März 28, 2014, 13:13:48 NACHMITTAGS

Titel: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Walter P. in März 28, 2014, 13:13:48 NACHMITTAGS
Liebe "Fluoreszenzer"!

Ich bitte mir im Hinblick auf die Anforderungen für die Fluoreszenz etwas auf die Sprünge zu helfen, da ich mich bisher nur mit Pol Mikroskopie beschäftigt habe.

Zur Anregung der Einfärbung eines Anschliffes benötige ich eine Anregung im Bereich kurzweiligem UV (254 nm).
Die Einfärbung und Anregung dient nur zur Auffindung spezieller Stellen, an denen danach das Mineral mittels Polarisation bestimmt wird.

Dazu folgende Fragen:

- LED oder besser HBO 200 W
- Ist der Auflichttubus meines Amplival pol u dafür geeignet (mit HBO benötige ich natürlich ein entsprechenden Filter, zusätzlich zum Sperrfilter).
- Sind meine Planachromaten pol dafür geeignet oder benötige ich für die Anregung Apos.

Mit Dank im Voraus
Walter



Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Rene in März 28, 2014, 13:33:10 NACHMITTAGS
254nm, really? Quartz only... What emitting bands will you get from that?

At 365nm, I prefer LEDs, unless you want to be able to quickly change to other exciting wavelengths (if for amateur use). All my modern lenses are doing fine at this wavelength.

Best wishes, René
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Walter P. in März 28, 2014, 13:50:21 NACHMITTAGS
René, danke für die Antwort!

Leider fluoresziert die Einfärbung bei langweiligem UV nicht. Das habe ich schon getestet.
Den Farbstoff kann ich nicht ändern, da er chemisch andockt.

Gruß
Walter
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: TPL in März 28, 2014, 14:13:09 NACHMITTAGS
Hallo Walter,

beruflich und privat interessiere ich mich sowohl für Pol-, als auch für Fluoreszenzmikroskopie. Eine Anwendung von Fluorochromen für kurzwelliges UV in der Dünnschliff-Mikroskopie kenne ich bisher nicht (was nichts heißen muss). Deshalb habe ich ein paar Fragen zu Deinem Problem:

- was meinst Du konkret mit "Einfärbung" (was soll gefärbt werden? womit)?
- gibt es alternative Methoden, Dein Ziel zu erreichen?

Zu Deinen Fragen:

- ich kenne keine LED für so kurzwelliges Licht,
- bei 254 nm ist jedes gewöhnliche optische Glas nahezu undurchlässig und auch gewöhnliche Strahlenteiler versagen den Dienst. Wenn Dein Auflichttubus (Auflicht-Kondensor?) also Glaslinsen, Glasspiegel oder Glas-Strahlenteiler enthält, sehe ich (eher Du :-\) schwarz,
- auch die Objektive müssen für kurzwelliges UV durchlässig sein. Die meisten mir bekannten Planachromate sind schon im langwelligen UV eine schlechte Wahl. Bei 254 nm ist mit Sicherheit Spezialoptik erforderlich.

Gruß, Thomas

PS: als Pol-Mikroskopiker magst Du Dich fragen, was es mit dem inzwischen mehrfach genannten "Quarz" auf sich hat. Natürlich ist kein kristalliner Quarz gemeint, sondern ein möglichst reines SiO2-Glas (Kieselglas, http://de.wikipedia.org/wiki/Quarzglas).
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: peter-h in März 28, 2014, 14:20:53 NACHMITTAGS
Hallo Walter,

Thomas hat schon reichlich dazu geschrieben. Von Fa. Roither gibt es UV-LEDs bis hin zu 245nm, allerdings mit recht geringer Ausbeute und zudem möchte ich den Preis nicht wissen. Bis 365nm arbeite ich mit einer LED von Nichia. Selbst hier sind nur wenige Objektive noch brauchbar. Bei 254nm muß der ges. Strahlengang dafür optimiert sein und besteht zum Großteil dann aus Quarz. Ist Dir ein Mikroskop, der Preis spielt keine Rolle, für eine solche Aufgabe bekannt?
Dann auch die Frage, bei welcher Wellenlänge emittiert dann dieser Stoff?

Viele Grüße
Peter
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: l'œil armé in März 28, 2014, 14:24:33 NACHMITTAGS
Moin,

die "normalen" Objektive, ganz gleich welchen Korrekturzustandes sperren unterhalb 360nm zunehmend bzw. lassen nur noch einen kaum verwertbaren Anteil durch. Du brauchtest also Quarz-Monochromate oder besser ZEISSsche Ultrafluare für diese Wellenlänge, wenn Du tatsächlich so arbeiten möchtest. Ich würde es wahrscheinlich vorziehen, den Raum vor einem Objektiv mit genügendem Arbeitsabstand über einen Quarzlichtleiter (der aber in der Regel auch nicht umsonst zu bekommen ist) anzustrahlen. Aber Du benötigst auch auf der Beleuchtungsseite UV-durchlässige Optik (Kollektor u.a.m.)

Vor Allem Deine Augen unbedingt vor Streulicht schützen, ich habe mir selbst schon mehrfach Bindehautentzündung angelacht und das ist der harmlosere Fall!

Beleuchtet habe ich zu dieser Zeit mit einer Xenon - Hochdrucklampe Osram 75W, LEDs waren leistungsmäßig damals noch kein Thema. Es gibt/gab zwei unterschiedliche Varianten: Ozon produzierende und Ozonfreie (OFR) Brenner. Du wirst wahrscheinlich auf den Stinker  ;)  zurückgreifen müssen, um an diese Wellenlängen zu kommen. Die Ozonfreie Variante gibt, glaube ich, nicht gar so kurze Wellenlängen ab. Der Ozongeruch ist aber nur gering - keinesfalls mit der Ozon-Produktion einer alten Höhensonne zu vergleichen - und stört nicht wirklich. Es sei denn man hat eine sehr empfindliche Nase. Dafür sind intensitätsseitig reichlich "PS" vorhanden.

Freundliche Grüße

Wolfgang
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Klaus Herrmann in März 28, 2014, 14:35:53 NACHMITTAGS
Hallo Walter,

also die Frage ist wirklich:  welcher Fluoreszenzfarbstoff ist das? Was färbt der spezifisch an - denn das ist ja der Sinn, wenn ich es richtig verstehe: der Farbstoff ist ein spezifischer Marker für ein spezielles Mineral? Welches ist das?
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Walter P. in März 28, 2014, 15:11:36 NACHMITTAGS
Danke recht herzlich für die für mich sehr informativen Antworten.

Der fluoreszierende Stoff kann leider nicht geändert werden, da er mit dem silikatischen Gel das ich suche eine chemische Verbindung eingeht. Durch die fluoreszierende Eigenschaft des Stoffes kann das Gel im Anschliff aufgefunden werden.

Da der fluoreszierende Stoff in der Handhabung zwar harmlos ist, aber bei der Nennung des Namens im Internet bei bestimmten Herren in Amerika aufgrund eines Teiles des Namens die Lampen aufleuchten, schreibe ich Mal nur ".....nylacetat". Kollegen die sich mit Beton beschäftigen kennen sich aus.

Das Anleuchten mit einer UV Lampe führt nur bei kurzweiligem Licht zu einer Fluoreszenz. Unter dem Stemi funktioniert das auch noch gut, aber die Auflösung des Stemi ist leider nicht ausreichend.

Im Amplival reicht leider der Arbeitsabstand der Objektive nicht aus um ausreichend UV Licht mit der Handlampe für eine Fluoreszenz zu schaffen.

Ich bin daher auf der Suche nach einer Lösung.

Die Antworten aus dem Forum haben mir aber bereits viel Zeit, Energie und Geld gespart, deshalb viel Dank!
Ich muss also vorerst eine unkonventionell Lösung versuchen.
Ich werde es mit einer entsprechenden LED und seitlichem Anleuchten beim Objektiv 6.3 versuchen, da ist der Arbeitsabstand am Größten. Vieleicht ist die Zentrierung dabei ausreichend um mit den anderen Objektiven die Stelle wieder zu finden.

einen Schönen Gruß
aus dem derzeit sonnig warmen Zillertal.
Walter


Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Walter P. in März 28, 2014, 15:26:51 NACHMITTAGS
Liebe Kollegen!

Obwohl das Chaten "kurzweilig" ist, habe ich natürlich "kurzwelliges UV" Licht gemeint.
Die automatische Rechtschreibhilfe hat mich hier ausgebremst.

Grüße
Walter
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Walter P. in März 28, 2014, 15:33:07 NACHMITTAGS
Danke Safari für den Link.

Mit einer ähnlichen Lampe arbeite ich bereits mit dem Stemi.
Beim Amplival schaffe ich es aber damit nicht ausreichend Licht auf den Anschliff bzw. Dünnschliff zu bekommen.

Gruß
Walter

Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Stefan_O in März 28, 2014, 16:43:29 NACHMITTAGS
Hallo Walter,

warum fluoresziert dein Acetat nur unter Kurzwelle? So ziemlich alle mir bekannten U-Verbindungen fluoreszieren bereits bei langwelligen UV-Licht teilweise sogar schon bei 405 nm (der BlueRay-Laser-Wellenlänge) (oder garnicht).

Eine Lösung wäre vielleicht die Verwendung von Objektiven mit langen Arbeitsabstand. Diese haben selbst bei 50 x noch diverse mm Distanz zur Probe, genug für eine improviserte Auflichtbeleuchtung.

Ein anderer gut gebündelter UV-Strahler wäre eine Deuterium-Lampe, direkt vor die Probe gebraucht. Der Aufwand ist ähnlich hoch wie für eine Hg- oder Xenon-Lampe d.h. es braucht ein passendes Vorschaltgerät. Dafür solltest Du dann aber alle Hautpartien abdecken, zusätzlich zum Augenschutz, Deuterium-Lampen sind nicht zu unterschätzen. Für die Bildbetrachtung wäre eine gute Kamera sinnvoll.

Gruss,
Stefan
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Walter P. in März 28, 2014, 17:17:44 NACHMITTAGS
Hallo Thomas!

Grüezi in die Schweiz!
Ich habe eine UV Lampe, die man entweder mit UV-A oder UV-C betreiben kann, leider nicht auf UV-B.
bei UV-A ist keine Fluoreszenz erkennbar, bei UV-C deutliche Fluoreszenz, auch ohne Mikro zu sehen.
Ich habe mit längerer Wellenlänge noch nicht probiert. Ich muss mal nachsehen welche Wellenlänge mein blaues SIF -Filter hat, soweit ich mich erinnere liegt das aber bei 450 nm. ich werde es mal Test und dann berichten.

Schöne Grüße
Walter
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Walter P. in März 28, 2014, 17:21:35 NACHMITTAGS
Sorry Stefan!!!!

Ich habe einen Thomas aus dir gemacht.
Entschuldige Bitte, der Finger zum Senden der Nachricht war leider zu schnell ....

Gruß
Walter
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: peter-h in März 28, 2014, 18:02:05 NACHMITTAGS
Hallo Walter,
also das  -nitrat leuchtet prächtig mit einer 365nm UV-LED. Gerade getestet. Das wäre dann um Klassen einfacher.

Gruß
Peter
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Stefan_O in März 28, 2014, 18:21:40 NACHMITTAGS
....das leuchtet auch unter einer simplen Schwarzlichtlampe aus dem Baumarkt, ebenso wie das Sulfat, Acetat etc. Auch das bechriebene Silikat sollten kein Problem sein, da U-Gläser ja ebenfalls prächtig bei UV-A leuchten. Allerdings ist es seltsam, dass die Probe hier nicht unter UV-A fluoresziert. Es kann natürlich sein, dass im angefärbten Material Fluoreszenz-Killer ("Quencher") wie z.B Kupfer-Ionen sind. Dazu müsste man etwas mehr zur Probe und Art der Färbung wissen.

Gruss,
Stefan

Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Werner in März 28, 2014, 19:23:12 NACHMITTAGS
254 nm ist die intensivste Linie einer Niederdruck-Quecksilberdampflampe.
Kann die Probe auch seitlich beleuchtet werden?
Dann schlage ich einen Lichtleiter aus einem Quarzglasstab vor, der ist leichter zu beschaffen als ein Fiberleiter.
Quarzlinsen zum Fokussieren könnte ich liefern. Ein Sperrfilter habe ich aber nicht.

Gruß   -   Werner
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Klaus Herrmann in März 28, 2014, 19:43:10 NACHMITTAGS
Hallo Walter,

auch ich habe einen Heiden-Respekt vor CIA, NSA -  wie schnell ist man in Guant...
Aber dass Fluoreszenzfarbstoffe jetz schon indiziert werden macht mir richtig Angst. Oder ist es eine andere Fraktion, die auch mit Beton arbeitet, die dich von der öffentlichen Nennung des Namens des Farbstoffes abhält? Ich meine Beton in Eimern in denen ungewaschene Füße stecken  ;D
Vielleicht gibst du einfach einen Link zu einem Absorptions-Emmissionsspektrum an. Aber um Himmelswillen nicht den Klarnamen -
Zitatnylacetat
ist schon saugefährlich! :o
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Frank D. in März 28, 2014, 20:03:45 NACHMITTAGS
Hallo Walter,

P. Metzner (Greifswald) beschreibt in seiner Schrift "Einfache Einrichtungen zur Fluoreszenzmikroskopie und Fluoreszenzmikrophotographie" (1930) die Auflichtbeleuchtung im UV-Licht mittels eines, an einem Objektiv angebrachten, Parabolspiegels (wohl ein Selbstbau, ähnlich dem Lieberkühnspiegel).
Wenn Du möchtest, kann ich Dir diese Schrift als pdf-Dokument zuschicken.

Herzliche Grüße
Frank
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: TPL in März 28, 2014, 20:56:04 NACHMITTAGS
Zitat von: Safari in März 28, 2014, 20:26:09 NACHMITTAGS
Zitatauch ich habe einen Heiden-Respekt vor CIA, NSA -  wie schnell ist man in Guant...

All-Inklusive in der Karibik ist doch nicht schlecht - und so günstig.

...und orange (http://images.zeit.de/politik/ausland/2010-03/10-guantanamo-bay/10-guantanamo-bay-540x304.jpg) ist meine Lieblingsfarbe! Also los: Uranylazetat, Uranylazetat, Uranylazetat!

Urlaubsreife Grüße
Thomas
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Guy Marson in März 28, 2014, 23:57:35 NACHMITTAGS
Hallo´le,

Hab ich etwas nicht verstanden? Es geht doch darum, dass ein Stoff/Gegenstand (egal welcher) mit einem UV-Strahler (egal welcher Frequenz) angestrahlt wird. Ausgewertet wird emittiertes Licht im sichtbaren Bereich das m.E. aber von allen üblichen Optiken durchgelassen wird. Demzufolge bräuchte man doch bloss die UV-Strahlung über eine Luftstrecke zuführen und könnte (notfalls UV-gefiltert) die emittierten Farben auswerten, oder?

Ciao,
Guy
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Klaus Herrmann in März 29, 2014, 10:46:59 VORMITTAG
Hallo Guy,

schon richtig: man könnte seitlich beleuchten, aber bei dem sehr kleinem Arbeitsabstand der hohen Vergrößerungen bekommt man eben kaum ausreichend Licht auf die Probe, im Gegensatz zur klassischen Auflichtanordnung, wo das Objektiv gleichzeitig Kondensor ist und das Licht somit koaxial auf die Probe trifft.
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Stefan_O in März 29, 2014, 10:50:45 VORMITTAG
....genau darum hatte ich die Verwendung von Objektiven mit langen Arbeitsabstand vorgeschlagen. 7-12 mm Abstand reichen sicher für eine improvisierte schräge Beleuchtung aus.

Gruss,
Stefan
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: Guy Marson in März 29, 2014, 14:01:36 NACHMITTAGS
ok, alles klar. Leider sind UV-LEDs@254nm noch sehr teuer und recht schwach auf der Brust. Immerhin sind sie sehr klein und man verliert nicht viel Strahlungsenergie wenn man sie sehr nahe am Objekt montiert. Zudem könnte man die Anregungsenergie ja möglicherweise aufs Objekt spiegeln.
Ein strahlendes Wochenende,
Guy
Titel: Re: UV Fluoreszenz
Beitrag von: klausLM in März 29, 2014, 14:28:38 NACHMITTAGS
Moin,
mein Uranylazetat leuchtet unter dem UV-Licht meiner Lupe schon schön gelbgrün.

Gruß
Klaus