Hallo zusammen,
kann mir beim folgenden, ca. 200 µm langen und farblosen Viech jemand weiterhelfen?
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/152127_18543143.jpg) (http://s785.photobucket.com/user/Monsti55/media/Mikroskopie-Fotos/Moore%20im%20Bezirk%20Kitzbuehel/ciliatsi6200um_zps53269efb.jpg.html)
Ich fand es in einem Hochmoor.
Vorab schon mal vielen Dank und herzliche Grüße
Angie
Hallo Angie,
könnte das vielleicht ein Schwärmerstadium eines Glockentierchens sein ?
Viele Grüße
Stefan
Hallo Stefan,
anscheinend sitzt das Viech normalerweise fest bzw. besitzt einen Stiel. Deshalb denke ich auch, dass es zu den Peritrichia gehört.
Ein "normales" Glockentier ist dies aber wohl nicht, dafür ist es mit 200 µm Länge viel zu groß. Die größten Exemplare, die ich bisher gesehen habe, waren Vorticella campanula mit ca. 100 µm bis knapp 120 µm Länge. Deshalb schrieb ich "glockentierähnlich". Im Foissner (Bd. II) konnte ich leider nichts Passendes finden.
Herzliche und weiterhin rätselnde Grüße
Angie
Hallo Angie,
konntest Du sonst noch etwas beobachten, z.B. vermutliche Form des Macronucleus, irgendwelche Besonderheiten? Dann könnte ich mal im Kahl nachschauen. Aber Schwärmerformen sind da auch nicht aufgelistet, deswegen habe ich eigentlich nicht viel Hoffnung
Herzliche Grüße,
Michael
Hallo Michael,
leider muss ich passen, denn mehr konnte ich trotz langer Beobachtung nicht erkennen (außer, dass das Tierchen kontraktierte). Unterhalb des Schlundes erkenne ich vage eine kontraktile Vakuole. Der Nukleus könnte sich auf dem Foto im oberen Drittel (zwischen Schlund und Zellwand) befinden, bin aber nicht sicher. Da das Tier vollkommen farblos und auch recht kontrastarm war, habe ich den Kontrast ordentlich erhöht. Wesentlich mehr ist aber trotzdem nicht erkennbar - leider.
Herzliche Grüße
Angie
Hallo Angie,
schaun mer mal. Heute abend blättere ich mal den Kahl durch. Vielleicht hilft ja schon die Größe weiter.
Herzliche Grüße,
Michael
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Hallo Angie,
im Kahl sind ein gutes Dutzend Süßwasserarten gelistet, bei denen die Zooiden so groß sind, dass man zumindest annehmen könnte, die Schwärmer könnten sich in der Größenordnung von 200µ bewegen. Ausschließen kann ich davon diejenigen, deren Schwärmer dort (oder im Foissner) abgebildet sind und nicht passen. Die Zooiden selbst passen eigentlich in keinem dieser Fälle.
Über die Form des Macronucleus kann man halt wenig sagen, c'est la vie.
Übrig bleiben daher sieben Arten der Gattungen Epistylis und Opercularia, die nur im Kahl aufgeführt werden, für die aber keine weiteren Ausschlusskriterien vorliegen. Das liegt nicht zuletzt auch an den z.T. dürftigen Beschreibungen, die im Kahl zitiert werden. M.E. ist auch Campanella umbellaria noch im Rennen, weil ich keine Darstellung des Schwärmers finde, um C.u. auszuschließen.
Tja, so schaut's aus.
Herzliche Grüße,
Michael
Hallo Michael,
erst einmal vielen Dank für Deine Recherche. Es beruhigt mich ein wenig, dass Du ebenfalls nicht viel weiter kommst. Meine Favoriten waren Campanella umbellaria oder Zoothamnium. Da ich die Probe noch habe, werde ich das weiter beobachten (sofern diese Viecher mein Arbeitszimmergefängnis überstehen ...).
Falls sich eine erhellende Neuigkeit ergibt, werde ich berichten.
Herzliche Grüße
Angie
(die ab jetzt für eine Woche im Stress des Pillerseetreffens steckt)
Hallo Angie und Michael,
ich hab von sowas natürlich überhaupt keine Ahnung, aber Ralf bildet auf seiner Seite etwas ab, das er Campanella umbellaria nennt und das locker 200 µm auf die Waage bringt:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/152532_18863076.jpg)
Was mir da auffällt, ist die gekräuselte Außenhaut, die ich bei deinem Exemplar (Angie) nicht sehe.
Herzlich Martin
Lieber Martin,
das ist es sicher nicht, denn die Zellwand meines Kandidaten war absolut glatt.
Herzliche Grüße
Angie