Mikro-Forum

Foren => Bestimmungshilfe => Thema gestartet von: Klaus Herrmann in Oktober 15, 2014, 12:16:03 NACHMITTAGS

Titel: Eine Mistel in einem Nadelbaum
Beitrag von: Klaus Herrmann in Oktober 15, 2014, 12:16:03 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

ein paar Tage am Bodensee bei traumhaftem Wetter haben nebenbei auch Schnappschüsse zugelassen, die zeigenswert sind. In Bad Schachen ist in einem wunderschönen Park mit altem Baumbestand einiges zu bewundern. Unter Anderem auch dieser riesige Nadelbaum mit Misteln, die sonst eigentlich nur auf Laubbäumen zu finden sind. Ist das eine Laune der Natur oder eine andere Art?

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/158468_17355574.jpg) (http://s106.photobucket.com/user/microklaus/media/Mikropraeparate%202012/Micropaeparate_2013/800_IMG_0003_1_zps4cd5f4a0.jpg.html)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/158468_38176488.jpg) (http://s106.photobucket.com/user/microklaus/media/Mikropraeparate%202012/Micropaeparate_2013/800_IMG_0002_2_zps451cc454.jpg.html)
Titel: Re: Eine Mistel in einem Nadelbaum
Beitrag von: Detlef Kramer in Oktober 15, 2014, 14:17:26 NACHMITTAGS
Lieber Klaus,

es dürfte sich um die Unterart Viscum album subsp. abietis (Wiesb.) Janchen handeln. Fndest Du, wenn Du bei Wikipedia unter Viscum album nachschaust.

Herzlche Grüße
Detlef
Titel: Re: Eine Mistel in einem Nadelbaum
Beitrag von: Klaus Herrmann in Oktober 15, 2014, 14:33:04 NACHMITTAGS
Lieber Detlef,
danke das ging ja schnell und ist sicher ein Volltreffer. Interessant die Verbreitungsmethode: sie soll ihre Samen bis zu 20 m weit schießen.
Titel: Re: Eine Mistel in einem Nadelbaum
Beitrag von: wolfg in November 12, 2014, 13:46:50 NACHMITTAGS
Hallo Detlef,

mir ist etwas unklar, mit welchem Mechanismus Misteln ihre Beeren/Samen verschießen sollen...

Vor einigen Jahren habe ich bei einem Vortrag in der Zoologischen Staatssammlung in München sehr plausibel
erläutert bekommen, daß zumindest im südbayerischen Raum die alle paar Jahre invasionsartig einfliegenden
Seidenschwänze die Hauptverbreiter der Misteln sind.

Viele Grüße
Wolfgang

Titel: Re: Eine Mistel in einem Nadelbaum
Beitrag von: Detlef Kramer in November 12, 2014, 14:25:20 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,

Zitatmir ist etwas unklar, mit welchem Mechanismus Misteln ihre Beeren/Samen verschießen sollen...

mir auch! Ich weiß nicht, wo Klaus das her hat. Klaus, hast Du das irgendwie mit der Spritzgurke verschwurgelt?

Gruß, Detlef
Titel: Re: Eine Mistel in einem Nadelbaum
Beitrag von: beamish in November 12, 2014, 16:06:31 NACHMITTAGS
Wahrscheinlich fallen die Samen aus bis zu 20m Höhe herunter....

;D
Grüße
Martin
Titel: Re: Eine Mistel in einem Nadelbaum
Beitrag von: Herbert Dietrich in November 12, 2014, 16:17:04 NACHMITTAGS
Liebe Mistel-Freunde,

der Brauch des Küssens unter dem Mistelzweig dient sicher nicht zur Fortpflanzung der "Mistel"

laut Wikipedia:

Eine Besonderheit der Mistel-Früchte und Samen liegt darin, dass keine Samenschale ausgebildet wird. Stattdessen bildet das Mesokarp eine klebrige Schicht aus einer Substanz, die als Viscin bezeichnet wird. Das Viscin hat bei der Samenausbreitung zwei Funktionen: Eine Komponente ist glitschig, so dass die schleimumhüllten Samen schnell den Verdauungstrakt der Vögel passieren. Zweitens ist das Viscin sehr klebrig und klebt die Samen an den Ästen der Wirtsbäume fest. Vögel breiten diese Samen aus, indem sie entweder nur das Fruchtfleisch fressen und die klebrigen Samen an benachbarten Zweigen abstreifen oder die ganzen Früchte fressen und die unverdauten Samen andernorts wieder ausscheiden.

Bei der Keimung entsteht unter den winzigen Keimblättern ein ,,Schlauch" mit endständiger Scheibe, aus der sich bei Kontakt mit einem geeigneten Wirt auf noch glatter Rinde ein Haustorium entwickelt, durch das der Keimling zu den Leitbahnen der Wirtspflanze vordringen kann.

herbstwetterliche Grüße aus Bayern, da wachsen die Misteln auch auf Kiefern

Herbert
Titel: Re: Eine Mistel in einem Nadelbaum
Beitrag von: treinisch in November 12, 2014, 16:32:02 NACHMITTAGS
Hallo,

vielleicht hatte Klaus andere Misteln in Erinnerung?

Solche zum Beispiel? http://en.wikipedia.org/wiki/Mistel

Obwohl, etwas mehr als 20 m dürften die schon schaffen :-)


Vlg

Timm
Titel: Re: Eine Mistel in einem Nadelbaum
Beitrag von: Klaus Herrmann in November 12, 2014, 22:14:52 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

ZitatIch weiß nicht, wo Klaus das her hat

ich kann nur sagen, dass ich das ergoogelt habe, aber bedauerlicherweise den Link nicht kopiert habe. Ich find ihn aber auf die Schnelle nicht mehr. Vielleicht ist jemand pfiffiger als ich. Nur sicher bin ich, dass die 20 m "Schussweite" dort angegeben waren. Die Verbreitung auf den Bäumen könnte doch ein Indiz sein, dass es wirklich so ist.
Titel: Re: Eine Mistel in einem Nadelbaum
Beitrag von: Heiko in November 18, 2014, 22:49:40 NACHMITTAGS
Hallo, lieber Klaus,

für Viscum wird ja vielerorts Endozoochorie angegeben. Wenn der Specht nun sich überfuttert hat und Bauchdrücken bekommt ... dann erscheinen mir die 20 m ,,Schussweite" doch sehr plausibel ...  ;D

Viele Grüße,
Heiko
Titel: Re: Eine Mistel in einem Nadelbaum
Beitrag von: smashIt in November 18, 2014, 23:24:06 NACHMITTAGS
ich sehe dort keinen druiden
kann allso keine mistel sein  ;D
Titel: Re: Eine Mistel in einem Nadelbaum
Beitrag von: LuckyLoop in November 19, 2014, 20:15:58 NACHMITTAGS
 ;D
Ich habe evtl. etwas gefunden was hier verloren ging:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/rekord-mistel-samenschleuder-im-taschenformat-a-333266.html
Titel: Re: Eine Mistel in einem Nadelbaum
Beitrag von: Klaus Herrmann in November 19, 2014, 22:08:55 NACHMITTAGS
ZitatIch habe evtl. etwas gefunden was hier verloren ging:

Danke du hast mich gerettet. Wo die wohlmeinenden Kollegen schon ihre Witzchen über mich gerissen haben... ::)