Hallo,
ich muss bei meinem Durchlichtrevolver des Orthoplans die Rastung verstellen.Warum?
Darum:
1. Muss ich das Präparat etwas nachführen, wenn ich auf das nächst höhere Objektiv schalte (und zwar immer in die gleich Richtung, nach rechts auf der x-Achse)
2. Wandert der Lichtpunkt bei eingeklappter Linse und geschlossener Leuchtfelfdblende immer weiter nach rechts auf der x-Achse)
3. Bei ausgeschraubtem Objektiv ist mit bloßem Auge ist zu erkennen, dass das Loch der Objektivaufnahme nicht über der Tubuslinse einrastet sondern leicht versetzt
Stoppe ich die Drehung des Revolvers etwas vor dem Einrastpunkt, verschwinden alle Probleme.
Ist meine Diagnose falsch?
Auseinanderbauen des Revolvers bekomme ich wohl hin, nur frage ich mich, ob es nicht eleganter geht? Ob da irgendwas justiert ist? Ob da irgendwelche Kugellager nur darauf warten ihren rollenden Inhalt über den Tisch zu ergießen oder sonst welche Fallen meiner harren.
Es hat doch sicher schon mal jemand einen Orthoplanrevolver geöffnet!?
Grüße
Thomas
... geschafft.
Da Geduld nicht zu meinen größten Tugenden zählt, habe ich mich doch schon ans Werk gemacht.
Es gibt verführerisch viele Wege die sich anbieten um den Revolver (vermeintlich) zu öffnen.
Nach dem beschreiten der Sackgassen musste ich mich über die kleine Madenschraube mit Schlitzkopf hermachen, die sich in dem gerändelten Rand des Revolvers verbarg. Wirklich eine Made. Es war wohl schon mal jemand dran, denn sie war abgebrochen. Dankenswerter Weise stand sie einen Milimeter über. Das war ausreichend, um sie mit einer kleinen Zange herauszudrehen (die Rändelung war schon vorher etwas malträtiert, ich war´s nicht!!)
Man sieht den abgebrochenen Kopf
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/159818_33531973.jpg)
Hier saß die Made:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/159818_32723479.jpg)
Wenn die Madenschraube herausgedreht ist, lässt sich der Teller mit Objektivaufnahmen abschrauben:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/159818_2809195.jpg)
Einzige Gemeinheit die auf einen lauert, eine kleine Kugel die die zentrale Achse lagert. Sie wäre mir beinahe verschwunden:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/159818_36831362.jpg)
Die Zunge für die Rastung kann nach Lösen der beiden Schrauben sehr weit verschoben werden.
Mich wundert, warum man nicht durch die Objektivaufnahmen drankommen kann. Dazu wären nur ein paar Milimeter Versatz nötig gewesen. So muss man jedes mal den Revolver öffnen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/159818_20583114.jpg)
Nach einer Ausrichtung der Zunge nach Augenmaß (wobei ich mir einiges auf mein Augenmaß einbilde) sind die Probleme verschwunden. Wenn ich jetzt mit dem Pl 2,5 ein Präpart ausrichte, dann ist es beim 40er immer noch genau in der Mitte (vorher musste ich immer nachführen)
Auch die Kondensorzentrierung ist jetzt kein Problem mehr (und damit natürlich auch das Köhlern!)
Jetzt arbeite ich mich weiter zum Trino. Doch hier sind vermutlich nur die Okulartuben verschoben.
Grüße
Thomas
Hallo Thomas,
Glückwunsch!!! Dass das tatsächlich die Ursache war.... :-\
Habe Deinen schönen Bildbeitrag direkt in die technsiche "Bestenliste" aufgenommen.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
wenn ich das gewusst hätte! Dann hätte ich natürlich auch dokumentiert, was passiert wenn man die anderen vier Schrauben öffnet. Dann schnappt einem beim abziehen der Platte das Kugellager entgegen und ca. 20 Küglechen mit 1mm Durchmesser rollen über den Tisch. Ich hatte Glück und konnte alle wieder fangen.
Wie jemand dazu kommt die Rastung zu verstellen ist mir auch ein Rätsel (wie manches an diesem Orthoplan rätselhaft ist). Es hat einfach keinen Sinn. Auch wenn man den Revolver zerlegt um ihn z.B. zu fetten gibt es keinen Grund diese beiden Schrauben zu lösen (doch es hat jemand getan, die Schraubenzieherspuren waren deutlich zu sehn).
Der Tisch-Trieb, den ich in Franks Hände gegeben habe, war auch schon mal offen. Das Schneckenzahnrad des Feintriebs war zerdätscht, das dagegen arbeitende Zahnrad war aber einwandfrei. Es hat wohl jemand das Zahnrad gewechselt, die Schnecke nicht.
Noch bin ich auf keine unüberwindliche Hürde gestoßen und bin den(m) Vorbesitzer(n) fast dankbar, dass sie so viel vermurkst haben. So kann ich frei drauf los basteln ohne zu befürchten zu müssen etwas zu verschlimmbessern. Es kann einfach nur besser werden. Lohnen tut sichs allemal, es ist wie schon geschrieben ein ausgesprochen frühes Orthoplan und lackmäßig auch noch sehr schön.
Herzliche Grüße
Thomas