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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Jürgen in Dezember 02, 2014, 22:07:19 NACHMITTAGS

Titel: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: Jürgen in Dezember 02, 2014, 22:07:19 NACHMITTAGS
Guten Abend zusammen,

es ist angekommen, mein Jenamed 2 (ich werde es behalten):

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/160997_40295706.jpg)

Zustand:

Äußerlich absolut neuwertig. Kaum sichtbare Gebrauchsspuren.

Okulare und Objektive tadellos.

Feintrieb, Objektivrevolver und Vergrößerungswechsler laufen seidenweich.

Kreuztischverstellung etwas zäh aber präzise und für mich absolut akzeptabel.

1. Problem: Dioptrienverstellung am Tubus verharzt (kenne ich auch nicht anders bei den Jena-Mikroskopen), habe ich aber bereits lösen können. Will sowieso je nach Gelegenheit auf den Großfeldbinotubus umsteigen.

2. Problem: Filterrevolver ist etwas schwergängig und rastet nicht mehr richtig ein. Würde ich gerne neu fetten. Dazu muss ich aber die im Bild zu sehende Schraube lösen. Habe aber nicht das pasende Werkzeug. Kann mir das jemand leihweise zur Verfügung stellen?

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/160997_14546126.jpg)

Letzte Frage: welchen Zweck erfüllt die Bertrandlinse?

Der erste Bildeindruck mit dem 10x/0,20 Planachromat und dem GF Planachromat HI 50x/1,0 oo/0-A ist sehr gut. Allerdings ist der Planachromat HI 100x/1,30 oo/0-A mit Deckglas tatsächlich nicht zu gebrauchen. Da muss Ersatz her. Wer mir da etwas anbieten kann: Gerne.

Viele Grüße
Jürgen
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: Peter V. in Dezember 02, 2014, 23:36:00 NACHMITTAGS
Hallo,

zunächst einmal: Glückwunsch! Das würde ich dann auch behalten. Grundätzlich ist das Jenamed ein feines Gerät, und wenn es tatsächlich neuwertig ist (wofür schon - was mir in dem Angebot bereits auffiel - die "glänzenden" Armunterlagen sprechen), hast Du ein wirklich schönes Mikroskop. Bei neuwertigem Zustand ist dann auch die etwas magere Objektivausstattung akzeptabel, denn CF250er-Optik bekommt man relatv problemlos. Und ein Großfeldbino wird Dir auch mal über den Weg laufen. Im Zweifelsfalle kaufst Du ein komplettes zweites Jenamed mit GF-Bino und verkaufst es wieder mit dem normalen Bino von Deinem Mikroskop. Das dürfte sogar die günstigste Variante sein, denn GF-Binos allein mitsamt Okularen haben schon ihren Preis. Wie eben Einzelkomponenten immer teurer sind als komplette Mikroskope.
Wobei man sagen muss, dass es mit dem normalen Bino ja absolut nicht weniger bietet als jedes Zeiss Standard, der GF-Bino ist halt ein zusätzliches "Leckerchen - lohnt sich aber! Ansonsten hast Du Glück, denn gebrauchte Jenameds sind oft irgendwo mängelbehaftet. Meist nicht Dramatisches, aber es sind doch immer mal Kleinigkeiten. Ich jedenfalls mag die Jenameds auch sehr.
Die Rastung am Filterrad ist zumeist nicht so straff. Willst Du es wirklich zerlegen und fetten? Dass es verharzt ist, kann ich mir kaum vorstellen (habe ich beim Filterrad noch nie erlebt). Eigentlich benötigt man den Filterwechsler nie, normalerweise bleibt der Blaufliter eingeschwenkt und gut is'.

Wenn ich das richtig sehe, sind die Löcher so groß, dass man auch mit einer feinen Spitzzange hineinkommt. Ansonsten benötigst Du diesen Stirnlochschlüssel (http://www.ebay.de/itm/AMF-Stirnlochschlussel-7-40-mm-mit-Zapfen-1-5-mm-/171523013966?pt=DE_Haus_Garten_Heimwerker_Handwerkzeug&hash=item27ef917d4e).
Die Betrandlinse dient dazu, bei einer Phasenkontrastausstattung die Ringblenden im Phako-Schieber zu justieren. Die Betrandlinse ersetzt das ansonsten übliche Phasenteleskop. Mittels Durchfokussierung mit der Bertrandlinse kann man auch ggf. Fehler und Schmutz im Objektiv sichtbar machen und kann bei Einsetzten eines Polarisators und Analysators beim Mikroskpieren von Dünnschliffen so schöne Bilder sehen wie hier gezeigt (http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=21449.msg160311#msg160311). (Aber dazu ist das Jenamed natürlich nicht gedacht!  ;))

Wenn ich das also richtig sehe, würde ich sagen: Nix falsch gemacht! Der Preis ist für das schöne Mikroskop absolut gerechtfertigt.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: JB in Dezember 03, 2014, 02:38:18 VORMITTAG
Zitat von: Peter V. in Dezember 02, 2014, 23:36:00 NACHMITTAGS
Die Rastung am Filterrad ist oft nicht so straff.

Das kann ich bestaetigen. Das Filterrad rastet kaum ein. Immerhin kann man mit der Bertrand-Linse kontrollieren, dass der Filter richtig steht  :D

Jon
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: Jürgen in Dezember 03, 2014, 08:16:59 VORMITTAG
Guten Morgen,

vielen Dank Euch beiden. Dann lasse ich das Filterrad erstmal so wie es ist.

Eine Frage hätte ich noch (auch wenn sie sich vielleicht blöd anhört...): Muss ich die Bertrand-Linse bei der Hellfeld-Mikroskopie aus dem Strahlengang ziehen?

Herzliche Grüße
Jürgen
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: Peter V. in Dezember 03, 2014, 08:23:00 VORMITTAG
Hallko Jürgen,

Zitat von: Jürgen in Dezember 03, 2014, 08:16:59 VORMITTAG
Guten Morgen,
: Muss ich die Bertrand-Linse bei der Hellfeld-Mikroskopie aus dem Strahlengang ziehen?

Herzliche Grüße
Jürgen

da wirst Du schon merken! Wenn Du mit Bertrandlinse noch ein Bild Deines Präparates siehst, hast Du entweder Visionen oder die Linse fehlt.  ;) :D

Herzliche Grüße
Peter

PS: Ein guter Entschluss, nichts an dem Filterrad zu machen. Ich würde es auch lassen, wie es ist. Ach ja, um Dich nochmal zu bestätigen: Bei einem Kauf wären mir Zustand und das Vorhandensein des Vergrößerungswechslers und der Betrandlinse auch wichtiger als ein Objektiv mehr oder weniger oder der Großfeldbino. Das alles lässt sich nachrüsten, beim Oberteil wird es schon schwieriger.

Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: Werner in Dezember 03, 2014, 10:02:52 VORMITTAG
Zum Lösen von Stirnlochschrauben:

Oft funktioniert auch eine Seegerringzange (Sicherungsring-), gerade oder besser gebogen. Da sind bereits rundgeschliffenen Zapfen dran und der Lochabstand ist unerheblich.
Die Baumarkt-Universalzangen aus Blech sind aber unbrauchbar!

Gruß   -   Werner
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: Wutsdorff Peter in Dezember 03, 2014, 11:25:13 VORMITTAG
Guten Morgen Jürgen,
wenn die Stirnlochschraube nicht zu fest sitzt (eventuell mit einem Tropfen Caramba nachhelfen), kann man sich aus Schweißdraht der entsprechenden Dicke einen Schlüssel selbst biegen.
Ansonsten, wie schon erwähnt, die Seegerringzange gerade oder gekröpft.

Gruß vom Maschinenbauer Peter aus Lorsch
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: liftboy in Dezember 03, 2014, 13:29:50 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

mess doch bitte mal den Lochabstand, eventuell hab ich was stabiles am Start

Grüße
Wolfgang
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: andre_bln in Dezember 03, 2014, 14:26:20 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
das JENAMED 2 ist ein Hervorragendes Routinen Mikroskop, wenn nicht verbastelt kann er mit Neuen Teuren Werkzeugen mithalten.

Ich habe selbst einen im Labor stehen, erste Hand halt :) man merkt bei dem: dass der Objekt immer Mittig positioniert bleibt in allen Vergrößerungen von 3,2x bis 100x :) sogar die Focus/Schärfe bleibt erhalten bzw. wird nur minimal korrigiert. Solche Eigenschaften sind bei gebrauchten Mikroskopen selten zu finden.

Zu den Filterrevolver:
die 2-loch Mutter ist meistens nur leicht eingeschraubt es sollte eine Gute Spitzzange (mit 1mm Spitzen) reichen.

Grüße
Andre
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: Jürgen in Dezember 11, 2014, 19:03:18 NACHMITTAGS
Guten Abend,

es wird: Großfeldbino ist dran, ebenso eine provisorische Kameraadaption.

Wenn man das erste mal durch das Großfeldbino schaut: wow - einfach phantastisch. Sorry Leute, eure Zeiss-Standards könnt ihr behalten  ;).

Warte noch auf den 100er Planachromaten. Dann gibt es erste Fotos...

Herzliche Grüße
Jürgen

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/161553_19061337.jpg)
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: JB in Dezember 11, 2014, 20:04:32 NACHMITTAGS
Zitat von: Jürgen in Dezember 11, 2014, 19:03:18 NACHMITTAGS
Wenn man das erste mal durch das Großfeldbino schaut: wow - einfach phantastisch. Sorry Leute, eure Zeiss-Standards könnt ihr behalten  ;).

Haben Sie schon mal probiert mit der Brille durch die Okulare zu sehen?  :D  Da laesst die Freude schnell nach.
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: NorbertH in Dezember 11, 2014, 20:26:12 NACHMITTAGS
Hallo

Ich bin Brillenträger (Weitsichtig 2,5 Diop.) und habe bei meinem Jenaval mit Großfeld kein Problem,
Auf den Okularen steht ja das Brillensymbol also für Brillenträger geeignet.
Nur die Augenmuscheln aus Gummi mußte ich runter machen, die haben schon gestört.

freundlicher Gruß
Norbert
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: Jürgen in Dezember 11, 2014, 20:31:51 NACHMITTAGS
Hallo,

bin kein Brillenträger. Es gibt die Okulare auch ohne Brillensymbol. Die habe ich und die meint JB wohl...

Gruß
Jürgen
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: JB in Dezember 11, 2014, 20:32:23 NACHMITTAGS
Hallo Norbert,

Dann sind Sie gluecklicher Besitzer der Brillenversion! Die Normalversion http://www.mikroskop-online.de/mikroskope/verkauf/okulare-okulare/okularpaar-gf-pw-10x-25/ funktioniert mit Brille leider gar nicht.

Beste Gruesse, Jon
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: wilfried48 in Dezember 11, 2014, 21:05:06 NACHMITTAGS
Zitat von: Jürgen in Dezember 11, 2014, 19:03:18 NACHMITTAGS

Wenn man das erste mal durch das Großfeldbino schaut: wow - einfach phantastisch. Sorry Leute, eure Zeiss-Standards könnt ihr behalten  ;).


Hallo,

naja man sollte nicht verschiedene Gerätegenerationen miteinander vergleichen. Die Jenaval/Jenamed Reihe müsste man dann schon mit der ersten Axioplanreihe mit Undendlichoptik vergleichen und da war 25 mm Grossfeld Standard ohne dass man es mit GF bezeichnet hätte.

Im übrigen gab es auch schon für die alten Zeiss Standard auch schon ein Grossfeldoptovar bzw. Grossfeldlinse, sodass GF Sehfelder von 25 mm realisierbar waren.

Inzwischen beschränken sich die Mikroskophersteller wieder auf 22mm (Olympus) und 23mm (Zeiss), weil man offensichtlich grössere Sehfelder nicht auf einen Blick (ohne Augenbewegung) übersehen kann, was den Vorteil grösserer Sehfelder wieder einschränkt.

Aber dazu können die Pathologen, für die ja das Grossfeld einst erfunden wurde, hier im forum sicher mehr sagen.

viele Grüsse
Wilfried
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: Jürgen in Dezember 11, 2014, 21:12:16 NACHMITTAGS
Hallo Wilfried,

es kommt noch eins hinzu: wie schrieb schon Klaus Henkel in der Mikrofibel (meine ich zumindest dort gelesen zu haben): man muss sein Mikroskop mögen. Ich hatte mal ein Zeiss Standard und ein Axiostar und einige KF 2. Aber eigentlich nie länger als ein Jahr. Ich wurde nicht damit warm. Jetzt scheint sich aber eine längere Liaison anzubahnen...mit gefällt das eckige Design der Zeiss-Jena Geräte einfach besser.

Viele Grüße
Jürgen                                                       
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: Mikroman in Dezember 11, 2014, 23:30:45 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

auch ich bin ein großer Fan von großen Sehfeldern (aktuell Orthoplan 28mm und Mitutoyo 30mm). Ein Jenamed mit Großfeldtubus hatte ich auch mal in meinem Besitz. Rein subjektiv: das Auflösungsvermögen war klasse, aber der Kontrast durchgängig flau (mit den GF Planachromaten und im Vergleich zu den Leitz Planapos & Planachros). ich habe es deshalb auch wieder verkauft.

Wenn Du mit der Qualität zufrieden bist: gut.

Gruß
Peter
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: Jürgen in Dezember 12, 2014, 08:11:11 VORMITTAG
Guten Morgen,

um die Thematik für mich kurz abzuschließen: ich kenne Zeiss-West-Endlich-Objektive bis zu den Neofluaren. War ich sehr zufrieden mit. Aber das Design der Standards gefällt mir übergaupt nicht. Hatte weiterhin ein Axiostar mit CP-Achromaten und A-Plan-Objektiven. Die A-Plane waren aus meiner Sicht erschreckend in Auflösung und Kontrast. Habe die CP-Achromate den A-Planen vorgezogen. Daraus schließe ich, dass ich meine jetzigen Planachromate für 25er Sehfeld von Zeiss-Jena mit den Achroplanen von Zeiss vergleichen müsste. Den Vergleich kann ich nicht anstellen. Mein Jenamed mit 4 Plan-Achromaten, davon ein 50er Öl, 25er Sehfeld, mit Fototubus, Vergrößerungswechsler und eingebauter Bertrandlinse hat mich keine 1000 € gekostet. Ein vergleichbares Zeiss-West-Unendlich Gerät für unter 1000 € ist mir noch nicht untergekommen.

Ein ganz wichtiger Punkt für mich ist der Kreuztisch: Ich arbeite sehr viel mit dem 100er Öl und muss dort Messungen durchführen. Der Kreuztisch des Jenamed lässt sich perfekt und punktgenau verschieben. Bei den Zeiss-West Mikros hatte ich oftmals eine Nervenkrise (ruckelig, nachlaufend, zu leicht, zu stramm; war alles dabei).

Im übrigen hatte ich meinen "Seitenhieb" auf die Standards mit einem Zwinkersmiley versehen. War also nicht ganz ernst gemeint...

Die Leitz Großfeldoptik kenne ich nicht.

Viele Grüße
Jürgen
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: NorbertH in Dezember 12, 2014, 09:47:43 VORMITTAG
Hallo Peter,

Dem muß ich widersprechen.
Ich hatte die Möglichkeit dort wo ich mein Gerät gekauft habe, durch ein Leitz und auch durch Olympus, beide auch sehr große Geräte zu blicken, mit von mir gewünschten Präparaten und dann entschied mich einfach für mein Jenaval Dik weil es das beste Bild in allen gewünschten Vergrößerungen hatte, abgesehen davon, das mein Gerät imme rwenn was ist gewartet werden wird vom VK.
Und der Preis war auch am besten, 1500 Euros für alles, Jenaval, DF, Phase und DIK, hervorragend gewartet, alles sauber, ruckelfrei und leichtgängig und mit LED Beleuchtung daran und einer Leica Kamera adaptiert.
Inzwischen schätze ich das Gerät immer mehr, fast täglich sitze ich davor und sehe mir Sachen an die ich tagsüber sammle, von denen ich zugegebenerweise nicht einmal weis, was sie sind und zeigen, aber das werd ich noch lernen, mit der Zeit, jedenfalls macht das nachlesen und nachforschen, was ich mir da ansehe eben so viel Spas wie das finden.

mfg
Norbert
Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: reblaus in Dezember 12, 2014, 11:27:50 VORMITTAG
Hallo Jürgen -

wir sprechend hier ja meist von Oldtimern, deren Jugenderlebnisse ganz verschieden sein können und haben selten Gelegenheit solche Geräte nebeneinander wirklich mit vergleichbaren Einstellungen und Objektiven zu testen und fast nie die Möglichkeit zu wirklichen Vergleichsmessungen mit der nötigen Anzahl an Wiederholungen.

Aber ich muss zugeben, auch ich komme aus der endlichen Zeiss(W)Ära und war bei meinem ersten Versuch mit dem Axiolab (Made in Mexico) und "A-Planen", "Achrostigmaten", "C-Achromaten" und ähnlichen Kreationen der Werbeabteilung (zu beidem hat man früher einfach Achromat gesagt) in die unendliche Welt hineinzuriechen genau so enttäuscht wie du. Darauf habe ich mich bemüht dieses Gerät, das ich irrtümlich für den Nachfolger des Standard 14 gehalten hatte wieder loszuwerden. Gute Gebrauchtgeräte und -objektive, die dem subjektiven Vergleich mit den alten Standards standhielten, fand ich wirklich erst in den höheren und teureren Klassen. Mit  CZJ habe ich kaum eigenen Erfahrungen, aber warum sollen die schlechter gewesen sein als CZO?

Von der Fertigungsstreuung, Montagsexemplaren und dem darauf folgenden Schicksal eines Gebrauchtobjektivs mal abgesehen ist es immer so, dass innerhalb von einzelnen Objektivserien besonders renommierte Typen existieren, die objektiv besser sind als bei der Konkurrenz. Da stehen sich die bekannteren Firmen in nichts nach.

Außerdem spielen ja beim Menschen die Emotionen eine viel wichtiger Rolle als die Ratio. Dies gilt nicht nur beim Autokauf sondern auch bei Mikroskopen. Während der Eine die eckigen Mikroskope liebt findet ich die meinigen, mit denen ich nach Dr. Michels Rundformen arbeite, eigentlich scheußlich (einer der wenigen Punkte in der meine Frau meiner Meinung ist  ;D ). Noch scheußlicher finde ich nur die neuen mit Stromliniendesign.

Das absolut bestes Objektiv von der Leistung her ist für mich ein relativ neuer PlanApochromat 40x/0,95, den ich als Schnäppchen erwerben konnte - aber ist von mir ein objektives Urteil zu erwarten, nachdem dieses Teil im Online-Shop viele Tausend € kostet? Und steht dessen Mehrleistung für die Praxis in einem vernünftigen Verhältnis zum Preis?

Insofern sind die Beobachtungen die in diesen Diskussionsbeiträge geschildert wurden und vielleicht noch werden gar nicht widersprüchlich sondern entsprechen eigentlich der Erwartung.

Viele Grüße

Rolf


Titel: Re: Frage(n) zu Jenamed 2
Beitrag von: Peter V. in Dezember 12, 2014, 17:02:09 NACHMITTAGS
Hallo Namensvetter-Peter,

ich muss Dir hier leider widersprechen: Ich kann nicht finden, dass die CF250-Optik kontrastarm ist. Meiner Ansicht müssen sich die Objektive auch heute noch nicht vor aktueller Unendlichoptik zu verstecken und ist schon fast erschreckend preiswert. Das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Jenameds ist somit sicher sehr gut, vorausgesetzt, man bekommt ein nicht verbasteltes Mikroskop. Leider sind diese häufig verbastelt und sie haben bekannte Schwachstellen, so z.B. fast regelhaft kratzende Potis für die Helligkeitsregulierung. Die Triebmechanik hingegen ist unkaputtbar und neigt auch nicht zum Verharzen (ganz im Gegensatz zu den Zugstangen am Trino). Ein gepflegtes Jenamed - wie Jürgen es offenbar hat - ist schon ein feines Gerät und das große Bildfeld ein Erlebnis.
Der CF-250-DIK (so man ihn bekommt) ist erheblich "knackiger" als der von Zeiss West. Letzterer hat tatsächlich - im direkten Vergleich - eher die Bezeichnung "flau" verdient.
Ich ziehe übrigens auch die sachlichen Formen den Michelschen Rundungen vor, aber das ist reine Geschmacksache.
Leider hatte ich fast immer nur mehr oder weniger stark gebraucht, leicht dejustierte, oder verbastelte Jenameds in meinem Besitz, so ein super erhaltenes Gerät wie das von Jürgen hätte ich auch gerne  :-* (Falls also jemand... ;))

Herzliche Grüße
Peter