Hallo Forum,
Wir haben hier schon oefter ueber die CVD / Kompensationsokulare verschiedener Hersteller geraetselt.
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=20751.0
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=1506.0
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=3697.0
Bei Peters Tests kamen erstaunliche Dinge zu Tage. Insbesondere die Bildebnung ist mir noch immer raetselhaft (Objektiv von Hersteller 1 gibt mit Okular Hersteller 2 ein gutes Bild; umgedreht funktioniert es nicht).
Aber zur CVD verschiedener Hersteller habe ich nun endlich ein paar Daten gefunden.
Ausgangspunkt war diese Aussage: "Bei den Kompensationsokularen des VEB Carl Zeiss JENA betraegt die chromatische Vergroesserungsdifferenz zwischen den Farben C und F etwa 1,5 %." Beyer: Handbuch der Mikroskopie. p. 136
Im Amerikanischen Forum sind diese Tabellen aus unbekannter Quelle verlinkt:
http://krebsmicro.com/forumpix/CDM5.jpg
http://krebsmicro.com/forumpix/CDM4.jpg
Daraus lassen sich z.B. folgende Angaben rekonstruieren (wahrscheinlich aus den 1970ern):
Hersteller Okular CDM
Zeiss West Kpl 12.5x Brille (46 41 42) - 1.4 %
Kpl 8x/18 Brille (46 39 22) - 1.4 %
C 10x (46 40 10) - 0.9 %
Reichert PK - 1.0 %
?Olympus (alt) Photo-Okular (P 7x) - 0.7 %
WF 10x - 0.7 %
Ausserdem fand ich folgende Angabe:
"The reverse effect is built into compensating eyepieces into which an overcorrection of about 1.5% is incorporated. [...] Bausch & Lomb and Leitz have both had a series of eyepieces designed to give about half the compensation that is built into "compensating eyepieces,", that is, about 0.8% lateral color." (Bausch & Lomb: "Hyperplanic"; Leitz: "Periplanatic") Loveland (1970): Photomicrography. p. 147
Die Angaben bestaetigen viele der hier im Forum schon gemachten Beobachtungen.
- Die CVD bei Zeiss ist vergleichsweise gross
- Die CVD von Zeiss West, Zeiss Jena und damit wohl auch Lomo sind nahe beieinander (1.4 - 1.5 %)
- Die CVD von Olympus (alt) und Leitz ist kleiner und liegt ebenfalls nahe beieinander (0.7 - 0.8 %)
Die verschiedenen Abgleichlaengen der Okulare und die Inkompatibilitaet bei Planobjektiven bleiben aber problematisch!
Beste Gruesse,
Jon
Hallo Jon -
vielen Dank für die Publikation Deiner wirklich nützlichen Recherchen!
Viele Grüße
Rolf
Hallo Rolf,
Gerne ;)
In dem Buch gibt es noch ein weiteres Detail von Interesse. Loveland (1970) schreibt, dass "kommerzielle" (gemeint sind wohl damals uebliche) Huygensche Okulare eine CVD von -0.25 % haben. Dieses gleiche die CVD von Achromaten mit 10facher Vergroesserung aus.
Dies verdeutlicht die alten Vorschriften zur Verwendung von Okularen (vor etwa 1950; auch spaeter noch bei Lomo). Achromate mit geringer Vergroesserung (2-10) wurden mit Huygenschen Okularen verwendet (CVD zwischen 0 und 0.25 %), Achromate mit hoher Vergroesserung und alle Apos mit Kompensationsokularen (CVD zwischen 0.5 und 2).
Einige ungefaehre Werte aus den 1930ern, die der Autor angibt (Abb. 3-17, Seite 139; aus Forster, 1934)):
Achromate:
Vergroesserung CVD
10 0.25
20 0.55
40 1
100 1.5
Apochromate:
10 1.45
20 1.6
40 1.75
100 2.0
Beste Gruesse,
Jon
Ref.: FOSTER, L. V.: The correlation of microscope objectives and eyepieces. J. Biol. Photogr. Assoc. 2, 140-150 (1934). [nicht selbst gelesen]
Hallo die Runde,
damit ich nicht dumm sterbe: Was bedeutet CVD?
Gruß vom dummen Peter aus Lorsch
Hi; Chromatische Vergroesserungsdifferenz (CVD) = chromatic difference of magnification (CDM) http://www.mikroskopie.de/pfad/bildentstehung/neun.html