Hallo Freunde,
ich bräuchte einen Tip von "altgedienten" Mikroskopikern.
Immer wieder kommt es vor, daß "plötzlich und unerwartet" zwei oder auch viele frische Objektträger so zusammenkleben, daß man sie auch mit bestem Zureden und Drohungen nicht mehr auseinanderbekommt.
Da sie dabei meist einen sauberen Quader bilden, gibt es auch nicht die Möglichkeit, sie "auseinanderzuscheren".
Was tun?
In Wasser legen? Entschlossen mit Hammer und Meißel "dazwischengehen"? Das Beste daraus machen und das Dauerpräparat halt auf dem 3cm-Block "anrichten" ? ;D
viele sonntägliche Grüße
Reinhard
Hallo Reinhard,
ein kleines Teppichmesser zwischen den Ecken der zusammen haftenden Objekträger einzusetzen reicht schon aus um sie zu trennen.
Viele Grüße,
Johannes
Hallo Reinhard,
Vor einiger Zeit hatte ich mir bei Ebay Objektträger gekauft, welche leider weitestgehend durch Luftfeuchtigkeit verklebt waren. Schön bunt, aber unerfreulich😁. Durch leichten seitlichen Druck, z.B. Mit dem Fingernagel habe ich bis jetzt alle voneinander getrennt bekommen (es waren mehrere Hundert😝. Man kann auch den Finger auf den Objektträger legen und durchgreift (!!!!!!) seitlich wegschieben. Wichtig ist das ohne viel Kraftaufwand und dafür mit etwas Geduld gearbeitet wird, da zwischen die Objektträger erst einwende Luft dringen muß.
Viel Vergnügen und beste Grüße
Harald
Zitat von: Dr. Jekyll in Dezember 07, 2014, 09:58:58 VORMITTAG
Und dann: Nächstes Mal andere kaufen! Nicht alle Fabrikate sind sorgfältig gespült und getrocknet vor dem Verpacken.
KH
Hallo Reinhard,
ZitatWas tun?
Sich ärgern! Sonst hilft wenig.... :-\ Und ggf. Klaus Henkels Vorschlag berücksichtigen.
Meine Mitarbeiterinnen kaufen Objektträger in größerem Maßstab relativ wahllos (was der Händler gerade so bietet). Menzel, Knittel, Marienfeld, Hecht-Assistent. Ich weiß jetzt nicht sicher, ob mal ein Produkt dabei war, das dieses Phänomen NICHT zeigt, aber ich habe es meines Erachtens bei allen Herstellern gefunden. Woran es liegt, habe ich bis heute nicht ergründen können. Liegt es an den Lagerungsbedingungen? Feuchtigkeit? Alter? Produktqualität an sich durch mangelhafte Reinigung/Entfettung etc.? Oder ist es ein hiervon unabhängiges prinzipielles Problem bei der Lagerung Glas auf Glas durch die starken Adhäsionskräfte? Ich weiß es nicht...
Es gibt Hersteller bzw. Vertreiber, die zur Verhinderung dieses Phänomens je ein kleines Seidenpapierchen zwischen die einzelnen OTs legen, ich meine, dass das bei diesen beiden Produkten der Fall ist (kann mich aber nicht dafürm verbürgen, dass das auch JETZT noch so ist):
http://www.amazon.de/BMS-Mikroskopie-Objekttr%C3%A4ger-76x26x1mm-Mikroskop/dp/B0017YCR0O
https://www.doccheckshop.de/Praxis/Labor-Diagnostika/Glas-Plastikwaren-und-Zubehoer/Objekttraeger.html
Mich nerven diese Papierchen, verhindern aber zunverlässig das Problem.
Stark überlagerte OTs, die teils Jahrzehnte irgendwo vor sich hinschlummerten und oft als Ebay-Beigabe den Weg zu,m Verbraucher finden, sind oft ungrauchbar (entweder durch dieses Verkleben oder durch Glaskorrosion).
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Reinhard,
ich habe unter anderem Objektträger "Superior Marienfeld", da ist zwischen den Objektträgern ein Papierstreifen, damit lassen sie sich auch einfach aus der Schachtel entnehmen.
Herzliche Grüße
Herbert
Hallo erstmal,
meiner einer legt/stellt den Block in einen Glasbehälter mit Deckel und gibt stinknormalen Spiritus dazu.
Eine Weile warten und fertig.
Grüße
Wolfgang
Hallo Freunde,
danke für die Infos.
werde das mit den Spirituosen (Wolfgang) direkt ausprobieren und ansonsten die Lieferadressen von Peter und Herbert vermerken.
viele Grüße
Reinhard
Hallo Reinhard,
Die Objektträger "verkleben" mit der Zeit durch Luftfeuchtigkeit, die in den winzigen Spalt zwischen dem aneinander liegendem Glas einwandert. Die Methode mit dem Teppichmesser erzeugt beim Ungeübten Glasbruch und Schnittwunden, also Vorsicht und üben😄. Die Methode mit dem in Spiritus legen birgt das Problem dass statt Wasser Spiritus im Spalt ist und die Objektträger zum Teil genauso hartnäckig aneinander haften. Also auch hier Druckloses seitliches Auseinanderschieben.
Objektträger mit dazwischen liegendem Papier verkleben nicht, deshalb schließe ich mich dem Tipp solche zu verwenden an. Zumal diese praktisch unbegrenzt Lagerfähig sind. Die Glaskorrosion die Peter angesprochen hat tritt hier auch eher nicht auf.
Beste Grüße
Harald
P.S.: dem Tipp sich über die Betroffenen Objektträger zu ärgern schließe ich mich nicht an, bringt nichts😄Objektträger wie von Wolfgang empfohlen in Alkohol legen, seitlich ohne Druck auseinander ziehen und bei der Gelegenheit gleich reinigen. Dann mit Papierstreifen einlagern. Danach hast Du ( nach ca. 1000 Objektträgern) eine absolut ruhige Hand und kannst Diatomeen legen😉
Beste Grüße
Harald
Einen schönen 2. Advent in die Runde!
Versuchen Sie es doch mal mit einer heißen Herdplatte. Einfach drauflegen: das unterste erwärmt sich zuerst und dehnt sich aus. Dann müßten sie sich lose trennen lassen. Aber :Handschuhe nicht vergessen! Dann dehnt sich der untere schneller und das Problem ist gelöst.
Ich benutze dieses Verfahren, wenn man in der Küche einen kalten Topf/Schüssel in einen/e heißen/e stellt. Die beiden sitzen dann nach einer Stunde bombenfest. Oft reicht es dann schon, die beiden Freunde in heißes Wasser zu stellen. Aber nur so, daß kein heißes Wasser in den/die oberen/e Topf/Schüssel kommt.
Ich hoffe, daß mir Herr Henkel den schlechten Stil, eventuelle Kommafehler und die Schreibweise verzeiht.
Gruß vom Maschinenbauer Peter aus Lorsch
Hallo Reinhard,
das Problem kenne ich ebenfalls, konnte aber immer verklebte Objektträger mit der Hand voneinander trennen. Vom Spiritus rate ich, zumindest bei Lebend-Untersuchungen ab, da auch kleinste Rester vom Spiritus sowie dem enthaltenen Vergällungsmittel auf Protozoen toxisch wirken. Wenn Luftfeuchtigkeit tatsächlich das Problem ist, dann könnte man dem ggf. mit Aufbewahrung der OTs in einer Schachtel mit Trockenmittel (z.B.Siligagel in Papiertütchen) entgegenwirken. Ich benutze Objekträger vom "mediware©" mit geschliffenen Kanten (um den Tisch nicht zu zerkratzen) und bin sehr zufrieden damit. Diese sind gut gereinigt, staubfrei und lassen sich hervorragend benetzen.
viele Grüße
Steffen
Hallo,
eine Firma, die definitiv Papierstreifen zwischen die OT legt ist Dr. Junghans Medical. Ich weiß aber nicht mehr, wie ich an diese OT gekommen bin. Ich habe sie nicht selber gekauft. Zum Reinigen gebe ich dem Spühlwasser immer einen Schuss Handdesinfektionsmittel "Sterrillium (R)" zu. Da ist vor allem Propanol drin. Das macht gut sauber. Ich weiß natürlich nicht, ob eventuell verbleibende Reste davon bei empfindlichen Ciliaten giftig wirken...
@ Steffen: Wenn ich "mediware©" google kommen bei mir nur Sachen zu medizinischer Software
Beste Grüße
Gerd
http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.medizintechnik-pw.de%2Fimages%2Fthumbnail%2Fprodukte%2Fxlarge%2FArt10621.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.medizintechnik-pw.de%2Fobjekttraeger-mediware-mit-mattrand-50-stueck.html&h=700&w=700&tbnid=LGzukgUG0UcXvM%3A&zoom=1&docid=NcMCd0Dpj9v5hM&itg=1&ei=lmOEVITaMszePba5gIgF&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=288&page=1&start=0&ndsp=33&ved=0CCIQrQMwAA
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Gerd,
Peter hat die richtigen Objekträger gefunden (Hersteller: servoprax© GmbH), nur nutze ich die Qualität B4 0202 mit Kanten geschliffen.
viele Grüße
Steffen
Hallo Steffen,
mit Brennspiritus hatte ich bei der Säuberung meiner Objektträger noch nie Probleme! Ein mit ein paar Tropfen Spiritus getränktes Toilettenpapier zwischen die Finger nehmen und über beide Seiten des Objektträgers fahren. Sobald die Schlieren des Spiritus verdunstet sind, kann man ihn wieder benutzen. Welche Mikroorganismen wären das denn, mit denen Du die Erfahrung gemacht hast? ich habe es jedenfalls nie anders gemacht und keinerlei Beeinträchtigung feststellen können. Auch das Denatoniumbenzoat verdunstet vermutlich mit den Ketonen: Quellen:Wikipedia(Vergällung), GESTIS-Datenbank
Flüchtige Grüße
Heinrich
Hallo Heinrich,
aus eigener Erfahrung reagieren bestimmte Protozoen wie der Ciliat Metopus sp. nicht nur empfindlich auf Deckglasdruck, sondern auch auf kondaminierte OT´s. Besonders wenn ich diese mit Spiritus vorher gereinigt hatte. Die selben Probleme hatte ich mit reticulosen Amöben wie Biomyxa und Gymnophrys cometa. Auch Apochromia, Microgroma und Ditrema reagierten empfindlich und zogen ihre Granulopodien ein. Warum auch immer, ohne Spiritus gesäuberte OT´s zeigten die besten Resultate.
viele Grüße
Steffen
Hallo Steffen,
vielen Dank für die interessanten Infos! Wie ich aus Deiner Vorstellung herauszulesen meine, bist Du von Deiner Ausbildung her Chemiker, also denke ich dass Du mir vielleicht erklären kannst, warum Rückstände auf dem Objektträger verbleiben, denn bisher ging ich, wie im letzten Beitrag ausgeführt, davon aus, dass sämtliche Vergällungsmittel vollständig verdunsten. Du benutzt dann vermutlich reinen, unvergällten Ethanol zur Reinigung der Objektträger!?
Wissbegierige Grüße
Heinrich
Zitat... ohne Spiritus gesäuberte OT´s zeigten die besten Resultate.
Hallo Steffen,
den Verdacht, daß Reinigungsmittel einen Einfluß auf vzw. kleine Objekte ausüben, habe ich auch schon länger. Sehr oft verbleiben sehr hartnäckig kleine Luftinseln zwischen OT und Deckglas, ohne daß ein Grund dafür erkennbar ist. Ein ähnliches Phänomen ist die unterschiedliche Verteilung/Anordnung ´schwimmender´ Objekte. Welches Reinigungsmittel ist denn am neutralsten?
Gruß - EFH
Hallo nochmal,
habe wahrscheinlich die Antwort gefunden!http://www.numismatikforum.de/viewtopic.php?f=12&t=50126#p421137 Dann bleibt der Brennspiritus in Zukunft dem Spiritusbrenner vorbehalten!
Eine unvergällte gute Nacht wünscht allen
Heinrich
Liebe Kollegen,
wenn es schon unvergällt sein soll: statt des teuren und versteuerten Ethanols tut es zum Reinigen auch reines Isopropanol, welches deutlich günstiger ist und auch rückstandsfrei abdampft.
Ansonsten lob' ich mir meine Pflanzenschnitte: denen ist das Reinigungsmittel egal. ;D
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo,
ich glaube, das liegt nicht an irgendwelchen Verunreinigungen sondern an der sehr glatten Oberfläche und den zwischenmolekulen Adhäsionskräften zwischen beiden Glasoberflächen. Das kennt man auch von extrem ebenen und glatten sog. Endmaßen aus der mechanischen Meßtechnik oder bei der Haftung von Folien auf sehr glatten Oberflächen (Displayschutzfolie).