Hallo liebes Forum, seit einigen Monaten (Oktober) habe ich eine Teichprobe unseres letzten Feriendomizils in der Vulkaneifel.
In dieser Probe leben seltsame Algen...Die erste Knacknuss war Coelastrum morus (und zwar nicht die im Internet oftmals gezeigte Coelastrum verrucosum). Bilder bei dem japanischen Portal protist.i.hosei.ac.jp
Daneben viele Pediastrum boryanum und P. tetras, Scenedesmen und Staurastrum inflexum oder eine ähnliche, kleinere Form von 25mü (grazile?) neben der hübschen Staurastrum muricatum oder St. lapponicum. Daneben eine zunächst unbekannt bleibende Algenart mit 4 oder 8 oder 16 grünen, multichloroplastischen Zellen (13bis 20 Mikrometer) in einem gelatinösen Lager.
Anfangs hielt ich sie für Crucigenia rectangularis, diese hat aber wesentlich kleinere Zellen.
Nach langem Recherchieren habe ich sie nun endlich eindeutig identifiziert:
Makinoella tosaensis Okada, eine chlorococcale Scenedesmaceae, anfangs nur für Japan und Korea nachgewiesen. Wie die wohl nach Manderscheid/ Vulkaneifel kommen? Evtl mit importierten japanischen Teichpflanzen?
In Bratislava, Slowakei wurden sie vor kurzem in einem Bassin nachgewiesen.
Literatur:
http://fottea.czechphycology.cz/_contents/F10-1-2010-08.pdf
http://protist.i.hosei.ac.jp/pdb/images/Chlorophyta/Makinoella/index.html
Viele Grüße und ein gutes Neues Jahr... ;D
Randolf
Eine Zusatzinformation:
googelt man Bilder unter dem Suchbegriff Crucigenia rectangularis so findet man auf Natura Medititerraneo folgende tolle Fotos von Makinoella tosaensis
http://www.naturamediterraneo.com/forum/topic.asp?TOPIC_ID=212941
Sie ist also auch aus Italien nachgewiesen...wurde aber fälschlicherweise als Crucigenia bzw. Crucugenella rectangularis identifiziert.
Grüße
Randolf