Mikro-Forum

Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: Monsti in Februar 08, 2015, 21:34:58 NACHMITTAGS

Titel: Pseudonebela africana
Beitrag von: Monsti in Februar 08, 2015, 21:34:58 NACHMITTAGS
Liebe Tümpler(innen),

schon lange hat es mich interessiert, wie diese Amöbe es schafft, ihre charakteristischen Löcher in verschiedenen Zieralgen zu fabrizieren. Die folgende Sequenz ist vielleicht nicht die Lösung, aber doch ein interessanter Einblick in das Fressverhalten dieser seltenen Art.

Zuerst ein Bild von der um 135 µm langen Amöbe. Das rot gefärbte Plasma ist typisch für diese Art (ebenso für die viel kleinere Difflugia rubescens, die Ferry und ich zur selben Gattung wie P. africana zählen). So wie hier findet man diese Art sehr häufig, nämlich an irgendeiner Zieralge hängend:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/165656_4463106.jpg) (http://s785.photobucket.com/user/Monsti55/media/Mikroskopie-Fotos/Moore%20im%20Bezirk%20Kitzbuehel/p.africana.pw20.1_zpszqb67xul.jpg.html)

In diesem Fall handelt es sich um Hyalotheka mucosa. Die Amöbe hat gerade eine Zelle (Pfeil) geleert und wendet sich nun der oberen Nachbarzelle zu:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/165656_66622070.jpg) (http://s785.photobucket.com/user/Monsti55/media/Mikroskopie-Fotos/Moore%20im%20Bezirk%20Kitzbuehel/p.africana.pw20.2_zpsxtigeh7z.jpg.html)

Nun begann der, zumindest für mich, besonders spannende Teil, nämlich das Öffnen der Zelle:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/165656_45203171.jpg) (http://s785.photobucket.com/user/Monsti55/media/Mikroskopie-Fotos/Moore%20im%20Bezirk%20Kitzbuehel/p.africana.pw20.3_zpsrkl9mfvw.jpg.html)

Es scheint, als würde die Amöbe mit mir unbekannten Organellen (Pfeil) die Zellmembran perforieren. Dieser Vorgang dauert ausnahmsweise nur ein paar Minuten. Dann wird die Zelle entleert:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/165656_20876819.jpg) (http://s785.photobucket.com/user/Monsti55/media/Mikroskopie-Fotos/Moore%20im%20Bezirk%20Kitzbuehel/p.africana.pw20.4_zpsnu9zvfcr.jpg.html)

Dieser Vorgang ist innerhalb weniger Minuten beendet, die Amöbe zieht sich zurück und entledigt sich einiger Verdauungsprodukte:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/165656_67041637.jpg) (http://s785.photobucket.com/user/Monsti55/media/Mikroskopie-Fotos/Moore%20im%20Bezirk%20Kitzbuehel/p.africana.pw20.5_zpsbaetgsvi.jpg.html)

Der gesamte Vorgang dauerte knapp 15 min.

Ich hoffe Euch mit dieser kleinen Sequenz nicht gelangweilt zu haben.

Herzliche Grüße
Angie
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: the_playstation in Februar 08, 2015, 22:55:14 NACHMITTAGS
Hallo Angie.
Tolle Aufnahmen. Sehr interessant, wie sich die Amöbe über die einzelen Algenzellen hermacht. Danke für die Ausdauer. Ein Zeitraffervideo vwäre genial. Danke fürs Zeigen.
Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: reblaus in Februar 08, 2015, 23:52:04 NACHMITTAGS
Hallo Angie -

tolle Sequenz! Diese "Organelle" sehen ja fast aus wie ein Seeigel-Gebiss (die Laterne) in Nano-Ausführung. Ist so etwas eventuell von anderen Protozoen bekannt?

Viele Grüße

Rolf
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: Monsti in Februar 09, 2015, 21:50:54 NACHMITTAGS
Hallo Jorrit und Rolf,

danke, dass Ihr reagiert habt! Irgendwie habe ich den Eindruck, dass hier nur noch DIC-Gemälde Beachtung finden ...

Leicht schiefbeleuchtete Grüße
Angie
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: reblaus in Februar 09, 2015, 23:01:35 NACHMITTAGS
Hallo Angie -

eigentlich wartete ich die ganze Zeit auf Kommentare wie: "Lääängst bei K. G. Grell (1897) Archiv für Schleimbeutelkunde 98, S. 99 beschrieben - olle Kamelle" oder "auf meinen Bildern sieht man das aber viel besser" oder so ähnlich, aber anscheinend ist das doch was Neues oder die Fachleute melden sich noch.
Stecke also weiterhin Deine Zeit in die Suche nach Neuem statt in das Optimieren der Darstellungen von Bekanntem.

Viele Grüße

Rolf

Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: piu58 in Februar 10, 2015, 06:21:03 VORMITTAG
Solche Beiträge , "wie das Leben wirklich funktioniert", sind besonders interessant und wertvoll.
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: steffenclauss in Februar 10, 2015, 09:23:53 VORMITTAG
Liebe Angie,

eine interessante Beobachtung, welche von Dir sehr schön dokumentiert wurde!
Der Aussage von Uwe
ZitatSolche Beiträge , "wie das Leben wirklich funktioniert", sind besonders interessant und wertvoll.
kann ich mich nur anschließen. In einer Zeit wo wir uns an Aufnahmen von plattgedrückten Algen und Ciliaten ergötzen, welche mit hochgelobten super-mega-Planapos perfekt abgelichtet, aber alle relevanten Details und wichtige Bestimmungmerkmale einfach weg gequetscht, sowie der Plättung bedingten unnatürlichen Stress-Artefakte zur Bildgestaltung verwendet werden - dazu meist ohne geringstes Hintergrundwissen zum fotografierten Objekt, erfreue ich mich sehr an Deinen Beitrag. Gerade weil solche Beobachtungen, oft mit einfachen Mitteln aber mit viel Geduld und Verstand erarbeitet werden, sehr viel Informationsgehalt zeigen.

viele Grüße
Steffen

Hast Du auch Aufnahmen zum Pseudostom und der Schalenoberfläche?
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: ruhop in Februar 10, 2015, 11:07:20 VORMITTAG
Hallo, Angie.

Ganz großes Kompliment! Ich habe Deinen "Werdegang" in diesem Forum von Deinen Anfängen an beobachten können, und ich finde es grandios, daß Du dich in Zusammenarbeit mit Ferry zu einer großartigen Spezialistin entwickelt hast.

@ Rolf
Du hast mir aus der Seele gesprochen.

@ Steffen.
Sei bitte vorsichtig mit derartigen Pauschalurteilen. Es kommt immer darauf an, was mit den jeweiligen Abbildungen gezeigt werden soll: Spezies in toto, wichtige Bestimmungsmerkmale oder spezifische Organellen. Alles zusammen geht nur selten. Ich zolle jedenfalls Martin und anderen großen Respekt für ihre z. T. phantastischen Aufnahmen.
Ich selbst komme z. B. aus der ökologischen "Ecke". Wenn ich Bilder aus meinen Untersuchungen zeigen würde, käme es dabei garnicht so sehr auf die Details einzelner Arten an sondern eher auf ein Gesamtbild. Das hieße dann, daß z. B. Du bei mir dann kritisieren könntest, ich würde die Bestimmung von Arten erschweren oder unmöglich machen.

Schönen Gruß aus dem Hintertaunus

Holger
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: Monsti in Februar 10, 2015, 11:47:58 VORMITTAG
Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure positive Rückmeldung!

@Steffen: Hier zunächst Fotos von der Schalenstruktur, die recht unterschiedlich sein kann und meist jener von Difflugia bacillifera sehr ähnelt:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/165771_38600745.jpg) (http://s785.photobucket.com/user/Monsti55/media/Mikroskopie-Fotos/Moore%20im%20Bezirk%20Kitzbuehel/p.africana.1.12.a_zpsjbfjzcxq.jpg.html)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/165771_59311937.jpg) (http://s785.photobucket.com/user/Monsti55/media/Mikroskopie-Fotos/Moore%20im%20Bezirk%20Kitzbuehel/p.africana.spert7a_zps0tlelz1l.jpg.html)

Das Pseudostom:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/165771_51791499.jpg) (http://s785.photobucket.com/user/Monsti55/media/Mikroskopie-Fotos/Moore%20im%20Bezirk%20Kitzbuehel/p.africana.spert9_zpssyyin9vm.jpg.html)

Und nochmals im Vergleich mit dem von Difflugia rubescens (links):

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/165771_48916090.jpg) (http://s785.photobucket.com/user/Monsti55/media/Mikroskopie-Fotos/Moore%20im%20Bezirk%20Kitzbuehel/vergleich_zpsmcxipabe.jpg.html)

Größenvergleich Difflugia rubescens (links) und Pseudonebela africana:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/165771_53740413.jpg) (http://s785.photobucket.com/user/Monsti55/media/Mikroskopie-Fotos/Moore%20im%20Bezirk%20Kitzbuehel/vergl.rubesc.africana_zps5psovsdr.jpg.html)

Zum Schluss noch ein typisches Fraßloch in Closterium costatum:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/165771_2399524.jpg) (http://s785.photobucket.com/user/Monsti55/media/Mikroskopie-Fotos/Moore%20im%20Bezirk%20Kitzbuehel/frassloch7_zpse5p3qvos.jpg.html)

Herzliche Grüße
Angie
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: steffenclauss in Februar 10, 2015, 11:52:40 VORMITTAG
Hallo Holger,


ZitatIch zolle jedenfalls Martin und anderen großen Respekt für ihre z. T. phantastischen Aufnahmen.
das wir uns nicht falsch verstehen, Martin Kreutz war hier defintiv nicht gemeint! Im Gegenteil sind seine hervorragenden Aufnahmen zusammen mit fachlicher Kompetenz genau das, was ich hier im Forum vermisse.

Angie, danke für den umfangreichen Nachtrag!

viele Grüße
Steffen

Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: Eckhard in Februar 10, 2015, 12:24:45 NACHMITTAGS
Moin Angie,

spannende Beobachtungen und eine schöne Dokumentation.

Zitat von: HolgerSei bitte vorsichtig mit derartigen Pauschalurteilen. Es kommt immer darauf an, was mit den jeweiligen Abbildungen gezeigt werden soll: Spezies in toto, wichtige Bestimmungsmerkmale oder spezifische Organellen. Alles zusammen geht nur selten. Ich zolle jedenfalls Martin und anderen großen Respekt für ihre z. T. phantastischen Aufnahmen.
Ich selbst komme z. B. aus der ökologischen "Ecke". Wenn ich Bilder aus meinen Untersuchungen zeigen würde, käme es dabei garnicht so sehr auf die Details einzelner Arten an sondern eher auf ein Gesamtbild. Das hieße dann, daß z. B. Du bei mir dann kritisieren könntest, ich würde die Bestimmung von Arten erschweren oder unmöglich machen.

Das sehe ich anders. Das ist dann eine Aufnahme des Gesamtbildes, um einen Eindruck der Ökologie wiederzugeben. Es kommt doch auf den Zweck eines Mikrofotos an. Geht es um die Ökologie, um spezifische Verhaltensweisen, um bestimmungsrelevante Details etc. ?

Auch einen Ciliaten fast zerquetschen, so dass alle bestimmungsrevelanten Details verloren gehen, hat eine Daseinsberechtigung. Wenn man z.B. Eigenheiten der Kernstruktur oder einer anderen, ansonsten nicht sichtbaren Organelle zeigen will. Aber einen Ciliaten zerquetschen und irgendwo in die Struktur hinein fokussieren, dass zeigt doch nur die Auflösung der Ausrüstung und der technischen Fähigkeiten (Belichtung, Weissabgleich etc.) des Fotografen.

Herzliche Grüsse,
Eckhard 

Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: Frank Fox in Februar 10, 2015, 14:07:00 NACHMITTAGS
Lieber Steffen,

sicherlich hast Du da Deinen Stein in meine Richtung geworfen.
Nun ja, es darf ja auch  jeder hier seine Meinung äußern, und zwar in die ein oder andere Richtung.

Meine Fotos, ich möchte es nochmals betonen, haben das Ziel, Mikroorganismen (hier in diesem Fall) unter einem ästhetischen Gesichtspunkt zu zeigen.
Mein Ziel ist es nicht, alles fotografisch Festgehaltene bis ins kleinste zu bestimmen.
Bei Projekt- und Auftragsarbeiten verhält sich das sicherlich anders.

Nicht anderes bezwecken hier viele andere Forumsteilnehmer durch  das Einstellen ihrer Fotos mit den Themen Mikrokristalle, Makroaufnahmen von Insekten, Diatomeen, Radiolarien in 3D u.v.m.
Auch möchte nicht jeder seine Entdeckungen bis zur untersten Art bestimmen.
Wir sind hier unter der Rubrik Mikrofotografie, und dort gehören diese Aufnahmen auch hin.
Also, freuen wir uns über die vielen schönen Fotos, die hier eingestellt werden.
Allerdings verstehe ich nicht, warum immer wieder solche Diskussionen hier im Forum entstehen müssen!
Was ist das das Ziel davon?  ... der Diskussion wegen?
Sind die anderen Themen hier im Forum zu langweilig?
Schließlich wollen wir ja auch nicht, das nach zu heftiger Kritik hier niemand mehr Fotos einstellt.

Und noch zu Schluss, die Auflösung der Ausrüstung steht nicht im Vordergrund, aber häufig wird nach dem verwendetem Equipment gefragt.
Dafür finde ich es gut, das auch die verwendeten Geräte genannt werden.

In diesem Sinne  :)
Herzliche Grüße
Frank

Liebe Angie,

Entschuldigung, das hier in Deinen Thread diese Diskussion entsteht.
Deine Aufnahmen sind spannend aufgenommen und ich habe wieder was gelernt.
Danke Dir fürs Zeigen und die passenden Erklärungen.

Herzliche Grüße
Frank
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: Monsti in Februar 10, 2015, 15:52:42 NACHMITTAGS
Lieber Frank,

ZitatAllerdings verstehe ich nicht, warum immer wieder solche Diskussionen hier im Forum entstehen müssen!

Foren sind zugleich Diskussionsplattformen, deshalb. Ich finde das Aufkommen von Diskussionen auch ganz normal, wenn Menschen mit unterschiedlichen Schwerpunkten zusammentreffen. Ehrlich gesagt finde ich sie viel spannender als eine ganze Seite voller einzeiliger Lobeshymnen - vorausgesetzt natürlich, dass der Ton respektvoll bleibt. Du musst Dich also für nichts entschuldigen.  ;)

Herzliche Grüße
Angie
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: steffenclauss in Februar 10, 2015, 19:40:29 NACHMITTAGS
Lieber Frank,

auch wenn ich ungern mit Steinen werfe, ja die Richtung war korrekt!  Ich möchte es aber nicht unbegründet lassen und gehe gerne auf Deine Argumentation ein.

ZitatMeine Fotos, ich möchte es nochmals betonen, haben das Ziel, Mikroorganismen (hier in diesem Fall) unter einem ästhetischen Gesichtspunkt zu zeigen.  

Deine fotografischen Fähigkeiten und der Umgang mit mikroskopischer Technik stehen außer Zweifel. Dennoch steht die wahrheitsgetreue Abbildung mit Ästhetik in einen unzertrennlichen Zusammenhang. Viele Deiner Bilder sind hervorragend in Bildgestaltung, Farbwiedergabe und Auflösung. Doch das sehr oft zum Opfer der Morphologie deiner Objekte. Viele sehen in Natura nicht so aus und werden zwar technisch schön, aber einfach falsch dargestellt. Ciliaten kämpfen z.B. unter den Deckglasdruck ums Überleben, verlieren Ihre natürliche Form, bilden stressbedingte Artefakte (große Vakuolen, Exocytose) und werden unkenntlich zu Pfannkuchen gepresst. Die Ästhetik liegt dann in einem "toten" Bild, und hat mit eine ästhetischen Objekt überhaupt nichts mehr zu tun. Wenn man natürlich gezielt nach relevanten Zellorganellen sucht, welche sonst vom Zellplasma verdeckt und nicht sichtbar sind ist eine Pressung der Objekte natürlich notwendig und berechtigt. Ich durfte schon viele Mikroorganismen kennen lernen und habe oft einzelne Exemplare über Wochen beobachtet (Feuchte Kammer, Inversmikroskopie...) sowie auch Versucht diese zu kultivieren. Diese Art der Beobachtung führt zu einer sehr umfangreichen Erfassung des Objektes. Das kann und muss natürlich nicht jeder Mikrofotograf nachvollziehen. Ich möchte nur andeuten, wie sensibel eine Präparation ist, wenn es um eine realistische fotografische (und vor allem wirklich ästhetische!) Darstellung der Objekte geht. Dazu gehört wenigstens etwas Hintergrundwissen zum Objekt und folglich auch der schwierige Spagat zwischen astreiner Auflösung aber entstellten Objekt und mehr Schichtdicke mit eher wahrheitsgetreuer Wiedergabe.

ZitatMein Ziel ist es nicht, alles fotografisch Festgehaltene bis ins kleinste zu bestimmen.
Bei Projekt- und Auftragsarbeiten verhält sich das sicherlich anders.

Das verlangt keiner, ist auch oft sehr aufwändig und vielmals lichtmikroskopisch nicht möglich. Es schadet aber nicht sich auch nur ein kleinwenig mit den Objekt auseinander zu setzen, gerade wenn es um die fotografische Wiedergabe geht.


ZitatNicht anderes bezwecken hier viele andere Forumsteilnehmer durch  das Einstellen ihrer Fotos mit den Themen Mikrokristalle, Makroaufnahmen von Insekten, Diatomeen, Radiolarien in 3D u.v.m.
Auch möchte nicht jeder seine Entdeckungen bis zur untersten Art bestimmen.
Wir sind hier unter der Rubrik Mikrofotografie, und dort gehören diese Aufnahmen auch hin.
Also, freuen wir uns über die vielen schönen Fotos, die hier eingestellt werden.

Es geht hier nicht um die exakte Artbestimmung. Wenn Du unter Beifall Bilder kommentarlos in das Forum stellst, welche wie schon geschrieben technisch perfekt aber inhaltlich verzerrt sind, Ist das ist für Leute, welche sich etwas mehr mit der Materie befassen und vielleicht dazu nicht die perfekte mikroskopische Ausrüstung besitzen sicherlich arg demotivierend und führt eher zu Zurückhaltungen.

ZitatAllerdings verstehe ich nicht, warum immer wieder solche Diskussionen hier im Forum entstehen müssen!
Was ist das das Ziel davon?  ... der Diskussion wegen?

Diskussion, sofern konstruktiv und ohne Beleidigungen bereichert jedes Forum.

ZitatSind die anderen Themen hier im Forum zu langweilig?
Schließlich wollen wir ja auch nicht, das nach zu heftiger Kritik hier niemand mehr Fotos einstellt.
Das will sicher niemand. Das Forum lebt von interessanten Beitragen jeglicher Natur. Kritik darf aber ebenso seine Berechtigung haben.
Ich habe den Fehler gemacht Angies tollen Beitrag für diese Diskussion missbraucht zu haben und hätte sollen gezielt auf Deine Beiträge antworten. Dafür entschuldige ich mich!


ZitatUnd noch zu Schluss, die Auflösung der Ausrüstung steht nicht im Vordergrund, aber häufig wird nach dem verwendetem Equipment gefragt.
Dafür finde ich es gut, das auch die verwendeten Geräte genannt werden.

Ich auch! Jedoch macht die beste Ausrüstung nicht immer die besten Aufnahmen.

Viele Grüße
Steffen
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: Monsti in Februar 10, 2015, 20:14:35 NACHMITTAGS
Lieber Steffen,

ZitatIch möchte nur andeuten, wie sensibel eine Präparation ist, wenn es um eine realistische fotografische (und vor allem wirklich ästhetische!) Darstellung der Objekte geht.

Das unterschreibe ich mit megadickem Stift! Ästhetisch abgelichtet ist für mich nur ein Objekt, das noch halbwegs normal aussieht.

ZitatIch habe den Fehler gemacht Angies tollen Beitrag für diese Diskussion missbraucht zu haben

Hast Du nicht! Ich selbst war doch diejenige, die mit dem folgenden Satz quasi den Einstieg geliefert hat:

ZitatIrgendwie habe ich den Eindruck, dass hier nur noch DIC-Gemälde Beachtung finden ...

Und ja, ein wenig Frust war da schon beim Schreiben. Hellfeldaufnahmen sind mittlerweile richtig selten geworden. Ich könnte mir vorstellen, dass sich viele einfach nicht mehr trauen, ihre Nicht-DiC-Fotos ins Forum zu stellen. Meiner Ansicht nach können auch Hellfeldbilder oder solche im Schieflicht eine sehr gute Qualität haben und zugleich aussagekräftig sein. Auch lehrreiche Dokumentationen haben abgenommen. Insofern bin ich dankbar für diese Diskussion, auch wenn sie jetzt nichts mehr mit dem Eingangsthema zu tun hat.

Herzliche Grüße
Angie


Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: Frank Fox in Februar 10, 2015, 20:28:36 NACHMITTAGS
Lieber Steffen,

Deine Argumente habe ich aufmerksam gelesen und auch zu Herzen genommen.
Ich beobachte häufig diese kleinen Lebewesen unter dem Stemi und deren Aussehen in freier Natur sind mir sowohl bekannt.
Ich muss schließlich meine Motive auch suchen und stehen mir nicht einfach so in Hülle und Fülle bereit.
Fast alle hier gezeigten Aufnahmen von Mikroorganismen, die sich unter einem Deckglas befinden, entsprechen in ihrer Form und Verhalten nicht der in freier Umgebung.
Also, in diesem Punkt wiederspreche ich Dir.
Versuche mal ein Foto von einem Rädertierchen zu finden, bei der die Ansicht von vorne und nicht in der Seitenlage ist.
Durch das Deckglas werden die Tierchen immer in eine spezielle Lage gedrückt.
Auch aus der Literatur kenne ich keine anderen Aufnahmen.
Übrigens, ca. 50 Fotos aus meiner Sammlung sind im letzten Jahr über Fotoagenturen in Büchern gelandet.
Ja, bei dem von mir gezeigten Rädertierchen war das Tierchen durch das Deckglas gedrückt, aber das ist nicht bei allen Aufnahmen so. Z.B bricht ein Closterium unter Deckglasdruck direkt entzwei.
Beispiele von Fotos und Filmen von nicht gerdrückten Organisamen zeige  ich auf meiner Webseite genügend.

Wir können gerne dieses Thema an einer anderen Stelle fortführen.

Herzliche Grüße
Frank
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: Monsti in Februar 10, 2015, 21:25:43 NACHMITTAGS
Lieber Frank,

ZitatZ.B bricht ein Closterium unter Deckglasdruck direkt entzwei.

Dann muss der Deckglasdruck aber wirklich schon extrem sein. Mir ist sowas noch nie passiert, und ich mikroskopiere täglich. Beginnen sich die Arten in ihrer Form auch nur minimal zu verändern, füge ich Wasser hinzu. Plattgedrückte Organismen finde ich einfach nur furchtbar - auch für Forschungszwecke, wo es oft nicht anders geht.

Herzliche Grüße
Angie
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: steffenclauss in Februar 10, 2015, 22:17:51 NACHMITTAGS
Lieber Frank,

ein Beispiel: In Deinen aktuellen Closterium-Beitrag zeigst du wieder technisch gelungene Bilder aber du erwähnst in keinster Weise mit welchen Ziel du was fotografiert hast. Ein User schreibt freudig über die vielen Vakuolen. Die einzigen erkennbaren zwei Vakuolen von Closterium liegen an den beiden Enden und sind mit Calciumsulfat-Kristallen gefüllt. Ein relevantes Merkmal von Closterium, welches unscharf in den Hintergrund gestellt wurde. Mit den vielen Vakuolen sind wahrscheinlich fälschlicherweise die Pyrenoide gemeint - das wurde im Raum stehen gelassen und verleitet zu Irrtum und Halbwissen!
Mit Sicherheit könnten wir unserer Argumente weiter zerpflücken und ausweiten, aber ich denke wir haben unsere Standpunkte diesbetreffend hinreichend dargestellt. Mir ist klar, dass man als Profifotograf nach anderen Gesichtspunkten arbeitet, doch wäre es schade wenn durch Akkord-Arbeit Inhaltliche Informationen verfälscht werden oder gar verloren gehen. Es gibt kein perfektes Mikrofoto, es ist alles kompromissbehaftet. Wie tief man nach welchen Gesichtspunkten differenziert und diesen Kompromiss gestaltet liegt am Präparateur und Fotograf. Unsere Ansichten sind dahingehend verschieden.

viele Grüße
Steffen

Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: Bernhard Kaiser in Februar 11, 2015, 06:13:29 VORMITTAG
Hallo,

Prof. Lenzenweger hat einmal zum Thema Photographie folgendes geschrieben:
ZitatHallo Mikroskopiker,
es gibt zwei Aspekte der Beurteilung von Mikrofotos. Es ist gegen schöne Mikrofotos absolut nichts einzuwenden, auch wenn eben in erster Linie deren fotografische Güte oder deren Ästhetik im Vordergrund steht und ich schaue mir solche Bilder auch gerne an. Für mich persönlich aber hat Mikrofotografie nur den Zweck, Objekte so abzubilden, dass sie alle für die eine wissenschaftliche Beurteilung relevanten Details oder Stadien zeigen und das tun sie. Ob sie nun vom fotografischen Standpunkt aus gesehen perfekt oder zumindest fast perfekt sind, ist für mich kein Kriterium. Somit ist für mich eine Bildbearbeitung auch kein vordringliches Thema und ersuche daher auch um Verständnis dieser Sichtweise beim Betrachten meiner Mikrofotos .
Beste Grüße

Dem kann ich mich nur voll anschließen und nehme an, daß Angie gleicher Meinung ist.

@ Steffen
ZitatDie einzigen erkennbaren zwei Vakuolen von Closterium liegen an den beiden Enden und sind mit Calciumsulfat-Kristallen gefüllt. Ein relevantes Merkmal von Closterium, welches unscharf in den Hintergrund gestellt wurde.
genau darum geht es.

Freundliche Grüße
Bernhard Kaiser
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: Frank Fox in Februar 11, 2015, 08:16:45 VORMITTAG
Lieber Steffen,

ja, unsere Ansichten sind dahingehend sehr verschieden und wir kommen hier sicherlich zu keinem Ergebnis.
Ehrlich gesagt, ich habe auch keins erwartet.
In der (Mikro-)Fotografie über gut und schlecht zu sprechen ist langwierig und führt zu keinem Ergebnis.
Ich war jahrelang in einer fotografischen Gesellschaft aktiv, ich weiß wovon ich rede.  ;)
Dort ist das Thema oft diskutiert worden, ohne Ergebnis.

Ich werde meine Mikrofotos so präsentieren, wie meine fotografische Sicht der Dinge ist.
Die Zeit, die ich hierfür investiere, ist enorm!
Es kann dabei vorkommen, dass mehr oder weniger einige Mikroobjekte gequetscht werden.
Die Artbestimmung und ein Erkenntnisgewinn steht hier (die Fotos, die ich hier im Forum präsentiere) nicht im Vordergrund.
... ich wiederhole mich  ;)
Dem ein oder anderen werden meine Fotos sicherlich weiterhin gefallen und mehr möchte ich nicht erreichen.

Schaue Dir mal das amerikanische Forum an: http://www.photomacrography.net/forum/viewforum.php?f=14&sid=a10a87699102347c3999a72e35fab4cd
Hier sind solche Diskussionen nicht zu finden.

Vielleicht sollte hier im Forum zwei Mikrofoto-Rubriken geschaffen werden, eine für die ich nenne es mal wissenschaftliche Schiene und die andere für die subjektive Fotografie.

Ich habe einen Vorschlag.
Lieber Steffen, zeige doch einfach hier Deine Fotos und Deine Sicht der Mikrofotografie.
Ich würde mich über Deine Fotos z.B. von Closterium sehr freuen.

Herzliche Grüße
Frank
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: reblaus in Februar 11, 2015, 11:12:43 VORMITTAG
Hallo -

"Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust" und wenn man sich mit selbst nicht einig ist, weiß man, dass Diskussionen nichts ändern können, denn alle Argumente sind hier oder früher längst gefallen.

Einerseits bin ich oft entzückt über Darstellungen von bekannten Organismen in einer Qualität wie ich sie vorher nicht gesehen hatte - gerade, weil ich weiß, wieviel Mühe und Arbeitszeit darin steckt.
Andererseits meldet sich gerade deshalb manchmal die zweite Seele: "In dieser Zeit hätte man doch .... ".
Dann kommt wieder die erste Seele, die mir klar macht, dass der Mensch die meiste Zeit mit Tätigkeiten verbringt, die nichts mit dem Fortbestand seiner Art oder dem Fortschritt in einer Wissenschaft zu tun haben (Kunst, Philosophie etc.).

Nun freut sich jeder zu Recht über viel Lob für gute Arbeit - das bleibt im Fall von ästhetisch beeindruckenden Darstellungen nicht aus, weil diese unabhängig von irgendwelchen Vorkenntnissen wirken können. Auch einem Biologen gefällt eine schöne Kristallaufnahme und ein Mineraloge kann von einem faszinierendes Insektenportrait entzückt sein.

Fachspezifisch Interessantes, das vielleicht ebenso mühsam erarbeitet wurde geht dagegen oft unter, weil es nur einen kleinen Bruchteil der Forumsteilnehmer interessiert und nicht zu gewissen halbautomatischen Lobeszeilen animiert.

Das ist halt Forum und man sollte erst gar nicht versuchen das durch eine Einteilung in Rubriken zu ändern - zumal es auch viele Beiträge gibt, bei denen beide Aspekte auf das glücklichste vereinigt sind - wieviel Mühe mag erst da investiert worden sein!

Viele Grüße

Rolf






Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: JB in Februar 11, 2015, 18:45:19 NACHMITTAGS
Zitat von: Monsti in Februar 10, 2015, 20:14:35 NACHMITTAGS
Hellfeldaufnahmen sind mittlerweile richtig selten geworden.

Hmm ... so schlimm ist es auch nicht. > 80% der gezeigten Bilder hier im Forum sind Hellfeldaufnahmen, im Auflicht und Durchlicht. Allein schon wegen der grossen Zahl von botanischen Schnitten.

Jon
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: Monsti in Februar 11, 2015, 18:56:48 NACHMITTAGS
Hallo Jon,

das stimmt schon, nimmt man alle Fotos. Apropos "> 80%" ... hast Du etwa eine Statistik erstellt???  ;D Meine Bemerkung betraf vor allem Fotos von Mikroorganismen. Hier sind die Hellfeldaufnahmen tatsächlich selten geworden - zumindest im Mikrofoto-Forum.

Herzliche Grüße
Angie
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: Monsti in Februar 11, 2015, 19:05:22 NACHMITTAGS
Lieber Frank,

ZitatIch habe einen Vorschlag.
Lieber Steffen, zeige doch einfach Deine Fotos und Deine Sicht der Mikrofotografie.
Ich würde mich über Deine Fotos z.B. von Closterium sehr freuen.

Steffen hat doch eine Homepage! Warum schaust Du nicht einfach mal rein?

Herzliche Grüße
Angie

Hier übrigens ein Closterium lunula von mir bei leicht schiefer Beleuchtung:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/165930_13063473.jpg) (http://s785.photobucket.com/user/Monsti55/media/Mikroskopie-Fotos/Desmidiaceen/clost.lunula.gws1_zpsdczgbsun.jpg.html)
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: the_playstation in Februar 11, 2015, 19:17:41 NACHMITTAGS
Hallo Angie:
Heute hatte ich in der Planktonprobe auch sehr viele Schalenamöben. Habe einen Becher mit nach Hause genommen und werde dann ein paar Bilder machen. Da die Schalenamöben recht empfindlich sind werdenes wohl leider nur noch die Gehäuse sein. Faszinierende kleine "Viecher". :)
Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: Eckhard in Februar 11, 2015, 19:38:40 NACHMITTAGS
Liebe Angie,

DIK ist einfach das beste Verfahren für das Leben im Wassertropfen. Und dadurch dass immer mehr Mikroskopiker DIK haben, ist es verständlich, dass auch immer mehr DIK Bilder gezeigt werden. Vieles kann man natürlich auch mit schiefer Beleuchtung machen - aber DIK ist einfacher und reproduzierbar.

Das man auch mit schiefer Beleuchtung tolle Bilder machen kann, zeigst Du mit Deinem Closterium.

Herzliche Grüsse,
Eckhard
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: Monsti in Februar 11, 2015, 19:55:38 NACHMITTAGS
Lieber Jorrit,

stell' das Probenglas bitte zunächst in einen unbeheizten Raum und erst am nächsten Tag sukzessive wärmer. Am 3. Tag kannst es bei Raumtemperatur an einem Ost- oder West-Fenster lagern. Damit sollten die Amöben geraume Zeit leben. Ich habe hier Proben, in denen es auch noch nach 10 Monaten viele lebende Schalenamöben gibt. Versuch's mal!

Lieber Eckhard,

Zitataber DIK ist einfacher und reproduzierbar.

Aber auch viel teurer. Nun, schiefe Beleuchtung empfinde ich keineswegs als schwierig. Was meinst Du mit "reproduzierbar"?

Herzliche Grüße
Angie
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: Eckhard in Februar 11, 2015, 19:59:28 NACHMITTAGS
Liebe Angie,

ZitatWas meinst Du mit "reproduzierbar"?

Schiefe Beleuchtung erzeugt Artefakte. Es gehört Erfahrung dazu, diese von echten Strukturen zu unterscheiden. Und wenn zwei Mikroskopiker mit zwei unterschiedlichen Mikroskopen und schiefer Beleuchtung etwas anschauen, kann es sein, dass beide jeweils etwas anderes sehen.

Herzliche Grüsse,
Eckhard
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: Monsti in Februar 11, 2015, 20:22:13 NACHMITTAGS
Lieber Eckard,

danke für die Erklärung. Nun, bei zwei unterschiedlichen Mikroskopen (und wahrscheinlich auch minimal anderer schiefer Beleuchtung) ist dies in der Tat sehr wahrscheinlich. Kennt man aber die beobachtete Art gut, sind solche Unterschiede doch vernachlässigbar, oder?

Herzliche Grüße
Angie
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: Rawfoto in Februar 11, 2015, 20:27:49 NACHMITTAGS
Hallo Angie

Danke fuer die Fotos, spannende Beobachtung die Du mir da ermoeglichst ...

Liebe Gruesse

Gerhard
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: limno in Februar 11, 2015, 22:34:55 NACHMITTAGS
Hallo Eckhard,
auch  im DIK entstehen gewolllte und notwendige Artefakte durch die Pseudoreliefierung (in Wirklichkeit werden ja Dichteunterschiede dargestellt). Und dass es bei der schiefen Beleuchtung keine reproduzierbaren Ergebnisse gibt, liegt vielleicht daran, dass diese von Mikroskopikern genutzt wird, deren Geldbeutel für den DIK zu dünn ist, und sie deshalb auf einen Eigenbau zurückgreifen.
Es taucht zudem in unregelmässigen Abständen unter den stolzen DIK-Besitzer(innen) die Frage auf, welches Fabrikat, denn nun den schönsten DIK habe (Spieglein, Spieglein an der Wand... ;D ;) Das Forumsmitglied orbilia -ein Pilzler- hat anhand von Fotos zeigen können, das DIK nicht immer die erste Wahl ist http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=8142.10
Jedes mikroskopische Verfahren hat seine Vorzüge und Nachteile, das muss ich Dir, der Du technisch viel versierter bist als ich, ja nicht näher erläutern. Martin Kreutz hat- obwohl er selber eine DIK-Einrichtung besitzt- die Kreutzblende erfunden. Nein, mir liegt nicht daran, dass DIK-Anwender hier herabgesetzt werden.
Man sieht sämtlichen DIK-Fotos hier an, dass sie mit viel Liebe zum zum Detail und mit großem Zeitaufwand angefertigt wurden; mit künstlerischem oder wissenschaftlichem Schwerpunkt. Beide Ziele, ein hoher wissenschaftlicher Informationsgehalt und ästhetischer Genuss sollten meines Erachtens in einem Bild verwirklicht  sein. Leider sieht man anderswo, dass DIK-Tümpelfotos z.B. im schreienden Hellblau ersaufen, damit  auch der letze Betrachter merkt, das hier ein im Wasser lebender Mikroorganismus mit sündteurer Einrichtung abgelichtet wurde.
Ich freue mich übrigens immer sehr über Deine REM-Fotos von Tümpelorganismen. Sowas hätte ich mir nicht träumen lassen;in dieser Vielzahl und Qualität gibt es das wohl in keinem Forum dieser Art.
Lesenswert  finde ich übrigens in diesem Zusammenhang den Beitrag von Bruno Wiertz "Schieflicht bei Mikroskopen mit eingebauter Beleuchtung" im Mikrokoskosmos von 1989, Heft 12 S. 377ff.
Abschließen möchte ich meine Gedanken mit einem Zitat aus dem Mikrokosmos- Beitrag "Was leistet ein 130 Jahre altes Mikroskop" von Rudolf Väth,Mikrokosmos,  Heft 7, 1988, S.196.
"Ein Beobachter, der einen Gegenstand nur in einem besonderen Zustand der Beleuchtung durch ein Mikroskop gesehen hat, besitzt davon die gleiche Vorstellung, wie ein durchziehender Reisender von einer schönen Landschaft, auf die er im bloßen Vorübergehen einen Blick geworfen hat und in der sich, je nachdem sie von der Morgensonne  oder Abendsonne beschienen(....)oder aber mit schwarzem Gewölk bedeckt ist, abwechselnd neue Schönheiten dem Auge darbieten(....)Jeder von diesen Eindrücken, kann an sich selbst vollkommen richtig sein, aber doch zu einer ganz falschen Vorstellung von der Beschaffenheit des Objekts führen; werden aber alle Eindrücke, die zum Bewusstsein gelangt sind, untereinander verglichen und durch den Verstand geordnet und zu einem zusammenhängenden Ganzen verbunden, dann darf er mit gutem Grunde hoffen, dass das Endresultat der Untersuchung wirklich Wahrheit ist." PIETER HARTING, Das Mikroskop. Braunschweig 1859)
Allen eine erholsame Nacht wünscht
Heinrich
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: JB in Februar 11, 2015, 23:40:55 NACHMITTAGS
Zitat von: limno in Februar 11, 2015, 22:34:55 NACHMITTAGS
Das Forumsmitglied orbilia -ein Pilzler- hat anhand von Fotos zeigen können, das DIK nicht immer die erste Wahl ist

Das ist aber durchaus relativ. Die gezeigten Bilder http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=8142.msg57000#msg57000 sind mit der falschen DIC-Ausruestung aufgenommen worden. Fuer Objekte, die ohnehin schon kontrastreich sind (starke Phasenunterschiede) beobachtet man am besten mit einer Ausruestung mit geringer Kontrastwirkung (high resolution/low contrast).

Bei Verwendung der "normalen" oder high contrast Ausruestungen (gedacht fuer kontrastarme Objekte wie Zellkulturen) an solchen Objekten kann man Ueberstrahlungen (wie hier) und sogar Verlust von Aufloesung beobachten. Das ist hier sehr informativ aufgearbeitet: http://www.microscopy-news.com/download-center/Cat_Appl_of_DIC.pdf

Der grosse Vorteil von DIC ist die erhoehte Aufloesung in der z-Ebene ("optische Schnitte"). Das ist sogar bei den gezeigten Pilzporen gut zu erkennen.

Beste Gruesse, Jon
Titel: Re: Pseudonebela africana
Beitrag von: the_playstation in Februar 12, 2015, 16:29:35 NACHMITTAGS
Danke Angie für den Tipp. Meine Schalenamöben und natürlich alle anderen Planktonbewohner stehen auf dem Dachboden um sich anzupassen. Morgen wird dann gemütlich mikroskopiert. :) Liebe Grüße Jorrit.