Hallo,
meine Tochter ist auf der Suche nach einem interessanten Versuch, den Sie ihren Mitschülern (Gymnasium-Oberstufe) bebildert präsentieren möchte.
Am idealsten wäre ein Versuch, wo man über einen bestimmten Zeitraum deutliche Veränderungen unter dem Mikroskop im Bild festhalten kann. Eine Erklärung, warum dies und das passiert, wird auch benötigt.
Den Verlauf möchte sie an meinem Mikroskop, einem Zeiss Standard 14 mit Phako und Neofluaren beobachten und im Bild fest halten.
Kennt jemand einen einfachen und nicht zu zeitintensiven aber in der Reaktion sehr eindrucksvollen Versuch der für so ein Schülerprojekt bestens geeignet ist?
Über einen Versuchsaufbau oder eine Beschreibung würde ich mich sehr freuen. Gerne auch per PN
Hallo MarkusP,
Wie wäre es mit der Kristallisation von z.B. Traubenzucker auf dem Objektträger. Unter den Kondensor eine Pol-Folie und unter den Okulartubus ebenfalls eine solche, aber das kennst Du sicher. Eventuell noch eine dünne Folie als Ersatz für einen Lambda/4 Filter und das ganze sieht super aus. Der Tropfen Zuckerlösung trocknet schnell und man kann die Kristallisation schön beobachten.
Beste Grüße
Harald
hallo Markus
falls es einen Versuch aus der Biologie sein soll, dann mal nach " plasmolyse versuch " googlen.
Wolfgang
Hallo Markus,
schau Dir doch mal den Film an in Gallileo über das Bärtierchen.
Ich finde das ist ein faszinierendes Thema, passend für den Biologie Unterricht - braucht aber wohl etwas Vorbereitung.
Naja und dann kann man immer die schönen Osmose Versuche mit Rettich oder Kartoffel vieleicht ganz gut darstellen?
lg
anne
Hallo,
die Plasmolyse ist doch der Klassiker schlechthin und wunderbar unter dem Mikroskop zu dokumentieren. Wenn das Thema nicht schon "durch" ist (ich weiß nicht, für wann Plasmolyse bzw. Diffusion und Osmose im Lehrplan stehen).
http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/bio/gym/fb4/1_mem/1_osmose/3_plas/hilfe/
https://vimeo.com/67453397
Herzliche Grüße
Peter
Hallo,
Biologie, Chemie oder Physik?
Das Mikroskop beschränkt sich nicht auf Biologie.
Gruß
Harald
Lieber Markus,
wenn es Biologie sein soll, ist ein Bärtierchen natürlich ein absoluter Magnet :)
Wenn auch Physik geht und die Möglichkeit zum Filmen besteht: versucht mal, auf dem Objektträger Schwefel in heißem Öl zu schmelzen. Betrachtet man die Lösung in polarisiertem Licht, erglüht ein Sternenhimmel, sobald die Schmelztemperatur des Schwefels beim langsamen Abkühlen unterschritten wird.
Schwefel kristallisiert auch aus der Schmelze recht schön und ändert nach einiger Zeit deutlich seine Kristallform -> allotrope Modifikationen, siehe z.B. in der Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwefel
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo
ZitatBiologie, Chemie oder Physik?
die Überschrift ist doch wohl eindeutig oder?
Wie wäre es mit der Verschiebung des Artenspektrums im Laufe von 2..3Wochen in einem Heuaufguss (mit Tümpelwasser & -schlamm ansetzen!)? Daas kann man auch noch variieren: z.B. zwei verschiedene Zusätze dazu geben: einmal etwas Blumendünger, einmal etwas Cola. Auch Waschmittel hat interessante Auswirkungen...
Beste Grüße
Gerd
Hallo Markus,
dies ist auch eine sehr interessante Lektüre zum Thema:
http://www.amazon.de/Versuche-Einzellern-Experimentierbuch-Lehrer-Sch%C3%BCler/dp/3440051285/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1425327612&sr=8-1&keywords=Versuche+mit+Einzellern
Beste Grüße
Gerd
Hallo,
alles gute Vorschläge. Aber was würde der Lehrer darunter schreiben? Thema verfehlt! ;D
Denn die Forderung lautete:
-einfach
-nicht zu zeitintensiv
-in der Reaktion sehr eindrucksvoll
In der Chemie hätte ich gesagt: Kaliumchlorat, Zucker, Hammer - feddich! ;) Aber in der Biologie wird da die Luft schon dünner.
Herzliche Grüße
Peter
Vielen Dank für Eure nette Unterstützung.
Die Präsentation ist bereits kommenden Montag. Ein zeitintensiver Versuch ist deshalb ausgeschlossen.
Es geht um das Fach Biologie.
"Peter V" hatte einen passenden und für uns recht einfach durchzuführenden Versuch gezeigt http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/bio/gym/fb4/1_mem/1_osmose/3_plas/hilfe/
Leider wurde das Thema Osmose bereits von einer anderen Schülerin vorgestellt - ohne eigene Mikroskopaufnahmen.
So in diese Richtung suchen wir etwas.
Herzliche Grüße
Markus
Lieber Markus,
Biologie und wenig Zeit: eventuell wären frische und fixierte+gefärbte Schnitte etwas - daran lassen sich die pflanzlichen Gewebetypen und der Zweck von Mehrfachfärbungen erläutern und eindrucksvoll ist es auch. Einfach zu schneiden und zu bekommen ist Efeu. Oder ein Blatt der Schneerose (Helleborus niger).
Lieber Peter,
das mit dem Hammer geht auch nicht: der passt in der Regel nicht unter das Mikroskop ... ;D
Herzliche Grüße
Jörg
Zitat von: Fahrenheit in März 02, 2015, 22:20:18 NACHMITTAGS
Biologie und wenig Zeit: eventuell wären frische und fixierte+gefärbte Schnitte etwas - daran lassen sich die pflanzlichen Gewebetypen und der Zweck von Mehrfachfärbungen erläutern und eindrucksvoll ist es auch. Einfach zu schneiden und zu bekommen ist Efeu. Oder ein Blatt der Schneerose (Helleborus niger).
Hallo Jörg,
so wie ich das verstanden habe muss sie ein "Experiment" durchführen und das was passiert genaustens beschreiben bzw. erklären. Die Färbung von Pflanzenschnitten ist ein Verfahren und beschreibt keinen biologischen Vorgang.
Ich habe gerade etwas über Mitose (Zellkernteilung) gelesen, denke aber das ein Experiment mit einer Zwiebel wird viel zu lange dauern.
Ich nehme jeden weiteren Hinweis dankbar entgegen.
Herzliche Grüße
Hallo,
... Unter http://www.mallig.eduvinet.de/bio/Repetito/mitosVa.html wird beschrieben, wie man die Mitose bei Zwiebelwurzeln sichtbar macht. Zwiebelwurzeln "anziehen" max. 3 Tage. Idee wäre auch draussen bei den Frühblühern nach feinen Wurzeln zu suchen. Dann ginge es schneller
Die notwendigen Stoffe gehen auch in der Schule!
Gruß
Wiljo
... und natürlich im Forum selbst ...;-)
mit Bildern.
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=828.0
Gruß
Wiljo
Wenn Du Tradeskantiablüten irgendwo auftreiben kannst könnte man die Pasmaströmung in den Staubfadenhaarzellen zeigen. Vielleicht gibt es ein anderes zur Zeit leichter zu findendes Präparat dafür? Man müßte mal die botanischen Praktika dafür durchsehen.
Viel Erfolg
Ewald
Nachtrag: Ich würde es mal mit der Wasserpest (Elodea canadensis) probieren. Gibt es in jedem Aquariengeschäft. Blättchen abzupfen, in Wasser unters Mikroskop legen. Mit 40ger Objektiv anschauen.Dann muß man natürlich was schlaues zu erklären wissen. Das hat mein verehrter Biolehrer Dr. Borig uns im Projektiosmikroskop gezeigt. Ich war damals begeistert!
LG Ewald
Oha, wer lesen kann ist klar im Vorteil :D, habe die Überschrift wohl übersehen.
Gruß
Harald
Hallo Markus,
und die Schülerin, ist sie auch noch am suchen? ;)
Ich kenne diese Fragen hautnah, aber ist es nicht so, dass Schüler auf dieser Stufe eigentlich selber kleine Projekte formulieren und planen sollten und sich selber aktiv Hilfe bei der Umsetzung suchen sollten? Denn gerade diese eigenen Schritte helfen den Jugendlichen in diesem Alter weit mehr.
Gruss Arnold
Auf die Schnelle:
http://www.biologie-wissen.info/experimente/staerkekoerner/
Hezrliche Grüße
Peter
ZitatNachtrag: Ich würde es mal mit der Wasserpest (Elodea canadensis) probieren. Gibt es in jedem Aquariengeschäft. Blättchen abzupfen, in Wasser unters Mikroskop legen. Mit 40ger Objektiv anschauen.Dann muß man natürlich was schlaues zu erklären wissen. Das hat mein verehrter Biolehrer Dr. Borig uns im Projektiosmikroskop gezeigt. Ich war damals begeistert!
ein klassischer Versuch, den Ewald hier erwähnt. Ich habe ihn immer im Programm, wenn ich an der Schule mikroskopiere. Die Blättchen werden erst im Dunklen gehalten und dann mikroskopiert man. Nach ein paar Minuten beginnen die Chloroplasten sich senkrecht zu stellen, weil sie zu viel Licht bekommen in der flächigen Ausrichtung und dann wandern sie am Rand entlang. Zellkerne kann man dann auch noch sichtbar machen durch Zugabe von Lugol.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/167501_45049282.jpg) (http://s106.photobucket.com/user/microklaus/media/Mikropraeparate%202012/Micropaeparate_2013/800_IMG_0003_zpswqqmo8lv.jpg.html)
Der Pollenschlauch ist auch recht interessant:
https://www.youtube.com/watch?v=kSIf-dJQQBw
Muß ja nicht die Rosskastanie sein.
Viele Grüße
Wolfgang
Hallo Markus,
ich bin gespannt, wofür sich deine Tochter entscheidet und hoffe sie benötigt nich zu lange dafür. Es soll ja Montag fertig werden!
Bei den vielen Vorschlägen ist dies die erste Hürde für sie (oder den Vater) und ich finde Arnolds Frage unten bedenkenswert ;-)
Gruß
Wiljo
P.S.: Ich habe auch drei eigene Kinder in der Schule...
Zitat von: A. Büschlen in März 03, 2015, 10:49:41 VORMITTAG
und die Schülerin, ist sie auch noch am suchen? ;)
Ich kenne diese Fragen hautnah, aber ist es nicht so, dass Schüler auf dieser Stufe eigentlich selber kleine Projekte formulieren und planen sollten und sich selber aktiv Hilfe bei der Umsetzung suchen sollten? Denn gerade diese eigenen Schritte helfen den Jugendlichen in diesem Alter weit mehr.
Hallo Arnold,
Du kennst meine Tochter nicht ;) Sie steht zwar nicht auf Naturwissenschaften aber sie hat sich tatsächlich bemüht etwas zu finden. OK, sie hätte mich etwas früher fragen können damit wir nicht wie jetzt in Zeitnot geraten. Das Problem ist tatsächlich einen geeigneten Versuch am eigenen Mikroskop durchführen zu wollen und zu dokumentieren. Das ist immer interessanter als auf fertiges Material zurück zu greifen.
Ich werde ihr heute Abend, dank Euch, zwei Vorschläge unterbreiten und mal schauen was sie machen möchte.
Herzliche Grüße
Markus
Hallo Markus,
vielleicht doch ein wenig 8) denn ich bin Vater von ... Kindern und arbeite seit mehr als 25 Jahre an einem Gymnasium als Biologie-Laborant!
Gruss Arnold
Hallo.
Wie wäre es einfach mit Tümpeln mit Wasser aus der Umgebung. Ich finde die Formen- und Artenvielfalt sehr beeindruckend. Ganz zu schweigen von den Bewegungsarten. Ein Planktonnetz, eine Pipette, ein Päckchen Objektträger und Deckgläser reichen völlig.
Liebe Grüße Jorrit.
Hallo Arnold,
ZitatHallo Markus,
vielleicht doch ein wenig Cool denn ich bin Vater von ... Kindern und arbeite seit mehr als 25 Jahre an einem Gymnasium als Biologie-Laborant!
Gruss Arnold
Beneidenswert, was es an Schweizer Gymnasien alles gibt!!! Hier gibt es (mit Glück) einigermaßen ausreichend Biologielehrer, einer davon ist nebenbei Sammlungsleiter und bekommt dafür einige wenige Freistunden und hat manchmal nicht einmal 100 EUR im Jahr für Neu- und Ersatzanschaffungen oder Verbrauchsmaterial zur Verfügung.... :-\ :'(
Wir in Deutschland geben ja lieber 1,5 Mio EUR aus, um das "Studentenwerk" gendergerecht in "Studierendenwerk" umzubenennen. :'(
Herzliche Grüße
Peter
Meine Tochter hat sich jetzt für die Mitose entschieden. Jetzt müssen wir nur noch ein paar kleine Steckzwiebeln im Gartenfachmarkt besorgen. Könnte man da auch normale Blumenzwiebeln verwenden?
Leider hat das Laborfachgeschäft in Darmstadt keine fertige Karminessigsäure zum färben vorrätig.
Gibt es für diesen Versuch eine andere Färbelösung?
Hallo Markus
Sogar noch ein wenig besser wie Karmin-Essigsäure soll es mit Orcein-Essigsäure gehen (Quelle: "Das große Kosmos-Buch der Mikroskopie").
Färbelösungen bekommst Du z.B. bei Klaus Herrmann oder in Heidelberg bei chemlab, Hr. Heim (u.a. safeline-Chemikalien)
Habe Hrn Heim bereits einmal besucht. War wirklich sehr nett und aufschlußreich!
Grüße
Martin
Hallo Markus,
natürlich habe ich Karminessigsäure als auch Orceinessigsäure als Fertiglösung.
Ich hatte die Aufgabenstellung so verstanden, dass man über längere Zeit den Fortschritt einer Reaktion/Entwicklung beobachten soll. Ein Mitosepräparat herstellen ist erstens nicht ganz einfach für unerfahrene Probanden und ein Fortschritt ist dabei erst mal nicht zu beobachten.
Die keimenden Pollen funktionieren sicher; auch meine wandernden Chloroplasten und beides ist völlig unproblematisch. Nur so als Denkanstoß!
Die Lösungen kannst du haben. PN reicht. Ich bin mir nicht sicher, ob du meine neue Emailadresse hast!
Klaus, Du hast eine PN von mir.
Gruß
Markus
Zitat von: MarkusP in März 03, 2015, 17:04:31 NACHMITTAGS
Könnte man da auch normale Blumenzwiebeln verwenden?
Was sind "normale Blumenzwiebeln" ????
Hyazinthen, Crocus, Tulpen, Osterglocken, Narzissen, Lilien ???
"Prinzipiell" geht das alles - auch anderes Wurzelmaterial wie das von Bohnenkeimlingen.
"Klassisch" ist die Gemüsezwiebel - in der ausgewachsenen Form.
Normale Supermarktzwiebeln treiben wegen Behandlung keine Wurzeln - Zwiebeln aus dem Bio-Markt auf ein Glas setzen und ein paar Tage warten.
Am "frühen Morgen" abgeschnittene Wurzelspitzen enthalten nach Literatur mehr Mitosen als zu anderer Zeit.
Martin
Hallo Markus,
ich teile da auch Klaus' Bedenken und sehe auch nicht, wie die Herstellung eines Mitosepräparates einen "Verlauf" dokumentiert.
Herzliche Grüße
Peter
Zitat von: hebi19 in März 03, 2015, 22:52:32 NACHMITTAGS
"Klassisch" ist die Gemüsezwiebel - in der ausgewachsenen Form.
Normale Supermarktzwiebeln treiben wegen Behandlung keine Wurzeln - Zwiebeln aus dem Bio-Markt auf ein Glas setzen und ein paar Tage warten.
Am "frühen Morgen" abgeschnittene Wurzelspitzen enthalten nach Literatur mehr Mitosen als zu anderer Zeit.
Danke für den wichtigen Hinweis.
Herzliche Grüße
Markus
Zitat von: Peter V. in März 03, 2015, 22:53:37 NACHMITTAGS
ich teile da auch Klaus' Bedenken und sehe auch nicht, wie die Herstellung eines Mitosepräparates einen "Verlauf" dokumentiert.
Sie kennt das Thema bereits und hat sich dafür entschieden. Ich hatte mich auch zu dem fehlenden "Verlauf" geäussert. Sie meinte der Verlauf wäre anhand der einzelnen Phasen darstellbar.
Wenn das nicht klappt wird sie das mit den wandernden Chloroplasten machen, was recht schnell zu realisieren ist.
Herzliche Grüße
Markus
Hallo,
hier meine pdf-datei zum Thema Mitose.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/167547_43456911.jpg) (http://up.picr.de/21175986wt.pdf)
Liebe Grüße
Jochen
Hallo Jochen,
vielen Dank für das sehr ausführliche Dokument. Das werde ich meiner Tochter aber erst einmal nicht zeigen ;)
Herzliche Grüße
Markus
Kurze Info.
Es hat alle prima geklappt. Sie hat heute Morgen vom Biolehrer 15 Punkte auf ihre Mitose-Präsentation bekommen :)
Noch ein zusätzliches Danke an Klaus Herrmann für das schnelle zusenden der Karminessigsäure und an Jochen für den sehr gut beschriebenen Versuchsaufbau und Versuchsablauf.
Herzliche Grüße
Markus
Gratuliere Markus,
wenn das Mitosepräparat geklappt hat, dann ist deine Tochter wirklich geschickt! Man sieht ja erst immer hinterher, ob die Wurzeln geeignet sind. Eine sorgfältig erstellte Versuchsbeschreibung ist die halbe Miete! Das macht Jochen immer vorbildlich!
Lieber Markus,
an deine Tochter einen herzlichen Glückwunsch. Es lohnt immer sich ein wenig Arbeit zu machen.
Ich hoffe es hat allen sehr viel Spaß gemacht.
Liebe Grüße
Jochen