Hallo,
schön, das meine Bilder mittlerweise eine Qualität erreicht haben, die hier gefällt. Das "Farbstiche" des Hintergrundes von unterschiedlichen Personen anders bewertet werden, sollte klar sein. Auch hier wurde ja schon kontrovers über Weißabgleich diskutiert. Die Geschmäcker sind verschieden. Ich versuche mal hier, alle Fragen auch anhand dreier Beispiele zu beantworten.
Alle meine Bilder werden mit einer Olympus E510 und einem CZJ Projektiv gemacht.
Ich stelle meine Beleuchtung immer so ein, das ich auf Belichtungszeiten zwischen 1000tel und 2000tel komme, da ich sonst Verwackelungsunschärfen bekomme (ja, ich kenne Spiegelvorauslösung, kommt aber nicht zum Einsatz, da beim LiveView eh kein Spiegel da ist. Das Einstellen und Auslösen des Verschlusses aus dem LiveView-Modus reicht zum Verwackeln)
Ich beleuchte mit einer 3 Watt Kaltlicht-Weiß-LED. Ich verwende keinerlei Filter, mit Ausnahme
a) eines Polfilters, das steht dann aber am Bild
b) bei deutlich grünen Bilder (in der Regel strenger Phasenkontrast) oder SEHR blauen Bildern; ich weiß gar nicht, ob ich so etwas schon hier hochgeladen habe. In den Fällen wird auch kein Filter verwendet, sondern dank Wieczorrek'scher-Besenstielbeleuchtung die Weißlicht LED mit zwei Handgriffen gegen eine 430 nm LED oder eine 520 nm LED ausgetasucht. Beide haben auch 3 Watt und man hat immer die volle Lichtleistung.
Ich nehme keine Rücksicht auf "Hinterwäldler" ;D, ich meine langsame Datenübertragung, mit der Ausnahme, das alles JPGs sind. Aber ohne jede Komprimierung, jedenfalls, wenn ich meiner Software trauen kann. Eine Unsicherheit ist ntürlich, das ich nicht weiß und auch keinerlei Einfluß darauf habe, was Photobucket mit den Bits und Bytes so anstellt. Daher auch ein kleines Experiment: Bild 3 ist ein 13 MB PNG.
Alle meine Bilder sind bearbeitet. Ich verwende Helicon Filter. Alle Objekte, die ich zeigen möchte, werden selektiv geschärft. Alles was ich nicht zeigen möchte, wird mit einem strengen Weichzeichner "unsichtbar" gemacht.
Ich ändere immer in sehr geringem Umfang den Kontrast. Die Helligkeit wird angepasst, dabei verändere ich nie die "Helligkeit", sondern korrigiere die Werte, die bei Helicon Filter "Belichtung" heißen. Ich verändere fast immer die Farbtemperatur, wobei ich das Bild etwas ins blaue verschiebe und ich mich nach meinem Gefühl an das mikrokopische Bild mit der Kalt-Weiß-LED annähere.
Ich verwende keinen Weißabgleich. Den macht mein Amplival auch nicht, wenn ich durchschaue.
Es mag sein, das ich nicht bei allen Bildern die gebührende Sorgfalt und Bearbeitungszeit habe walten lassen, mea culpa.
Bild 1 zeigt eine Alge, so wie sie die Olympus durch den Fototubus gesehen hat. Das Bild ist absolut unbearbeitet (und möglicherweise etwas unterbelichtet...) und wurd als JPG mit 100% Qualität gespeichert.
Bild 2, gleiches Bild, nach meiner Standardbearbeitung. Gespeichert als JPG mit 100% Qualität
Bild 3, gleiches Bild, gleiche Bearbeitung, einfach "speichern als" und dann PNG
Carsten
Bild 1 : unbearbeitet
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/167679_55962019.jpg)
Bild 2 : bearbeitet, upload als jpg
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/167679_12741413.jpg)
Bild 3 : bearbeitet, upload als png
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/167679_52635895.jpg)
Zitat von: Carsten Wieczorrek in März 07, 2015, 12:49:19 NACHMITTAGS
Alle meine Bilder werden mit einer Olympus E510 und einem CZJ Projektiv gemacht.
Hallo Carsten,
Verwenden Sie die Kamera mit Objektiv oder ohne?
Beste Gruesse, Jon
Halo,
zwischen Projektiv und Chip befindet sich keinerlei weitere Optik.
Carsten
Hallo Carsten,
Und der Abstand zwischen Sensor und Projektiv ist etwa 150 mm?
Mit Projektiv 2,5x und Sensor 4/3 ist der Bildausschnitt schon recht klein. Da kommt man rasch in die leere Vergroesserung hinein.
Mal angenommen, Sie haben ein 40/0,65 Objektiv und ein Projektiv 2,5x verwendet. Dann benoetigen Sie fuer ein Photo zwischen 0.3 MP (bei 2 Pixel/Detail) und 1.6 MP (3.5 Pixel/Detail). Das Bild weiter oben hat 2.7 MP.
Deshalb erscheint es viel weniger brilliant als es sein koennte. Ich wuerde sagen, kleiner gerechnet wuerde es besser aussehen (z.B. auf 1/4 der jetzigen Pixel reduziert). Damit wuerde man auch das Farbrauschen (nicht hier, aber bei den vorherigen Beitraegen; sind die mit dem 100er gemacht?) besser in den Griff bekommen. Mal als Beispiel hier: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=22427.0
Beste Gruesse, Jon
Hallo Carsten,
falls es Dich interessiert: Die in der Teilung befindliche Alge heißt Micrasterias crux-melitensis.
Zu den Farben: Sie gefallen mir nicht. Die Bilder haben einen unnatürlichen Grünstich und störende blaue Ränder, die sich mit wenigen Klicks beseitigen ließen.
Hast Du das Foto mit Picolay gestackt? Es zeigt nämlich die typischen Artefakte, die mich bei diesem Programm immer geärgert haben. Falls Du nicht gestackt hast, sind die Bilder schlicht und einfach leicht verwackelt.
Wenn es Dir recht ist, lade ich Dein Rohbild mal runter und bastle damit ein wenig. Bitte schrei laut NEIN, falls Du das nicht möchtest.
Herzliche Grüße
Angie
Hallo Angi,
Zitatfalls es Dich interessiert: Die in der Teilung befindliche Alge heißt Micrasterias crux-melitensis
Das weiss ich, die hatte ich ja bereits (ohne Teilung). Hielt es für diesen Thread für nicht wichtig.
ZitatZu den Farben: Sie gefallen mir nicht. Die Bilder haben einen unnatürlichen Grünstich und störende blaue Ränder, die sich mit wenigen Klicks beseitigen ließen.
Die Geschmäcker sind halt verschieden. Der blaue Rand, OK. Aber ich weiß nicht, wie ich das mit zwei Clicks mir H. Filter ändere. Aber ich lerne gerne.
ZitatHast Du das Foto mit Picolay gestackt? Es zeigt nämlich die typischen Artifakte, die mich bei diesem Programm immer geärgert haben.
Nein, sonst wäre die Alge oben auch scharf. Das ist nur ein Bild. Und jegliche Artefakte etwas anderes.
ZitatFalls Du nicht gestackt hast, sind die Bilder schlicht und einfach leicht verwackelt.
Das mag sein, das bekomme ich aber nur mit einer neuen Kamera ohne jede Mechanik hin.
ZitatWenn es Dir recht ist, lade ich Dein Rohbild mal runter und bastle damit ein wenig.
Aber bitte. Nur zum Klarstellen: Das Rohbild ist - wie bei Deinem aktuellen Bild - aus dem Original bereits ausgeschnitten (und das hat 10MPixel)
Carsten
Hallo,
meine Erfahrung mit Canon EOS 450, 550, 700 ist, dass das Auslösen des Verschlusses aus dem Live View-Modus keinen Verwackler verursacht, was man von einigen anderen Kameras (z.B.Nikon ) wohl nicht sagen kann.
lg.
Sphagnum
Zitatmit Picolay gestackt? Es zeigt nämlich die typischen Artifakte, die mich bei diesem Programm immer geärgert haben
Mmh, liebe Angie, schon einmal die neueste Version getestet (28.2.2015) (http://www.picolay.de)? Auf dem Artefakt-Gebiet bin ich immer wieder aktiv. Und wenn mein Programm jemand ärgert, bitte ich untertänigst um Zusendung von Bilderstapeln, anhand derer ich es verbessern kann ;)
Lieben Dank!
Heribert Cypionka
Hallo; Carsten und ich haben noch per PM weiterdiskutiert. Wir wollen die Punkte noch mal hier einstellen, falls jemand noch weitere Hinweise hat :)
Zitat von: Carsten Wieczorrek
"Und der Abstand zwischen Sensor und Projektiv ist etwa 150 mm?"
Den Abstand regel ich über einen Satz Zwischenringe. Der ist normalerweise ca. 65 mm. Bei kürzeren Abständen bekomme ich nur ein rundes Bild auf den Chip, bei längeren Abständen ist das Bild deutlich größer, als ich es im Okular wahrnehme.
Der Abstand zwischen Projektiv und Sensor von nominal 125 mm ist wichtig. Besonders Verkuerzungen machen sich negativ bemerkbar. Da die Bilder unscharf waren hatte ich noch mal nachgefragt. Neben der Nachvergroesserung und den Vibrationen koennte das ein Grund sein. Ich der Mikrofibel ist das genauer erklaert (Seite 147).
Ich wuerde Ihnen ein Reprostativ empfehlen. Damit koennen Sie die Kamera vom Mikroskop entkoppeln (Vibrationen vom Verschluss sind dann kein Problem mehr http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=22240.msg165565#msg165565 ; im englischsprachigen Forum werden die Reprostative aus diesem Grund empfohlen) und Sie koennen gleichzeitig den Abstand zwischen Projektiv und Sensor besser einhalten. Die Kamera koennen Sie mit einem Kamera UV Filter vor Staub schuetzen (Adapter Olympus auf M42; Step Ring; Kamera UV Filter).
Zitat von: Carsten Wieczorrek in März 09, 2015, 12:47:50 NACHMITTAGS
"Haben Sie ein Projektiv 2,5x?"
Nein, leider nicht, 4:1 ist mein kleinstes.
Ich dachte an diese Bilder 3+4: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=22485.0
Ich vermutete, dass sie mit einem 100er gemacht wurden, da sie recht detailarm sind. Jetzt verstehe ich aber, dass sie stark nachvergroessert wurden.
Als Tip wuerde ich nur vorschlagen, dass Sie jeweils das Objektiv mit der hoechsten NA verwenden, wenn Sie sehr kleine Objekte haben. In diesem Falle also z.B. das Apo 100/1,32.
Da der m4/3 Sensor sehr klein ist, bekommt man mit einem Projektiv, selbst mit dem MF-K 2,5x, immer nur einen kleinen Bildausschnitt. Meiner Ansicht nach wuerde sich der Umstieg auf die afokale Methode (Okular 10x, Objektiv 30 mm http://savazzi.net/photography/zeissadapter.html ) fuer einen groesseren Ausschnitt lohnen.
Ich empfinde das Bild als deutlich zu hart. Vielleicht bin ich altmodisch, aber ich bin der Ansicht, ein Foto sollte sich an der Wiedergabe im Mikroskop orientieren.
Hallo Heribert,
vor vielen Monaten habe ich Helicon Focus erworben und erledige meine Stacks seitdem mit diesem Programm. Es ist toll, dass Du mit Picolay ein konstenloses Programm bietest, bei meinen lebenden Wasserorganismen war ich aber nie zufrieden mit den Ergebnissen. Diese bewegen sich nun mal immer leicht. Helicon Focus steckt diese Minimalbewegungen bei entsprechender Einstellung weg. Zudem arbeitet Helicon Focus um ein Vielfaches schneller. Mir ist es einfach ein Gräuel, untätig wartend am PC zu sitzen. Für viele wäre es zudem sehr angenehm (auch für mich), wenn es das Programm auf Deutsch gäbe (oder existiert es gar schon?).
Herzliche Grüße
Angie
Hallo Carsten,
aus Deinem (sorry) arg verwackelten Bild ist ohne riesigen Aufwand leider nichts Ansehnliches zu basteln. Der extreme Grünstich Deiner Fotos gefällt mir überhaupt nicht. Schaue ich durch mein Okular, ist der Hintergrund hellgrau bis fast weiß. Die Anhängsel der Alge sind überwiegend weiß bis leicht grau, manchmal auch etwas ins Beige gehend. Ist das bei Dir nicht auch so?
Was ich nun überhaupt nicht verstehe: Warum bearbeitest Du Deine Fotos im jpg-Format, speicherst sie dann aber png? Welchen Sinn hat das? Wäre der umgekehrte Weg nicht sinnvoller? Die beiden Ergebnisbilder zeigen für meine Augen absolut keine Unterschiede.
Herzliche Grüße
Angie
@Angie
"aus Deinem (sorry) arg verwackelten Bild ist ohne riesigen Aufwand leider nichts Ansehnliches zu basteln."
Ich weiß das ich ein Verwackelungsproblem habe. Aber SOOOOO groß ist es auch wieder nicht. Es liegt am Olympusverschluss, bei dicken Wasserschichten ist es am größten, bei Kieselalgen in Navrax quasi nicht zu sehen. Denke schon an den Kauf einer Nicht-Mechanischen-Kamere. Alternativ: mein Arbeitgeber hat einen schönen Tisch. Ideal zum Mikroskopieren. Hat nur 3 justierbare Edelstahlfüße, ist 60 x60 cm groß und besteht nur aus 3 Seitenplatten und einer Tischplatte. Aber aus 400 KG Granit ;D. Ist zum Feinwiegen. Wenn ich den kaufe, ruft meine Fraue die Leute mit den weißen Kitteln....
"Was ich nun überhaupt nicht verstehe: Warum bearbeitest Du Deine Fotos im jpg-Format, speicherst sie dann aber png?"
Da verstehe ich Deine Frage nicht, mein einziger "Fehler" ist, nicht als RAW gespeichert zu haben. Sind die Pixel erst mal als Byte-Array aus den JPG/PNG/TIF/RAW was-auch immer extrahiert und in eine Bearbeitungssoftware geladen, entsteht keine weitere Verfälschung. Wenn man von den naturgegebenen Rundungsfehlern bei Berechnungen absieht. RGB (und auch das CMYK) hat halt nur 8 Bit pro Farbkanal (im Standard jedefalls) und damit nur diskrete Werte von 0 bis 255. Kommt bei einer z. B. Helligkeitanpassung ein Wert von 147,3 raus, fallen die 0,3 halt weg. Deshalb rechnen Profi-Systeme ja auch in L*a*b*.
Bei der Bearbeitung/Veränderung des Bildes spielt das Aufnahmeformat keine WEITERE Rolle. Und gespeichert wurde die Datei von mir ja als PNG und damit verlustfrei.
Ich mache jetzt nochmal Testaufnahmen und stelle hier 3 Bilder in einen neuen Thread ein. Kann sein, das es erst morgen fertig wird.
Carsten
Hallo Carsten,
ich kenne Deinen Aufbau nicht, aber wenn Du mit einem Trinokular arbeitest, dann würde die Entkopplung der Kamera vom Mikroskopstativ Dir im Bezug auf Dein "Verwacklungsproblem" weiterhelfen (wie z. Bsp. Charles Krebs es beschrieben hat http://micropix.home.comcast.net/~micropix/microsetup/index.html, wie von Jon schon empfohlen.
Viele Grüße
Gerald
Hallo Carsten,
ZitatDas mag sein, das bekomme ich aber nur mit einer neuen Kamera ohne jede Mechanik hin.
Ich hatte mir vor ein paar Jahren auch die E 510 gekauft, weil sie damals angeblich top für Mikroaufnahmen war. Sie liegt im Schrank und ich würde sie gerne verkaufen. Ich habe immer mit verwackelten Bildern gekämpft. Seit ich die Canos EOS 600 D habe ist alles bestens! Kann ich nur empfehlen man lebt plötzlich stress- und frustrationsfrei!