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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: EdwinLahme in Mai 23, 2015, 11:50:15 VORMITTAG

Titel: Blutdiagnose
Beitrag von: EdwinLahme in Mai 23, 2015, 11:50:15 VORMITTAG
Hallo, bin neu hier und möchte gerne im privatem Rahmen mein Blut im Dunkelfeld selbst überwachen.
Könnte privat an ein Hensel&Reuss herankommen. Wären Euerer Meinung nach die Bemühungen hierzu lohnenswert oder ist es nicht tauglich?
Es ist ein Studio 2 leider ohne Unterlagen und nähere Details zu den Objektiven. Ich nehme an, es ist noch in der Standartausführung.
Kann mir jemand dazu etwas mitteilen?

Gruß Eddie
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: EdwinLahme in Mai 23, 2015, 11:56:26 VORMITTAG
natürlich müßte es nicht Hensel&Reuss sondern Hertel&Reuss heißen  :-\
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Peter V. in Mai 23, 2015, 11:57:24 VORMITTAG
Hallo Eddie,

..und auch nicht "Blutdiagnose", sonder "Blut-Hokuspokus".  ;)

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: liftboy in Mai 23, 2015, 13:45:23 NACHMITTAGS
Hallo Edwin,
lies Dir mal diesen Faden durch, das hilft Dir vielleicht weiter:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=23097.0

Grüße
Wolfgang
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: EdwinLahme in Mai 23, 2015, 18:05:20 NACHMITTAGS
sehen das hier alle so, das Blut anschauen im Dunkelfeld HokusPokus ist?
Mich würden weitere Meldungen brennend interessieren. ???
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: hebi19 in Mai 23, 2015, 18:22:28 NACHMITTAGS
Hallo Edwin

"das Blut anschauen im Dunkelfeld HokusPokus ist" sehen wahrscheinlich alle so, die dauerhaft hier sind.
zumindest, wenn man irgendeine Diagnose oder sontige medzinische Aussage damit bezweckt.
Aus "rein ästhetischen Gründen", zur Freude an Form und Farbe ist das im Forum ischerlich nicht verboten, aber dazu gibts wohl tausenderlei schönere Objekte.

Martin
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Klaus Herrmann in Mai 23, 2015, 18:29:27 NACHMITTAGS
Hallo Eddi,

Zitatdas Blut anschauen im Dunkelfeld HokusPokus ist?

Das ist überhaupt kein Hokus-Pokus. Man kann alles unterm Mikroskop betrachten und das ist fast immer spannend. Fragwürdig wird nur, wenn aus dem was man sieht abgeleitet wird, dass der "Blutspender" z. B. einen Hirntumor hat. Aber eine Malaria kann man schon diagnostizieren. Man muss eben wissen, was geht und was Kaffeesatzlesen ist.
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Herbert Dietrich in Mai 23, 2015, 18:41:54 NACHMITTAGS
Hallo Eddie,

obwohl Du Dich noch nicht vorgestellt hast, kommt in mir der Verdacht auf, dass Du noch nicht so sehr auf mikroskopischem Gebiet bewandert bist.
Sich als Neuling an eine Blutdiagnose zu wagen, halte ich für sehr waghalsig, abgesehen von der Methode "Enderlein".

Welche Erfahrung hat Du schon. Ist Dir der Umgang mit Ölimmersion geläufig, welchen Dunkelfeldkondensor hat das Mikroskop Deiner Wahl?
Ich denke bevor Du ein teures Spezial-Mikroskop kaufst, wäre wichtig, sich zuerst mit der Handhabung eines solchen Mikroskopes vertraut zu machen.

Herzliche Grüße
Herbert
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Florian Stellmacher in Mai 23, 2015, 18:55:42 NACHMITTAGS
Hallo Eddie,

um die Absurdität der Enderleinschen Lehre beurteilen zu können, muss man kein Mikroskopiker sein. Es reicht allemal, wenn einem Begriffe wie "Erbgut" oder "Art" geläufig sind.

Enderleins Lehre war bereits zu seiner Zeit obsolet, er hatte es aber verstanden, seine Jünger um sich zu scharen und mit Medikamenten einer ihm gehörenden Pharmafirma zu behandeln. Die Medikamente enthalten übrigens auch heute lediglich den Pilz Candida albicans oder ähnliche Mikroorganismen, die durch ihre geringe Dosierung die "Aufwärtsentwicklung" der pathogenen Keime rückgängig machen sollen. 

Viele Grüße,
Florian

P.S.: Ich hatte übrigens gerade ein Hefeweizen auf der Terrasse. Vielleicht sollte ich gleich mal einen Tropfen meines Blutes mikroskopieren - wäre doch toll mal zu sehen, was die Hefen jetzt in meinem Blut veranstalten!  ;)
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: smashIt in Mai 23, 2015, 19:09:33 NACHMITTAGS
 
Zitat
P.S.: Ich hatte übrigens gerade ein Hefeweizen auf der Terrasse. Vielleicht sollte ich gleich mal einen Tropfen meines Blutes mikroskopieren - wäre doch toll mal zu sehen, was die Hefen jetzt in meinem Blut veranstalten!  ;)

du kannst noch im forum posten
die dosis is allso eindeutig noch zu gering ;)
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Florian Stellmacher in Mai 23, 2015, 19:57:09 NACHMITTAGS
Hallo Chris,

ich denke, ein Bier reicht, kommt halt nur drauf an, wo man es hintut ...

Viele Grüße,
Florian
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Carsten Wieczorrek in Mai 23, 2015, 20:06:30 NACHMITTAGS
Hallo,

vielleicht sollte man einem Anfänger folgendes Problem der Dunkelfeldmikroskopie erklären, ganz gleich, was man unter das Gerät liegt (ja, sicher, das könnte er sich vermutlich irgendwie ergoogeln, wenn er rein zufällig nach diesen Fakten suchen würde) .

Gerade für Anfänger hat die Hellfeld-Mikroskopie zwei große Vorteile: Objekte, die kleiner sind, als das Auflösungsvermögen des optischen Gerätes sind definitiv nicht zu sehen. Kleine Dreckpartikel im Bereich des Auflösungsvermögens meißt auch nicht. Da sie in der Regel transparent sind, sieht man die "leicht grauen" Objekte bei Ihrer Größe vor dem sehr hellen Hintergrund nicht.

Anders beim Dunkelfeld. Helles Licht auf schwarzem Hintergrund sieht man immer. Selbst Objekte, die kleiner sind als das Auflösungsvermögen, können Lichtblitze erzeugen. Damit sieht man das Objekt natürlich auch nicht, aber den Lichtblitz schon (Brownsche Bewegung). Man sieht VIEL mehr. Vor allem Dreck. Denn auch das leicht graue Objekt im Hellfeld wird zu einem erkennbaren Objekt, das jetzt weiss auf schwarzem Hintergrund leuchtet.

Ich steigere mich gar nicht mehr in die Interpretation meiner Dunkelfeldversuche rein: alles, was ich nicht erkennen/verstehen kann, ist DRECK.

Was niemandem vom Experimentieren mit Dunkelfeld abhalten soll. Mit Erfahrung (die mir definitiv noch fehlt) macht das schon g... Bilder.

Carsten
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: hebi19 in Mai 23, 2015, 20:40:31 NACHMITTAGS
lieber Carsten (und liebe Mitleser)

Unser neues Forumsmitglied Edwin bzw Eddie hat sehr zielgerichtet gefragt:

1.) ist ein Hertel und Reuss Studio 2 dazu geeigent um "im privatem Rahmen mein Blut im Dunkelfeld selbst überwachen"
Hierauf KONKRET geantwortet:  Nein, und das liegt nicht am Mikroskop!  Ein Überwachung von Blut im Dunkelfeld macht medizinisch keinen Sinn. Die einzige Richtung welche so etwas propagiert ist die der "Enderlein-Fans" und die halten WIR Forumsmitglieder (ausnahmslos?) für Hokuspokus.
Alle anderen weitergehenden Aussagen wie, ja man kann Malariaerreger erkennen und das macht im Hellfeld Sinn ist grundsätzlich richtig - hat aber mit der Frage des lieben Eddie nichts so richtig zu tun.

2.) als das Edwin so gemerkt hat, hat er ganz konkret gefragt:
"sehen das hier alle so, das Blut anschauen im Dunkelfeld HokusPokus ist?"
und um das klar zu sagen - mit dem Hintergrund der ersten Frage - er will ja das Blut überwachen - denke ich dass wir uns einig sind: ja - das ist HokusPokus - weil die einzige Richtung, welche dazu etwas sagt, ist die nach Enderlein- und die halten wir wohl ausnahmslos für Hokuspokus.

Edwin hätte wohl präzise fragen sollen:  gibts hier auch jemanden, der (oder die) die berühmte Nativblutuntersuchung im Dunkelfeld nach Enderlein nicht für HokusPokus hält?

Da hat sich ommer noch niemand gemeldet........ glücklicherweise

Martin
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Robert Götz in Mai 23, 2015, 21:22:22 NACHMITTAGS
Um mit einem Hertel&Reuss-Mikroskop im Dunkelfeld zu beobachten, braucht man den von dieser Firma damals angebotenen Dunkelfeldkondensor. Außerdem wird für hohe Vergrößerungen, um die es hier wohl geht, eine Aperturblende benötigt. Diese gab es damals von Hertel&Reuss zum Einschrauben in bereits vorhandene Objektive. Beides wird heute wohl nicht mehr ganz leicht zu bekommen sein.
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: EdwinLahme in Mai 23, 2015, 21:31:30 NACHMITTAGS
au weia, ich wollte eigentlich gar nicht so eine Lawine lostreten,
....wie sich sicherlich schon einige denken können, habe ich nicht ohne Grund die Frage so gestellt wie ich sie gestellt habe.
Ich war bei einer Heilprakterin und die hat mein Blut untersucht. Natürlich mit jahrzenhter Erfahrung und mit einem Spezialmikroskop.
Nachdem dann auch die Objektive ölfrei waren (vom 100er ist wohl was verwischt worden) klappte es dann auch mit der Auflösung. Manchmal machen eben auch Profis noch Fehler.
Manchmal wird eben der Wald vor lauter nicht erkannt. Lange Rede kurzer Sinn, sie hat in meinem Blut eine besorgniserregende hohe Anzahl von Keimen/Bakterien gefunden. Dazu kam noch Klumpenbildung (Leberbelastung), Geldrollenformatierug und andere Sachen zum Vorschein. Deswegen mache ich mir jetzt große Sorgen was meine persönliche nahe Zukunft angeht. Ich bin deswegen schon länger ausser Gefecht, sodass an eine geregelte Arbeit überhaupt nicht zu denken ist. Und das will ich wieder ändern, ohne das ich regelmäßig zur Heilpraktikerin renne und so nach und nach einen staatlichen Obulus bei ihr lassen werde. Deswegen meine Überlegung mein Blut zumindestens was die Bakterienanzahl angeht, besser selber überwachen zu können.
Ich würde jetzt auch lieber genußvoll ein Hefe-Weizen vernichten, stattdessen sitze ich mit Sauerstoffmaske vorm pc und tippe diesen elendlangen Forenbeitrag.
Gott sei Dank habe ich von ihr Bildmaterial und 2 Filme mitbekommen. Leider ist es mir bis jetzt immer noch nicht gelungen Licht ins Dunkel der Unwissenheit zu bringen.
Ich habe eben noch nicht genug Bücher gewälzt. Ach nochwas ist es hier erlaubt Filme und Bilder zu posten?

Allen ein schönes vor allen sonniges Pfingstwochenende.

Viele liebe Grüße euer blutiger und größenwahnsinniger Eddie ;-) ;)
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Florian Stellmacher in Mai 23, 2015, 22:23:06 NACHMITTAGS
Hallo Eddie,

selbst bei einem Patienten mit schwerster Sepsis, der im Begriffe ist, binnen der nächsten halben Stunde tot umzufallen, dürfte bei der Nativuntersuchung eines einzigen Tropfens Blut nur mit größtem Glück (oder Pech) auch nur ein einziges Bakterium zu sehen sein. Um es mal auf den Punkt zu bringen: Du wirst nach Strich unnd Faden verarscht!

Über Sinn und Unsinn der Alternativmedizin mag man diskutieren können, aber so einen Quatsch solltest Du Dir nicht anhören. Wenn es Dir schlecht geht, geh zum Arzt. Der ist nicht per se böse und hat auch ein Interesse daran Dir zu helfen. Das zahlt dann zumeist auch die Kasse.

Viele Grüße,
Florian
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Wutsdorff Peter in Mai 23, 2015, 22:53:09 NACHMITTAGS
Hallo Eddie,
ich werweise auf meinen Beitrag im genannten Faden: Ein DF-Blutdiagnostiker,Guru in der Szene, hat bei mir ,damals als ich 60 war, Dinge diagnostiziert, da müßte ich jetzt mit 75 schon längst mausetot sein.
Geldrollen: ist eine Frage des Auflegens des Deckglases. Die "Geldrollendiagnose" kannst Du vergessen. Wenn man nach Auflegen des Deckglases dieses leicht verschiebt, ohne zu Drücken, sind sie weitgehend weg. Das wissen die wenigsten DF-Diagnostiker. Wenn Du reichlich trinkst, was Peter V sicher auch empfiehlt, siehst Du wunderschöne Erys.  Bakterien bilden sich im Df-Blut immer wenn man das Präparat 1h oder länger ruhen läßt. Dann sieht man "Fäden ,die sich sogar bewegen" Ob das wirklich Lebewesen sind mag ich nicht beurteilen. Einen Bekannten, der Hämatologe ist, fragte ich nach seiner Meinung: "Heute gibt es viel sicherere Methoden der Blutuntersuchung."

Ich wünsche Dir noch ein langes sorgenfreies Leben ohne DF-Blutdiagnose

  Gruß Peter, der  nur Maschinenbauing. ist, aus Lorsch
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Carsten Wieczorrek in Mai 23, 2015, 23:13:57 NACHMITTAGS
Hallo,

@hebi19

Zitat1.) ist ein Hertel und Reuss Studio 2 dazu geeigent um "im privatem Rahmen mein Blut im Dunkelfeld selbst überwachen"
Hierauf KONKRET geantwortet:  Nein, und das liegt nicht am Mikroskop!  Ein Überwachung von Blut im Dunkelfeld macht medizinisch keinen Sinn. Die einzige Richtung welche so etwas propagiert ist die der "Enderlein-Fans" und die halten WIR Forumsmitglieder (ausnahmslos?) für Hokuspokus.
Alle anderen weitergehenden Aussagen wie, ja man kann Malariaerreger erkennen und das macht im Hellfeld Sinn ist grundsätzlich richtig - hat aber mit der Frage des lieben Eddie nichts so richtig zu tun.

Damit hast Du 100% Recht, aber hier wurde auch geantwortet, auch wenn es Hokuspokus ist, ansehen kann man es ja und ein Zeiss XYZ kann das (natürlich).
Wenn er das macht und aus seinen ersten Dunkelfeldeindrücken selber interpretieren möchte/wird/muss....

Dann sollte er wissen, was Dunkelfeld bedeutet.

Gute Nacht allen,

Carsten
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Peter V. in Mai 23, 2015, 23:23:46 NACHMITTAGS
Hallo Eddie,

zunächst war ich geneigt, Deinen Beitrag als Werk eines Trolls anzusehen. Solltest Du das aber alles ernst meinen, tut mir Dein Gesundheitszustand leid und ich entschuldige mich für den Verdacht.  Aber es ist doch wohl klar: Wer mit einer Sauerstoffmaske vor dem PC sitzt, gehört sicher in ärztliche Behandlung und nicht in die Hände einer Spezialistin für Kurpfuscherei. Die Überprüfung der "Bakteirenzahl" in deinem Blut durch Dich oder die mikroskopische Kaffesatzleserin wird Deinen Zustand zweifelsohne nicht verbessern. Jede weitere Diskussion über dieses Thema erübrigt sich für mein Empfinden in DIESEM Forum.

Herzliche Grüße
Peter

Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: the_playstation in Mai 24, 2015, 01:36:24 VORMITTAG
Hallo.
Ob ich eventuell blaublütige Wurzeln besitze?
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/171939_59863213.jpg)
Meine Diagnose: Ich bin adeliger Abstammung. ;) ;) ;)

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: EdwinLahme in Mai 24, 2015, 07:11:56 VORMITTAG
...ich wollte hier wirklich keinem zu Nahe treten. Sollte das passsiert sein SORRY dafür. Ich bin nur auf der Suche nach Antworten oder Lösungen.

Auf meine Fragen hat bisher leider noch niemand geantwortet. Ich würde z.B. gerne meinen Blutfilm einstellen. Ich weiß aber nicht ob das erlaubt ist?

Dann kann sich jeder selbst ein Bild machen. In meinem Blut sind sehr viele kleine weiße Punkte, die sich auch noch sehr schnell bewegen.
Das ist im Moment das, was mich am meisten bewegt und auch Sorgen bereitet. Ich dachte schon an eine undichte Zahnfüllung über die dann die Keime/bakterien was für Zeug auch immer in den Blutkreislauf gelangen. Andere offene Eintrittsforten möchte ich aus laienhafter Sicht erstmal ausschließen.
Für mich sah das auch nicht nach einfachen "Dreck" aus, denn diese Punkte bewegen sich, müssen also einen eigenen Antrieb haben. Zappelten zumindestens heftig immer immer hin und her.
Ich will die Mistviecher wieder loswerden. Natürlich war ich auch schon bei Fachärzten, habe dort aber nicht die Hilfe bekommen, damit die jetzigen Probleme erst gar nicht entstehen.

Ist dieses Forum an einem Dunkelfeldfilm zur allgemeinen Diskussion interessiert?

morgendliche Grüße vom blutigen Anfänger

???Eddie ???
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Peter V. in Mai 24, 2015, 07:40:57 VORMITTAG
Hallo Eddie,

ZitatIst dieses Forum an einem Dunkelfeldfilm zur allgemeinen Diskussion interessiert?

Nein!

Um es an dieser Stelle einmal ganz klar zu formulieren: Wir verstehen uns als wissenschaftliches Forum. Diskussionen über esoterische Themen sind hier nicht erwünscht, dafür gibt es sicher mehr Foren als für Mikroskopie. Dort könnt ihr gerne herumspekulieren, was die "weißen Punkte" in Deinem Blut bedeuten. Wir möchten hier einem solchen Unfug definitiv keinen Vorschub leisten und schon gar nicht, wenn es um so ernste Dinge wie die Gesundheit geht. Bitte nimm es nicht persönlich: Ich sehe durchaus, dass Du Dir ernste Gedanken machst und wünsche Dir, dass Du Deine gesundheitlichen Probleme in den Griff bekommst. Aber esoterischer Unfug ist unseres Erachtens nicht der richtige Weg und deshalb möchten wir dieses auch nicht in unserem Forum diskutieren. Ich hoffe, Du hast dafür Verständnis. Wie gesagt: Dafür wird es sicher haufenweise andere Foren geben, in denen sich vermutlich auch wesentlich mehr Leute tummeln, die sich mit Enderlein und Co. beschäftigen.

ZitatIch will die Mistviecher wieder loswerden.

Ein letzter Rat noch: Wenn Du wirklich ernste gesundheitliche Probleme hast, solltest Du die Erklärung nicht in den angeblichen Bakterien, die den Kaffesatzlesereien und Phantasien irgendeiner "Heilpraktikerin" entspringen, suchen, sondern das Ganze seriös untersuchen und behandeln lassen.

Herzliche Grüße
Peter

Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Florian Stellmacher in Mai 24, 2015, 08:36:25 VORMITTAG
Hallo Eddie,

nur weil sich etwas bewegt, heißt das noch lange nicht, dass es lebendig ist. Z.B. zittern die unter dem Mikroskop sichtbaren Fettröpfchen in der Milch, dass es nur so eine Freude ist; die haben aber noch nie gelebt und werden es auch nie. Die Ursache für das Phänomen sich bewegender mikroskopischer Teilchen ist seit 190 Jahren (leider nur den wenigsten Heilpraktikern) bekannt und heißt Brownsche (Molekular)Bewegung (http://de.wikipedia.org/wiki/Brownsche_Bewegung). Eine Diskussion darüber, was es sonst noch alles sein könnte, macht definitiv keinen Sinn und würde Dir in keinster Weise weiterhelfen.

Die Dunkelfeldmikroskopie hat aus gutem Grund in der modernen Diagnostik keinen Stellenwert mehr. Ohne hier ad hoc allgemeingültige Zahlen parat zu haben (man kann ggf. bei PubMed noch mal gründlicher danach suchen, ich habe gerade eine Publikation gefunden, die 21% nach 2,1-maliger Untersuchung angibt), dürften bei einmaligem Anlegen einer Blutkultur (also kulturelle Anzucht möglicherweise vorhandener Erreger aus dem Blut in Blutagar unter aeroben und anaeroben Bedingungen) deutlich weniger als 50% zu einen Keimnachweis führen, der dann z.B. massenspektroskopisch oder per PCR weiter untersucht werden kann. Wohngemerkt bei Patienten, die deutliche klinische Symptome einer sich systemisch manifestierenden Erkranung mutmaßlich durch Mikroorganismen oder deren Stoffwechsel- bzw. Abbauprodukte zeigen und potentiell akut in Lebensgefahr schweben. Wer behauptet, dass das, was man im Dunkelfeldmikroskop sieht, Mikroorganismen sind, impliziert damit, dass alle anderen heute angewendeten Verfahren falsch sein müssen, da diese genau das eben nicht nachweisen können - keine Kultur, keine massenspektroskopische Analyse von Molekülen oder Biopolymeren, kein molekularbiologischer Gensequenznachweis, nichts! Das Gen wird in so einem Umfeld nur dann interessant, wenn es ums Essen geht.

Wie bescheuert ist das denn?!

Bitte keine weiteren Diskussionen dieser Art. Die Erde ist rund, und Wasser fließt bergab. Darüber wollen wir hier nicht diskutieren.

Viele Grüße,
Florian
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: cle in Mai 24, 2015, 09:34:45 VORMITTAG
Hallo, wenn man davon ausgeht, dass Blutuntersuchungen auf Keime nur gemacht werden, wenn Symptome ( zB Fieber ) vorliegen und wenn man weiss, dass 70 % des Fiebers bakteriell ausgelöst wird, dann empfehlen sich Blutkulturen.

Ich habe mir vor einiger Zeit die Zahlen in einem größeren Berliner Krankenhaus angeschaut:  15 % der Blutkultaren zeigten Wachstum. Davon waren die Hälfte Hautkeime.

Das heisst : nur 7.5 % der Kulturen  von erwarteten 70 % waren positiv. Also zeigten nur jede zehnte Probe ein gewünschtes Ergebnis.

Folge: man muss Diagnose erzwingen durch Abnahme mehrerer Proben.

In 1 ml Blut sind bei Sepsis nur wenige Bakterien. Diese sind durch die bakterizide Wirkung des Plasmas vorgeschädigt. An einen mikroskopischen Nachweis ist nicht zu denken

MfG  Claus
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Peter V. in Mai 24, 2015, 12:00:47 NACHMITTAGS
Hallo,

irgendwie erinnert mich die ganze Enderleinerei an diesen Thread:

http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=17487.0

Und dass sich speziell Angie überhaupt noch traut, ins Mikroskop zu schauen!  :o  ;) Bei den zahlreichen Erscheinungen müsst St. Ulrich eigentlich schon Pilgerort sein....

Assoziative Grüße
Peter

PS @Eddie: ich möchte nochmal ausdrücklich betonen, dass sich hier niemand über Deine gesundheitlich Probleme lustig macht. Ich kann auch nachvollziehen, dass manche Menschen in ihrer Verzweiflung nach jedem Strohhalm greifen. Aber "Enderlein" ist und bleibt einfach nur pseudowissenschaftlicher Kokolores, mit denen Hilfesuchenden das Geld aus der Tasche gezogen wird.


Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Piper in Mai 25, 2015, 00:41:20 VORMITTAG
Hallo Eddie,

in Ergänzung zu meinen ärztlichen Vorrednern in diesm Forum möchte ich mich auch noch als Arzt zu Wort melden.
Wenn Du, wie Du schreibst, mit Sauerstoffmaske vor Deinem PC sitzt, gehörst Du in die Hand von klinisch versierten Ärzten. Ich schreibe das jetzt ausdrücklich nicht als "Feind" von Heilpraktikern, denn ich bin kein genereller Heilpraktiker-Feind, aber auch ein Heilpraktiker sollte wissen, wo er anfängt und wo er aufzuhören und den "Fall" abzugeben hat.

Zu den von Dir erwähnten kleinen und zahlreichen Kügelchen im Blut, welche die Heilpraktikerin unsinnigerweise für Bakterien hält:
Ich selbst habe oftmas für technisch-wissenschaftliche Zwecke "tonnenweise" lebene Blutzellen mikroskopiert, im Dunkelfeld, Phasenkontrast, Interferenzkontrast und verschiedenen selteneren Spezialverfahren (z.B. Reflexionskontrast).
Tatsächlich sieht man speziell im Dunkelfeld bei hoher Vergrößerung oftmals diverse sehr kleine und hell aufleuchtende "Pünktchen", die bei Ölimmersion noch soeben erkennbar sind und sich infolge der Brownschen Molekularbewegung passiv und ungerichtet bewegen, oder in der untersuchten Probe entsprechend der Strömung des Blutplasmas unter dem Deckglas in eine Richtung "wandern"- ebenfalls passiv. Diese vielen winzigen "Pünktchen" sieht man auch bei kerngesunden Probanden, auch ich habe sie in meinem Blut. Sie haben keinerlei Krankheitswert. Es handelt sich dabei m.W. um Chylomikronen, winzige Fett-Tröpfchen bzw. -Partikelchen von etwa 0,5 bis 1 Mikrometer Größe. Speziell nach einem guten Essen kann man diese gut und in erhöhter Menge erkennen.

Sollte die Heilpraktikerin abgesehen von der Heilpraktikerei womöglich "nett" sein, kannst Du ja mal mit ihr essen gehen und sie bitten, danach mal ihr Blut anzuschauen. Dann wird sie staunen, wie viele "Bakterien" in ihrem Essen waren, die sie nun alle im Blut hat. Und das soll sie Dir dann mal erklären..... :-)))

Dann kann es auch lehrreich sein, Blut unter Deckglas zu beobachten, z.B. im Biologie-Unterricht. So sieht man z.B. in einem Frischblutpräparat unter Deckglas speziell im Phasenkontrast mitunter sehr schön die amöboide Bewegung von Leukozyten, und auch wenn sich die Erythrozyten passiv bewegen, erahnt man deren Flexibilität. Schließlich kann man auch die Ausfällung von Gerinnungsproteinen beobachten, wenn Fibrinfäden entstehen (auch schön im Phasenkontarst zu sehen). Auch die erwähnte Geldrollenbildung ist ein physiologisches Phänomen ohne (!) Krankheitswert.

All das hat aber mit Diagnostik (!!) nichts zu tun. Und die Vitalblutanalyse nach Enderlein oder sonst wem ist absoluter Unfug, lieb und ehrlich gesagt, ohne jede Polemik.

Gute Besserung, eine klare Diagnose und hoffentlich erfolgreiche Behandlung
wünscht Dir

Jörg
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Frank D. in Mai 25, 2015, 10:46:49 VORMITTAG
Hallo,

ich möchte mich bei all denen bedanken, die in ihren Antworten nicht nur ein "Das alles ist Blödsinn!", sondern auch Erklärungen zu den Erscheinungsformen im Blut gegeben haben, die bei den Betroffenen für so viel Unsicherheit und Angst sorgen.
Ähnlich wie die Gegenargumente der Nasa zu den Darlegungen der Mondlande-Verschwörungstheoretiker, sollte gerade unser Forum mit kurzen und präzisen k.o.-Kriterien nicht geizen.

Lieber Eddi,
leider besitze ich die analoge Fotografie meines ersten, nach allen Regeln der Kunst misslungenen Blutaufstrichs nicht mehr. Wären die Blutkörperchen auf dem Foto DM-Stücke gewesen, ich hätte sie, so perfekt gerollt wie sie sich zeigten, direkt bei der Bank gegeben können. Das war vor 30 Jahren!

Herzliche Grüße und baldige Genesung
Frank
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Robert Götz in Mai 25, 2015, 10:57:08 VORMITTAG
Falls hier diese OT Frage gestattet ist:
Was ist denn der Sinn solcher "Diagnosen"? Es kann doch eigentlich nur darum gehen, dem verängstigten Patienten eine teure
"Therapie" aufzureden.
Wäre das dann nicht eher ein Fall für den Staatsanwalt?

Gruß
Robert
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: the_playstation in Mai 25, 2015, 11:41:38 VORMITTAG
Hallo.
Klaus Herrmann hat es recht deutlich geschrieben. Man kann alles mikroskopieren. Und es kann auch alles recht interessant sein. Aber aus dem Blut (DF) eine Diagnose abzuleiten ist in diesem Fall (keine Malaria) wie Kaffeesatzlesen, wie hier schon eindringlich geschrieben wurde. Daher sollte von einem Arzt eine richtige Untersuchung + Diagnose aufgrund anderer, aussagekräftiger Befunde erfolgen. Handlesen, Tarokarten oder ominöse Blutdiagnosen helfen hier nicht.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Wutsdorff Peter in Mai 25, 2015, 11:50:20 VORMITTAG
Lieber Eddi,
in einem Buch mit Bildern der Bl-Diagn. wurden Horrorbilder gezeigt, wo zu den Bildern geschrieben wurde, woran die Leute  welchen Alters erkrankt sind.
Auf meine Frage: "Ist die Diagnose auf grund des DF-Bl.-Bildes zuerst gestellt und dann durch klassische Untersuchungen bestätigt, oder umgekehrt?" Antwort: "umgekehrt".
Das kann ich auch: Wenn jemandem ein Finger fehlt, was ich sofort sehe, und eine DF-Blut-Diagn. durchführe, kann ich sagen: In Deinem Blut sehe ich, daß Dir ein Finger fehlt!!!!

Also Eddi, gehe zu einem guten Internisten

Gruß vom Maschinenbauer  (1) Peter aus Lorsch.

  (1) Als Turbiningenieur stand ich oft vor dem Problem, durch Messungen herauszubekommen, warum sie so hohe Vibrationen hat.
Wenn wir dann die Maschine auseinander genommen haben und den Fehler (z.B.Schaufelbruch) gesehen haben, hätte ich dem Kraftwerksleiter wohl kaum sagen können:"Das habe ich an den Schwingungen gesehen" Der hätte  mich rausgeschmissen.

Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Peter V. in Mai 25, 2015, 12:32:00 NACHMITTAGS
Hallo Robert,

Zitat von: Robert Götz in Mai 25, 2015, 10:57:08 VORMITTAG
Falls hier diese OT Frage gestattet ist:
Was ist denn der Sinn solcher "Diagnosen"? Es kann doch eigentlich nur darum gehen, dem verängstigten Patienten eine teure
"Therapie" aufzureden.
Wäre das dann nicht eher ein Fall für den Staatsanwalt?

Gruß
Robert

wieso sollte DAS ein Fall für den Staatsanwalt sein? Alle paramedizinischen Diagnosen (und größtenteils auch Behandlungsmethoden) sind Unfug. Enderlein ist nicht "schlechter" oder verwerflicher als Irisdiagnostik, Kirlianfotografie und was es da nicht alles gibt. Nahezu die gesamte "Heilpraktikerei" fußt darauf, ebenso ist fast der gesamte Kanon der Behandlungsverfahren Kokolores. Man denke nur an Homöopathie als wohl bekanntestes Beispiel. Und jeder hat das Recht, sich derart "diagnostizieren" und "behandeln" zu lassen, genau so, wie er das Recht hat, nach Elektrosmog, Erdstrahlen und Wasseradern suchen oder seine Wohnung nach Feng Shui einrichten zu lassen. Mittlerweile gibt es die kuriosesten Methoden und Apparate, mit denen man den Leuten das Geld aus der Tasche zieht, teilweise sehr "wissenschaftlich" aussehende Apparate mit Elektroden, die irgendeinen "Vitalstatus" oder so ähnlich mit schönen Kurven, Tabellen etc. ausdrucken, u.a. auch die gerne für alles Möglichke verantwortlich gemachten "Belastungen" (Allergene, Schwermetall etc.)  Aber das ist nun einmal erlaubt.

https://www.psiram.com/ge/index.php/Vega-Test

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/vegatest-was-der-heilpraktiker-diagnostiziert-a-1014713.html

Wobei ich durchaus zugebe, dass Heilpraktiker und Naturheilkundler Erfolge haben, in bestimmten Situationen sogar eher als der Arzt. Das liegt aber nicht an den Methoden an sich, sondern am bekannten Placebo-Effekt oder der "Droge Arzt", die man allgemein wohl besser "Droge Behandler" nennen würde. Diese Effekt ist nicht zu unterschätzen. Ich kann mich an eine Passage in einem renommierten Lehrbuch der Dermatologie aus den 80er erinnern, in der sinngemäß stand, dass die wirkungsvollste Therapie von gewöhnlichen Warzen das "Besprechen" (http://www.onmeda.de/g-medizin/warzen-besprechen-942.html) sei.Das Wesentliche ist oft einfach die Zeit, zuzuhören, die Zuwendung, das "Anfassen" des Patienten (wer wird heute noch beim Schreibtisch-Hausarzt mit direktem "Körperkontakt" untersucht?). All das bieten Heilpraktiker und Naturheilmediziner. Ärzte mit übervollen Praxen, die dank grandioser Fehlentwicklungen der Gesundheitspolitik nur noch Honorar für bürokratische Dokumentationsakte und den Einsatz von teuren Apparaten bekommen, jedoch keinen Cent für's Zuhören und Sprechen, können so etwas schon lange nicht mehr leisten. Und bei vielen (psychosomatischen) Krankheiten, Wehwehchen, Zipperlein und seelischen Nöten wäre Zuwendung wesentlich hilfreicher und zielführender.



Wie erfolgreich der Placebo-Effekt sein kann, zeigte die große deutsche Akupunkturstudie, die 2007 abgeschlossen wurde. Das Ergebnis ist beeindruckend:

Zitat aus Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/German_Acupuncture_Trials
ZitatDie Hauptergebnisse wurden sechs Monate nach Therapiebeginn erhoben.

   Bei chronischem Gonarthroseschmerz sind ca. 11 Akupunkturbehandlungen innerhalb von 6 Wochen einer 6-monatigen konventionellen Standardtherapie mit täglicher Medikamenteneinnahme von schmerz- und entzündungshemmenden Mitteln um ca. den Faktor 3 überlegen.[11]

   Bei chronischem Kreuzschmerz sind ca. 12 Akupunkturbehandlungen innerhalb von 6 Wochen der konventionellen Standardtherapie ca. 1,7-fach überlegen; akupunktierte Patienten nahmen im Vergleich deutlich weniger Medikamente ein.[12]

   In der Prophylaxe bei chronischer Migräne sind ca. 11 Akupunkturbehandlungen innerhalb von 6 Wochen mindestens so wirksam wie die tägliche Einnahme von Betablockern über 6 Monate.[13]

   Bei Spannungskopfschmerz reduzierte die Akupunktur die Anzahl der Kopfschmerztage pro Monat um mindestens 50 %. Der Vergleich mit der Standardtherapie musste abgebrochen werden, da zu wenige Patienten bereit waren Amitriptylin über Monate einzunehmen.[14]

   Ein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Akupunkturformen Verum ("kunstgerechte Akupunktur") und Sham (Scheinakupunktur) konnte in keiner der Studien gezeigt werden.


   Die Akupunktur ist ein vergleichbar sicheres medizinisches Verfahren. Unerwünschte schwere Wirkungen (Nebenwirkungen) der Akupunktur sind vernachlässigbar gering.

Jedoch konnte für keine der Indikationen eine Wirkung über Placebo nachgewiesen werden.

Das heißt: Akupunkturbehandlungen sind wirksam, sogar so wirksam, dass sie in den Leistungskatalog der Krankenkassen übernommen wurden. Aber es ist völlig gleichgültig, ob man die Akupunktur nach ihrer Lehre kunstgerecht einsetzt und die "Meridiane" trifft oder die Nadeln zufällig und willkürlich einfach irgendwo platziert. Allein die Tatsache, dass "etwas passiert" und sich jemand die Zeit nimmt, es zu tun, wirkt. Solche Erfahrungen macht jeder Arzt nahezu täglich in seiner Praxis und setzt sicher hin und wieder auch gezielt diesen Placebo-Effekt ein. Wenn der Patient eine "Spritze" erwartet, hilft diese fast immer besser als eine Tablette, die einen echten Wirkstoff enthält, auch, wenn die Spritze nur wirkungslose Kochsalzlösung gefüllt ist.

Ich möchte allerdings noch einmal deutlich unterscheiden zwischen paramedizinischer Diagnostik und naturheilkundlicher Therapie unterscheiden. Letztere hat (seriös betrieben) durchaus Erfolge und ist sicher in vielen Fällen sinnvoll. Pseudo-Diagnoseverfahren wie Enderlein, Irisdiagnostik, Mesdsungen und Interpretation irgendwelcher ominösen Ströme und Co. sind in meinen Augen legaler Betrug und teilweise sicher auch gefährlich. Aber eben nicht verboten.

Herzliche Grüße
Peter

PS: Wo wird gerade so schön beim Thema sind: genau so wie einen Placebo-Effekt gibt es auch das Gegenteil, den "Nocebo-Effekt (http://www.welt.de/gesundheit/article4951876/Eingebildet-krank-Die-dunkle-Seite-der-Placebos.html)".
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Florian Stellmacher in Mai 25, 2015, 12:51:20 NACHMITTAGS
Zitat von: Robert Götz in Mai 25, 2015, 10:57:08 VORMITTAG
Falls hier diese OT Frage gestattet ist:
Was ist denn der Sinn solcher "Diagnosen"? Es kann doch eigentlich nur darum gehen, dem verängstigten Patienten eine teure
"Therapie" aufzureden.
Wäre das dann nicht eher ein Fall für den Staatsanwalt?

Gruß
Robert

Lieber Robert,

ich denke, dass sich hier ein Paralleluniversum entwickelt hat, in dem zumindest ein großer Teil der Dunkelfelddiagnostiker als auch ihrer Patienten tatsächlich an das glauben, was sie tun. Und wenn dem so sein sollte, dann wäre es trotz allem zu weit geschossen, die Anbieter dieses "diagnostischen" Verfahrens (was es definitiv nicht ist) zu kriminalisieren. Über die dahinter steckende Logik kann man natürlich trefflich debattieren. Für mich immer wieder verblüffend ist es z.B., wenn Enderleins Anhänger einerseits z.B. basale Einsichten der Genetik negieren, indem sie kritiklos akzeptieren, dass sich aus Eiweißen des Blutes Viren, daraus binnen Tagen oder Wochen Bakterien, später dann sogar Pilze entwickeln sollen, und dass sich dieser Prozess durch die Einnahme z.B. von Pilzen in geringer Dosis umkehren ließe, und das Ganze noch unter mikroskopischer Kontrolle; andererseits sind dieselben Leute Experten in Sachen Gentechnik und meinen zu wissen, dass sich z.B. durch eine gentechnisch und nicht durch Züchtung bewirkte Amplifikation von Wachstrumsfaktoren in einer Pflanze völlig neue Proteine entwickeln, die dann toxisch auf den menschlichen Organismus wirken. Man sollte sich aber hüten, die Patienten, die bereit sind, für eine entsprechend Dunkelfelduntersuchung ihres Blutes Geld zu bezahlen, für komplett blöde zu halten. Tatsächlich - zumindest soweit ich informiert bin - entstammen diese Leute eher dem Bildungsbürgertum, häufig handelt es sich um Leher oder andere Akademiker, wohl häufiger Frauen als Männer. Allerdings überschreitet die DF-Mikroskopie nach Enderlein hier den, ich möchte sagen: branchenüblichen Rahmen insofern, als dass ein morphologisches Verfahren Anwendung findet. Wer heilt, hat bekanntlich recht. D.h. solange eine Therapie anschlägt, kann es dem Patienten rechtschaffen egal sein, warum sie wirkt. Wenn Pflanzenextrakte (die z.B., wie jeder weiß, hochgradig wirksam sein können - man denke nur an Fingerhut, Tollrrische oder Johanniskraut) vom Heilpraktiker helfen, warum soll man dem Patienten deshalb einen Vogel zeigen? Aber vor dem Monitor sitzen und etwas sehen, was nicht sein kann, halte ich persönlich - sorry! - für eines gebildeten Menschen unwürdig und mich betrübt dies zutiefst. Da kann ich nicht über meinen Schatten.

Übrigens werden entsprechende Einsichten des zahlenden Patientenkollektivs mitunter mit verblüffendem Selbstvertrauen vorgetragen. Ein entfernt bekannter ehemaliger Klempner züchtete z.B. in seinem Gartenteich Algen, die er dann verteilte, da sie gut gegen Sodbrennen helfen sollten. Mag ja sein, ich hab's nie ausprobiert, denn ich weiß, dass Omeprazol besser ist als Ranitidin, und dieses viel viel besser als z.B. Magaldrat, und für die Algen gab es keine Daten. Aber er erklärte mir, dass dieses Zeug direkt auf den Hypothalamus ("Hüpotalaaamus") wirken sollte - und zeigte dabei energisch auf seine Schilddrüse!  ;D Ich denke, eine halbwegs fundierte Bildung sollte einen weitgehend davor schützen, sich derart lächerlich zu machen (ich habe natürlich versucht, ihm zu erkären, dass der Hypothalamus eine ganze Etage weiter oben liegt, allein, es half nichts).

Es ist übrigens ein Irrglaube anzunehmen, dass sich die Schulmedizin gerunsätzlich gegen Konzepte der Alternativmedizin abgrenzen wolle. Nur gibt es hier die Forderung, dass eine Wirksamkeit auch bewiesen werden muss und dass der Patient einen Anspruch auf die Therapie hat, die ihm mutmaßlich am besten hilft.

Hierzu zum Abschluss nooch eine kleine Anekdote: Mein Nachbar ist Schauspieler und war vor Jahren zum Dreh in Afrika, wo er einen berühmten Arzt spielte, der dort ein Junglekrankenhaus gegründet hatte. Das Krankenhaus ist inzwischen natürlich eine deutlich westlich ausgerichtete Klinik. Mein Nachbar erzählte mir von einem Patienten, der eine durch einen Flohsbiss bewirkte Entzündung am Fuß hatte, die er in der dortigen Chirurgie operieren lassen wollte. Die Chirurgen sahen sich die Sache an. Dann sagten sie, dass sie natürlich den Fuß operieren könnten. Um ehrlich zu sein, habe allerdings der Medizinmann im weitgehend unverändert bestehenden Lepradorf eine deutlich bessere Statistik. Es endete damit, dass der Abszess mit einem frisch geschnitzten Holzmesser ohne Narkose im Bruchteil einer Sekunde vom dreieinhalbfingeriegen Medizinmann gespalten und dann mit einem mit Paketband fixierten Verband versorgt wurde, der aus zuvor vom Medizinmann genüsslich durchgekauten Blättern bestand. Noch während der Drehzeit heilte der Fuß vollständig ab.
Entzündungshemmende Verbände sind aus der Schulmedizin praktisch verschwunden, selbst die mir aus meiner relativen Jugend bekannten Leukasekegel oder ähnliches gibt es faktisch nicht mehr. In der afrikanischen Volksmedizin sind entsprechende Hemmstoffe jedoch nach wie vor gebräuchlich und erzienen offenbar Resultate, die der septischen Chirurgie, zumindest auf ein Krankenhaus im Busch bezogen, überlegen sind.
Zu Hause würde ich allerdings auf die Macht geschliffenen Stahls und ggf. ein Antibiotikum vertrauen wollen ...  ;)

Herzliche Grüße,
Florian
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Peter V. in Mai 25, 2015, 13:01:03 NACHMITTAGS
Lieber Florian,

ZitatMan sollte sich aber hüten, die Patienten, die bereit sind, für eine entsprechend Dunkelfelduntersuchung ihres Blutes Geld zu bezahlen, für komplett blöde zu halten. Tatsächlich - zumindest soweit ich informiert bin - entstammen diese Leute eher dem Bildungsbürgertum, häufig handelt es sich um Leher oder andere Akademiker, wohl häufiger Frauen als Männer.

Wohl wahr! Dem geerdeten Ruhrgebiets-Bergmann brauchst Du mit so etwas gar nicht zu kommen. Der ist absolut unanfällig für Naturheilkunde und Heilpraktiker.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Robert Götz in Mai 25, 2015, 13:42:00 NACHMITTAGS
Hallo Peter und Florian,

vielen Dank für die ausführlichen Antworten.
Was mich an den Staatsanwalt denken ließ, ist, dass es hier nicht um die Anwendung von alternativen Heilmethoden geht,
sondern darum, dem Patienten Krankheiten einzureden, die er garnicht hat.
Ein entzündeter Fuß ist eine handfeste - oder fußfeste - Sache, aber was fängt er mit der geldrollenförmigen Lagerug
der Erythrozyten an?
Die Wirksamkeit von Naturheilverfahren will ich - schon mangels näherer Kenntnisse - nicht bestreiten. Ein mir bekannter angesehener
Internist in München hatte sogar einen Chinesen für Akkupunktur in seiner Praxis beschäftigt.
Der Placedboeffekt wird allerdings m.E. von Laien häufig überbewertet, denn schließlich wird die Wirksamkeit neuer Arzneimittel durch den Vergleich mit Placebos getestet.

Gruß
Robert

Text nachträglich geändert
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: Peter V. in Mai 25, 2015, 14:35:58 NACHMITTAGS
Hallo Robert,

ZitatDer Placedboeffekt wird allerdings m.E. häufig überbewertet, denn schließlich wird die Wirksamkeit neuer Arzneimittel durch den Vergleich mit
Placebos getestet.

Da widersprichst Du Dir. Genau das zeigt ja, dass der Plaecboeffekt nicht überschätzt wird. Sonst müsste man ja nicht gegen Placebo testen, sondern gegen "keine Therapie". Da man aber weiß, dass es bereits unter Placebo deutliche Effekte gibt, muss ein Medikament beweisen, dass es signifikant besser ist als ein Placebo.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Blutdiagnose
Beitrag von: rhamvossen in Mai 26, 2015, 17:36:16 NACHMITTAGS
Hallo,

Ich denke das im Algemeinem die Anhänger von solche Methoden nicht kappieren wie Lebendiche Systemen/Organismen Funktionieren, oft durch einen fehlender Wissenschaftliche Hintergrund. Stel dir mal vor das unser Körper es akzeptieren wurde das sich Pilze oder Bakterien ins Blut begeben ohne das jemand richtig krank ist. Wenn das so wäre dan wurde das Immunsystem nix taugen. Nein, die Praxis ist anders: Jemand mit (eine Menge) Pilze oder Bakterien im Blut, der ist so Krank das er manchmal nicht weit von dem Tod entfernt ist. Beste Grüsse,

Rolf