Hallo,
ich habe die Suchfunktion benutzt, aber so gut wie nix brauchbares dazu gefunden.
Ich habe mir so ein Teil zugelegt. Besteht Interesse an einem (verm. mehrteiligen) Foto-Bericht?
Oder ist das Thema hier durch und jeder weiss bescheid?
Wenn nicht, werde ich in den nächsten Tagen (die letzten fehlenden Teile sollten Fr. da sein) mal etwas anfertigen.
Dann aber hätte ich ein paar Fragen:
Gibt es hier jemanden, der dieses Verfahren aktiv nutzt?
Gibt es hier einen "Veteranen" (sorry) der das mal aktiv genutzt hat?
Schöne Grüße
Carsten
Hallo Carsten,
also ich habe zumindest nicht die Spur einer Ahnung und wäre an einem Bericht sehr interessiert.
Grüße,
Michael
Hallo Carsten,
was willst Du denn damit machen?
Erstaunte Grüße,
Eckhard
Ich hab auch die Tolansky-Interferenzeinrichtung (als Beifang) und weiss nicht, was ich damit machen kann. Metalloberflächen untersuche ich eigentlich nicht. Daher würde ich mich über einen Beitrag sehr freuen. - Dünnschliffbohrer
Hallo,
ich hab sowas in den 70-gern in meiner Diplomarbeit zur Messung von Schichtdicken aufgedampfter Schichten benutzt.
Man nutzt die Vielstrahlinterferenzen zwischen zwei teildurchlässigen Silberspiegeln aus zwischen denen sich die Schicht oder
ein beliebig anderes Objekt befindet.
Man kann natürlich auch Höhenunterschiede an Oberflächen messen.
Durch das Aufkommen von moderneren Verfahren wie den Konfokalen Lasermikroskopen oder dem Raster-Kraftmikroskop wurde dieses Verfahren
in das "Verteranendasein" verdrängt, sodass es wahrscheinlich so langsam wirklich nur noch Veteranen kennen.
Ein Fotobericht würde mich auf jeden Fall brennend interessieren.
viele Grüsse
Wilfried
P.S.: Hier ist die Physik des Verfahrens schön beschrieben:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tolansky-Verfahren
Hallo,
was ich damit will?
- die Güte Läpplappens selbst gedrechselter Objektträger überprüfen ;D ?
- mich an einem schönen Experiment erfreuen ?
- weil es mein Mikroskop kann?
- sammelwut?
- Edit : weil es bei mir zu Hause für Konfokalen Lasermikroskopen irgendwie nicht reicht? ;D
Ich mag Experimente, die mit rel. primitiven Mitteln hochwissenschaftliche Ergebnisse hoher Genauigkeit liefern. Ich erinnere mich kaum noch an die Experimente meiner Uni-Praktika. Aber eines werde ich nie vergessen: Die Bestimmung des Diffusionskoeffizienten von keine Ahnung mehr was. Da wurde einfach in einem Reagenzglas eine hochkonzentrierte Lösung des Stoffes vorsichtig mit dest. Wasser überschichtet. Durch die Grenzschicht wurde ein Laser mittels einer 45° Zylinderlinse geschickt. Das war nur ein primitiver Labor-Glasstab. In Abbhängigkeit der optischen Dichte in der Diffusionszone wurde der Laser abgelenkt. In 3 m Entfernung an der Wand hat man eine Art Kurve gesehen. Dort haben wir mit Tesa ein Blatt Millimeter-Papier angeklebt und alle 5 Minuten diese Kurve mit dem Bleistift freihand abgezeichnet. Der eigentliche Messwert war dann das Integral dieser Kurve. Wie kommt man an so ein Integral? Na, ausschneiden, zusammenknüllen und auf der Analysenwage das Gewicht bestimmen :-) Der Absorptionskoeffizient berechnet sich dann aus der zeitlichen Änderung dieses Integrals. Und zwar auf 4 bis 5 Stellen nach dem Komma UND fast (und auch ohne fast) genau wie der Literaturwert.
Mit Tolansky ist das ähnlich. Eigentlich braucht man dafür nur ein Sandkorn und ein gutes Deckgläschen. Und kann dann im Bereich von 10 nm messen. Also jenseits der mikroskopischen Auflösung. Aber davon werde ich dann in meinem Thread schreiben.
Schönen Feiertag
Carsten
Hallo,
eines noch. Natürlich weiss ich, dass das Tolansky-Verfahren in der Hobby-Mikroskopie wohl eher eine untergeordnete Rolle spielt (vornehm ausgedrück). Auch weiss ich, dass dieses Verfahren ein historisches Verfahren ist, das heute keinerlei Bedeutung mehr hat.
Aber das trifft so in etwa auch auf die meißten der hier im Forum benutzten Mikroskope "an sich" zu: sie sind historisch. Aber sie funktionieren noch immer einwandfrei. Und irgendwie sind die Besitzer doch stolz sagen zu können "MEINES ist noch aus Metall...."
Ich finde die Idee ganz nett, mit Hilfe eines einfachen Mikroskops, eines Druckers von Aldi und eines handelsüblichen Lineals Messungen durchzuführen, für die ein moderner Wissenschaftler halt ein konfokales Lasermikroskop benötigt (und vermutlich gar nicht mehr weiss, das es auch anders geht). Natürlich möchte ich so meine Brötchen heute nicht verdienen.
Carsten
Hallo Carsten,
aber ohne die Möglichkeit, deine Untersuchungsobjekte mit einer hochreflektierenen Silberschicht überziehen zu können, kannst du das
Verfahren vorraussichtlich nicht vernünftig nutzen. Und auch die Referenzspiegel nutzen sich durch den unmittelbaren Kontakt mit dem Messobjekt
mit der Zeit ab und müssen neu teildurchlässig versilbert werden. Und wenn du wirklich 10nm messen willst brauchst du möglichst viele Reflexionen zur Vielstrahlinterferenz und daher unbedingt Silber als Verspiegelungsmaterial und das wird auch schon durch Lagerung mit der Zeit blind.
Ich kann mich jedenfalls noch daran erinnern, dass ich damals ständig am Silberbedampfen von Messobjekt und Referenzglas war.
Trotzdem wünsche ich dir viel Spass und einen positiven Erfahrungsbericht, vielleicht fange ich das ganze dann ja auch nochmal an ;D
viele Grüsse
Wilfried
Hallo Carsten,
ein Fotobericht würde mich auch sehr interessieren. Habe mir vor Jahren, aus Interesse an den opt. Messverfahren, die Einrichtungen nach Tolansky und Trumpold gekauft und damit kräftig herumexperimentiert. Trumpold, nach dem Krug-Lau'schen Prinzip aufgebaut, war ein Zufallsfund.
Hier drei Fotos, die ich mit den kugeligen und planen Bezugsfächen der CZJ-Auflicht-IF-Einrichtung bei 635nm aufgenommen habe. Sicherlich kannst Du eine Riefentiefe auf dem ersten Foto bestimmen. :)
Über Optik-Online kommt man an die Bedienungsanleitung.
Herzliche Grüße
Frank
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/172622_23521433.jpg) (http://s432.photobucket.com/user/eisenmeteorit/media/Forum/Capture_00001_1_zps5j2wta56.jpg.html)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/172622_24854661.jpg) (http://s432.photobucket.com/user/eisenmeteorit/media/Forum/Capture_00007_2_zpsetfpp9vs.jpg.html)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/172622_12408161.jpg) (http://s432.photobucket.com/user/eisenmeteorit/media/Forum/Capture_00009_1_zps9o7ndds7.jpg.html)
Hallo Carsten!
Ich habe auch die Einrichtung für das Tolansky Verfahren, allerdings habe ich mich noch nicht damit beschäftigt. Ein Bericht von Dir wäre von großem Interesse für mich.
Schönen Gruß
Walter
Guten Tag, Carsten
Zitat von: Carsten Wieczorrek in Juni 04, 2015, 10:54:58 VORMITTAG
Der eigentliche Messwert war dann das Integral dieser Kurve. Wie kommt man an so ein Integral? Na, ausschneiden, zusammenknüllen und auf der Analysenwage das Gewicht bestimmen :-)
Ich bin begeistert - und an solch ein Verfahren würde ich mich auch noch erinnern. Leider gibt es im Mathematikstudium keine solchartigen Seminare :)
P.S. An einem Fotobericht wäre ich ebenfalls sehr interessiert.
Mit besten Grüßen
Volker
Hallo Carsten.
Mich begeistern auch alte, einfache Tests mit hoher Genauigkeit. Mein Favorit: Der Foucault Test. :)
Liebe Grüße Jorrit.
Hallo
@Wilfried
Zitatmit der Zeit ab und müssen neu teildurchlässig versilbert werden
Das war von Zeiss Jena so nicht vorgesehen: Die Referenzscheiben sitzen in separaten Plastik-Haltern, die in die eingentliche Mechanik eingeklipst werden. Das sind echte "wenn-kaputt-dann-weg" Referenzen, die man bitte reichhaltig nachkauft.
OK, konnte, aber noch gibt der Markt etwas her und ich hoffe, das bei einer reinen Hobby-Anwendung (nach Überwindung der "Startphase") nicht so viel zu Bruch geht.
Leider ist mein Objektivträger heute noch nicht gekommen, das Projekt verschiebt sich also noch etwas.
Carsten
Hallo,
sorry, das Alter, ich vergaß:
@Wilfried
Natürich hat CZJ seine Referenzscheiben in unverspiegelt und 10% verspiegelt wahlweise geliefert. Fertig. Als One-Way-Wegwerf. Und das schon 1970....
Carsten
ZitatDer eigentliche Messwert war dann das Integral dieser Kurve. Wie kommt man an so ein Integral? Na, ausschneiden, zusammenknüllen und auf der Analysenwage das Gewicht bestimmen :-)
Ich bin begeistert - und an solch ein Verfahren würde ich mich auch noch erinnern. Leider gibt es im Mathematikstudium keine solchartigen Seminare Smiley
Mit dieser Methode haben die Altvorderen auch die Flächen (und damit die Volumenanteile bei entsprechend homogner Verteilung) der einzelnen Minerale in den Dünnschliffen ermittelt. Dann kamen sehr aufwändige Intergrationstische (Leitz), die ELTINOR (ROW), und am einfachsten Integrationstrichplatten (Zeiss Göttingen). Si transit gloria mundi...
- Dünnschliffbohrer
PS.:
ZitatMich begeistern auch alte, einfache Tests mit hoher Genauigkeit. Mein Favorit: Der Foucault Test. Smiley
Genau, an den hatte ich in diesem Zusammenhang auch zuerst gedacht. Hat den schon mal jemand für Mikroskopoptik probiert?
Hallo,
Ich warte neugierig auf Bilder ;D Kommt da noch was oder war es das?
Gespannte Grüße,
Eckhard
Hallo,
ja, da kommt etwas. Aber die Post streikt. Ich habe heute Mittag erst die wirklich neuen Tolansky Scheiben bekommen. Und einen Vertival Tisch als Leihgabe. Vielen Dank dafür.
Carsten