Liebe Pflanzenfreunde,
zur Gattung der Hickorynüsse (Carya) gehören etwa 25 Arten in Nord- bis Mittelamerika und Ost-Asien, sommergrüne
einhäusige Bäume mit wechselständigen, unpaarig gefiederten aromatischen Blättern, hangenden männlichen Blütenkätzchen und in endständigen Ähren angeordneten weiblichen Blüten. Die glatten oder 2- bis 4- kantigen Nüsse werden von kugeligen bis birnenförmigen Fruchtbechern umschlossen, die nach der Reife klappig aufspringen.
Was bedeutet einhäusig:
Die Blüten beider Geschlechter sitzen auf demselben Baum.
Carya beruht auf ,,karya" griech. = Nussbaum. Hickory geht zurück auf ,,pawco-hiccora", ein indianischer Name für eine durch zerstoßen aufgekochter Samen hergestellte ölige Speise.
Die Samenschmecken durch einen hohen Gehalt an Gerbstoffen sehr bitter und zusammenziehend, sie eignen sich nicht für unseren Speisezettel.
Die frühen Siedler Amerikas pressten jedoch Öl daraus, um es als Lampenöl und als Enreibemittel gegen Rheuma zu verwenden.
Die Ferkelnuss (Carya glabra) ist eine Art aus der Gattung der Hickorynüsse (Carya) in der Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae). Sie wird der Sektion Carya zugeordnet. Die Erstbeschreibung erfolgte 1726 durch Philip Miller als Juglans glabra (Basionym). Die Art wurde 1826 durch Karl Heinrich Koch der Gattung Carya zugeordnet.
Systematik:
Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Familie: Walnussgewächse (Juglandaceae)
Gattung: Hickory (Carya)
Art: Ferkelnuss
Wissenschaftlicher Name: Carya glabra
Volkstümliche Bezeichnung: Schweinsnuss
Englischer Name: Pignut Hickory
Bild 01 Illustration Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_59516521.jpg) (http://www.directupload.net)
Quelle: Clemson University South Carolina
Die Ferkelnuss ist ein 20 bis 30 Meter hoher Baum mit grauer, feinrissiger, sich nicht ablösender Borke. Junge Zweige sind rötlich braun, dünn, kahl oder rasch verkahlend. Die Endknospen sind eiförmig, 5 bis 15 Millimeter lang, rötlich bis gelblich braun. Die seitlichen, achselständigen Knospen werden durch Vorblätter geschützt. Die Laubblätter werden 20 bis 60 Zentimeter lang und haben einen 3 bis 14 Zentimeter langen Stiel. Die Blattspreite ist aus fünf bis sieben, selten nur aus drei oder bis zu neun Fiederblättchen zusammengesetzt. Die Blättchen werden 4 bis 21 Zentimeter lang und 2 bis 10 Zentimeter breit. Sie sind eiförmig, verkehrt eiförmig oder elliptisch, zugespitzt und gesägt. Die seitlichen Blättchen haben kurze bis 2 Millimeter lange Stiele, das Endblättchen steht auf einen 2 bis 18 Millimeter langen Stiel. Die Blattoberseite ist glänzend gelblich grün und kahl, die Unterseite ist anfangs an den Hauptnerven schwach behaart. Die Herbstfärbung der Blätter ist leuchtend gelb, später orange.
Bild 02 Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_24258283.jpg) (http://www.directupload.net)
Foto: H.-J_Koch
Die männlichen Kätzchen werden bis zu 13 Zentimeter lang. Als Früchte werden kugelige bis birnenförmige, etwa 2,5 Zentimeter große Nüsse gebildet, die von einer 2 bis 5 Millimeter dicken Fruchthülle umgeben sind. Die gelblich bis rötlich braune Fruchthülle springt bei Reife teilweise oder bis zur Basis auf. Die Nüsse sind gelblich braun und dickschalig.
Früher waren die Früchte ein begehrtes Schweinefutter.Die ersten Nüsse erscheinen erst nach 25 Jahren. Der Baum besitzt ein tiefwurzelndes Wurzelsystem.
Bild 03 Laub der Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_55065544.jpg) (http://www.directupload.net)
Author: homeredwardprice
Alte Bäume sind beliebt wegen ihres zähen und haltbaren Holzes.
Das elastische, harte und sehr zähe Holz wird u. a. zur Herstellung von Möbeln, Werkzeugen, Radspeichen, Stiele, Handgriffe, Ackergeräte oder Sportgeräten verwendet.
Bild 04 Schnittbilder aus einer Möbelwerkstatt
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_43094825.jpg) (http://www.directupload.net)
Radial- oder SpiegelschnittWährend die Holzstrahlen im Tangentialschnitt als feine Striche oder Spindeln erkennbar sind, können im Radialschnitt große Flächen davon sichtbar gemacht werden, weil ihre Zellen sehr dicht und fein sind und bei gewissem Lichteinfall stark schimmern (Spiegel), während das übrige Holz matt bleibt. Der Radialschnitt wird daher auch Spiegelschnitt genannt.
Tangential- oder FladerschnittNeben Radial- bzw. Spiegelschnitt, der die schimmernden Flächen der Holzstrahlen und die parallelen Streifen der Jahrringe sichtbar macht, werden durch andere Schnittflächen andere Holzbilder erzeugt. Sobald das Holz tangential an den Jahrringen angeschnitten wird, entsteht, da ein Baum ja kein exakt zylindrisches, sondern ein kegelförmiges Wuchsbild hat, das Schnittbild des Fladerschnittes – im Wesentlichen sind es Kegelschnittzeichnungen, die als Gestaltungsmittel und -merkmal ebenfalls Bedeutung haben.
Hirnholz- oder QuerschnittIm Querschnitt, der auch Hirnholzschnitt genannt wird, sind einerseits die Jahrringe und wie bereits erwähnt – bei einigen Laubbäumen – die Holzstrahlen gut sichtbar. Obwohl Nadelbäume über Holzstrahlen verfügen, sind sie am Querschnitt nicht zu sehen, weil sie nur eine Zellreihe breit sind. Dafür ist hier – besonders bei bereits verwitterten Stücken – der Unterschied zwischen dickwandigem Spätholz und dünnwandigem, leicht herauslösbarem Frühholz besonders gut erkennbar.
Hickorynuss ist fossil seit dem Tertiär.
Das Tertiär begann vor 65 Millionen Jahren (Ende der Kreidezeit) und dauerte bis zum Beginn der Klimaveränderung vor rund 2,6 Millionen Jahren, in deren Folge das Eiszeitalter im Quartär einen Wechsel von Kalt- und Warmzeiten brachte. Das Klima auf der Erde war im Tertiär wesentlich wärmer als heute. Nach dem Massenaussterben der großen Saurier und vieler anderer Tierarten am Ende der Kreidezeit entwickelte sich hauptsächlich im Tertiär die Tier- und Pflanzenwelt, wie wir sie heute kennen.
Teil 1 Spross, Querschnitt, 25 µm
Bild 05 Übersicht, ungefärbter Schnitt, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_22057374.jpg) (http://www.directupload.net)
Bild 06 Xylem, Vergrößerung, ungefärbter Schnitt, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_31937121.jpg) (http://www.directupload.net)
Bild 07 Sklerenchym - Inseln, ungefärbter Schnitt, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_34353554.jpg) (http://www.directupload.net)
Bild 08 Abschlussgewebe, ungefärbter Schnitt, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_66318459.jpg) (http://www.directupload.net)
3A-Färbung nach Wacker (Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Arbeitsablauf :
1. Schnitte liegen in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung Acridinrotlösung 5 Min.
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5. Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca. 15 Sekunden !!!.
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest.
7. Nachfärbung Astrablaulösung 1 Minuten, 30 Sekunden.
Bei der Nachfärbung mit Astrablau eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 4 : 1 verwendet (blau + gelb = grün).
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste auf dem Objektträger verbleiben.
9. Entwässern mit 2x gewechseltem Isopropylalkohol ( 99,9 % ).
10. Als letzte Stufe vor dem Eindecken Xylol einsetzen.
11. Einschluss in Entellan
Ergebnis :
Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Fotos: Nikon D5000
Bild 09 Übersicht, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_34702285.jpg) (http://www.directupload.net)
Bild 10 Übersicht, Negativ, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_13507552.jpg) (http://www.directupload.net)
Bild 11 Vergrößerung aus der Übersicht, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_16938742.jpg) (http://www.directupload.net)
Bild 12 Vergrößerung aus der Übersicht mit Beschriftung, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_23399799.jpg) (http://www.directupload.net)
RP = Rindenparenchym, SK = Sklerenchym, PH = Phloem, XY = Xylem, T = Trachee, K = Kambium, MP = Markparenchym, P = Periderm
Bild 13 Vergrößerung, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_19867702.jpg) (http://www.directupload.net)
Bild 14 Vergrößerung, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_9269417.jpg) (http://www.directupload.net)
Bild 15 Xylem, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_44501812.jpg) (http://www.directupload.net)
Bild 16 Vergrößerung, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_12634974.jpg) (http://www.directupload.net)
Bild 17 Vergrößerung, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_48271896.jpg) (http://www.directupload.net)
Bild 18 Auflicht – Fluoreszenzaufnahme, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_32990717.jpg) (http://www.directupload.net)
Fluoreszenzaufnahmen mit Anregungswellenlänge RoyalBlue mit 455 nm, 3 Watt LED, Sperrfilter LP 520, Erregerfilter BP 436/10
Bild 19 Auflicht – Fluoreszenzaufnahme, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_10442124.jpg) (http://www.directupload.net)
Fluoreszenzaufnahmen mit Anregungswellenlänge RoyalBlue mit 455 nm, 3 Watt LED, Sperrfilter LP 520, Erregerfilter BP 436/10
Bild 20 Auflicht – Fluoreszenzaufnahme, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_25473902.jpg) (http://www.directupload.net)
Fluoreszenzaufnahmen mit Anregungswellenlänge RoyalBlue mit 455 nm, 3 Watt LED, Sperrfilter LP 520, Erregerfilter BP 436/10
Bild 21 Markparenchym Auflicht – Fluoreszenzaufnahme, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_37797045.jpg) (http://www.directupload.net)
Fluoreszenzaufnahmen mit Anregungswellenlänge RoyalBlue mit 455 nm, 3 Watt LED, Sperrfilter LP 520, Erregerfilter BP 436/10
Parenchymzellen, die über Tüpfel miteinander verbunden sind.
Bild 22 Calciumoxalatkristalle, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_6175002.jpg) (http://www.directupload.net)
Dieser Schnitt ist mit Rohamin B - Acridingelb gefärbtRhodamin B ist ein neutrales undissoziiertes Fluorochrom.
Summenformel: C28H31ClN2O3
Es ist ein geruchloses Pulver. Ich habe das Rhodamin B in Wasser gelöst; Farbe: rot bis violett.
Acridingelb ist ein Acridin-Farbstoff, der in der Molekularbiologie als Fluoreszenzfarbstoff eingesetzt wird.
Summenformel: C15H15N3
Acridingelb ist ein braun-rotes kristallines Pulver, es ist ein basisch (kationisches) Fluorochrom.
Arbeitsablauf:
Rhodamin B 1 % wässrig 20 Minuten
Auswaschen in Ethanol 20%
Acridingelb 1 % 20 Minuten
Auswaschen in Ethanol 20 %
Entwässern mit Ethanol 50 %, 70 %, Ethanol abs.
Rotihistol
Einschluss in Entellan
Teil 2 Blattstiel, Querschnitt, 25 µm
Der Blattstiel hat auf der Oberseite zwei ,,Hörnchen", der ist ca. 1 mm dick.
Das Sklerenchym verleiht dem Blattstiel die Festigkeit.
Bild 23 Übersicht, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_51848509.jpg) (http://www.directupload.net)
Bild 24 Vergrößerung aus der Übersicht mit Beschriftung, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_45414120.jpg) (http://www.directupload.net)
CU = Cuticula, EP = Epidermis, RP = Rindenparenchym, PH = Phloem, SK = Sklerenchym – Inseln, T = Tracheen, pXY primäres Xylem, XY = Xylem, Mp = Markparenchym
Bild 25 Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_50039628.jpg) (http://www.directupload.net)
Bild 26 Sklerenchym - Inseln, Vergrößerung, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_38358849.jpg) (http://www.directupload.net)
Bild 27 Sklerenchym - Inseln, Vergrößerung, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_29208969.jpg) (http://www.directupload.net)
Bild 28 Vergrößerung, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_56717069.jpg) (http://www.directupload.net)
Bild 29 Kambium, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_43698461.jpg) (http://www.directupload.net)
Bild 30 Auflicht – Fluoreszenzaufnahme, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_46806451.jpg) (http://www.directupload.net)
Fluoreszenzaufnahmen mit Anregungswellenlänge RoyalBlue mit 455 nm, 3 Watt LED, Sperrfilter LP 520, Erregerfilter BP 436/10
Bild 31, Auflicht – Fluoreszenzaufnahme, Ferkelnuss (Carya glabra)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/176260_40016303.jpg) (http://www.directupload.net)
Fluoreszenzaufnahmen mit Anregungswellenlänge RoyalBlue mit 455 nm, 3 Watt LED, Sperrfilter LP 520, Erregerfilter BP 436/10
Quellenangaben :
Wikipedia; Freie Enzyklopädie
Helmut Genaust ,, Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen" ISBN: 978-3-86820-149-9
P.Schütt, H.J. Schuck, B. Stimm ,,Lexikon der Baum- und Straucharten, ISBN: 978-3-86620-123-9
Peter A. Schmidt ,,Taschenlexikon der Gehölze", ISBN: 978-3-494-01448-7
,,The Woodbook", ISBN: 978-3-8365-5
Spohn ,,Kosmos- Baumführer Europa", ISBN: 978-3-440-11741-5
Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 161–162.
Mit freundlichem Gruß
Hans-Jürgen