Hallo Freunde,
verwegen geworden von den phantastischen Möglichkeiten, die sich durch die vielen Fachleute hier im Forum ergeben, möchte ich gleich noch ein weiteres Problem loswerden.
Für mein derzeitiges Hauptinteresse, die Mikrochemie (also die Chemie mit z.T. mikroskopisch kleinen Stoffmengen auf Objektträgern und Tüpfelplatten mit Nachweisen oft als charakteristische Kristalltypen; siehe auch Mikrogruppe Hamburg: Kristallatlas http://www.mikrohamburg.de/)
habe ich eine wunderschöne "Hettich-" Zentrifuge ersteigert.
Leider hat diese das typische Kaliber für die Aufnahmebehälter von 17 mm; meine Reagenzgefäße haben aber 10 oder 11 mm.
Also habe ich mir Rundhölzer von 16 mm besorgt mit der Absicht, Löcher der gewünschten Weite zu bohren.
Diese bekomme ich aber (per Hand) nicht zentral genug hin, sodaß es wahrscheinlich doch zu erheblichen Unwuchten bei hoher Geschwindigkeit käme.
Deshalb die Frage:
Hätte jemand das entsprechende Gerät (Drehbank ??) und die Zeit um "schöne" zentrale Bohrungen verschiedener Tiefen und Kaliber durchzuführen?
Das wären insgesamt etwa 8 Einzelbohrungen.
Ich denke, Fragen kostet ja nix ;D ;D
viele Grüße
Reinhard
Hallo Reinhard,
wie stark willst Du denn zentrifugieren?
Ich frage, weil Holz ja auch nicht gerade standardisiertes Material ist und ich mir vorstellen könnte, dass Deine Teile unterschiedlich schwer sein werden.
Besten Gruß
Sebastian
Hallo Reinhart,
Wenn ich es richtig verstanden habe, ist der Rotor Deiner Zentrifuge auf Einsätze von 17 mm eingerichtet, Du möchtest aber nur mit 11 mm arbeiten. Für Dein Problem gibt es vermutlich ein wesentlich einfacheres Verfahren. Allerdings müsste ich dazu den Typ der Zentrifuge kennen. Am besten mal ein Bild der Zentrifuge einstellen, möglichst so, dass man den Rotor genau erkennt. Hilfreich wären auch Bilder von den unterschiedliche Schleudergläsern.
Gruß Carlos
Hallo Carlos,
die Zentrifuge ist eine "Hettich Universal II" von 1977, auch wenn sie (designmäßig) so aussieht, als hätte sie schon im "MetLab" von Seaborg stehen können ;D ;D
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/178004_17713017.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/178004_58888299.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/178004_32727789.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Unten sieht man das Problem: eine Anpassung des Kalibers der Hülse an kleinere Reagensgläschen.
Olaf hat sich aber dankenswerterweise bereiterklärt, entsprechende Löcher in die hölzernen Rundstäbe zu bohren (sozusagen als Adapter)
Wenn Du an entsprechende Rotoren kämst, wäre das nicht schlecht.
Die Gläschen haben aber leider drei verschiedene Außendurchmesser (verschiedene Chargen); das Häufigste hat genau 10 mm.
viele Grüße
Reinhard
Hallo,
die gute alte Universal II ist doch ein schönes robustes Gerät, das jahrzehntelang Standard in medizinischen Laboratorien war und passt zeitlich auch eher zu Deinen schwrazen Mikroskopen. Die geäußerten Bedenken, dass das "nicht standardisierte Material" Holz durch vielleicht minimalste Gewichtsunterschiede relevanten Unwuchten auslösen könnte, halte ich angesichts der zu erwartenden Größenordnung der Ungenauigkeiten im Gewicht der Hölzer für höchst unwahrscheinlich. Vorausgesetzt natürlich, dass die Löcher in den gegenüberliegenden Rundstäben exakt gleich tief gebohrt werden.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo zusammen,
... gut, vielleicht ginge auch Holz, aber ist das nicht umständlich (und auch leicht verdreckbar und feuchtigkeitsempfindlich)? Es wird doch fertige Kunststoffröhren mit den passenden Außen- und Innendurchmessern geben, oder?
Viele Grüße
Sebastian
P.S.: Wie groß ist denn die "zu erwartende Größenordnung"?
Zitat von: Oecoprotonucli in September 13, 2015, 11:25:39 VORMITTAG
... gut, vielleicht ginge auch Holz, aber ist das nicht umständlich (und auch leicht verdreckbar und feuchtigkeitsempfindlich)? Es wird doch fertige Kunststoffröhren mit den passenden Außen- und Innendurchmessern geben, oder?
P.S.: Wie groß ist denn die "zu erwartende Größenordnung"?
Hallo Sebastian,
die Größenordnung ist gering; im Prinzip bräuchte ich je 2 (oder 4) Einsätze à 11 und 12 mm.
viele Grüße
Reinhard
Hallo,
natürlich gibt es passende Röhrchen. Aber ich denke, dass Reinhard bewußt eine eher ungewöhnliche Röhrchengröße für seine alchmistischen Versuche benötigt. Da er nicht mit biologischem Mateiral hantiert, ist es vermutlich auch nicht schlimm, wenn diese Einsätze verschmutzen. Natürlich kann man solche Adapter auch aus z.B. PTFE fertigen, aber Holz ist eben oft das am einfachsten zu besorgende und zu bearbeitende Material.
Hezrliche Grüße
Peter
Zitat von: Reinhard in September 13, 2015, 11:51:56 VORMITTAG
die Größenordnung ist gering; im Prinzip bräuchte ich je 2 (oder 4) Einsätze à 11 und 12 mm.
Lieber Reinhard,
ich bezog mich auf die Größenordnung der Zentrifugalkräfte (Umdrehungsgeschwindigkeit, Gewicht, Radius), denn davon hängt ab, wie stark sich eine Unwucht auswirkt. Wenn das Holz (ungleichmäßig) nass wird, wird es noch schwerer und die Unwucht verstärkt sich.
Viele Grüße
Sebastian
Hallo Sebatian,
die max. Umdrehung ist 5000 U/min., die aber oft nicht notwendig ist.
Der Inhalt besteht nicht aus biologischem Material, aber im schlimmsten Fall aus konz HNO3; das müßte das Holz zumindest einmal abfangen können.
Meine letzte Zentrifuge (Heräus-Christ Simplex) hatte leider keinen feststellbaren Deckel, so daß eines Tages, ein zum Glück nur wässr. Lösung enthaltendes Röhrchen, bei 5000 mit einem zischenden Geräusch (das ich für ein "elektrisches" Geräusch hielt)
platzte und ohne daß ich den sich leicht öffnenden Deckel bemerkte, einen feinen Glasstaub im Umkreis von 3m verteilte, der erst einmal wieder eingesammelt werden wollte.
und dennoch: was wäre ein Leben ohne Wissenschaften ????
Deshalb jetzt meine aus dem Stück gefräste Hettich (mit feststellbarem Deckel)
viele Grüße
Reinhard
Hallo Reinhard,
Nein, an entsprechende Rotoren komme ich nicht. Das ist auch nicht nötig! Dein Problem ist, wenn ich es richtig verstanden habe, kleinere (im Durchmesser, aber nicht in der Länge) Schleudergläser in unten geschlossenen Stahl-schleuderröhren mit größeren Durchmesser (in der Regel haben diese Stahl-schleuderröhren am Boden zum Schutz noch ein dem Schleuderglasboden angepasstes Gummiteil) zu zentrifugieren.
Die einfache Lösung: fülle die Stahlschleuderröhren des Rotors gleichmäßig mit soviel Wasser, dass nach Einsatz der gefüllten, kleineren Schleudergläser der Flüssigkeitsspiegel in den Stahlröhren und den Schleudergläsern gleich hoch ist. Zur Zentrierung der Schleudergläser kann man zusätzlich zwei Gummiringe entsprechender Stärke zum Ausgleich der Unterschiede im Durchmesser, eins etwas oberhalb des Schleuderglasbodens und eins in Höhe des Flüssigkeitsspiegels anbringen. (Da die Dichte des Gummis nahe der des Wassers ist verschieben diese sich selbst bei hoher g-Zahl (5000) nicht.)
Wichtig ist, dass der Rotor ausgewogen beschickt wird. Gegenüberliegende Schleudergefäße müssen (nahezu) gleiches Gewicht (Stahlröhre + Füllwasser + Schleuderglas mit Füllung) haben! Man kann also den Rotor auch mit nur 2, 4, etc. Schleudergläsern beschicken.
Gruß Carlos
Kleiner Nachtrag: Um zu verhindern, das der Boden des Schleuderglases zu hoch belastet wird, füllt man oft auch bei "passenden" Schleudergläsern ein wenig Wasser in die Stahl-Schleuderröhren.