Hallo,
was bedeutet die Bezeichnung ff und welche Abgleichlänge haben diese Objektive? Welche Tubuslänge haben die binokularen Steindorff-Mikroskope? Christian Linkenheld fragte bereits 2002 danach, vielleicht weiss er inzwischen die Antwort.
Vielen Dank
Norbert
Lieber Herr Derner,
in der "Gebrauchs- und Pflegeanleitung für Steindorff-Mikroskope" (erschienen um 1970) werden drei Objektivklassen genannt, die Steindorff geliefert hat:
- Achromate mit den Vergrößerungsmaßstäben von 3:1 bis 115:1
- Fluorite von 42:1 bis 115:1
- Magnoskopische Objektive von 75:1 bis 150:1
Alle Steindorff-Objektive haben eine mechanische Tubuslänge von 170 mm.
Das "ff" in Ihrer Frage dürfte auf Fluoritobjektive hindeuten. Die Bezeichnung wird aber in der Broschüre an keiner Stelle erwähnt.
Ferner fehlt auch eine Erläuterung über "magnoskopische Objektive". Ich habe auch keinen Hinweis gefunden, welcher Art diese Objektive sind und für welchen Zweck sie gebaut wurden.
Auch bezüglich der Abgleichlänge gibt es keine Angabe, aber einen interessanten Hinweis: "Die Objektive sind mit Farbringen versehen und müssen jeweils in die durch einen gleichfarbigen Punkt gekennzeichnete Öffnung des Revolvers eingeschraubt werden. Auf diese betreffenden Öffnungen sind die Objektive so untereinander abgestimmt, daß das Objekt nach dem Revolverumschlag von einer Vergrößerung zur anderen immer genau zentrisch und annähernd scharf im Blickfeld bleibt" (S. 7). Dies könnte bedeuten, dass Steindorff seinerzeit die Objektive z.B. mittels Beilagenplättchen oder Nacharbeiten am Gewindeanschlag individuell am Revolver feinabgestimmt hat.
Mit freundlichem Gruß
HG
Hallo Norbert,
ich besitze ein Steindorff mit der Objektivabgleichlänge 45 mm, sodass Objektive z.B. von PZO oder CZG weitgehend parfokal eingesetzt werden können.
Herzliche Grüße,
Florian
Die haben aber 160mm Tubuslänge.
Aller Theorie zum Trotz:
Steindorff-Stativ mit Steindorff- und PZO-Objektiven gemischt zusammen mit PZO-Okularen funktioniert wunderbar parfokal!
Ich besitze seit gestern wieder ein Steindorff-Mikroskop: grünes, schweres Laborgerät mit einschwenkbarer Phakoeinrichtung für ein 40er-Objektiv -- war wohl beim Urologen im Dienst. Mit Schrecken habe ich feststellen müssen, daß die Abgleichlänge bei mir 39 mm beträgt! Bei der Tubuslänge gehe ich mal von 170 aus.
Ich habe das Gerät aus sentimentalen Gründen gekauft, da ich so eines mal vor beinahe 30 Jahren besessen habe. Nach Entharzung und sonstiger Reinigung ist mein Eindruck jetzt: ungeheuer robust aber weder mechanisch noch optisch besonders raffiniert. Ich hab's erstmal meiner Tochter auf den Schreibtisch gestellt.
Würde mich über mehr Informationen über Steindorff-Mikroskope freuen. -- F
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/15305_15948595.jpg)
Hallo,
ich hab auch so ein Steindorff, aber in weißgrau und noch nicht mit dimmbarer Beleuchtung. Die Objektive sind schwarz und es gibt besagte Farbpunkte auf dem Revolver. Die sollen aber vielleicht nur helfen, die Objektive in der "richtigen" Reihenfolge einzuschrauben (ein Linkshänder macht das vielleicht lieber andersrum).
Ich hab jetzt grad das 100er rausgenommen und mit der Schieblehre gemessen: vom Gewindeanschlag bis zur Linse etwas über 40mm (also unter 41!). Eine merkwürdige Abgleichlänge...
Grüße,
Martin
Hallo,
ist das Objektiv auch richtig ausgefahren? Manchmal ist das Öl in de Hüsenführung verharzt und
es klebt irgendwo dazwischen.
Nein,
völlig leichtgängig. Und ich hab auch grad nochmal nachgemessen...
Viele Grüße,
Martin
Hallo,
kommt aber bei "Ebay-Ware" hin und wieder vor, daß es "klemmt" und daß man nachhelfen muß.
Na gut, dann wird es wohl eine weitere Abgleichlänge sein, wo man beim Mischen mit anderen Objektiven aufpassen muß, wenn man umschlägt.
VG
Bernd
Hallo!
Hier die einzige mir bekannte umfangreichere Abhandlung über Steindorff.
http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artdec08/mm-mdc-steindorff.html
Hier noch ein therad mit Anmerkungen zu Steindorff:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=1671.msg8816#msg8816
Obgleich sich zahlreiche Steindorffs in der Bucht befinden, gibt es praktisch keine Informationen mehr über dieses Unternehmen. Erstaunlich!!! Wie ausradiert.....
In der Tat waren Urologen wohl die hauptsächliche Zielgruppe von Steindorff. Auffällig war die vom Design her ausgesprochene Zeitgeistorientierung in den 70ern ( heute würde man sagen: "Geschmacksverirrung" ) mit Stativen in grün ( wie hier geziegt ), aber auch in knalligem orange! Das hat sich nur Steindorff getraut. So schön man nun diese Mikroskpope auch mit Prilblumen-Aufkleber hätte verzieren können - das Langzeitüberleben Steindorffs hat es nicht gesichert.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
und Danke für die beiden tollen Links! Ich glaube, ich werde mein Steindorff nun doch nicht so leicht hergeben, obwohl ich es schon lange nicht mehr benutzt habe (warum eigentlich?)
In der Abbildung 27 der ersten Dokumentation sieht man die Berechnung für ein 45er Objektiv. In der Überschrift wird ein Wert F=4 angegeben. Wie würdet Ihr den für mich Laien "übersetzen"?
Viele Grüße,
Martin
PS: den "Mikrobenjäger" kannte ich schon von einer anderen, deutschen Internetseite und war schon damals schwer beeindruckt von dem Design!
In den USA gibt es eine Firma Steindorff. Weiß jemand, ob die was mit der (ehemaligen) deutschen Firma zu tun hat?
http://www.microscopestore.com/category.aspx?id=148
Hallo!
Diese "Marke" hat ziemlich sicher gar nichts mit "Steindorff Berlin" zu tun. Ich denke mal, daß dort jemand entweder für'n Appel und'n Ei die Namensrechte gekauft hat oder den Namen Steindorff einfach verwendet. Klingt ja so schon "seriös-deutsch".
Ansonsten bin ich fasziniert, wie gut immer wieder manche Formulierungen die Sache auf den Punkt bringen:
Zitatungeheuer robust aber weder mechanisch noch optisch besonders raffiniert
Genau so ist es: Ich emfinde Steinmdorffs immer noch als "Bauerngeräte". "Grobschlächtig", schwer, im Zweifelsfalle auch als Hammererstaz verwendbar. Die kann man problemlos mit in den Kuhstall nehmen, ins Heu stellen und anschließend mit dem Hochruckreiniger bearbeiten - sie funktionieren sicher noch. Aber technische "Rafinesse" oder sensationelle optische Qualität? Null!
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
nicht nur die Firma Steindorff hat die Mikroskopstative orange lackiert, ich erinnere mich an einen Prospekt der Firma Karl Kaps aus Aßlar bei Wetzlar, darin war auch ein orange lackiertes Stativ abgebildet. In natura habe ich ein so knallig lackiertes Stativ aber noch nie gesehen.
Mit freundlichen Mikrogrüßen
Rainer Teubner
Mein Steindorff Mikroskop Nr. 720429 ist wirklich sehr schwer, dafür aber mechanisch robust. Das ist vor allem deshalb recht voteilhaft. weil es ein Trinokular mit Kameraanschluss ist. Den leicht verharzenden Haupttrieb kan man gut öffnen, reinigen und neu fetten, ohne dass Spiel entsteht. Die Objektive plan ff sind eher überdurchschittlich, auffallend gut aber das 20/0.45! Die Bedeutung von ff ist weiter ungeklärt. Weitere Hinweise daher erbeten!
Vielen Dank
N. Derner