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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: reblaus in Oktober 24, 2015, 11:22:57 VORMITTAG

Titel: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: reblaus in Oktober 24, 2015, 11:22:57 VORMITTAG
Hallo -

während meine ursprünglichen lichtgrauen Standards ihre Farbe fast 50 Jahre lang beibehalten haben und auch die den historischen Krankenhausbetten nachempfundene Crème-Lackierung der 25jährigen Axios unverändert blieb, ist die ursprünglich gleichfarbige Kunststoffverkleidung eines 15jährigen Stemi 2000, vor allem an lichtexponierten Stellen zu einem hässlichen Schmutzigdunkelgelb mutiert. Die lackierten Metallteile sind unverändert.

Dieses Phänomen kennen ja auch die Liebhaber anderer Fabrikate - hat da jemand eine Möglichkeit gefunden dies rauszubleichen ohne den Kunststoff zu zerbröseln?

Viele Grüße

Rolf
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: ManK in Oktober 24, 2015, 11:59:39 VORMITTAG
Servus Rolf,
es gibt wohl irgendwelche Verfahren mit Wasserstoffperoxyd und UV-Licht, siehe zB
http://ununseptium.de/2011/08/retr0bright-alte-computer-in-neuem-glanz/
http://www.cbm-museum-wuppertal.de/000001986709fa002/03c1989c420a40902/index.html
selber ausprobiert habe ich aber noch nichts.
https://www.google.de/search?q=kunststoff+bleichen&ie=utf-8&oe=utf-8&gws_rd=cr&ei=11UrVt3OCIf6ywOm_5moAQ
viele Grüße
Manfred

(Edit: Text ergänzt)
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: reblaus in Oktober 24, 2015, 12:50:53 NACHMITTAGS
Hallo Manfred -

danke für die Links - ich dachte mir fast schon, dass man immer noch nichts besseres hat als schlichtes H2O2.

Viele Grüße

Rolf
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: Peter V. in Oktober 24, 2015, 12:51:48 NACHMITTAGS
Lieber Rolf,

das ist wirklich ein Elend mit den vergilbenden Kunststoffen! Vor einiger Zeit gab es hier im Forum einen langen Thread dazu, leider kann ich ihn nicht mehr ausgraben. Dort wurden bereits die von ManK jetzt aufgeführten Links zitiert.
Seinerzeit hatte - wenn ich mich recht erinnere - auch Jorrit einen Versuch an einem vergilbten Teil unternommen, ich kann mich aber nicht mehr erinnern, ob das Ergebnis befriedigend war.
Ich würde vermutlich eher mit dem Gilb leben als die offenbar recht empfindlichen Kunststoffe auch noch dem H2O2 auszusetzen. Wer weiß, was das wieder mit den sensiblen Makromolekülchen macht? Nach meiner Erfahrung ist es nämlich nicht nur der Gilb, der sich ausbreitet, vielmehr werden manche Kunststoffe im Laufe der Jahr auch recht spröde und neigen zur Fraktur bei bereits geringer Beanspruchung.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: the_playstation in Oktober 24, 2015, 13:42:31 NACHMITTAGS
Hallo.
Ja. Ich hatte 2x C64 Gehäuse und 2x C64 Trafos mit H2O2 + Sonnenlicht + Cellophanfolie gebleicht. Hat sehr gut funktioniert. Allerdings im Sommer bei strahlendem Sonnenschein mit mehreren Stunden Bleichzeit. Nur H2O2 bringt nichts.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: webfitting-de in Oktober 24, 2015, 18:58:43 NACHMITTAGS
Ich hatte mal weisse, nagelneue HEWI Handtuchhalter, die jahrelang in ihrer Verpackung lagerten. Als ich die rausgeholt habe, waren die ziemlich gelblich/grün verfärbt. Ich habe sie dann im Sommer wochenlang auf die Terasse gelegt und immer mal umgedreht. Die sind wieder schön weiss geworden.
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: Hugo Halfmann in Oktober 25, 2015, 20:44:36 NACHMITTAGS
Ich würde das Problem vollkommen stumpfsinnig mit einer Sprühbüchse weissen Mattlacks, evtl. zzgl. Grundierung, lösen. Hat jeder Autozubehörhändler.
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: Peter V. in Oktober 25, 2015, 22:29:14 NACHMITTAGS
Hallo Hugo,

Zitat von: Hugo Halfmann in Oktober 25, 2015, 20:44:36 NACHMITTAGS
Ich würde das Problem vollkommen stumpfsinnig mit einer Sprühbüchse weissen Mattlacks, evtl. zzgl. Grundierung, lösen. Hat jeder Autozubehörhändler.

aus der Rubrik: Was Sie dachten, sich aber nicht zu sagen trauten  ;D. Genau DAS ging mir gestern auch durch den Kopf: Warum nicht einfach lackieren? Bei mir würde es zwar vermutlich unschön werden, aber wenn man beispielsweise einen Modellbauer oder sonstigen erfahreren "Sprüher" im Bekanntenkreis hat....
Ich denke, ein Stemi 2000 kann man auch entsprechende leicht für eine solche Aktion abkleben.
Aber so richtig habe ich mich nicht gertraut, diesen eigentlich naheliegenden Vorschlag zu machen.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: the_playstation in Oktober 25, 2015, 22:49:12 NACHMITTAGS
Hallo Peter, hallo Hugo.

Das kommt auf den Kunststoff, die Lackierfähigkeiten bzw das Kleingeld für eine prof. Lackierung und die Nutzung an.
Aus dem Roboterforum weis ich, daß einige ihre Roboter sehr aufwendig und teuer lackieren lassen, da sonst z.B. der Lack vom Plastik abbröselt, unschön verkratzt, ... Ich habe versucht, mein eines Olympus Stemi zu lackieren. Ist wegen dem Lack und dem Plastik in die Hose gegangen.

Lackieren ist daher auch nicht einfach. Zumindest, wenn man ein gutes, dauerhaftes Ergebnis erreichen möchte.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: treinisch in Oktober 25, 2015, 22:56:24 NACHMITTAGS
Hallo Jorrit,

am besten lernt sich ja immer aus den Fehlern anderer :-))

Magst Du nicht erzählen, was genau du für Lack verwendet hast (Polyurethan, Alkyd, Acryl, 1k, 2k), wie du vorgegangen bist (Pinsel, Sprühdose, Airbrush oder Pistole, Primer) und wie das Schadensbild aussieht ?

Das würde mich brennend interessieren und doch in höchstem Maße nützlich sein?

Vlg

Timm
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: jochen53 in Oktober 26, 2015, 08:41:09 VORMITTAG
Hallo,
ich sitze hier gerade im Büro, die PVC-Kabelkanäle an der Decke, die ursprünglich mal "lichtgrau" waren, sind gelbbraun geworden, die Kanten der Büromöbel ebenfalls, die Türen der Schränke haben sogar verschiedene gelbliche Töne angenommen an unserem Kühlschrank hat sich der Griff verfärbt, unser Mikrowellenherd von Miele hat gelbe Schalter, der "Gilb" schlägt unerbittlich in allen Lebensbereichen zu.
Viele gelbe Grüße.
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: treinisch in Oktober 26, 2015, 09:45:05 VORMITTAG
Hallo,

was macht denn genau den Gilb? UV-Licht wird besonders schlimm sein, sind bestimmte Kunststoffe besonders anfällig? Liegt es am Pigment? (Das wird aber doch immer TiO2 sein?)

Ich habe am Wochenende von meinen Eltern Chemikalien aus meiner Grundschulzeit abgeholt, diese typischen Caesar und Lorentz Flaschen: Weißes Plastik und roter Deckel. Absolut wie neu und vermutlich über 30 Jahre alt, schneeweiß, nicht klebrig, alles top (nicht die Chemikalien, der Kunststoff).

vlg
Timm
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: reblaus in Oktober 26, 2015, 10:14:45 VORMITTAG
Hallo Hugo & Peter -

da ich eine gewisse Übung im Sprühlackieren habe, würde ich das mühevolle Abmontieren des Plastikgehäuses unternehmen, aber nur wenn ich genau diesen Crème-Farbton kriegen könnte. Ich habe zwar mal einen "ähnlichen" gefunden mit dem ich z.B. selbstgebaute Kleinteile fürs Axio o.ä. behandle, aber bei großen Flächen ist diese Ähnlichkeit nicht ausreichend.
Bitte jetzt keine Hinweise, dass man sich heutzutage jede Farbe mischen kann - ich will kein Auto lackieren.

Vielen Dank noch für alle Hinweise!

Rolf
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: Hugo Halfmann in Oktober 26, 2015, 10:34:34 VORMITTAG
Hallo Rolf,

zumindest hier in Wuppertal gibt´s einen - zugegebenermaßen recht großen - Zubehörhändler, der auch einzelne Sprühdosen mischt und befüllt. Der gewünschte Farbton wird ganz klassisch mit der Farbtafel ermittelt. Ist zwar teurer wie im Baumarkt aber immer noch deutlich günstiger als der Lackierer, der bei solchen Kleinteilen meist eh keinen Bock auf den Auftrag hat und dann extra teuer wird, damit du schnell wieder gehst.
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: the_playstation in Oktober 26, 2015, 15:14:32 NACHMITTAGS
Hallo Timm.
Ich war ziemlich d........ und blauäugig und hatte den Kunststoff mit Revell-Kunststofffarbe in der Annahme bemalt, daß der Lack ja schließlich für Plastikmodelle wäre (Pinsel). War allerdings nicht sehr kratzfest/abriebfest. Was ich eigentlich sagen will. Ohne Wissen / Erfahrung, welche Grundierung / Lack auf welchem Plastik hält, ... ist die Wahrscheinlichkeit, daß es nichts wird, sehr hoch. Es gibt auch "97" Lackarten. Ist fast eine Wissenschaft.

Ich persönlich habe keine Lust auf "try & error" Tests.

Das bleichen hat dagegen gleich sehr gut funktioniert.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: the_playstation in Oktober 26, 2015, 16:55:17 NACHMITTAGS
Hallo Timm.
Ich finde Gilb ansich gar nicht so schlimm, wenn Er homogen an allen Plastikteilen gleich vorhanden ist und sich das Objekt nur aus Kunstoff befindet.
Leider gilbt aber nur das Plastik und oft verschiedene Plastikteile sehr unterschiedlich. Dadurch wird das Objekt / Gerät zu einem Flickenteppich verschiedener Gilb-Zustände. Das kann ziemlich gemein aussehen.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: JoachimHLD in Oktober 26, 2015, 20:53:09 NACHMITTAGS
Hallo Gilb geplagte,

seid doch froh wenn der Kunstoff nur gelb/braun wird, schlimmer ist es wenn er auch noch oder erst durch das Bleichen spröde wird und bricht so wie eine Kunstoffbox die mir den Samstag verdorben hat weil sie brüchig wie ein Deckglas war.

Viele Grüsse
Joachim
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: the_playstation in Oktober 26, 2015, 21:59:48 NACHMITTAGS
Hallo.
Bei meinen Computern hatte das Bleichen keinen negativen Einfluß auf den Kunststoff. Problematisch ist eher die Demontage der Plastikteile bzw der Schutz des Restes vor dem Wasserstoffperoxid.
Liebe Grüße Jorrit
Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: Peter V. in Oktober 26, 2015, 22:29:34 NACHMITTAGS
Hallo,

Zitat von: the_playstation in Oktober 26, 2015, 16:55:17 NACHMITTAGS
Hallo Timm.
Ich finde Gilb ansich gar nicht so schlimm,

ich finde ihn schon sehr unschön und sehr ärgerlich, wie all diese ehedem schweineteuren Geräte nach nur ein paar Jahren aussehen. Es ist und bleibt einfach so: Die meisten Kunststoffe sind einfach ein "minderwertiges Material". Auch kenne ich fast nur Schaumstoffe, die sich nach einigen Jahren selbst zerlegen - man wundert sich oft sogar, wie schnell das geht! Nicht nur die Innenleben alle Leitz'schen Kistchen sind nach 30 oder 40 jahren dahingeschmolzen, auch das Innenleben eines geschäumten Fotokoffers kann durchaus schon nach weniger als 10 Jahren in den honigartigen Zustand übergehen. Der Kollege Staudingers wusste schon, was er sagte, als er Staudinger riet, sich nicht mit dieser "Schmierenchemie" zu beschäftigen  ;)

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Herzliche Grüße
Peter


Titel: Re: Vergilbender Kunststoff
Beitrag von: the_playstation in Oktober 26, 2015, 22:35:40 NACHMITTAGS
Hallo Peter.
Stimmt. Manche alten Schaumstoffe zerfallen quasi beim Antippen zu Staub. Es gibt aber auch sehr gute Kunststoffe, die sich nicht verändern. Dummerweise weis man das beim Kauf nicht, ob der Kunststoff von guter oder schlechter Qualität ist. Auch der Preis spielt keine Rolle (siehe teure Mikroskope oder Elektronikgeräte).

Liebe Grüße Jorrit.