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Foren => Bestimmungshilfe => Thema gestartet von: Heiko in Dezember 15, 2015, 23:35:21 NACHMITTAGS

Titel: Cleoniceras besairiei
Beitrag von: Heiko in Dezember 15, 2015, 23:35:21 NACHMITTAGS

Hallo Fossilienkenner,

in erster Linie natürlich einfach schön, frage ich mich dennoch, ob das bei diesem Cleoniceras besairiei abweichend mineralisierte Zentrum ein Charakteristikum darstellt?

,,Normal-" und ,,Schwarz-Auflicht" mit dem 3,2er:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/184262_49222740.jpg) (http://www.directupload.net)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/184262_430818.jpg) (http://www.directupload.net)

Viele Grüße,
Heiko
Titel: Re: Cleoniceras besairiei
Beitrag von: Klaus Herrmann in Dezember 16, 2015, 09:57:59 VORMITTAG
Schön lieber Heiko!

Die großen äußeren Kammern sind Luftkammern. Damit hat der Ammonit den Auftrieb reguliert, das machen die Nautilusse heute noch so. Innen ist die Wohnkammer. Die ist fast immer als unordentlicher Steinkern erhalten, dagegen haben die sauberen Luftkammern Platz gelassen für langsames "Drusenwachstum"
Titel: Re: Cleoniceras besairiei
Beitrag von: Heiko in Dezember 16, 2015, 19:49:46 NACHMITTAGS
Danke für die einleuchtende Erklärung, lieber Klaus.

Viele Grüße,
Heiko

Nachtrag zum Stichwort Druse:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/184334_67100588.jpg) (http://www.directupload.net)

Titel: Re: Cleoniceras besairiei
Beitrag von: Alfons Renz in Dezember 16, 2015, 22:58:58 NACHMITTAGS
Lieber Heiko,

So ganz kann ich der Aussage von Klaus nicht zustimmen: Bei den rezenten Nautiloidea lebt das Tier in der letzten, d.h. der äußersten und größten Kammer (=> Wohnkammer), die über einen Kanal (Sipho) mit den kleineren, inneren, luftgefüllten Kammern verbunden ist. Die Ammoniten sind heute ausgestorben, aber es spricht nichts gegen die Vermutung, dass es bei diesen ebenso war.

Die inneren Kammern sieht man auf dem Schnitt nicht. Sie liegen in einer 'höheren' Schnittebene. Es ist sozusagen ein Kalottenschnitt durch die äußeren, dickbauchigeren Windungen. Das vermeintlich 'mineralisierte Zentrum' ist Außenwelt und besteht aus dem einbettenden Sediment.

Im Grunde eine sehr einfache Lösung des Rätsels!

Herzliche Mikro-Grüße,

Alfons
Titel: Re: Cleoniceras besairiei
Beitrag von: Klaus Herrmann in Dezember 16, 2015, 23:06:15 NACHMITTAGS
Lieber Alfons,

ich bekenne, dass ich mich hier tatsächlich mächtig vergaloppiert habe. Bei den Ammoniten ist es natürlich genau so gewesen, wie bei den Nautiloidea heute. Und deine Erklärung der Schnittlage stimmt natürlich exakt. Ich habe in meiner Sammlung auch Belege dafür.

Wenn im Schwarm nur einer intelligent ist, reicht es ja! :)

Edit: und hier auch noch ein Filmchen, in dem es einfach aber gut erklärt wird: https://www.youtube.com/watch?v=1oqeDejDK-k

Das einzige was gestimmt hat war das Thema Luftkammern, die als leere Hohlräume dienten für die Calcitkristalle. Über den Siphon kann wässrige Lösung eindringen, aber kein Schlamm, deshalb sind die Kristalle auch so sauber.
Titel: Re: Cleoniceras besairiei
Beitrag von: Heiko in Dezember 17, 2015, 22:51:53 NACHMITTAGS
Lieber Alfons, lieber Klaus,

recht herzlichen Dank für die erklärenden Worte und bewegten Bilder.

Viele Grüße,
Heiko