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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: A. Büschlen in Januar 11, 2016, 09:58:40 VORMITTAG

Titel: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: A. Büschlen in Januar 11, 2016, 09:58:40 VORMITTAG
Hallo,
hier stelle ich ein Steromikroskop M3C aus dem Hause Wild Heerbrugg ausgerüstet mit dem Kombistereo vor.

In der Grundausrüstung steht hier auf einem Durchlichtsockel ein Wild M3C mit den festen Vergrösserungen 6,4x, 10x, 16x, 25x und 40x mit den Weitwinkel-Brillenträgerokularen 10x/21B verzeichnungsfrei. Der Arbeitsabstand beträgt 89mm.

Für hohe Vergrösserungen können an diesem Gerät  Mikroskopobjektive eingesetzt werden. Empfohlen wurden z.B. Leitz NPL 10x /0,20 mit einem Arbeitsabstand von 17mm und Plan L25x/0,40 mit einem Arbeitsabstand von 11mm. Auch hier ist das Bild aufrecht und seitenrichtig.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/186184_16142635.jpg) (http://s938.photobucket.com/user/erwinbue/media/Wild%20Heerbrugg/Wild%20M3C%20Kombistereo%20_zpsxe57nhv6.jpg.html)

Siehe dazu auch:

https://www.atecorp.com/ATECorp/media/pdfs/data-sheets/Wild-Heerbrugg-M3-Series_Datasheet.pdf

Gruss Arnold Büschlen
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: Rawfoto in Januar 11, 2016, 10:34:58 VORMITTAG
Danke Arnold

Genau dieses Gerät habe ich gemeint - spannend was Wild so gebaut hat ...

Liebe Grüße

Gerhard
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: wilfried48 in Januar 11, 2016, 13:14:45 NACHMITTAGS
Hallo Arnold,

vielen Dank für die Info, das ist eine interessante Konstruktion !
Wie wird das mit der CVD Kompensation bei den Leitzobjektiven gelöst ? Muss mann dann Leitz Kompensokulare
benutzen ?
Bleibt die Zoomfunktion über den vollen Bereich ohne Einbussen erhalten ?
Könntest du mal ein Demobild von einem geeigneten Objekt einstellen ?

vielen Dank und viele Grüsse
Wilfried
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: A. Büschlen in Januar 11, 2016, 13:38:35 NACHMITTAGS
Hallo Wilfried,

danke für dein Interesse!

- CVD Kompensation?
Ich kann diese Frage nicht abschliessend beantworten. Aber im firmeneigenen Papier ist die Kombination: Wild-Heerbrugg Weitwinkelobjektive 10x21B verzerrungsfrei mit Leitz NPL oder PlanL Objektiven vorgeschlagen.

- Zoomfunktion?
Das Wild M3C hat kein Zoom sondern 5 feste Vergrösserungen. Das Mikroskopobjektiv kann mit allen 5 Vergrösserungen genutzt werden.

Was schlägst du für ein geeignetes Objekt vor?

Gruss Arnold


Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: wilfried48 in Januar 11, 2016, 14:21:42 NACHMITTAGS
Hallo Arnold,

am geeignetsten wäre natürlich ein Objektmikrometer im Durchlicht.
Aber ein guter planer Pflanzenschnitt würde auch schon einen Eindruck vermitteln.
Ich finde die Idee genial, vor allem die Ausführung bei der man zwischen den beiden Objektiven hin- und herschieben kann. Hat man eine Chance so etwas noch irgendwo in realen Zeiträumen zu erwerben ?

viele Grüsse
Wilfried
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: Klaus Herrmann in Januar 11, 2016, 15:21:51 NACHMITTAGS
Hallo Wilfried,
Zitat
Hat man eine Chance so etwas noch irgendwo in realen Zeiträumen zu erwerben ?

Müsste ich nachfragen, aber durchaus möglich, dann aber das Z also Zoom.
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: wilfried48 in Januar 11, 2016, 20:22:42 NACHMITTAGS
Hallo,

ich habe gerade entdeckt, dass die Firma Askania die Idee Kombistereomikroskop wiederbelebt hat:

http://www.askania.de/data/images/stories/neuheiten/kombi%20stereo%20dt.pdf

viele Grüsse
Wilfried
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: Stuessi in Januar 11, 2016, 21:42:16 NACHMITTAGS
Hallo,

so sieht das Bild eines Objektmikrometers an meinem Wild Stereomikroskop M7 mit Mikroskopobjektiv aus:
Beleuchtung immer durch Mattscheibe!
Die Ausschnitte sind gegenüber dem Gesamtbild (Bildbreite 900 Pixel) 6,7 mal vergrößert, da die Bilder mit einem APS-C Sensor mit 6000 Pixel Breite gemacht wurden.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/186208_55003974.jpg) (http://s618.photobucket.com/user/Stuessi/media/Stereomikroskopie/b900-NPL20-06%20Kopie_zpstflwsgij.jpg.html)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/186208_59259763.jpg) (http://s618.photobucket.com/user/Stuessi/media/Stereomikroskopie/b900-NPL20-10_zpshilqggss.jpg.html)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/186208_49443651.jpg) (http://s618.photobucket.com/user/Stuessi/media/Stereomikroskopie/b900-NPL20-31_zpsydpfc7ta.jpg.html)


und zum Vergleich das Objektiv am Mikroskop:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/186208_10371813.jpg) (http://s618.photobucket.com/user/Stuessi/media/Stereomikroskopie/b900-DSC02196%20Kopie_zpsq3nvjim7.jpg.html)

und der Blick durch das M7S mit 2x Vorsatzobjektiv bei Einstellung 3,1 -also 62-fache Vergrößerung-.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/186208_64078412.jpg) (http://s618.photobucket.com/user/Stuessi/media/Stereomikroskopie/b900-DSC02194_2%20Kopie_zpsvewdbpo9.jpg.html)

und

Gruß,
Rolf
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: wilfried48 in Januar 12, 2016, 14:40:32 NACHMITTAGS
Hallo Rolf,

das sieht im Vergleich zum Mikroskop bei einem  20er Objektiv ja nicht sehr gut aus.

Ich nehme an die Kamera war am Mikroskop über ein passendes kompensierendes Okular adaptiert.

Aber wie war die Kamera am Stemi adaptiert (grosse CVD) und warum gibt es die Vignettierung am Stemi ?

viele Grüsse
Wilfried
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: A. Büschlen in Januar 12, 2016, 15:02:47 NACHMITTAGS
Hallo Rolf,

zu den Fragen von Wilfried habe ich auch noch Eine:

- Wie wurde das Mikroskopobjektiv am Wild M7S montiert?

Wilfried, ich kann zur Stunde noch keine Bilder die am M3C Mikrostereo gemacht wurden, zeigen. Aber das kommt noch.

Gruss Arnold
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: Stuessi in Januar 12, 2016, 17:46:09 NACHMITTAGS
Hallo Wilfried und Arnold,

ich habe bei einem M7 das Objektiv ausgebaut und vor eins der Zoomfernrohre ein 25mm Gewinde geklebt.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/186248_39191298.jpg) (http://s618.photobucket.com/user/Stuessi/media/Stereomikroskopie/b900-DSC02209_zpsz22qhcxa.jpg.html)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/186248_18777961.jpg) (http://s618.photobucket.com/user/Stuessi/media/Stereomikroskopie/b900-DSC02210_zpsii2choid.jpg.html)

Leider ist die Eintrittspupille bei der Einstellung 0,6 sehr klein und weit hinten. Daher wohl die Vignette.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/186248_39701898.jpg) (http://s618.photobucket.com/user/Stuessi/media/Stereomikroskopie/b900-DSC02214_zpsaoi39les.jpg.html)

Besser ist es bei der Einstellung 3,0


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/186248_41754982.jpg) (http://s618.photobucket.com/user/Stuessi/media/Stereomikroskopie/b900-DSC02213_zpsbrb24thn.jpg.html)

Vermutlich sind in den Kombistero Vorsätzen von Wild und Ascania Linsensysteme eingebaut, die ein volles Gesichtsfeld bei allen Zoomeinstellungen ermöglichen.

Bei der Aufnahme durchs Mikroskop hatte ich im Fotoadapter ein Periplan 8x Brille.

Viele Grüße,
Rolf
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: Jürgen Boschert in Januar 12, 2016, 17:57:46 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

schon lange hatte ich vor, mal diesen Konstrukt -ich kannte den von Wild schon aus den entsprechenden Druckschriften- mit Zeiss Jena Unendlich-Objektiven der CF 250er Serie am SV 8 zu testen; die müssten doch eigentlich besonders geeignet sein, weil eben -wie das Stemi auch auf Unendlich gerechnet und vollständig auskorrigiert. Allerdings wäre das momentan für mich recht aufwändig, da ja entsprechende Umbauten / Adaptierungen erforderlich sind. Zumindestens an dem Askania scheinen da auch ähnlich aussehende Obejktive zu hängen.

Gruß !

JB
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: A. Büschlen in Januar 18, 2016, 11:12:33 VORMITTAG
Hallo

ich zeige hier nun ein Bild das ich am Wild M3C Kombistereo gemacht habe.

- Okular: Wild Heerbrugg 10x21 Brille
- Vergrösserungswahl am Stemi: 40x
- Mikroskopobjektiv: Leitz 10x0,18C
Kamera: Nikon Coolpix 990 am Okular angeschraubt

Kamra auf unendlich eingestellt (Landschaft) grösstmöglicher Weitwinkel gewählt

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/186621_2969222.jpg) (http://s938.photobucket.com/user/erwinbue/media/Wild%20Heerbrugg/Wild%20M3C%20Test%20Bild%20_zpscm9lyuix.jpg.html)

Gruss Arnold
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: Rawfoto in Januar 18, 2016, 13:17:34 NACHMITTAGS
HAllo Arnold

Für die schnelle Vermessung eine super Sache, spannend ...

Danke & liebe Grüße

Gerhard
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: A. Büschlen in November 15, 2021, 13:42:49 NACHMITTAGS
Hallo,

ich möchte diesen Beitrag zum Kombistereo aus dem Hause Wild Heerbrugg ergänzen.

Dieses unten gezeigte Stativ ist wie folgt ausgerüstet:

- Durchlichtsockel MDG 17 mit eingebautem Trafo für die Durchlichtbeleuchtung 6V / 20Watt und ist mit 2 Ausgängen 6V / 20Watt für 2 Auflichtbeleuchtungen versehen.
- Stativsäule die horizonal um einige Grad drehbar ist. Dies ermöglicht ein punktgenauer Einschub vom Mikroskopobjektiv .
- Optikkörper Wild Herrbrugg M3Z mit dem stufenlosen Zoom; als Mikroskopobjektiv kommt hier auf dem Bild ein Leitz NPL Fluotar 10x/0,22 für unendlich zum Einsatz. Das Mikroskopobjektiv kann   
  zum Stereomikroskop abgeglichen werden. Das Bild ist Aufrecht und Seitenrichtig.
- Trinokularer Foto- und Videotubus mit tiefer Okularlage, eingebauter Iris, einschaltbare Blende um Fremdlicht durch die Okulare zu vermeiden.
- Im Fototubus ist am Leica C-Mount Adapter 0,63x eine Leica Mikroskopkamera DFC 280.

Arnold Büschlen

Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: Dünnschliffbohrer in November 15, 2021, 21:49:42 NACHMITTAGS
Ich habe mich schon immer gefragt, ob das Kombistereo nicht etwas für Pathologen wäre - gerade auch im Schnellschnittlabor. Mit dem Stemi schnell einen Überblick über das Präparat bekommen, wobei die höhere Tiefenschärfe des Stemi bei der höheren Schichtdicke der Schnellschnitte vielleicht von Vorteil wäre? Und sobald etwas Verdächtiges beobachtet wird zur Kontrolle mal schnell das Mikroskopobjektiv einschalten. Und nur in Zweifelsfällen mit dem Dünnschnitt unter das daneben stehende normale Mikroskop?
Meist arbeiten die Pathologen ja ohnehin im niedrigen Vergrößerungsbereich, der bereits durch das einfache  Stemi abgedeckt wird (d.h. kleiner oder gleich 100X).
Wahrscheinlich gibt es irgendwo einen Fallstrick, oder kennen die das Kombistemi einfach nicht? Vielleicht möchte einer der Pathologen hier im Forum etwas dazu schreiben?
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: Jürgen Boschert in November 15, 2021, 22:23:29 NACHMITTAGS
Hallo,

ich denke, die modernen Stereomikroskope decken diesen Bereich vollumfänglich in exzellenter Abbildungsqualität ab, die Pathologen haben das bloß noch nicht entdeckt. (?) ;D
Insofern könnte ich mir vorstellen, dass sich im professionellen Bereich das Konzept des Kombi-Stereo ein Stück weit überlebt hat.
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: Florian Stellmacher in November 16, 2021, 01:15:28 VORMITTAG
Hallo!

1. Pathologen kennen das Kombistereo nicht.

2. Pathologen könnten damit auch nichts anfangen.

Es ist zwar richtig, dass sich die Histopathologie bezogen auf die Zeit der mikroskopischen Untersuchung überwiegend  in geringeren Vergrößerungen abspielt, d.h. aber nicht, dass eine 200 oder 400fache Vergrößerung nicht notwendig wäre. Intraoperative Schnellschnitte, die am Gefriermikrotom geschnitten und schnell HE gefärbt werden, stellen prinzipiell keine anderen Anforderungen an das Mikroskop, sehr wohl aber an den Mikroskopiker. Die Schniiqualität erreicht nämlich methodisch geschuldet nicht die des Paraffinschnitts, insbesondere bei fettigem Gewebe. Typische Artefakte muss man kennen. Warum sollte man gerade in dieser Situation auf ein Mikroskop zurückgreifen, das trotz für ein Stemi guter Qualität letztlich eine geringere Auflösung und auch Vergrößerung bietet? Das Ding hat nicht mal einen Kondensor und bei 100x ist Schluß. Damit kann man wohl in einer Petrischale Protisten angucken, aber für die Diagnostik ist das nicht geeignet. Übrigens liegt bei Pathologen die niedrigste Vergrößerung meist bei 20 oder 25fach, ich habe sogar 12,5fach. Dafür braucht man heute kein zweites Mikroskop.

Herzliche Grüße,
Florian
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: A. Büschlen in November 16, 2021, 07:35:03 VORMITTAG
Hallo,

Florian schreibt:
ZitatDas Ding hat nicht mal einen Kondensor und bei 100x ist Schluß. Damit kann man wohl in einer Petrischale Protisten angucken,

Tatsächlich ist es so, dass dieses Ding nicht in erster Linie für Phatologen und Protisten gemacht wurde.

Für anspruchsvolle Anwendungen im Auflicht bietet der Hersteller koaxiale Beleuchtungseinrichtungen an.

Für anspruchsvolle Anwendungen im Durchlicht verfügt dieses oben gezeigte Stativ im Durchlichtsockel einschwenkbare Linsen. Diese ermöglichen eine Beleuchtung wie sie mit Kondensoren niedriger Apertur erreicht werden.

Gruss Arnold
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: anne in November 16, 2021, 12:09:27 NACHMITTAGS
Lieber Arnold,
das war lange Zeit mein Wunschmikroskop für das Aussuchen von Diatomeen und evtl. das Legen.
Das würde ich z.B. für ein gute Anwendung für dieses tolle Mikroskop halten.
lg
anne
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: Florian Stellmacher in November 16, 2021, 18:53:18 NACHMITTAGS
Hallo,

inzwischen habe ich die Werbeschrift zum Wild Kombistereo aus dem Jahre 1991 herausgesucht ("Der Arbeitsplatz mit vielfachem Nutzen").

Hier steht: "Das KOMBISTEREO" ist ein neuer Instrumententyp, der die Vorteile eines Stereomikroskopes mit den Möglichkeiten mikroskopischer Detailuntersuchungen kombiniert. Eins Wechselschlitten mit einem Steromikroskop-Objektiv und einem Mikroskop-Objektiv erlaubt, Objekte dreidimensional in der Übersicht zu beurteilen und dann Details sofort bis zu 600facher Vergrößerung bei hoher Auflösung zu analysieren. So können viele Aufgaben, für die bisher ein Stereomikroskop und ein Mikroskop notwendig waren, zeitsparend und kostengünstig an einem einzigen Instrument ohne Wechsel des Arbeitsplatzes gelöst werden."

Als Anwendungsbeispiel werden im Auflicht die Materialprüfung, z.B. zum Auffinden von Rissen in der Mikroelektronik, und die Metallographie genannt. Als Durchlichtanwendung wird die Untersuchung von Bakterienkolonien auf einem Närhboden gezeigt. Letzteres dürfte diagnostisch keinen wirklichen Mehrwert bringen. Ich könnte mir vorstellen, dass man vielleicht in der Forschung z.B. an Pilzen, ggf. weiterführende Erkenntnisse bekommen könnte. An Anne, deren Begeisterung für das Instrument ich bei Ihrer Anwendung gut nachvollziehen kann, hat hier keiner gedacht (und an Pathologen erst recht keiner...).

Hier die optischen Daten:
(https://i.ibb.co/9tKSQv6/Optische-Daten-Wild-Kombistereo.jpg) (https://ibb.co/0t4vHXT)

Letztlich muss man wohl sagen, dass sich das Kombistereo in der Mikroelektronik keinen Markt erobern konnte, und auch in der Mikrobiologie konnte es keinen Fuß fassen. Das heißt natürlich nicht, dass es für besondere Aufgaben, vor allem dort, wo es um zerstörungsfreie Untersuchungen bei hoher Auflösung geht, kein wertvolles Arbeitsinstrument wäre. Mir fallen spontan z.B. Untersuchungen an Fossilien oder Gemälden ein. Und ich würde es tatsächlich auch am Wassertropfen einsetzten.

Herzliche Grüße,
Florian
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: Florian Stellmacher in November 16, 2021, 19:21:40 NACHMITTAGS
Jetzt habe ich sogar noch einen neueren Katalog gefunden, in dem das Kombistereo schon unter "Leica" firmiert.

Hier wird ein umfangreiches modulares System mit diversen Ausbaustufen des Stativs und der Optik beschrieben - gleichwohl schweigt sich die Broschüre zum Anwendungsgebiet nun vollkommen aus.
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: Dünnschliffbohrer in November 19, 2021, 19:37:01 NACHMITTAGS
Hallo Florian,

1) bei meiner Frage ging ich selbstverständlich davon aus - ohne es ausdrücklich zu erwähnen - dass das Mikroskop mit dem im ersten Beitrag auch so abgebildeten Durchlichtfuß mit der Kollektorleuchte ausgestattet ist. Von der schreibt Wild in der Broschüre über Mikrofotografie ja, dass dadurch die Auflösung im Durchlicht wesentlich erhöht wird. Ich bezweifle, dass das normale Durchlichtmikroskop im entsprechend niedrigen Vergrößerungsbereich gegenüber einem so ausgestattetem Stemi eine signifikant bessere Auflösung hat, auch wenn es immer bestritten wird. Da ich diesen Durchlichtfuß für mein M3 aber nicht selbst habe, kann ich es nicht selbst vergleichen und nur vermuten.

2) Bei meinen vergleichsweise alten Mikroskopen muss ich für diesen niedrigen Vergrößerungsbereich jedenfalls den gewöhnlichen Kondensor gegen einen Brillenglaskondensor tauschen. Das stelle ich mir im Routinebetrieb sehr mühsam und aufwändig vor.  Aber da ich das nur als Hobby mache, kann ich mich da ja auch täuschen. Mag sein, dass es bei deinen Arbeitsgeräten nicht mehr nötig ist (ich weiss leider auch nicht, was es mit den immer wieder angebotenen "Pathologenkondensoren" auf sich hat, bzw. worin sie sich von gewöhnlichen Kondensoren unterscheiden). Und dass man auf höhere Vergrößerungen der Pathologie verzichten könnte, und nicht ein zusätzliches normales Mikroskop bereit halten bräuchte, habe ich ja nun wirklich nicht geschrieben.

Prinzipiell schätze ich immer den Mehrwert der dreidimensionalen Abbildung, auch wenn immer gesagt wird, dass der erfahrene Anwender ihrer nicht bedarf. Ich komme halt von der Stereomikroskopie her, und die Durchlichtmikroskopie war für mich immer zweitrangig.
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: Florian Stellmacher in November 19, 2021, 20:16:51 NACHMITTAGS
Moin Dünnschliffborher,

moderne Kondensoren leuchten, wie ich oben schrieb, auch noch Objektive mit einer Vergrößerung von 1,25 ohne Vignettierung aus. Ein Wechsel des Kondensors ist nicht mehr erforderlich. Hier kommen teilweise auch Mattgläser zum Einsatz.

Die histologischen Schnitte sind nur wenige Mikrometer, im Idealfall nur einen Mikrometer dick. Es wäre falsch zu sagen, dass hierbei die dritte Dimension gar nicht stattfindet, eine räumliche Darstellung ist an diesen Präparaten aber nicht möglich und auch nicht erforderlich. Es wird lediglich in der Fokusebene etwas hin und her veriiert. Und es werden auch in der Pathologie Vergrößerungen bis 400x trocken benötigt, manchmal wird auch geölt, dann gerne mit 63x Fluoritsystemen oder Apochromaten. Dies ist z.B. für den Nachweis von Mykobykterien in der Ziehl-Neelsen-Färbung mitunter erforderlich. Pathologen arbeiten also durchaus auch mit hohen Vergrößerungen, diese nehmen an der gesamten für die Untersuchung erforderlichen Zeit aber nur einen geringen Anteil ein.

Viele Grüße,
Florian
Titel: Re: Wild M3C Kombistereo
Beitrag von: Stuessi in September 02, 2022, 09:55:41 VORMITTAG
Zitat von: Florian Stellmacher in November 16, 2021, 18:53:18 NACHMITTAGS
... Werbeschrift zum Wild Kombistereo aus dem Jahre 1991 herausgesucht ("Der Arbeitsplatz mit vielfachem Nutzen"). ...

Hallo Florian,

danke für die gezeigte Tabelle zum Kombistereo.
Sie zeigt, dass ein Einsatz unter 16x Einstellung wegen Vignette (Schlüsselloch Effekt) nicht sinnvoll ist.
Leider stimmen aber die Werte zum Gesichtsfelddurchmesser nicht bei jeder Einstellung.

Vergrößerungseinstellung 16x:
Mit dem NPl 10x/0,20 erreiche ich nur 1,8 mm statt 3,3 mm und mit dem Plan L 25x/0,40 nur 0,7 mm statt der 1,3 mm.

25x Einstellung:
Mit dem NPl 10x/0,20 erreiche ich nur 1,9 mm statt 2,1 mm und mit dem Plan L 25x/0,40 nur 0,7 mm statt der 0,8 mm.

40x Einstellung:
Die angegebenen Werte stimmen!

Bei Einstellungen ab 25x kann ich das Kombistereo als Stereo Mikroskop und als Makroskop verwenden. Immer kann ich mit beiden Augen die Objekte seitenrichtig betrachten.

Viele Grüße,
Rolf