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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: Heiko in Februar 05, 2016, 21:31:54 NACHMITTAGS

Titel: Dimorphie des Kaliumnitrats
Beitrag von: Heiko in Februar 05, 2016, 21:31:54 NACHMITTAGS

Hallo Kristallfreunde,

Kaliumnitrat ist bei Zimmertemperatur rhombisch. Aus der Lösung erhaltene Nadeln ergeben kein Achsenbild, mit einer erstarrten Schmelze hingegen klappt das wunderbar. Die zweiachsigen Kristalle lassen den geringen Achsenwinkel noch gut erkennen:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/187900_21528232.jpg) (http://www.directupload.net)

Bei Temperaturen über 128°C liegt die trigonale Modifikation vor. Da auch aus wässriger Lösung zunächst diese Form kristallisiert, ist die Betrachtung der Rautenformen leicht möglich, so lange Erschütterungen vermieden werden:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/187900_29246383.jpg) (http://www.directupload.net)

Haar in der Suppe respektive Lösung ist der nicht sichtbare Achsenaustritt der einachsigen Kristalle:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/187900_41018836.jpg) (http://www.directupload.net)

Die Umwandlung in die stabilere rhombische Modifikation erfolgt bei warm gesättigten Lösungen quasi spontan, sonst bei mechanischer Einwirkung. Im Video sind beide Morphen zu sehen. Aus dem Hintergrund wächst eine rhombische Nadel auf die trigonale Rauten-Kette zu, bis ... View My Video (http://de.tinypic.com/r/wqyhzs/9)

Viele Grüße,
Heiko
Titel: Re: Dimorphie des Kaliumnitrats
Beitrag von: olaf.med in Februar 05, 2016, 22:04:08 NACHMITTAGS
Lieber Heiko,

absolut toll, vor allem das Video, Respekt!!!

Bei der trigonalen Modifikation wird es nicht einfach sein ein Achsenbild ohne Orientierungshilfe in Form eines Spindeltischs zu sehen. Die Rhomboeder müssen nämlich auf der Spitze stehen, und das machen sie nicht freiwillig.

Herzliche Grüße und Danke für den schönen Beitrag,

Olaf
Titel: Re: Dimorphie des Kaliumnitrats
Beitrag von: Heiko in Februar 05, 2016, 23:33:11 NACHMITTAGS
Danke, lieber Olaf,

und gleich eine Frage: im Schmelzpräparat zeigen fast alle Kristallfelder die Schnittlage senkrecht zu den Achsen – wie erklärt sich das?

Viele Grüße,
Heiko
Titel: Re: Dimorphie des Kaliumnitrats
Beitrag von: olaf.med in Februar 06, 2016, 09:26:07 VORMITTAG
Lieber Heiko,

da kann man nur Vermutungen anstellen. Offensichtlich sind die ersten Keime mit der c-Achse parallel - edit: natürlich senkrecht! - zum Objekträger orientiert. Isolierte Kristalle legen sich aber natürlich immer mit einer Rhomboederfläche auf die Unterlage.

Herzliche Grüße,

Olaf
Titel: Re: Dimorphie des Kaliumnitrats
Beitrag von: hinrich husemann in Februar 06, 2016, 13:43:52 NACHMITTAGS
Hallo Salpeter-Fans,
auch aus meiner Kiste ein paar Achsenbilder von KNO3 ( weisses Licht und monochromat. grün - s.w.),  und im Vergleich dazu  NaNO3 (auch grün, s.w.). Letzteres ist ja einachsig. Alles Kristalle aus der Vorratsflasche.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/187951_2119550.jpg) (http://s641.photobucket.com/user/clapeyron/media/Bild0359.jpg.html)  (https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/187951_28270898.jpg) (http://s641.photobucket.com/user/clapeyron/media/Bild0358.jpg.html) (https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/187951_64230888.jpg) (http://s641.photobucket.com/user/clapeyron/media/Bild0369.jpg.html)
Konoskopische Mikrogrüße
H. Husemann
Titel: Re: Dimorphie des Kaliumnitrats
Beitrag von: Heiko in Februar 06, 2016, 23:34:46 NACHMITTAGS
Hallo Herr Husemann, lieber Olaf,

die Salpeter-Flasche hatte ich vor einiger Zeit auch probiert – schwierig, einen Treffer zu landen.
Bei der Durchmusterung dieser Schmelze hingegen kann ich lediglich für die drei gekennzeichneten Kristalle den Achsenaustritt mit Sicherheit ausschließen:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/187994_23048216.jpg) (http://www.directupload.net)


Lieber Olaf,
eine Rückversicherungsfrage des Amateurs: wir schauen also auf die in der folgenden Abbildung markierte Kopffläche?

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/187994_30536779.jpg) (http://www.directupload.net)

Viele Grüße,
Heiko