Hallo,
zum heutigen Mikroskopiker-Treffen nach Darmstadt habe ich eine Probe Mainwasser mitgebracht. Die Probe ist mit einem Planktonnetz mit 60 Mikrometer Maschenweite gefischt. Da der Main zur Zeit einen leicht erhöhten Wasserstand hat, findet sich in der Probe jede Menge mineralisches Feinmaterial.
Ein paar Schalenamöben waren auch zu sehen.
Die Amöbe hat eine Länge von ca. 80 Mikrometer, photographiert wurde mit den GF-PlanAchromat 40/0,65 am Jenaval. Die Aufnahme stellt einen Stapel aus 70 Einzelaufnahmen dar, gestapelt wurde mit picolay. Der Rest der Bildbearbeitung (Beschneiden, skalieren, Kontrastspreizung, entsättigen, unscharf maskieren und Hintergrund putzen) wurde mit gimp vorgenommen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/187910_49479335.jpg)
Viel Spaß beim Ansehen!
Rainer
Lieber Rainer,
schönes Bild, diese Amöben sind garnicht so einfach sauber abzulichten.
lg
anne
Guten Tag, Rainer,
und Du bist Dir ganz sicher, dass es sich nicht um einen Lampion zum Chinesischen Neujahrsfest handelt?? (Duck und weg ....)
Im Ernst, gut abgelichtet das "Ding". Sieht aus wie der Helm einer Gitterwanze, nur natürlich viiiiiiel kleiner
Mit besten Grüßen
Volker
Hallo Reiner.
Ein sehr sauberes Bild. Meine waren bisher immer ziemlich dreckig. Wie hast Du Sie vorbereitet,gereinigt, ...? Oder nachträglich digital geputzt?
Liebe Grüße Jorrit.
Hallo,
die Schalenamöben in der Planktonprobe waren fast alle so freundlich, sich von dem überreichlich vorhandenen Detritus fernzuhalten. Das war schon auffällig, die lebenden Diatomeen in der Probe bewegten sich dagegen immer vorwiegend im "Dickicht" und waren nicht so einfach zu photographieren, geschweige denn zu stapeln.
Etwas geputzt ist das Bild natürlich auch, aber die Oberfäche der Schalenamöbe war schon so sauber. Die Bilder von Schalenamöben mit verschmutzter Schale sind nicht so gut.
Viele Grüße
Rainer
Hallo Rainer und Jorrit,
es ist sicher ein Unterschied, ob man die Schalenamäben aus dem Bodenschlamm oder aus Algenmatten fischt (wo sie zu Hause sind) oder aus dem Plankton eines gut aufgewirbelten Flusses, wo sie sich nicht freiwillig befinden. Bei der Planktonvariante sind sie ja schon schön durchgespült ;D
Beste Grüße
Gerd
Hallo Rainer,
mich tät zum Vergleich ein total UNbearbeitetes Foto aus der Mitte des Stapels / ( der dicksten Stelle der Amöbe) und aus dem obersten Drittel interessieren.
Winfried
Hallo Winfried,
hier nun das möglichst unbearbeitetes Bild der Schalenamöbe:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/187968_4708819.jpg)[/URL]
Einige Bearbeitungsschritte mußte ich vornehmen: Beschneiden und skalieren, sonst hätt das Bild nicht ins Forum gepaßt.
Viele Grüße
Rainer
Hallo Rainer,
jetzt habe ich eine Idee, was mit Stacken und "Klarspülen" rauszuholen ist.
Danke, Winfried
Hallo,
hier eine weitere Schalenamöbe, vermutlich eine Difflugia-Art, aus der Planktonprobe des Mains:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/187981_7968723.jpg)
Phototechnik und Bildbearbeitung wie vorstehend beschrieben.
Links oben auf dem Bild entweder ein Bruchstück einer Trachee eines Insekts oder eine Trachee einer Pflanze. Da in der Probe viele Stücke von Insekten herumschwimmen, tendiere ich eher zur Trachee eines Insekts.
Viele Grüße
Rainer
Hallo Rainer,
eine Nebela dentistoma.
Sphagnum
Hallo Sphagnum,
vielen Dank für die Bestimmung.
Viele Grüße
Rainer
Hallo Rainer,
Ich halte beide abgebildeten Arten für Difflugia-Arten auf Grund der ausgepägten Struktur der Schale. Bei der ersten spricht der gewellte Pseudostomrand und bei der zweiten der zusätzliche Enddorn gegen Argynnia dentistoma (wie sie heute heißt). Es gib zwei oder drei Difflugia-Arten, die häufiger im Plankton-Porben auftauchen.
Auf der Webseite von Ferry findest Du weitere Abbildungen und Bestimmungsschlüssel, hier der Link zu A. dentistoma: http://www.arcella.nl/argynnia-dentistoma
Viele Grüße
Martin
Servus,
auch ich denke, dass es sich in beiden Fällen um Difflugia-Arten handelt, bei Nr. 2 evtl. um D. elegans, falls das Schwänzchen zur Schale gehört. Argynnia dentistoma sieht völlig anders aus.
Herzliche Grüße
Angie
Hallo Angie,
stelle eine Nebela ( Argynnia) dentistoma mit einem Bild oder einer Zeichnung einmal vor. Wie schaut sie nach Deiner Meinung aus ? Was spricht gegen eine N.dentistoma? Auf welche Bestimmungsmerkmale kommt es an ? Dimensionen?. Auf welche Difflugia Art schließt Du? Für Deine Bemühungen vielen Dank.
Sphagnum
Hallo Martin,
auf Nebela dentistoma bezieht sich natürlich nur das 1. Bild ("ohne Schwanz")
Sphagnum
Hallo Sphagnum,
bei der ersten Schalenamöbe müsste man das Pseudostom besser erkennen. Hier ein uraltes Foto einer Argynnia dentistoma:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/188863_9559870.jpg) (https://pl.vc/1i8o1)
Bisher habe ich diese Art nur in Übergangs- und Hochmooren gefunden. Dass es sie auch im Main gibt, halte ich für äußerst unwahrscheinlich.
Herzliche Grüße
Angie
Hallo Angie.
Vieleicht wurde die Amöbe in den Main gespült. In der Elbe schwimmt auch alles mögliche Eingespülte.
Liebe Grüße Jorrit.
Hallo,
vielen Dank für eure Bestimmungen, ich besitze nur eine ältere Auflage des "Wassertropfens", da bin ich für jede Hilfe dankbar.
Ich halte es auch für sehr wahrscheinlich, daß sich zur Zeit in dem etwas Hochwasser führenden Main allerhand Schwemmmaterial findet, das eigentlich nicht dahin gehört. Ich werde auf jeden Fall nochmal eine Probe entnehmen, wenn sich der Wasserstand wieder normalisiert haben wird und auch weniger Schlammteilchen im Wasser suspendiert sind.
Die Probe von Anfang Februar ist noch voller Leben:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/188890_11638280.jpg)
Viele Grüße
Rainer
ps. Woran erkennt man eigentlich, daß eine Schalenamöbe noch lebendig ist?
Guten Abend, Rainer!
Ganz einfach indem sie ihre Pseudopodien hervorstreckt; ist das Gehäuse durchsichtig, siehst Du die Amöbe sogar!
Gute Nacht
Heinrich
Hallo Rainer.
Das sieht dann z.B. so aus:
https://www.youtube.com/watch?v=ju6DwYTJpt8
Liebe Grüße Jorrit.
Hallo Jorrit,
vielen Dank für den Link zum Video.
Jetzt hab ich nur den schwarzen Verdacht, daß die Schalenamöben in meiner Mainprobe alle tot sind, denn die Pseudopodien hab ich noch nie gesehen.
Könnte das daran liegen, daß das Plankton des Mains nicht das optimale Biotop für die Schalenamöben ist?
Viele Grüße
Rainer
Hallo Rainer.
Selbst bei guten Lebensbedingungen waren meine Schalenamöben gegenüber Temperaturänderungen, ... recht empfindlich. Man sollte daher die Proben recht schnell und kühl (Bedingungen des Fanges) unter das Mikroskop legen. Bei waren auch schon 70% hinüber. Wenn die Bedingungen im Main nicht optimal sind, kann sich das natürlich auch auswirken. Plankton tümpeln ist Glückssache. Mal sehr reichhaltig. Mal recht arm. Auch die Arten wechseln über das Jahr, je nach Bedingungen. Selbst wenn man über das Jahr nur ein Gewässer mikroskopiert. Das ist das Spannende. Es gibt immer wieder Überraschungen. :)
Liebe Grüße Jorrit.