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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: vbandke in Februar 06, 2016, 20:51:00 NACHMITTAGS

Titel: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: vbandke in Februar 06, 2016, 20:51:00 NACHMITTAGS
Nein, nicht ein künstlerischer Holzschnitt, sondern, angeregt von anderen Fäden hier im Forum, der Versuch, Holz zu schneiden und unter dem Mikroskop zu betrachten.  


Vor meiner Terrassentür wächst eine Magnolie, die gegenwärtig knospt.  Neben einer der Knospen habe ich ein Stückchen Zweig abgeschnitten und zerschnippelt

# 01 Magnolienzweiglein, Querschnitt, Durchmesser 2 mm, 4x, Einzelaufnahme

(http://bandke.org/images/lichtografien/mikrographie/DCC__3039-bearbeitet.jpg) (https://flic.kr/p/DJ9ybk)
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Ich habe viele Schnitte versucht, bei fast allen hat sichdie Rinde so weit gelöst, dass sie sich anschließend fast abgewickelt hat.  Auch bei diesem Schnitt sieht man, dass sie sich löst.

Tausche ich den Hintergrund aus, so sieht man

# 02, dito, schwarzer Hintergrund

(http://bandke.org/images/lichtografien/mikrographie/DCC__3039-bearbeitet-bearbeitet.jpg) (https://flic.kr/p/DJkdYF)
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Dass die Scheibe auch in Inneren zerrupft ist.  Was kann dafür die Ursache sein?


Weitere Bilder, auch in anderen Vergrößerungen, kommen evtl. später



Mit besten Grüßen


Volker
Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: RainerTeubner in Februar 06, 2016, 21:37:10 NACHMITTAGS
Hallo Volker,

das Ablösen der Rinde bei Holzschnitten läßt sich nicht immer sicher unterbinden.

Eine Möglichkeit besteht darin, die Probe in Glycerin einzuweichen, am besten mehrere Tage lang. Das erweicht das Holz und verringert die fürs Zerreißen verantwortlichen Härteunterschiede der einzlenen Gewebe.

Man kann auch die Probe in Wasser kurz aufkochen.

Welche Methode ist am Besten?

Ausprobieren.

Viel Erfolg!

Rainer
Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: vbandke in Februar 06, 2016, 21:40:43 NACHMITTAGS
Guten Abend, Rainer,

Vielen Dank für die Hinweise.  ich werde beide ausprobieren.


Mit besten Grüßen


Volker
Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: Klaus Herrmann in Februar 06, 2016, 22:13:03 NACHMITTAGS
Hallo Volker,

daer Schnitt ist doch gelungen. Die ablösende Rinde sst Schicksal, kannsz du offensichtlich nur mit Einbettung vermeiden.

Kannst du was zur Färbung sagen? Die erscheint mir schön, aber exotisch!
Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: vbandke in Februar 06, 2016, 22:46:57 NACHMITTAGS
Guten Abend, Klaus,


Die Färbung?  Welche Färbung? ...


Nein, natürlich habe ich gefärbt, und zwar mit "FCA Etzold" ..  Das steht auf dem Fläschen von "Safeline" geschrieben.  Durch Katzen, Ehefrau, und andere Naturereignisse wurde ich abgelenkt, und die einzelnen Phasen wurden nicht genau eingehalten, so dass die Farben letztlich relativ blass ausfielen.  Da habe ich dann in Photoshop die Sättigung etwas angehoben.

Da es mir heute um das Schneiden ging, habe ich die Färberei etwas stiefmütterlich behandelt.  Mea culpa  :)

Mit besten Grüßen


Volker
Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: Klaus Herrmann in Februar 06, 2016, 22:58:42 NACHMITTAGS
Hallo Volker,,

Zitat"FCA Etzold" ..

freundliche Empfehlung: Safe hin oder her - du solltest deine Färbelösungen von mir beziehen!  ;)
Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: Heiko in Februar 06, 2016, 23:36:01 NACHMITTAGS
Hallo Volker,

jetzt also auch noch gehäkelte Untersetzter, zudem gefärbt – machst Du Dich so bei Deiner Regierung lieb Kind?  ;D

Gefällt mir sehr gut.

Gruß, Heiko
Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: Rawfoto in Februar 06, 2016, 23:37:33 NACHMITTAGS
Hallo Volker

Wie war denn die Schnittrichtung, sprich wo ist es denn ausgerissen - hast Du einen ziehenden Schnitt gemacht oder gequetscht?

Liebe Grüße

Gerhard
Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: vbandke in Februar 07, 2016, 08:08:05 VORMITTAG
 Guten Morgen, Klaus,

Zitat von: Klaus Herrmann in Februar 06, 2016, 22:58:42 NACHMITTAGS
freundliche Empfehlung: Safe hin oder her - du solltest deine Färbelösungen von mir beziehen!  ;)

Hab ich doch (Wacker Asim II, Etzold blau).  Aber da bei dieser Übung das Schneiden das Zentralthema war, werden "Altbestände" bei der Färbung verwendet.

Außerdem - auch die "Fehldrucke/Falschfarben" gefallen mir recht gut  :) 


Mit farbigen Grüßen


Volker
Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: Fahrenheit in Februar 07, 2016, 08:15:28 VORMITTAG
Lieber Volker,

für ein Erstlingswerk gar nicht so übel - wobei ich sagen muss, dass ich mit der Magnolie selbst noch keine Erfahrung habe.

Bitte beschreibe einmal genauer, wie und womit Du geschnitten und fixiert hast, dann lässt sich eher abschätzen, was verbessert werden kann. Interessant wäre z.B. die Frage nach der Schnittführung, die Gerhard bereits angesprochen hat und auch der Hinweis, ob die Ablösung der Rinde gleich beim Schnitt oder erst bei der Fixierung erfolgt ist.

Zur Präparation von Hölzern gibt es auch ein kleines Buch von Gärtner und Schweingruber, zu dem Du hier (http://www.mikroskopie-bonn.de/literatur/index.html#a2778) eine Rezession findest. Es enthält jede Menge Tipps, Hinweise und Rezepte auch für schwierige Situationen.

Zur Färbung würde ich vermuten, dass die Schnitte beim Entwässern zu lange in einem Alkohol-Wasser-Gemisch gelegen haben.

Herzliche Grüße
Jörg
Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: HDD in Februar 07, 2016, 08:23:22 VORMITTAG
Hallo Volker

Ganz toll geschnippelt. Gefällt mir sehr gut und macht Lust darauf, es auch einmal zu probieren. Austrocknen, sputtern und unter unser Elektronenmikroskop am Schülerforschungszentrum, das wäre mal ein Projekt. Die ersten Versuche mit einer Obstfliege haben wir schon gemacht.

http://hdds-mikrowelten.de/Insekten/Fliegen.html?draft=true#a15

Vielleicht kann der Ein oder Andere mal per PN einen Tipp zur Trocknung geben. Dafür wäre ich sehr dankbar.

Herzliche Grüße
Horst-Dieter
Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: the_playstation in Februar 07, 2016, 08:45:04 VORMITTAG
Hallo Volker.
Mit was für einer Klinge hast Du geschnitten? Das Zerrupfen deutet für mich auf eine nicht ideale Klinge/Schärfe (Wiederstand beim Schneiden) hin. Eventuell die Klinge auch vorher etwas ölen, ... um Sie gleitfähiger zu machen und so die Reibung zu verringern.

Ist die Klinge (wirklich) scharf, ist es auch egal, ob man quetscht oder einen ziehenden Schnitt macht. Ist ähnlich wie beim Brotschneiden. ;) EDIT: Beim Brotschneiden ist es dann auch völlig egal, ob das Messer einen Wellenschnitt hat oder nicht. ;D Bei Klingen mit beidseitigem Anschliff die Klinge so führen, daß der untere Anschliff (Phase) glatt aufliegt und mit dem Boden des z.B. Handmikotoms flächig abschießt.

Ansonsten mehrere Schnitte machen und den besten auswählen.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: koestlfr in Februar 07, 2016, 08:50:53 VORMITTAG
Hallo Volker!

Guter Anfang! Mein Tipp, die hölzernen Probanden eine Woche lang bei ca. 40°C in Glyzerin-Wasser aufweichen. Die Ablösungen kannst du, unter Anderem, dadurch vermeiden, dass du mit PEG infiltrierst.

Ich möchte nicht kapern, dir aber trotzdem die Montage meines Schnittes, den ich einmal für die MGW gemacht habe, zeigen:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/188001_37138401.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)

Gefärbt wurde mit W3Asim I und eine Hälfte mit HF und die gleiche Hälfte Fluo bei 405nm montiert.

Liebe Grüße
Franz
Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: vbandke in Februar 07, 2016, 09:32:15 VORMITTAG
Guten Morgen,

Zunächst mal herzlichen Dank für alle Kommentare, Hinweise, Zuspruch etc.


Wenn ich das Bild von Franz anschaue, kann ich nur sagen:  Wow!  Da habe ich noch einen weiten Weg vor mir.

Geschnitten habe ich ein frisches Stück Holz, auf einem HN 40 Schlittenmikrotom.  Einmalmesser Einmalklingen von Leica. (Die mitgelieferten großen Mikrotommesser benutze ich nicht, davor habe ich viel zu viel Respekt.   An den Einmalmessernklingen kann ich mir nur oberflächliche Schnitte beibringen).  Das Messer war in sehr spitzem Winkel zur Fahrtrichtung des Schlittens (< 30°), und ich habe Holzstück und Messer mit Glycerin befeuchtet.

Ob die Rinde hier schon losgelöst wurde, weiß ich nicht, denn anschließend habe ich die Schnitte gleich in AFE platziert.  Deshalb weiß ich auch nicht, kein welcher Richtung die Ablösung stattfand.

Nach. 2 Stunden wurde dann gespült, gefärbt, erneut gespült etc.  und, wie schon gesagt, würde ich von höheren Mächten mehrfach.  unterbrochen, deshalb ist die Vermutung, die Schnitte hätten zu lange in einer Spüllösung gelegen, wohl nah an der Wahrheit.

Wie halte ich ein Wasser-Glycerin-Gemisch eine Woche lang auf gleichbleibenden Temperatur?  Mein Sous Vide Gerät wird für anderes benötigt, und ist wohl auch überdimensioniert.  Gibt es so etwas auch in viel kleiner?

Ich habe mitbekommen, dass Du, lieber Jorrit, Dich mit Messern etc auskennst.  Aber bei den Einmalmessernklingen habe ich wenig Eingriffmöglichkeiten. Ich habe eigentlich nur 5 Parameter: die drei räumlichen Winkel, die Geschwindigkeit des Schlittens, und die Schärfe (Anzahl der Schnitte?).   Oder habe ich was übersehen ?

Infiltrieren in PEG?  Wäre einen Versuch wert.  Welche Konzentration, und wie lange muss es in der Lösung liegen, und anschließend trocknen?  Wäre es dann nicht auch möglich, das gesamte Stückchen mit Peg zu umhüllend? Dann kann die Rinde doch auch nicht weg?   Fragen über Fragen ...


Mit besten Grüßen

Volker


Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: vbandke in Februar 07, 2016, 09:39:29 VORMITTAG
Guten Morgen, Hans-Dieter,

Wenn ich das Wort "Elektronenmikroskop" auch nur in den Mund nehme, wird meine Lieblingsfrau mich wohl von den Männern in den weißen Kitteln abholen lassen  ;). Ich habe ihr von dem im Mikromarkt angebotenen Gerät erzählt ....

Allerdings, auf die Seite

Zitat von: HDD in Februar 07, 2016, 08:23:22 VORMITTAGDie ersten Versuche mit einer Obstfliege haben wir schon gemacht.

http://hdds-mikrowelten.de/Insekten/Fliegen.html?draft=true#a15


Kann mangels Berechtigungen nicht zugegriffen werden.

Mit besten Grüßen

Volker
Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: the_playstation in Februar 07, 2016, 09:52:35 VORMITTAG
Hallo Volker.
Leider sind auch Einwegklingen oft sehr unterschiedlich scharf (je nach Marke, Produktionsstunde d.h. Abnutzung des Schleifmittels in der Fabrik). Man kann Sie nachschleifen auch wenn sich daß oft nicht lohnt, da Sie zu elastisch und der Stahl zu weich ist. Z.B. habe Ich ein Teppichmesser, daß recht scharf ist und auch länger scharf bleibt (bessere Einwegklingenqualität) und andere, die eher stumpf sind und/oder sehr schnell werden.

Ein idealer Test ist das Abrasieren von trockenen Unterarmhärchen. Werden diese nicht fein und sauber geschnitten ist es auch fraglich, ob saubere Schnitte möglich sind. Bei diesem Schnitttest zeigt sich auch, daß viele Fertig-Einweglingen (oder Rasierer) nicht wirklich scharf sind. Eine Zumutung, da Sie für ihren Zweck ansich völlig ungeeignet sind.

Der Kauf eines Schleifmittels (z.B. 400, 1000, 3000, 6000) und ca. 5min Arbeit erzeugt eine wirklich scharfe Klinge, die Schnittgut auch wirklich schneidet und nicht verdrängt, quetscht, reißt, ...

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: vbandke in Februar 07, 2016, 09:59:06 VORMITTAG
Lieber Jörg,
Zitat von: Fahrenheit in Februar 07, 2016, 08:15:28 VORMITTAG


Zur Präparation von Hölzern gibt es auch ein kleines Buch von Gärtner und Schweingruber, zu dem Du hier (http://www.mikroskopie-bonn.de/literatur/index.html#a2778) eine Rezension  findest.

Das Buch habe ich gerade bestellt.  Vielen Dank für den Hinweis!


Mit besten Grüßen


Volker, Bücherwurm

Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: vbandke in Februar 07, 2016, 10:02:28 VORMITTAG
Hallo Jorrit,

Dahab ich mich wohl ungenau ausgedrückt.  Ich rede hier von Leica 818 Einwegklingen.  Ein Rasiermesser mit Einwegklingen habe ich zwar auch, damit bin ich aber nicht glücklich geworden


Mit besten Grüßen

Volker
Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: the_playstation in Februar 07, 2016, 10:15:02 VORMITTAG
Hallo Volker.
Es ist völlig egal, ob Einwegklinge, Rasiermesserklinge, Teppichmesser-Einwegklinge, Beilklinge, Messerklinge, Scheerenklinge oder Schwertklinge.
Auch bei Leica gibt es (wahrscheinlich) einen Automaten, bzw eine Maschine, die die Einweg-Klingen in Massen schleift.

Die Schärfe richtet sich immer nach Stahl, Härtung, Geometrie und Schärfe (letzter Schliff). In Messerforen wird nahezu immer über die Schärfe gemeckert. Nur sehr selten (bei Messern von Messermachern) wird die Schärfe gelobt.

Die Unterarmhärchen müssen mit Leichtigkeit (beim über die Haut streichen) abgetrennt werden. Wenn nicht, ist die Klinge nicht (wirklich) scharf.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Holzschnitt - ein erster Versuch
Beitrag von: koestlfr in Februar 07, 2016, 10:23:17 VORMITTAG
Hallo Volker!

Die Schnitte werden in 20%-iger PEG (1500 MG) Lösung für mindestens 48 Stunden eingelegt und getrocknet bis sie mehr oder weniger trocken sind.....d.h. man muss nicht komplett trocknen, das feuchte PEG im Kern schmiert noch ein bisschen und die Klinge gleitet dadurch auch besser. Vorsichtige Mikroskopier legen die Schnitte danach in 10%-ige Lösung ein und waschen dann erst mit Wasser.

Wenn du den Schnitt wirklich durchtrocknest, kannst auch noch mit Wachs oder PEG umschmelzen und Klötzchen machen.

Liebe Grüße
Franz

PS: ich habe zwar einen Klingelhalter für 818er Klingen, aber wenig Erfahrung damit - wenn´s heikel ist nehme ich immer die alten Messer....