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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Klaus in März 16, 2016, 10:51:08 VORMITTAG

Titel: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: Klaus in März 16, 2016, 10:51:08 VORMITTAG
Liebes Forum,

unsere Arbeitsgruppe in Hamburg hat ein bislang nicht genutztes Phomi II mit originalem Photoautomaten zur Verfügung. Wir überlegen, diesen Photoautomaten so umzubauen, dass an Stelle des Filmes ein Vollformatsensor zum Einsatz kommt. Hat jemand Erfahrung mit einem derartigen Umbau? Wir können per 3D Drucker Werkstücke herstellen, wissen aber nicht, ob und wie man einen Vollformatsensor mit entsprechender Elektronik erwerben kann.

Uns ist natürlich klar, dass wir auch ganz normal den Phototubus mit Kamera nutzen können, wir würden jedoch aus nostalgischen Gründen gerne den Photoautomaten "modernisieren".

Wir sind für jede Anregung dankbar!

Gruß

Klaus
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: reblaus in März 16, 2016, 10:56:44 VORMITTAG
Hallo -

sollte man das nicht mit dem Faden zusammenlegen, den Alfons Renz neulich begonnen hat?

Gruß

Rolf
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: the_playstation in März 16, 2016, 11:41:25 VORMITTAG
Hallo Klaus.
Das wird schwierig, da im Phomi wenig Platz ist. D.h. man müßte einen reinen Sensor (und dazu gehört noch die CPU und Bildverarbeitung) finden, der reinpaßt. Und dann noch eine Verkabelung nach draussen... Ob es sich lohnt, z.B. eine teure Vollformat-USB-Kamera auseinanderzubauen, und im Phomi einzubauen, ist fraglich. Alles müßte mit der Demontage des Phomis und dem Ausmessen des vorhandenen Platzes beginnen. Erst dann kann man sich auf die Suche nach "Sensoren" machen. Das könnte ein sehr aufwendiges Projekt werden!

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: Klaus in März 16, 2016, 12:14:08 NACHMITTAGS
Hallo Rolf,

vielen Dank für den Hinweis, Alfons Renz hat in der Tat eine sehr ähnliche Idee wie wir. Das Problem scheint die Beschaffung des Sensors zu sein.

Jorrit,

wir können mal zusammen danach schauen. Das Phomi steht im REM Raum.

Gruß

Klaus
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: the_playstation in März 16, 2016, 12:27:08 NACHMITTAGS
Hallo Klaus.
Ist rein eine Frage des Platzes. Bei der Fotofilmrolle muß am Punkt des Sensors nur der hauchdünne Film durchlaufen. Beim CCD benötigt man Platz nach hinten und Platz für die Prozessorplatine, ... Eine Kamera müßte zwangsweise komplett demontiert werden. Auch das Auflagemaß muß berücksichtigt werden. Wird auf jeden Fall anspruchsvoll und wahrscheinlich auch teuer. Eine Canon Adaption über einen Trinotubus einfacher.

Aber vieleicht hat ja schon einer aus dem Forum ein Phomi so umgebaut?

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: the_playstation in März 16, 2016, 12:39:52 NACHMITTAGS
Hallo Safari.

Wenn Sie reinpaßt!!! Der Film ist prinzipiell <1mm dünn. Die Canon + Prozessorboard + Flexiplatine + .......... wesentlich größer. Ein weiteres Problem ist der mechnanische Shutter, der mit dem elektronischen gekoppelt werden müßte. So wie die Canon ihren Shutter steuert. Es ist eine ganze Latte an Dingen, die gemacht werden müssen und mir wäre das Risiko zu hoch bzw. der nostalgische Grund, der nicht 100% einzuhalten ist, zu gering. Denn mit Sicherheit wird man etwas am Phomi demontieren müssen.

Ich persönlich würde es "normal" adaptieren und lieber alle Mikroskope auf LED umrüsten.

Hallo Klaus.

Wir können es Uns ja am Samstag mal anschauen und ausmessen, wieviel Platz vorhanden ist. Ich würde mir aber nicht zu große Hoffnungen machen.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: the_playstation in März 16, 2016, 12:56:02 NACHMITTAGS
Hallo.
Hier noch ein paar Links zum inneren Aufbau der Canon.

http://m0.i.pbase.com/o6/13/533813/1/108947510.mkqcRK9L.SpecsviewBlack.jpg

http://www.popphoto.com/sites/popphoto.com/files/import/2012/files/_images/201212/opencamerasml.jpeg

http://www.robgalbraith.com/images/2994_canon_rebel_t1i_seethrough.jpg

http://www.imaging-resource.com/PRODS/EDR/ZSee-thruDR1.jpg

http://www.4photos.de/camera-diy/Disassembled-Canon-EOS-DSLR-.jpg

Und ja. Die ganze Platine muß mit rein. Der Sensor alleine bringt gar nichts.

Und ich weis nicht wer das schaffen könnte? (bzw die Lust hat, daß anzupassen) ;)

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: Bob in März 16, 2016, 13:56:12 NACHMITTAGS
Hallo Ihr Beiden,

ich sehe dieses Projekt auch eher skeptisch: Viel Aufwand und das Riskio, dass es erst im x-ten Anlauf gelingt, und dann im Dauerbetrieb doch nicht stabil läuft.
Dem gegenüber steht ein Nutzen, der vielleicht kleiner ausfällt, als erwartet: Viel staubgefährdetes altes Glas im Strahlengang und keiner weiß, wie gut das Bild wirklich maximal wird. Mit einer digitalen Phomi-Rolle hat ja vermutlich noch keiner fotografiert, und Dinge wie CVD wurden früher vielleicht nicht immer so kritisch gesehen, besonders beim Fotografieren auf schwarz-weiß-Film.

Vielleicht hätten wir mehr davon, unser Video-Mikroskop für das Fotografieren aufzurüsten. Eine schnelle und komfortable Foto-Möglichkeit wäre auf jeden Fall prima für die Dokumentation unserer Treffen.


Beste Grüße,

Bob
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: the_playstation in März 16, 2016, 14:25:03 NACHMITTAGS
Hallo Bob.

Das denke ich auch (wegen dem zusätzlichen Glas im Weg).
1.) Das Videomikroskop mit einer besseren Kamera mit HDMI und HD-Filmaufnahme / Bildaufnahme auszurüsten.
2.) Alle Mikroskope auf LED umrüsten und richtig einstellen, säubern, ... Mit den z.T. verbauten Funzeln ist der Einblick oft sehr ernüchternd.

Der Foto-Umbau des Phomis sollte man erst zweitranig ins Auge fassen. Ich hatte mir, als ich vor zwei Jahren anfing, auch überlegt, ein Phomi zu kaufen und umzurüsten. Den Gedanken aber aus oben genannten Gründen verworfen.

Andererseits:
Wenn Der Platz laut Bild (aus dem Forum) entsprechend mittig viel Platz läst (Auf dem Bild Nr 12), dann wäre es machbar, wenn der Sensor inkl. Elektronik nicht breiter als der Phomi-Rahmen ist. Allerdings müßte dann Alles bei Nr 12 raus.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/191449_33563556.jpg)

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: peter-h in März 16, 2016, 14:30:53 NACHMITTAGS
Liebe Phomi-Bastler,

wenn es denn wirklich sein muß, nach all den Glasbauteilen
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/191450_33965034.jpg)  Phomi III

einen KB-Format Sensor einzubauen, so würde ich eher eine Kamera aus dem Astronomiebereich schlachten. Hier sehe ich eine größere Chance die Bauteile neu anzuordnen. Aber ich verstehe nicht, warum man Arbeit, Risiko, viel Geld und Zeit in ein solches Mikroskop stecken soll, wenn es auch ganz einfach geht  ???

Viele Grüße
Peter
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: Klaus in März 16, 2016, 15:06:10 NACHMITTAGS
Lieber Peter, liebe Hamburger Kollegen,

vielen Dank für alle guten Hinweise. Ich hatte die Idee des Umbaus eines nicht genutzten Phomi gestern Abend mit Dr. Rosenfeldt (Leiter der Mikrogruppe) bei einem Glas Wein (nur 1 Glas!) diskutiert. Er hat grosse Lust, so einen Umbau zu probieren und dabei seine 3D Drucker Möglichkeiten und seine elektronische Ressourcen zu nutzen. Ich habe ihm angeboten, hier im Forum nach Erfahrungen mit einem Umbau zu fragen. Wenn es machbar ist, will er es gerne versuchen. Es geht also mehr um "Spaß an der Freud".

Mal schauen, ob das Ausschlachten einer Kamera eine Möglichkeit ist. Scheinbar sind Kamerasensoren nicht so leicht zu beschaffen.

Gruß

Klaus
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: Klaus Henkel in März 16, 2016, 15:31:46 NACHMITTAGS
Auch ich gehe jetzt unter die "Abrater". Von den elektronischen und mechanischen Schwierigkeiten einmal abgesehen, ist das größte Problem bisher wohl nur in einem Nebensatz angeklungen: Warum sind wohl die Instrumente der Standard-Universal- und Phomi-Serie von allen Seiten so hermetisch abgedichtet? Der Staub! Sobald man da zwei Schrauben lockert, öffnet man den Zugang für den Staub aus der Luft. Der kommt überall (!) hin. Die Schnittbilder zeigen die vielen Linsen und Prismen; dieses Gehäuse bekommt man nur in einem Reinstraum mit kräftigem Überdruck und starker Absaugvorrichtung einigermaßen staubfrei. Seien Sie verd. froh, wenn im Bildfeld jetzt noch keine Krümel zu sehen sind. Ein Sonnenstrahl im Frühling im "Mikrolabor" läßt uns erschaudern. So ein Apparat besteht leider nicht nur aus einer Menge Federn und Bolzen, sonder auch aus vielen optischen Bauteilen.

Ein weiterer Aspekt: Das letzte Phomi ist um 1980 in Göttingen gebaut worden. Das ist über 35 Jahre her. Menschen, die so ein Instrument ohne Staub auf Linsen und Prismen montieren konnten, die erfahrensten und daher immer ältere Techniker, sind seit Jahrzehnten in Rente. Da geht nix mehr.

Also hier mein "Abrat": Lassen Sie um Himmelswillen das Phomi zu!

KH

Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: peter-h in März 16, 2016, 15:42:53 NACHMITTAGS
Lieber Herr Henkel,

ich bringe auch noch einen Punkt. Es wird ganz sicher durch die vielen Glas-Luft Übergänge das Bild flauer sein, als bei einer "üblichen" Kameraadaption. Könnte man dann per Photoshop wieder verbessern, aber wozu der Umweg?
Sicher ist es ein netter Gedanke bei einem Glas Wein, aber nüchtern betrachtet ............

Viel Spass
Peter
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: wilfried48 in März 16, 2016, 15:54:52 NACHMITTAGS
ZitatUns ist natürlich klar, dass wir auch ganz normal den Phototubus mit Kamera nutzen können, wir würden jedoch aus nostalgischen Gründen gerne den Photoautomaten "modernisieren".

Hallo,

also entweder man will mit dem Ding modern digital arbeiten, dann tut man das bequem über eine Digitalkamera am Trinotubus. Oder man will
nostalgisch (zeitgemäss) arbeiten, dann kann man ja einen Schwarzweissfilm einlegen und selbst entwickeln.
Beides technisch zu mischen ist Murks und zerstört nach meiner Meinung die Nostalgie. Wenn schon Nostalgie, dann will man schliesslich auch die Filmtransportmechanik schnurren hören und nicht nur den Verschluss.

viele Grüsse
Wilfried
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: the_playstation in März 16, 2016, 16:39:15 NACHMITTAGS
Hallo Klaus.

Was man probieren könnte ist, erst einmal probeweise eine kleine Okularkamera an der Stelle des Films zu positionieren und den Shutter zu öffnen. Das sollte staubtechnisch recht unbroblematisch zu realisieren sein. Der Chip ist natürlich viel kleiner. Aber man sieht dann, ob es überhaupt funktionieren würde, bevor man ans "Eingemachte" geht.

P.S. Nur der Sensor bringt nichts und ist völlig nutzlos. Erst die Ansteuerung, Ausleseelektronik, Aufbereitung, ... erzeugt ein einen vernünftigen Datenstrom bzw überhaupt erst ein Bild. Die Pixel (Kondensatorspannungen) werden zeilen- und spaltenmässig ausgelesen, bzw transportiert und bewertet, zusammengefaßt, ... Der Sensor liefert daher kein Bild. Nur kryptische Daten, die erst durch die CPU entschlüsselt und interpretiert werden.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: Klaus in März 16, 2016, 17:50:03 NACHMITTAGS
Lieber Herr Henkel,

das Staubargument finde ich schon sehr gewichtig. Ist wahrscheinlich zusammen mit den Glasflächen das Killerargument gegen den Umbauversuch.

Vielen Dank alle interessanten Kommentare.

Gruß  Klaus
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: Klaus Henkel in März 16, 2016, 18:01:38 NACHMITTAGS
Zitat von: peter-h in März 16, 2016, 15:42:53 NACHMITTAGS

Es wird ganz sicher durch die vielen Glas-Luft Übergänge das Bild flauer sein, als bei einer "üblichen" Kameraadaption. Könnte man dann per Photoshop wieder verbessern, aber wozu der Umweg?
Sicher ist es ein netter Gedanke bei einem Glas Wein, aber nüchtern betrachtet ...........

Peter

Das dachte ich auch mal, doch ein Mikroskopiker von Zeissens, der über ganz zarte, kleinen und recht kontrastlose Flagellaten o. ä. beim <Zoologen  Hausmann promoviert hatte, klärte mich auf. Ich hatte im Spätsommer 2004 dem Mediziner Dr. M. nahe Würzburg ein Standard-Universal abgekauft, eben wegen der viel geringen Anzahl von Linsen und Achromaten im Strahlengang als das bei den Phomis der Fall war. Es war nur ein Optovar zwischen Objektiv und Okular im Strahlengang. Ich erzählte ihm von meiner Anschaffung und meinen Gründen und daß ich froh war ein so gut gepflegtes Universal zu einem fairen Preis erworben zu haben. Er nickte zustimmend. Doch dann fragte er: Haben Sie schon einmal durch ein Phomi III geschaut? Mir würden die Augen aufgehen!

Im nächsten Frühjahr saß ich 14 Tage an einem Phomi III, mit Steuergerät (ohne Blitz). Als "Gastforscher" in der Biologischen Anstalt auf Helgoland. Zwei Schubladen voller Planapochromaten und Plan-Neofluaren; fürs gröbere Plankton waren auch wegen des höheren Arbeitsabstands einfache Achromate in einer Schublade. Das Bild im Okular (10er Kpl) war brillant, klar, hell und scharf. Ich fotografierte auf Kodakchrome 15 und Agfachrome 18 was das Zeug hielt. Die Dias wurden einmalig schön, kontrastreich so wie diejenigen aus Hilda Canter-Lund & John WG Lund: Freshwater Algae. Their microscopik world explored. (Siehe unten *.)

Es ist also keineswegs so, als wäre das Bild in einem Phomi III "flauer". Das wäre theoretisch durchaus verständlich. Doch präzise Fertigung, äußerster Aufwand bei der Herstellung der Linsen und Prismen, ihrer Oberflächen, bei der Justage, Zentrierung und Eliminierung aller Reflexionen im Strahlengang wirken "Flauheiten" entgegen. Ich hatte das vorher nicht für möglich gehalten. Ich rief Dr. Z. in Göttingen an. Er schmunzelte hörbar durchs Telefon, meinte: Das genau ist es, was ich Ihnen damals sagen wollte. Man muß das selbst sehen - und die Fotoergebnisse.

Zitat aus der Mikrofibel, Seite 205; Juni 2003) /
Canter-Lund, H.; Lund, J. W. G.: Freshwater Algae – their microscopic world explored. Biopress Limited, The Orchard, Clanage Road, Bristol, BS3 2JX, England, 1995. Gebunden Brit. Pfund 66,00 + 4,00 Porto, ISBN 0-948737-25-5. 360 Seiten, über 600 meist farb. Abb. Hervorragende Bilder und verständlicher Text (engl), sehr teuer, aber nicht zu teuer. Das ist wohl das schönste Buch über Süß-wasseralgen. ----- Endlich! Es war nicht leicht, den englischen Verlag zu erreichen, heute aber rief man aus Bristol zurück. Yes, das Buch sei noch verfügbar. Auch die telefonische Bestellung wurde gleich aufgenommen. 2 Exemplare. Eines für mich, eines für unsere Bibliothek.  Die Vorfreude ist groß. Es ist das teuerste Buch, das wir je für unsere Bibliothek angeschafft haben. Es ist aber auch das schönste Buch über Süßwasseralgen, das jemals gemacht wurde, eignet sich sogar als Hilfe beim Bestimmen, weil die Fotos gut interpretierbar sind, die Aperturblende wurde beim Fotografieren nicht zu weit zugezogen, wie man leider nur allzuoft in Büchern sehen kann. Besonders beeindruckend sind die schönen und technisch hervorragenden Farbaufnahmen, viele davon in normalem Hellfeld. Die Fotografin, Hilda Canter-Lund, machte alle Aufnahmen mit einem alten Zeiss-Photomikroskop I und Elektronenblitz. Obwohl sie auch moderne Kontrastierungsverfahren, wie positiven und negativen Phasenkontrast und Differential-Interferenzkontrast nach Nomarski verwendet, verschmäht sie doch auch nicht das Dunkelfeld und die alte, einfache Färbung mit chinesischer Tusche, um die Schleim- und Gallerthüllen sichtbar zu machen. Mit dem gut gemachten Glossar kann man sogar ein wenig englischsprachige Algenbiologie lernen, wenn man will. Muß man aber nicht, denn man hat schon an den schönen Bildern seine Freude, viele Textstellen und die Bildunterschriften versteht man auch oh-ne große Englischkenntnisse. Für jeden Begeisterten, der dieses schöne Buch auch für eine Zierde des eigenen Bücherschranks hält und der sich durch den derzeit hohen Pfundkurs nicht abschrecken läßt, sei mitgeteilt: Noch (!) ist es available, yes! Ich habe es schon öfter bei Freunden bewundert. Endlich ist mein Buch in Händen von Dero Majestät Post Office. Ich kann es kaum erwarten.

/ Ende Zitat.

KH

Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: the_playstation in März 16, 2016, 18:18:49 NACHMITTAGS
Hallo Klaus.

Na ja. Ein Blick schadet ja Nichts.Interessant ist natürlich auch, wie der mech. Shutter, ... montiert ist, und was man im Zweifelsfall demontieren müßte, um Platz zu schaffen.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: Alfons Renz in März 16, 2016, 18:34:27 NACHMITTAGS
Also, liebe Bastler,

Wir sind hier nicht die Entwicklungsabteilung eines Dax-notierten Unternehmens und müssen uns keiner kritischen Kosten-Nutzen-Analyse stellen.

Mein Ausgangspunkt sind fünf Filmpatronen des Phomis (passen in Alle, bis zum Axiomaten!), die hier nutzlos auf ihre Entsorgung warten. Angesichts des Wunderwerks an Technik, das in diesen Teilen steckt, eine Schande. Das Angebot gilt noch immer: Wer selbst ein Phomi besitzt, seine Filmpatrone aber nicht verbasteln möchte, dem kann ich gerne ein solches Teil vermachen.

Das größte Problem wird sein, einen geeigneten Vollformatsensor zu finden, am besten auf einer Platine (Platz wäre genug!), der mittels USB mit einem PC verbunden und gesteuert wird. Trotz längeren Suchens konnte ich keinen Solchen finden. Und ohne Sensor braucht man sich gar keine weiteren Gedanken machen. Eine Kamera hierfür zu zerlegen halte ich für ein aussichtsloses Unterfangen.

Zur Illustration nochmals der Bau der Filmpatrone:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/191467_52031545.jpg) (http://s442.photobucket.com/user/Alfor_Photo/media/Zeiss-Kamera-Modul-Phomi-2_zpslqsutnpz.jpg.html)

Und: Unter der Filmebene ist viel Platz, und auch der Verschluss des Phomis könnte auf T (permanent offen) gestellt werden, so dass der Sensor per 'live-view' gesteuert und ausgelesen werden könnte.

Also, wer hat eine Idee, wo es einen solchen Sensor geben könnte und wer wagt den Umbau?

Mit herzlichen Bastlergrüßen,

Alfons
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: l'œil armé in März 16, 2016, 19:14:12 NACHMITTAGS
Moin,

ich hatte mir schon vor Zeiten einmal überlegt, ob man nicht die Kassette durch einen Spiegel und eine entsprechende Übertragungsoptik, die man - auswechselbar - in die Außenhülle der Kassette setzt, ersetzen kann und dann seitlich eine reguläre Digitalkamera eigener Wahl solide befestigt. Damit wäre nicht nur der Photostrahlengang nutzbar und bei geeigneter Justage die Photostrichplatte wiede verwendbar. Man hätte auch alle Blitzmöglichkeiten die die Kamera bietet dabei und wäre - mir persönlich besonders angenehm - endlich den Turmbau zu Babel über dem Mikroskop los. Hinten rechts wäre die Photokiste nicht nur aus dem Weg, sondern ließe sich mechanisch womöglich entkoppelt auch sehr solide anbringen. Die Spiegelkassetten für seitliche Ausspiegelung und Beobachtung des Photostrahlengangs sind übrigens keine Idee von mir. Die gab es schon immer für die Sevicetechniker zur Justage der Kamera, wenn diese wegen eines Defektes mal beim Kunden ausgetauscht werden musste.

Vielleicht ein gangbarer Mittelweg?

Freundliche Grüße

Wolfgang

p.s.: was das flaue Bild des Photostrahlengangs, verursacht durch die vielen Glasoberflächen anbetrifft: Man glaubt es kaum, was eine kunstgerechte Reinigung dieses im Innern des Phomi-Stativs befindlichen Strahlengangs, der in aller Regel seit Jahrzehnten keinen Service gesehen hat, so alles vollbringen kann. Der Dreck ist nämlich in 9 von 10 Fällen der wesentliche Grund für mangelnde Brillianz des Bildes, nur ist das Sauberhalten der Strahlengänge leider nicht jedermanns Sache, das Jammern hingegen ...
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: Jürgen Boschert in März 16, 2016, 19:39:43 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,

eine solche Konstruktion hatte ich mir auch schon einmal überlegt. Leider gibt es im Wesentlichen dabei 2 Probleme: 1. ist die Optik ja soberechnet, dass in der Filmebene ein vollständig auskorrigiertes und reelles Bild entsteht, ich habe keine Ahnung, wie man dieses dann über einen Spiegel und eine evtuelle Zwischenoptik weiterleiten könnte. 2. Muss ein ziemlich präziser Oberflächenspiegel verwendet werden. Aber vielleicht kann ja einer der hier im Forum vertretenen Optikexperten eine Brille für´s Phomi für diese Anwendung berechnen.

Übrigenskannich Klaus Henkel hier nur bestätigen; ich habe mehrere Phomis und recht gute optische Ausstattungen dazu; in Analogzeiten habe ich sowohl mit der internen Kamera wie auch über eine Photoadaption "oben drauf" photographiert - mit Kodakchrom und später Velvia; die Aufnahmen mit der eingebauten Kamera waren umwerfend gut. Visuell kann ich übrigens keinen eindeutigen Nachteil wahrnehmen für das Phomi im Vgl. zu anderen Mikroskopen - und ich erkenne bei den Neofluaren aus der "Endlichära" recht treffsicher in Hellfeldanwendung, ob es sich um ein Phasenobjektiv handelt oder nicht.

Meines Erachtens sollte man bei einem möglichen Umbau die interne Verschlussmechanik belassen, aber nicht nutzen. Den Verschluss kann man in Stellung T dauernd offen lassen. Insofern muss , so denke ich, auch der Verschluss einer möglichen Digitalkamera mit eingebaut werden.

Gruß !

JB
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: peter-h in März 16, 2016, 20:14:22 NACHMITTAGS
Liebe Phomi-Experten,

es ist sicher kein großes optisches Problem an Stelle der Filmdose eine Winkeloptik zu designen und den Strahlengang für KB-Format oder auch APS-C auszulenken. Dann klebt die Kamera schön schlecht zugänglich an der Seite. Nur ist die Frage, wer steckt in ein solches Projekt gerne Zeit und Gehirnschmalz um dann festzustellen, dass die optischen Komponenten erst erschaffen werden müssen. Zudem wäre eine sehr genaue techn. Zeichnung der Filmdose nötig. Nicht nur ein Bild !
Aber keine Sorge, ich habe kein Phomi und will auch kein Phomi  ;D und mit der Dose möchte ich auch nicht spielen.

Gruß
Peter , der immer noch nicht versteht, warum man nicht einfach den tollen SW-Film ADOX CMS 20 einlegt.
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: l'œil armé in März 16, 2016, 20:25:54 NACHMITTAGS
Vielleicht, weil man dann z. B. nicht gescheit blitzen kann und Licht hätte der CMS20 nötig wie kein zweiter Film.

Da man eine Digitalkamera, richtig justiert und mit Kabel an den Rechner gebunden außer zum Ein- und Ausschalten auch nicht mehr groß anfassen braucht, ist das mit der schlechten Erreichbarkeit auch nicht so richtig ein Gegenargument.

Aber bitte, war nur so ein Gedanke.

Gute Nacht!

Wolfgang
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: l'œil armé in März 16, 2016, 20:42:10 NACHMITTAGS
Zitat von: Jürgen Boschert in März 16, 2016, 19:39:43 NACHMITTAGS


eine solche Konstruktion hatte ich mir auch schon einmal überlegt. Leider gibt es im Wesentlichen dabei 2 Probleme: 1. ist die Optik ja soberechnet, dass in der Filmebene ein vollständig auskorrigiertes und reelles Bild entsteht, ich habe keine Ahnung, wie man dieses dann über einen Spiegel und eine evtuelle Zwischenoptik weiterleiten könnte. 2. Muss ein ziemlich präziser Oberflächenspiegel verwendet werden. Aber vielleicht kann ja einer der hier im Forum vertretenen Optikexperten eine Brille für´s Phomi für diese Anwendung berechnen.

Hallo Jürgen,

z.B. Linos oder Melles Griot u.a. haben so viele Präzisions-Oberflächenspiegel in den unterschiedlichsten Größen - die geben davon sogar etwas ab  ;).

Als Übertragungsoptik könnte ich mir so etwas wie eine Vergrößerungs- oder Reprooptik vorstellen. Beispielsweise konnte ich vor längerer Zeit mal einige nagelneue 88mm Apo-Skopare von Voigtländer sehr günstig auf einer Photobörse erstehen. Aber da wird es sicher auch noch andere nicht zu teure Varianten geben. Anstelle der Filmebene müsste wahrscheinlich eine Plankonvex-Linse/Achromat installiert werden, damit Vignettierungen vermieden werden. Das sollte es dann aber auch schon sein, weil man den Rest wie Verschluss und Aufzugsmechanismus im Stativ ruhen lassen kann und solange nicht benötigt, bis man die Digitalkamera wieder abriegelt, die Spiegelkassette entnimmt und gegen die Filmkassette austauscht um mit CMS20 zu photographieren.

Leider fehlen mir jegliche feinmechanisch - technische Möglichkeiten, sonst hätte ich das schon vor Jahr und Tag versucht. Eigentlich hätte ich das schon zu Filmzeiten gerne mit einer guten SLR gemacht, des Blitzens wegen und weil ich, wie schon geschrieben, den Turmbau überhaupt nicht schätze.

Auch Dir eine Gute Nacht!

Wolfgang

p.s.: doch noch einen Nachsatz zum Phomi: Meint jemand ernsthaft, Zeiss hätte von den Phomis aller Generationen rund 55.000 Stück abgesetzt wenn die Bilder damit so flau gewesen wären? ... und hätte sich damit dann seine guten Ruf in diesen Dingen erworben?!!! Vielleicht doch mal darüber nachdenken, dass dieses Gerät über 30 Jahre und in 3 Generationen im Programm war.
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: Klaus Henkel in März 16, 2016, 22:42:00 NACHMITTAGS
Zitat von: peter-h in März 16, 2016, 20:14:22 NACHMITTAGS

Gruß
Peter , der immer noch nicht versteht, warum man nicht einfach den tollen SW-Film ADOX CMS 20 einlegt.


Lieber Herr Hö!

Was mich anbelangt, so kann ich das einfach beantworten. Vor 12 Jahren hat mir ein Fotohändler 28 € für den 36er Kleinbildfilm (den Jugoslawischen ADOX) abgenommen, und ich mußte gleich einen Gutschein für die Entwicklung dazu nehmen: 18,50 €. Als er sah, was ich davon hielt, beeilte er sich, hinzuzufügen: Preiswerter bekommen Sie das nirgends!

Einen schönen Abendgruß!
KH
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: peter-h in März 16, 2016, 22:59:55 NACHMITTAGS
Lieber Herr Henkel,

die Zeiten ändern sich !  ;D Jetzt, soeben im Netz nachgeschaut weil ich es nicht glauben kann.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/191489_26553196.jpg)

Und einen Feinkornentwickler mit 5 Chemikalien braue ich mir selbst. Also der Spass am Phomi ist nicht teuer.

Schönen Abend
Peter Hö
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: l'œil armé in März 17, 2016, 09:51:28 VORMITTAG
Zitat von: Klaus Henkel in März 16, 2016, 22:42:00 NACHMITTAGS

Was mich anbelangt, so kann ich das einfach beantworten. Vor 12 Jahren hat mir ein Fotohändler 28 € für den 36er Kleinbildfilm (den Jugoslawischen ADOX) abgenommen, und ich mußte gleich einen Gutschein für die Entwicklung dazu nehmen: 18,50 €. Als er sah, was ich davon hielt, beeilte er sich, hinzuzufügen: Preiswerter bekommen Sie das nirgends!


Lieber Herr Henkel,

da ich meine ersten Filme mit ziemlicher Sicherheit vor mehr als 12 Jahren bei FotoImpex in Berlin gekauft habe und daher ein wenig über die Preise orientiert war/bin, muss ich Herrn Höbel durchaus recht geben, zumindest was die Filmpreise anbetrifft. Der Händler hat Ihnen seinerzeit den Film zu einem Preis abgegeben, der auf eine Perforierung und Konfektionierung des Rohfilms durch transsylvanische Jungfrauen bei Neumond schließen lässt.

Der Preis für die spezielle CMS-Entwicklung könnte hingegen realistisch gewesen sein. Ich weiß nicht, was der Spaß heute kostet, aber sehr billig sind solche speziellen Entwicklungen von SW-Filmen (nicht monochromen Farbfilmen) auch heute sicher nicht, weshalb ich so etwas nur in ganz vereinzelten Ausnahmen mal nicht selbst durchführe. Dann habe ich auch die Qualitätssicherung in der Hand und weiß, dass Staub und Kratzer kein Thema sind.

Was allerdings das Phomi-Stativ und die Gefährdung seiner "Staubfreiheit" bei Öffnen des Stativs anbetrifft, so ist dieses Problem den ZEISS-Werkstechnikern so wohl nicht bekannt oder bewusst gewesen. Wie sonst hätten sie sich fern jeder Reinraumatmosphäre im Labor des Kunden erdreisten können, eine beschädigte elektrische oder mechanische (Phomi I) Kamera auszuwechseln und zu justieren oder einen verdreckten Prismenstuhl aus dem Tubuskopf zur Reinigung zu entnehmen? Auch ganz ohne jede äußere Einwirkung bekommen die entsprechenden Linsen, Teiler und sonstige Glaselemente in Jahrzehnte einen Belag, den zu entfernen sich empfiehlt. Die Innenseiten der Stative - nicht nur des Phomi, sondern auch alle anderen mit "Innenleben" sind zweckmäßigerweise mit Staubfangfett versehen, welches in Jahrzehnten seinen Einfluss nimmt und auch die Gläser selbst können Bestandteile absondern, die sich auf den Oberflächen absetzen. Immerhin ist das Phomi III in diesem Jahr seit 30 Jahren aus dem Programm verschwunden, das sollte berücksichtigt werden.

Das Geheimnis liegt in der sachgemäßen, genauen Kontrolle und gegebenenfalls sachverständigen Reinigung der entsprechenden Elemente mit den dafür geeigneten Mitteln. Eine 10fache Lupe schafft dabei 10fache Erkenntnis (der Spruch stammt zwar aus der Kleinbildtechnik, stimmt hier aber nicht minder) Wo, wenn nicht im Labor eines Kunden soll der Service-Techniker zum Reinigen und zu Reparatur ein Elektronenmikroskop öffnen?

Freundliche Grüße

Wolfgang
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: Oecoprotonucli in März 17, 2016, 10:17:29 VORMITTAG
Hallo zusammen,

natürlich ist Film etwas teurer, aber selbst falls das Manchem noch nicht so schlimm erscheint, meiner Ansicht nach multipliziert sich das noch, weil man ja gerade am Mikroskop für die richtige Belichtung etc. doch meist mehrere Versuche braucht, und dann das Ergebnis auch erst kontrollieren kann, wenn es für eine Korrektur zu spät ist. Meiner Ansicht nach ist das überhaupt DAS Argument für Digitalfotos am Mikroskop. Oder bekommt Ihr mit Film auf Anhieb und ohne Belichtungsreihen etc. perfekte Bilder auf Film hin?

Viele Grüße

Sebastian
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: l'œil armé in März 17, 2016, 10:32:39 VORMITTAG
Zitat von: Oecoprotonucli in März 17, 2016, 10:17:29 VORMITTAG
Oder bekommt Ihr mit Film auf Anhieb und ohne Belichtungsreihen etc. perfekte Bilder auf Film hin?

Doch, Sebastian, mit dem Phomi bekam man das schon hin, sogar auf Diafilm und auch Leute, die mit der Phototechnik sonst nichts im Sinn hatten und selbst mit A. Köhler nichts anfangen konnten, obschon das Mikroskop ihr tägliches Arbeitsgerät war. Die bekamen einen Film eingelegt, legten ihre Präparate unter und los gings, anschließend entwickeln, rahmen und zwei Stunden später damit zur Konferenz. Für Belichtungsreihen wäre da nicht das geringste Verständnis aufgekommen. Das Photomikroskop hatte sauber zu sein und zu funktionieren!

... und es funktionierte auch!

Freundliche Grüße von jemandem, der sicher weit mehr als 2000 Filme aus Zeiss Photomikroskopen jeder Generation entwickelt und ausgearbeitet hat (Vergrößerungen in SW und Color, Druckvorlagen-Herstellung usw.) Von meinen eigenen Filmen, die ich selbst damit belichtet habe, mal ganz zu schweigen.

Wolfgang
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: Oecoprotonucli in März 17, 2016, 10:38:14 VORMITTAG
Hallo Wolfgang,

was hat denn das Phomi für eine Belichtungsmessungs-Apparatur? Ich habe damals nämlich Fluoreszenzmikroskopie gemacht, und da war die Belichtung schon etwas kniffelig. Am Mikroskop saß extra eine Kamera, die Spotmessung konnte, und dennoch habe ich meist ein paar verschiedene Belichtungsstufen belichtet.

Besten Gruß

Sebastian
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: l'œil armé in März 17, 2016, 11:13:59 VORMITTAG
Hallo Sebastian,

ja, das stimmt natürlich. Fluoreszenzmikroskopie ist sicher nicht ganz so einfach, kam aber bei uns auch nur selten vor. Daher bekam derjenige die Anweisung, das maßgebliche Objekt so zu wählen, dass es den Kreis des Spot-Messfeldes möglichst ausfüllt, besser noch größer. Dann hat die Belichtung, von Ausnahmen abgesehen auch gestimmt. Natürlich habe ich die Mikroskope, die Filme und meine Entwicklung ausgetestet und im Griff gehabt. Das war schon auch Voraussetzung und meist habe ich vorher das Gerät kontrolliert und eingestellt.

Schlimmer war, dass die Benutzer meist den Schwarzschildeffekt vergaßen zu berücksichtigen, wenn sie selbst die Empfindlichkeitseinstellung zwischen den Filmen wechseln mussten oder bei der Hellfeldmikroskopie mit dem Phomi II zu schnell mit dem Auslösefinger waren oder nicht auf den richtigen Knopp gedrückt haben, sodass der Film zwar transportiert, aber nicht belichtet wurde (konnte bei IIer gut passieren, wenn man keinen separaten Kabel-Auslöser hat, sondern am Steuergerät drückt). Schilder an der Wand halfen im abgedunkelten Mikroskopierraum nicht immer.

Aber das liegt nun auch schon 20 Jahre zurück

Freundliche Grüße

Wolfgang
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: reblaus in März 17, 2016, 11:38:08 VORMITTAG
Hallo -

einer der Strahlenteiler in dem vielfach gefalteten Strahlengang dient dazu eine klassische Vakuum-Fotozelle mit Licht zu versorgen.

Man mache sich diese faszinierend verrückte Konstruktion mal klar:

In Fotostellung wird das gesamte Licht vom Objektiv wird erst mal im rechten Winkel nach hinten in den Hals reflektiert. Da dieser ja krumm ist, kommt nach einigen cm ein Prisma, das den Strahl etwa 45° nach unten lenkt, wo er zunächst einen Optovar passiert, der gleichzeitig der Kompensation der Restfehler dient. Von da aus geht es zwar geradeaus weiter auf die Filmebene, allerdings muss vorher noch ein teildurchlässiger Spiegel passiert werden, der einen Teil des Lichtes um 90° nach hinten oben in ein weiteres Strahlenteilerprisma lenkt.
Dieses lässt einen Teil auf die Fotozelle durch, den größeren Rest reflektiert es um weitere 90° nach vorne oben (parallel zum Hauptstrahlengang). Dort geht es wieder durch ein Prisma, das den Strahlengang um 60° nach vorne unten durch eine Fotostrichplatte in die Prismen des Binotubus lenkt, wo man dann das Sucherbild endlich zu Gesicht bekommt.

Nicht zuletzt sind in diesem Sucherstrahlengang auch noch weitere Linsenkombinationen enthalten, unter anderem wird darin auch die erste Kompensation vor der Filmebene wieder aufgehoben, damit durch die Kpl-Okulare nicht doppelt kompensiert wird.

Immerhin sind auf dem Weg vom Objektiv zur Filmebene nur 17 Glasflächen (Optovar 1, einfaches Prisma, doppeltes Prisma, Optovar 2, Teilerspiegel - verkittete Flächen nicht mitgerechnet). Auf dem Rückweg zum Binotubus kommen, dieser nicht mitgerechnet, noch weitere 15 Flächen hinzu - aber diese stören natürlich das Bild in der Kamera nicht.

Viele Grüße

Rolf

P.S. Auch ich habe 20 Jahre mit einem Phomi II gearbeitet, aber später gerne den direkten Weg über eine aufgesetzte KB-Kamera mit Belichtungsautomatik gewählt, da oft nach wenigen Bildern der Film (meist Ektachrome) möglichst sparsam abgeschnitten werden sollte um die Dias schnellstmöglich zu entwickeln.
Aber ich höre auch heute gerne noch dem satten Geräusch des Rotations-Schlitzverschlusses und dem Schnurren des Filmtransports zu  ;D und ärgere mich, dass die teuersten Teile heute obsolet sind, ja sogar den Gebrauchtpreis des Gerätes im Vergleich zu einem Standard Universal eher vermindern.
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: the_playstation in März 17, 2016, 12:28:31 NACHMITTAGS
Hallo Rolf.

Ja. Leider hat die Digitaltechnik nahezu jede andere Technik im Bereich Medien, Medienspeicherung, ... nahezu 100% abgelöst und wird in den kommenden Jahren auch noch die Reste ablösen. Z.B. wird es in Zukunft wohl auch kein Film mehr im Kinobereich geben. Ausserdem wurden nahezu alle Speichermedien durch Festplatte und Chip (RAM, ROM, Stick,SSD, SD-Karte) ersetzt. Nahezu alle mechanischen Geräte (ausser der Festplatte) sind quasi ausgestorben.
Dazu gehören Film, Fotofilm, Bänder (egal ob Video oder Audio), CD, DVD, ...

Damit gehören auch die komplizierten Mechaniken der Vergangenheit an. Aber dafür hat man seinen HD-VHS-Rekorder in besserer Qualität in seinem Smartphone, ...Eine der eindrucksvollsten Mechaniken war in der AVR1 verbaut (z.B. Vakuumschlaufen).

Zurück zum Phomi:
Man kann ja mal probeweise einen kleinen Sensor "hinhalten" und den Platz ausmessen. Danach sieht man weiter.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: l'œil armé in März 17, 2016, 12:52:18 NACHMITTAGS
Zitat von: the_playstation in März 17, 2016, 12:28:31 NACHMITTAGS
...und wird in den kommenden Jahren auch noch die Reste ablösen. Z.B. wird es in Zukunft wohl auch kein Film mehr im Kinobereich geben.

Hallo Jorrit,

das sehe ich noch nicht. Erzählt wurde das zwar sehr gerne schon vor 30 Jahren und vehement von renommierten "vorausschauend- und -eilenden Experten" seit 20 Jahren beschrieen, aber den Film im Kinobereich gibt es noch immer und ich glaube auch nicht, dass er ganz aussterben wird weil sich daraus inzwischen eine Kunstform entwickelt hat, die sich durch rein kaufmännische Argumente nicht fassen lässt. KODAK beispielsweise arbeitet gerade daran, mit einer neuen Kamera und einem neuen Filmvertriebs- und Verarbeitungskonzept, jungen Filmemachern die Arbeit mit dem Medium Film wieder zukunftsträchtiger zu gestalten.

Ginge das so einfach auf, dann gäbe es seit mindestens 150 Jahren auch keine Öl-Malfarben u.ä. mehr ... und seit mindestens 40 Jahren keine mechanischen Armbanduhren. Wieso haben wir heute, wo das Auto seit mindestens 70 Jahren den Individualverkehr absolut dominiert, in Niedersachsen mehr Pferde als zum Ende des 19. Jahrhunderts? Wieso werden eigentlich jährlich Millionen für Segelboote ausgegeben, wo man doch viel bequemer mit dem Außenborder - und vor Allem auch schneller...? Neenee, soo einfach ist das nicht und ich finde auch ganz prima dass es so ist, mal ganz davon abgesehen, dass die Bilddaten-Speicherung auf S/W-Polyesther-Film wohl immer noch die sicherste Form der Speicherung darstellt. Vor Allem lässt sich die Datei im Zweifelsfall mit Lupe und Kerzenlicht bequem auslesen.

Zitat von: the_playstation in März 17, 2016, 12:28:31 NACHMITTAGS
Zurück zum Phomi:
Man kann ja mal probeweise einen kleinen Sensor "hinhalten" und den Platz ausmessen. Danach sieht man weiter.

DAS mach mal!

Freundliche Grüße

Wolfgang
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: Oecoprotonucli in März 17, 2016, 13:04:48 NACHMITTAGS
Hallo Rolf,

ich musste fast ein wahnsinniges Lachen von mir geben, als ich Deine Beschreibung las. Irgendwie möchte ich jetzt auch ein Phomi haben..  :D

Zitat von: reblaus in März 17, 2016, 11:38:08 VORMITTAG
einer der Strahlenteiler in dem vielfach gefalteten Strahlengang dient dazu eine klassische Vakuum-Fotozelle mit Licht zu versorgen.

Ah, ist das in dem Schema, das zuvor hier gezeigt wurde, die Nr. 13 ?

Besten Gruß

Sebastian
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: the_playstation in März 17, 2016, 13:45:58 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang.
Als Kunstrichtung hast Du sicher Recht. In Kinos werden aber bald immer mehr Beamer zum Einsatz kommen. Sony hat damit schon vor Jahren begonnen Der Vorteil, keine Filme mehr einlegen zu müssen (spart Personal) und den leichten Vertrieb / Transport der Medien und der Aspekt der Raubkopien waren die Gründe.

Daher blüht Filmprojektoren genauso das Aus wie der Filmtechnik im Phomi.

Liebe Grüße Jorrit
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: reblaus in März 17, 2016, 14:06:12 NACHMITTAGS
@Sebastian -

mein Schema war auf das Phomi (erstes Modell mit Federantrieb) bezogen, der Strahlengang hat sich zum Phomi II/III (die Bilder am Anfang) etwas geändert aber eher weiter kompliziert obwohl der 2. Optovar weggefallen ist.

@Wolfgang -
hier wäre noch zu ergänzen: Es werden immer noch Schallplatten mit Schlangenschrift produziert und geschätzt, auch die Bücher auf Papier sind immer noch nicht ausgestorben, obwohl schon vor 40 Jahren das papierlose Zeitalter vorausgesagt wurde.

Viele Grüße

Rolf
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: l'œil armé in März 17, 2016, 14:08:48 NACHMITTAGS
Lieber Jorrit,

alles richtig, aber Europa, Nordamerika und Japan sind erstens nicht die einzigen Interessenten für Kinofilme und der große Vorteil an einem 35mm Projektor in der 3. Welt ist, das jeder 35mm Streifen darauf läuft. Die Kinos in diesen Ländern haben oftmals garnicht das Geld für eine Digitalaufrüstung aber die 35mm Maschine läuft auch mit dem Generator hinterm Haus. Hingegen wird mit dem Verleih der durchgelaufenen Kopien aus den erstgenannten Ländern dort auch immer noch Geld verdient.

Zweitens bedeutet Kunstform hier nicht, einen 35mm oder gar 70mm zu projizieren sondern darauf zu produzieren d.h. aufzunehmen um den Ausdruck des Materials zu bekommen ... und um es gleich vorweg zu nehmen: nein, digital ist nicht dasselbe bloß weil man zwei Filter drüberlaufen lässt. Der Schnitt läuft sowieso digital. Aber ob das einem Techniker klar ist/wird ...??

Freundliche Grüße

Wolfgang


Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: l'œil armé in März 17, 2016, 14:09:30 NACHMITTAGS
Zitat von: reblaus in März 17, 2016, 14:06:12 NACHMITTAGS

@Wolfgang -
hier wäre noch zu ergänzen: Es werden immer noch Schallplatten mit Schlangenschrift produziert und geschätzt, auch die Bücher auf Papier sind immer noch nicht ausgestorben, obwohl schon vor 40 Jahren das papierlose Zeitalter vorausgesagt wurde.


Ebent! :)
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: the_playstation in März 17, 2016, 14:16:53 NACHMITTAGS
Zitat von: l'œil armé in März 17, 2016, 14:08:48 NACHMITTAGS
Kunstform bedeutet nicht, auf 35mm oder gar 70mm zu projizieren sondern zu produzieren d.h. aufzunehmen um den Ausdruck des Materials zu bekommen ... und um es gleich vorweg zu nehmen: nein, digital ist nicht dasselbe bloß weil man zwei Filter drüberlaufen lässt. Der Schnitt läuft sowieso digital. Aber ob das einem Techniker klar ist/wird ...??

Freundliche Grüße

Wolfgang

Hallo Wolfgang.
Das habe ich nie bezweifelt. Z.T. gehört der "Look" (nicht als Kunstform) auch zum Genre z.B. bei Krimis. Es ging mir um die generelle Entwicklung.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: l'œil armé in März 17, 2016, 16:14:13 NACHMITTAGS
Zitat von: the_playstation in März 17, 2016, 14:16:53 NACHMITTAGS

Das habe ich nie bezweifelt.

Doch, Jorrit, genau das hast Du ;D denn zum Erreichen des "Look" benötigt der kunstschaffende Filmautor Film. Also den mit den Löchern an der Seite.

Freundliche Grüße

Wolfgang
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: the_playstation in März 17, 2016, 17:16:59 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang.
Das habe ich nicht! Es werden ja auch künstlerische Bilder mit Lochkameras gemacht. Warum nicht. Das hält aber den generellen Einzug digitaler Technik nicht auf.
Im übrigen werden viele Nachtaufnahmen in Krimis mit digitalen Kameras gemacht und entsprechend nachbearbeitet.
Wer es noch nicht wußte. Alle Nachtszenen in alten Wesern wurden am Tag um 12:00 Mittag gedreht (damit man den Schatten der grellen Sonne nicht sah). Weil nicht digitale Filmkameras nur begrenzt empfindlich sind. Genauso wie Lochkameras sehr lange Belichtungszeiten benötigen.

Und das war/ist wahrscheinlich auch das Aus für Filmrollen im Phomi. Nein. Nicht Nachtaufnahmen in Western. Die geringe Empfindlichkeit. Künstler sind da eine Minderheit. Das heißt nicht, daß ich etwas gegen Ölgemälde, Lochkameras oder alte Foto-Film-Technik habe. Man muß aber auch deren Nachteile sehen.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: Oecoprotonucli in März 17, 2016, 17:40:31 NACHMITTAGS
Zitat von: the_playstation in März 17, 2016, 17:16:59 NACHMITTAGS
Künstler sind da eine Minderheit.

Hallo Jorrit,

na, Phomi-Benutzer sind ja auch keine Mehrheit. Und davon gibt es dann vielleicht nochmals eine Minderheit, die in Erwägung zieht, es mit Film zu benutzen. Und weil es wohl noch genug Fotografen gibt, die auch gerne mal einen Film benutzen, hat das vielleicht eine Chance. (Die hätte es ohne die Fotografen, die den Film für ihre "normale Kamera" benutzen, natürlich nicht.)

Viele Grüße

Sebastian
Titel: Re: Umbau eines Phomi II auf Vollformatsensor möglich?
Beitrag von: l'œil armé in März 17, 2016, 18:53:43 NACHMITTAGS
Zitat von: the_playstation in März 17, 2016, 12:28:31 NACHMITTAGS
Ja. Leider hat die Digitaltechnik nahezu jede andere Technik im Bereich Medien, Medienspeicherung, ... nahezu 100% abgelöst und wird in den kommenden Jahren auch noch die Reste ablösen. Z.B. wird es in Zukunft wohl auch kein Film mehr im Kinobereich geben. Ausserdem wurden nahezu alle Speichermedien durch Festplatte und Chip (RAM, ROM, Stick,SSD, SD-Karte) ersetzt. Nahezu alle mechanischen Geräte (ausser der Festplatte) sind quasi ausgestorben.
Dazu gehören Film, Fotofilm, Bänder (egal ob Video oder Audio), CD, DVD, ...

Nur so, zur Erinnerung ;D ..... Aber was soll 's? Mut zur Lücke ....

Achja, Nachteile hat beispielsweise die Malerei nur dann, wenn man sich zum Ziel setzt, damit Sportkurzzeitaufnahmen zu machen. Die "amerikanische Nacht" ist mir durchaus geläufig - wie so manch anderer Filmtrick (Schüfftan-Spiegel u.a.m.) auch. Bei allem gilt ganz einfach, dass man sie nutzt in den Bereichen, die sich damit beherrschen lassen, und nicht Dinge mit Film machen zu wollen, die erst mit der Elektronik möglich wurden. Dann gibt es auch keine Nachteile - wohl aber die Schönheit und den Charakter der Filmaufzeichnung.

So, das war von mir der letzte Beitrag zu diesem Thema!

Freundliche Grüße

Wolfgang