Hallo zusammen,
ich frage mich seit einer Weile, warum es die Objektive mit 63- oder 6,3-facher Vergrößerung vorwiegend zu geben scheint (ja, man trifft auch glatte Zahlen, aber nicht so häufig, jedenfalls nicht in meiner älteren Leitz-Welt).
Nach ein paar kläglichen Versuchen mit Quadratwurzeln und π (Pi) habe ich schnell aufgegeben, das Rätsel zu lösen, die Zahlenjongliererei ist nicht so mein Fachgebiet.
Viele Grüße
Sebastian
Hallo Sebastian,
des Rätsels Lösung liegt hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Renard-Serie
Fröhliches Rechnen!
Rainer
Lieber Rainer,
das ging schnell, Danke!
Passt, wobei ich ein Objektiv vermisse oder selten gesehen habe, und bei Leitz das 160er nur als Auflichtobjektiv, oder?:
1
1,6
2,5
4
6,3
10
16
25
40
63
100
160
Jede höhere Objektivstufe vergrößert also ca. 1,6 mal höher als die vorherige. Alle fünf Stufen eine Verzehnfachung. Die Flächenvergrößerung steigt von Stufe zu Stufe ca. um den Faktor 2,5 , aber wirklich sehr ungefähr, bzw. die sichtbare Fläche um den Faktor 0,4 (sie sinkt). Scheint irgendwie praktisch zu sein, aber auch irgendwie sinnfrei, könnte im Falle der Mikroskopie doch auch beliebig anders sein, oder? Bei den bei Wikipedia beschriebenen Fesselballon-Kabeln mag es ja irgendwie mit der Belastung zu tun haben.
Viele Grüße
Sebastian
der vorteil der geometrischen reihe ist ein für dich gleichmäßiges zoomen wenn du die objektive durchschwenkst
das man als basis 10^(1/5) nimmt ist allerdings willkürlich
Hallo zusammen,
ich schlage folgende Objektivreihe vor - die bitte dann nach mir benannt wird ;D :
1
1,8
3,3
5,8
10
18
33
60
108
Viele Grüße
Sebastian
Hallo.
Heute, im Digital-Zeitalter würde man wahrscheinlich 1,2,4,8,16,32,64,125 benutzen. :) Bleibt man bei 10, und 100, wird es krumm. Auch 12 wäre besser gewesen. Bei der Zeit hat man den Vorteil erkannt.
Liebe Grüße Jorrit.
Hallo Sebastian,
bei Göke (Moderne Methoden der Lichtmikroskopie, Kosmos, 1988) ist auch die Normzahlenreihe mit der zusätzlichen Erläuterung der gleichmäßigen Abweichungen einer Zahl von der folgenden Zahl von 25% abgedruckt. Ansonsten scheinen mir die Faktoren willkürlich, aber nicht unzweckmäßig gewählt zu sein.
Viele Grüße
Rainer
Moin,
hierzu zwei Infos:
Aus Radio-Praktiker-Bücherei Band 100, ca. 1960 für elektronische Bauelemente:
deutsche Normwertreihe R10: 1,00 - 1,25 - 1,60 - 2,00 -2,50 - 3.15 - 4,00 - 5,00 - 6,30 - 8,00
Sie hat sich gegen die internationale E12 Reihe: 1,0 - 1,2 - 1,5 - 1,8 - 2,2 - 2,7 - 3,3 - 3,9 -4,7 - 5,6 - 6,8 - 8,2 nicht halten können.
Die Objektiv- und Okularvergrößerungen folgen auch der R10-Reihe mit:
1 - 1,25 - 1,6 - 2 - 2,5 - 3,2 - 4 - 5 - 6,3 - 8
Aus Leitz "Abbildende und Beleuchtende Optik des Mikroskops" 1973, Seite 119 Tabelle der Normvergrößerungen
Zitate "Sie hat den Vorteil, daß Normvergrößerung X Normvergrößerung wieder eine Normvergrößerung ergibt"
"Scheinbare Unstimmigkeiten rühren von den Abrundungen her"
"Eine Objektiv- oder Okularserie muß nicht sämtliche Werte der Normreihe enthalten."
Gruß
Klaus
Hallo Klaus,
vielen Dank auch für den Hinweis - dieser letzten Seite des Hefts habe ich bisher noch keine Beachtung geschenkt. Die Vergrößerungsstufen sind demnach auch in der Berechnung und Anwendung praktisch, wenn man mit Tubuslinsen von 0,8x oder 1,25x arbeitet, außerdem beim Umgang mit Vergrößerungsgeräten, die man dann auf entsprechende Stufen einstellen kann.
Beides hat aber heutzutage wohl kaum noch Bedeutung.
Viele Grüße
Sebastian
Zitat von: Oecoprotonucli in Mai 17, 2016, 13:08:24 NACHMITTAGS
Passt, wobei ich ein Objektiv vermisse oder selten gesehen habe, und bei Leitz das 160er nur als Auflichtobjektiv, oder?:
1
1,6
2,5
4
6,3
10
16
25
40
63
100
160
Es gibt sie doch!
Ich besitze ein Planapo von Leitz mit 16, Durchlicht, 160 mm
Gruss Horst
ZitatIch besitze ein Planapo von Leitz mit 16, Durchlicht, 160 mm
Hallo Horst,
hast du auch das 160er für Durchlicht? :D
Natürlich 160mm Tubuslänge! Und eben nicht 170mm.
Gruss Horst
Lieber Horst,
ZitatNatürlich 160mm Tubuslänge! Und eben nicht 170mm.
kann es sein, dass wir haarscharf aneinander vorbeireden? Der Sebastian spricht von einem 160er Objektiv und meint damit
nicht die Tubuslänge! Und er vermutet - m. E. ganz richtig - dass es das nur als Auflichtobjektiv gibt.
Und es existiert tatsächlich als Plan und als Planapo und noch als PH für Auflicht.
Bedeutet: dein Hinweis, dass du ein 16er Durchlicht (Tubuslänge 160 mm) hast ist zwar schön zu wissen, aber nicht die Antwort auf seine Vermutung. :D
Liebe Leute,
Ihr habt ja beide Recht! Ich sprach beide Objektive an und hatte das 16er rot markiert und "vermisst bzw. selten gesehen", während ich - außerdem - auf das 160er (Vergrößerung!) Auflichtobjektiv hinwies.
Vielleicht sollte ich nun das "vermisst" streichen und nur noch das "selten gesehen" stehen lassen. Tatsächlich habe ich so ein 16er jetzt z.B. wieder bei Ebay gesehen und vielleicht auch schon vorher - nur dann wieder vergessen. Ich selbst interessiere mich auch mehr für 170 mm Tubuslänge, so dass ich mich in dem 160 mm Tubuslängen-Bereich weniger umgeschaut habe.
Neue Frage wäre allerdings, ob ein 170 mm Tubus-Leitz-Objektiv mit 16er Vergrößerung (oder 16:1) existiert - da können wir gerne weiter drüber berichten ;) .
Außerdem frage ich mich bei der 160er Vergrößerung, wie das eigentlich mit der förderlichen Vergrößerung vereinbar ist - eine num. Apertur von 1,6 wird es ja nicht haben... ;D
Viele Grüße
Sebastian
Hallo Sebastian,
bei Leitz gibt es das Pl 16 Ap 0.40, das Pl Apo 16 Ap. 0.40 mit 170/0,17/45mm für Phasenkontrast Phaco 1 NPl 16 und Pl Apo 16,
für Polarisation ein NPl P 16 Ap. 0.40 und einen Achromaten Pol-Interf. 16 Ap. 0.35
Für Auflicht-Phasenkontrast einen Achromaten Phaco Pl 160x Ap. 0,95 und einen Apochromaten Phaco PL Apo Öl 160x Ap. 1.40
Quelle: Abbildende und beleuchtende Optik des Mikroskops von Leitz.
Herzliche Grüße
Herbert
Hallo Herbert,
jetzt wird's mir langsam peinlich, das Dokument habe ich doch schon hundertmal aufgemacht - aber eben wohl nur selektiv gelesen und aufgenommen.
Die Frage, wie man auf die Idee eines 160x Objektivs gekommen ist, habe ich aber immer noch. Geht das nicht über die förderliche Vergrößerung hinaus? Oder benutzt man dazu schwächer vergrößernde Okulare?
Viele Grüße
Sebastian
Hallo Sebastian,
vermutlich benutzt man beim 160x/0.95 das Okular 6,3x = Vergrößerung 1009 oder 6x = 960fach.
Der Sinn dieser hohen Objektivvergrößerung ist mir auch nicht klar, aber da haben wir hier sicher Experten.
Herzliche Grüße
Herbert
Hallo Herbert,
ZitatDer Sinn dieser hohen Objektivvergrößerung ist mir auch nicht klar, aber da haben wir hier sicher Experten.
Mit dem Bereich Metallografie in meiner Abteilung habe ich mich nicht so detailliert beschäftigt, aber ich erinnere mich, dass die hohen Vergrößerungen von der DIN zur Auswertung von Eindücken bei der Mikro-Härtemessung gefordert werden um die Genauigkeit der Messung zu erhöhen..
Beim Googeln habe ich aber auf die Schnelle keinen Beleg dafür gefunden.
http://www.mikroskop-online.de/Mikroskop%20BDA/30-681a-1.G%20%20NEOPHOT%2021%20%28T%29.pdf Seite 47, Tabellen
(geändert, da irrtümlich erst falscher Link)
Diese Vergrößerungstabelle zeigt die Benutzung verschiedener Objektive mit Vergrößerungswechsler, um normgerechte Vergrößerungen zu erhalten (hier für Neophot 21, CZJ)
Viele Grüße
Alfred