Hallo zusammen,
mal wieder eine vermutlich völlig überflüssige Frage, aber ich bin grad verunsichert...
Ich putze normalerweise meine "gebrauchsfertigen" Objektträger mit Aceton, welches seit ich weiß nicht wann im Labor steht. Nun neigt es sich jetzt allerdings dem Ende, und da außer mir im Labor keiner Aceton braucht, stehe ich nun vor der Qual der Wahl: Welches nachbestellen?!? Allein bei Roth gibt es schon 10 verschiedene, und p.a. muß es zum Putzen nicht sein. Oder doch? Bleiben ggf irgendwelche unerwünschten Rückstände wenn ich das billigste nehme? Ich hab auch nicht vor, irgendwas Lebendiges auf die Träger zu tun, sondern will damit nur meine Paraffinschnitte aufziehn.
Vielleicht kann mich jemand erhellen.
Mit bestem Dank schonmal!
Nora
Hallo,
pragmatischer Tipp?
http://www.ebay.de/sch/i.html?_from=R40&_trksid=p2050601.m570.l1313.TR12.TRC2.A0.H0.Xaceton.TRS0&_nkw=aceton&_sacat=0 (http://www.ebay.de/sch/i.html?_from=R40&_trksid=p2050601.m570.l1313.TR12.TRC2.A0.H0.Xaceton.TRS0&_nkw=aceton&_sacat=0)
Bestellen und probieren. Bei dem Preis (ca. 2,50 EUR f. 500 ml oder 5 EUR für 1000 ml) wäre der Verlust zu verschmerzen.
Ich weiß jetzt nicht, was es bei Carl Roth kostet.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Nora,
wenn die "gebrauchsfertigen" sehr schlierig sind nehme ich Vim*) und heißes Wasser und trockne dann mit einem sauberen Tuch. Ethanol tuts auch. Auf Aceton wäre ich nicht gekommen. Aber wenn dann unbedingt "Ultragrade" ;D
*) ersatzweise Ata ;)
Hallo Nora,
Aceton gibt es für 5 EUR den Liter in jedem Baumarkt. Mir reicht der völlig.
Schöne Grüße
Carsten
Ich muss ehrlichkeitshalber sagen, meine Objektträger kommen aus der Küchenspülmaschiene.
Ich hab mal günstig einen Edelstahlhalter für ich glaube 10 Träger ergattert. Der kommt bestückt mit Trägern aus der Packung oder aus der Verwendung (dann vorgereinigt) in den Besteckschub und nach dem Spülgang sind die "astrein".
Hallo Maddin,
genau so!!
Grüße
Wolfgang
Vielen Dank für die raschen und zahlreichen Antworten!! :)
Hat mir alles geholfen, ich war nur ob des ungeahnten Angebots etwas verwirrt. Die Objektträger sind auch so eigentlich tatsächlich sauber, hab schon oft genug vergessen sie nochmal extra zu putzen und auch keinen Unterschied gemerkt, aber man will ja dann doch alles so richtig wie möglich machen. Das Putzen mit Aceton steht iü im Romeis und ich glaub auch in Herrn Schultes HistologieLeitfaden, sonst wär ich auch nicht draufgekommen sondern hätte meine "gebrauchsfertigen" Träger einfach aus der Kiste genommen ;D
Also Dank nochmal und viele Grüße!
Nora
Hallo,
warum eigentlich keine Brillenputztücher....? Die benutze ich.
Gruß
Jens
Hallo Jens,
Zitatwarum eigentlich keine Brillenputztücher....? Die benutze ich.
vielleicht, weil du reich wie Trump bist?
Nö, reich wie Trump bin ich leider nicht.
Wenns so wäre... dann hätte ich einen persönlichen und hauptberuflichen Objektträgerputzassistenten (oder noch besser: Objektträgerputzassistentin).... :)
Die Brillenputztücher gibts z.B. beim Lidl an der Kasse. Dort sind die nicht teuer.
(Die echten Profis benutzen anscheinend Nitriersäure zum Entfetten der Objektträger (Quelle: Das große Kosmos-Buch der Mikroskopie).... geht bestimmt total gut und ist bestimmt auch supereinfach zu handhaben..... nur bekommt man dabei gelbe Finger.)
Viele Grüße
Jens
...noch besser als Nitriersäure ist Chrom-Schwefelsäure, obwohl sie heute verpönt ist.
Bei Nitriersäure gerät man außerdem schnell in Terrorismus-Verdacht.
Gruß - Werner
Vor langer Zeit habe ich kleine Testplatten hergestellt. Deckgläser versilbert und mit feinen Linien versehen. Einzige gute und erfolgreiche Reinigung der Deckgläser für die sehr empfindliche chemische Versilberung war das Kochen der Gläser in einer Sodalösung. Ob das auch für Objektträger geht ?
Schöne Grüße
Peter
Hallo,
da muss ich doch auch noch einen drauf legen:
Zitatnoch besser als Nitriersäure ist Chrom-Schwefelsäure
Stimmt definitiv, wird bei mir im Betrieb auch noch angewendet (in seltenen Fällen für Küvetten).
Für uns Mikroskopiker reicht aber folgendes Rezept völlig :
- a) ich bin sehr zu frieden damit
- b) es ist nicht von meinem Geist, das original-Rezept habe ich vor langer Zeit irgendwo hier im Forum gelesen
- c) ich habe es leicht modifiziert
70% Spiritus (Baumarktqualität)
20% konz. Amoniak
10% Fensterreiniger (ich verzichte mal auf eine Marke, billig reicht)
Darin lagere ich meine Objekträger und Deckgläser (in Tupperdosen) und wische sie bei Benutzung unmittelbar vorher mit Küchenkrepp ab.
Gute Nacht
Carsten
Gruß in die Runde,
Ich verwende Anlauger aus dem Baumarkt funktioniert hervorragend. Anlauger wird verwendet um lackierte Flächen zu reinigen um Sie für einen Neuanstrich vorzubereiten. Pulver nach Packungsangabe in Wasser auflösen, Objekträger 1 h einlegen danach gründlich abspülen und ggf in deionisiertes Wasser tauchen um Kalkflecken zu vermeiden.
Gruß Michael
Hallo Carsten,
Brennspiritus (http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=21614.15) ist wegen seiner Rückstände für manche Amöben, Ciliaten etc. schädlich! Ich verwende seither 70%igen Isopropanol!
Mit rückstandsfreien Grüßen
Heinrich
Zitat von: Jenz in Januar 18, 2017, 20:49:54 NACHMITTAGS
(Die echten Profis benutzen anscheinend Nitriersäure zum Entfetten der Objektträger (Quelle: Das große Kosmos-Buch der Mikroskopie).... geht bestimmt total gut und ist bestimmt auch supereinfach zu handhaben..... nur bekommt man dabei gelbe Finger.)
*** BITTE *** BITTE *** BITTE ***
KEINE Nitriersäure !
1) Ihr werdet keine fertige Nitriersäure bekommen (zumindest nicht meines Wissens) und wenn ihr echte (!) Nitriersäure selbst herstellt und nicht GENAU wisst was ihr tut (-> Temperatur), dann geht schon mal in Deckung. Selbst unter Einhaltung der richtigen Temperatur: IMMER im Abzug mischen ! Das Mischen von niedrig-konzentrierten Salpeter- und Schwefelsäure ist zwar nicht sooo gefährlich (dennoch IMMER im Abzug), aber hier war ja offensichtlich die Rede von ECHTER Nitriersäure.
2) Der Kauf zumindest von hochkonzentrierter Salpetersäure ("rauchend") wird 'eh schwierig für Otto Normalverbraucher
3) Hochkonzentrierte Salpetersäure muss man wirklich nicht daheim haben - auch nicht in einem Labor, wenn man sie nicht wirklich braucht.
4) Der angesprochene Terrorverdacht ist natürlich etwas überspitzt, aber prinzipiell richtig !
Liebe Grüße vom
Nibelungen-Nils
(...der viel zu selten hier ist)
Hallo,
ich würd mit Aceton aus dem Baumarkt keine Objektträger putzen, das ist zu sehr verunreinigt und allenfalls als Lösungsmittel für Nagellack zu gebrauchen.
Viele Grüße!
Rainer
Hat zwar nicht unmittelbar mit Objektträgerreinigung zu tun.
Organisch-Chemische Experimentierkunst II:
(http://www.uni-saarland.de/lehrstuhl/jauch/lehre/experimentierkunst-ii.html (http://www.uni-saarland.de/lehrstuhl/jauch/lehre/experimentierkunst-ii.html))
Zitat: "Wie reinigt man Glasgeräte??? In der Regel mit der Spülmaschine.
Zum porentiefen Reinigen von Glasgeräten gibt es nichts besseres, als ein Isopropanol/KOH-Bad (In einer geeigneten Wanne Isopropanol mit soviel KOH (oder auch NaOH) versetzen, dass Bodensatz bleibt; ein frisch angesetztes Isopropanol/KOH-Bad entfaltet erst dann seine volle Reinigungsskraft, wenn es bräunlich ist). Zu reinigende Glasgeräte sollten immer ganz von der Ba:dflüssigkeit bedeckt sein und keine Luftblasen mehr enthalten.
Nachdem man Glasgeräte aus dem KOH-Bad genommen hat, gründlich unter fließendem Wasser abspülen, dann kurz (!!!) in 0,1-1N HCl-Bad tauchen (NIIIIEEEE einige Stunden oder gar über Nacht darin liegen lassen, weil sonst die Glasoberfläche sauer wird!!!), herausnehmen und gründlich mit dest. Wasser abspülen, dann ab in den Trockenschrank (60-70 °C).
Warum das Ganze??? Glas ist ein Ionenaustauscher. Durch langes Liegen in Säure tauscht Glas Na+ durch H+ aus, so dass die Oberfläche sauer reagiert! Das kann dazu führen, dass Reaktionen mit Basen nicht gehen, weil diese durch die Neutralisation der Glasoberfläche verbraucht werden, bevor sie mit den Reaktionspartnern reagieren können!
Generell: Glasoberfläche kann auch Reaktionen beeinflussen!!! Nicht nur Na+, H+, sondern auch OH-Gruppen an der Oberfläche von ,,SiO2" (ähnlich wie Kieselgel).
Um eine inerte Glasoberfläche zu erzeugen, kann man Glas einfach silylieren. Dazu macht man eine ca. 5%ige Lösung von Chlortrimethylsilan in Chloroform. Diese gießt man in den Kolben und schwenkt ihn damit gut aus. Überschuss der Silylierungslösung abgießen, Kolben trocknen, fertig."
Grüße Helmut
Zitat von: Carsten Wieczorrek in Januar 18, 2017, 23:34:53 NACHMITTAGS
70% Spiritus (Baumarktqualität)
20% konz. Amoniak
10% Fensterreiniger (ich verzichte mal auf eine Marke, billig reicht)
Darin lagere ich meine Objekträger und Deckgläser (in Tupperdosen) und wische sie bei Benutzung unmittelbar vorher mit Küchenkrepp ab.
Dann lässt sich dein Ergebnis mit einem
guten Mikrofasertuch (Brillenputztuch) nochmal deutlich verbessern.
Küchenkrepp fusselt wie die Hölle.
ZitatGenerell: Glasoberfläche kann auch Reaktionen beeinflussen!!!
Das ist ja mal tatsächlich interessant. Kann das der Grund sein, warum säureempfindliche Färbungen mit der Zeit verblassen, obwohl man sie eigentlich extra neutral eingedeckelt hat?
Hallo Nora,
noch andere Zitate:
Romeis, Mikroskopische Technik 16. Auflage, 1968, §§ 97 - 101:
https://www.magentacloud.de/lnk/LpMVBTL1 (https://www.magentacloud.de/lnk/LpMVBTL1)
Romeis, Mikroskopische Technik 17. Auflage, 1989, p. 168:
https://www.magentacloud.de/lnk/cdMVBcFv (https://www.magentacloud.de/lnk/cdMVBcFv).
Da steht doch: ... Nach Säurebehandlung müssen die Gläser
sorgfältigst in fließendem Wasser gespült werden;
geringste zurückbleibende Säurereste können die
Haltbarkeit der Färbung reduzieren...
Ich denke, dass da keine Säurespuren zurückbleiben, sondern die Glasoberfläche durch die Reaktion mit der Säure chemisch verändert wurde.
Ich würde auch unterscheiden zwischen Reinigen und Entfetten.
Ultra Clean Microscope Slides:
http://users.wfu.edu/bonin/Microscope/UltraCleanSlides.htm (http://users.wfu.edu/bonin/Microscope/UltraCleanSlides.htm)
Grüße Helmut
Viele Rezepte fokussieren sich auf geheimnisvolle Mittel und langes Spülen.
Maximal wird noch auf die Reinheit der Chemikalien geachtet.
Meine Erfahrung zeigt, dass selbst sehr hohe chemische Reinheit von Reagenzien nicht viel Aussage über deren Partikelgehalt macht.
Partikel verunreinigen aber hinterher die Objekte.
Genauso wird mit den tollsten Mitteln aber Küchenkrepp oder auch Kimwipes gearbeitet, die Partikelschleudern der Extraklasse sind.
Unterm Mikroskop stören aber meist die Partikel und nicht so oft chemische Rückstände.
Ein Objekt (Träger), kann nach angepasster Vorreinigung einfach sorgfältig mit gutem Spülmittel (besser basischer Reiniger) einer guten Nylonbürste oder erstklassigem Mikrofasertuch und unbedingt OP-Handschuhen gespült und unter fließendem Wasser bürstend abgespült werden.
Dann mit destilliertem Wasser für Injektionen (=sterilgefiltert und damit partikelfrei + billig) abspülen und mit einer gefilterten Druckluftpistole trockenblasen.
Das gelungene Ergebnis ist hinsichtlich visueller Sauberkeit mit Wischen nicht mehr zu verbessern.
Auch nicht mit Wundermitteln und hochwertigen Reinraumtüchern.
Will man Sauberkeit im Sinne von chemischer Reinheit der Oberfläche wuss man wohl anders rangehen.