Hallo,
ja, ich habe ein Problem. Ich erzähle erst mal den Zusammenhang:
Ich habe schon vor längerer Zeit begonnen, die Vertival-Objektivschiene um die /0,17 für Deckglasobjekte zu erweitern. Die habe ich seit längerem komplett, nur als "billige" Planachromate, aber als POL Version. Gelegentlich schaue ich mir damit z. B. Kieselalgen am Vertival mit Durchlicht an. Und bin immer wieder erstaunt über die klasse Bildqualität. Also liegt der Wunsch nahe, ein Mikroskop mit Durchlichtmöglichkeit UND 19 mm Wechselrevolver (den es ja für das Vertival nicht gibt) zu besitzen.
Zum Glück benötige ich ja kein ganzes Mikroskop, sondern nur den Träger, in der Mikroval-Familie kann man die ja mit einem Handgriff austauschen. Also muss ein Epival-Träger her (ausserdem kann man da ja noch von einem Interphako Aufsatz trä....)
Vor ein paar Tagen konnte ich einen bei eBay erstehen. Ob der wirklich billig war, weiss ich nicht, aber ich habe ihn 20% unter Maximalgebot bekommen, also preiswert. Und es war auch kein Betrug, das Teil stammt von einem renomierten Fotohändler und war eindeutig als "defekt, alles klebt, nix dreht, zum Ausschlachten für Bastler" markiert.
Ich habe ja wohl definitiv Glück mit meinen drei Jena-Mikroskopen gehabt: alles butterweich. Aber hier?
- Die Schwalbenklemmung für den Tubusanschluss sitzt bombenfest. Nach 2 h Aceton konnte ich die Halteschraube der Hülse abdrehen. Wörtlich, 2 mm Gewinde kamen heraus, der Rest steckt drin... :-X
- Schieber: klemmt etwas, geht aber raus und läßt sich reinigen
- AperturblendeLeuchtfeldblende: Zentrierung bombenfest, Stellrad bombendest. Deckelschrauben bombenfest, Und obwol darin ein Linse/Optik verbaut ist, habe ich mich entschlossen, dieses Teil in Aceton zu baden. Mit Erfolg: die Zentrierschrauben ließen sich mit Hilfe eines Lederläppchens und einer kleinen Rohrzange ohne Beschädigung herausdrehen. Die Schrauben habe ich lange in Aceton gebadet und dann mit einer Messingdrahtbürste gereinigt. Die Schrauben des Deckels ließen sich lösen. Zu meinem grossen Glück ist die eigentliche Irisblende hier noch gesondert gekapselt und man kann alle Antriebszahnräder gefahrlos ausbauen. Die Zahnräder habe ich dann in Aceton gebadet, mit heißem Wasser, Seife und Wurzelbürste behandelt und zuletzt mit der Messingdrahtbürste bekannt gemacht. Die Irisblende habe ich satt mit WD40 gespült und dabei gedreht, dann mit Aceton gespült. Zum Schluss wurden die Linsen gereinigt. Alles sauber und dreht butterweich.
By the Way: Alle DDR-Schmiermittelreste, die ich an diversen Stellen entfernt habe, hatten nicht nur eine teerartige Konsistenz, sondern waren dunkelgrün. Offensichtlich enthält dieses merkwürdige Schmiermittel auch noch Säuren, die in der Lage sind, das Kupfer aus Messingteilen heraus zu lösen (das Zink sicherlich auch, aber das bleibt unsichtbar).
By the Way 2 : Im Gegensatz zu der Blende des Vertival enthält diese Blende eine eigene Optik. Weiss jemand etwas darüber?
- innerer Optikblock: offensichtlich hat einer meiner Vorbesitzer auch schon das Problem festsitzender Teile gehabt, im Inneren des Trägergehäuses, auf dem Optikträger und auf fast allen anderen Teilen (zum Glück kaum auf den Linsen) zeigten sich hunderte kleiner Spritzer, die noch flüssig und ölig waren. Caramba oder WD40 war es wohl nicht, das hätte sich verteilt. Also erst mal alles reinigen. Dazu muss der Optik-Träger aus dem Gehäuse ausgebaut werden. Dazu müssen die Zentrierstifte der Feldblende ausgedreht werden. Und die sitzen bombenfest. Viel WD40 (nein, ich sprühe das nicht, sondern appliziere es mit einer Pipette direkt auf das fest sitzende Gewinde) und ein Lederläppchen plus Kombizange haben auch hier geholfen. Jetzt kann der Optik-Träger ausgebaut und gereinigt werden.
- SehfeldblendeApperturblende: Die Zentrierstifte haben wir ja schon. Jetzt kann der Blendenträger mit einer Kombizange und großer Gewalt aus dem Optikträger gezogen werden. Die Feldblende befindet sich in einer kleinen Stahlbox. Die Stellräder sind bombenfest. Die Deckelschrauben lassen sich nicht drehen. Also kommt das ganze Teil in Aceton.
Nach drei Stunden sind die Stellräder immer noch bombenfest, aber die Schrauben des Deckels lassen sich lösen. Leider ist hier die Iris nicht gekapselt, sie hängt direkt am Deckel. Und das Aceton hat alle 8 Lamellen sauber befreit..... :-[ :-[ :-[
Die Zahnräder und das Gehäuse wurden wie beschieben gereinigt, alles läuft butterweich. Nur leider ohne Iris-Lamellen....
Kann hier jemand helfen, ich sitze schon ein paar Stunden daran und verzweifle über meine dicken Finger...
Schönes Wochenende,
Carsten
Hallo Carsten,
ich kenne Dein spezielles Teil nicht (einFoto würde mit weiterhelfen)
Dien Reparatur einer Irisblende ist hier: http://www.mikroskopfreunde-nordhessen.de/dateien/OI-14.pdf (http://www.mikroskopfreunde-nordhessen.de/dateien/OI-14.pdf) ziemlich weit unten beschrieben. Ich hab mal einen Zeiss/J Polkondensor reparieren müssen (meine erste Reparatur in der Richtung; ist dann auch in die Hosse gegangen) da saß die Irisblende ganz unten in einer Hülse. Wenn Du sowas hast, brauchst Du echt Geduld und Fett! Damit mach ich das nämlich zur Zeit. Alle Lamellen gut einfetten und dann legen. Durch das Fett kleben die Lamellen in der Halterung fest und die letzten lassen sich dann gut unterschieben, ohne dass die ersten wieder rausspingen. Anschließend alles ins Benzin zum entfetten und gut. Du brfauchst aber für sowas die Hände eines begnadeten Gynäkologen :-)
Grüße
Wolfgang
Hallo Carsten,
zum Zusammenbau von Irisblenden gab es einen umfassenden Thread mit vielen nützlichen Tipps, den ich aber trotz der nun funktionniereneden Suchfunktion nicht finde. Vielleicht weiß noch jemand wo man suchen muss...
Viel Glück,
Olaf
Hallo Carsten!
Versuche es mit einer spitzen Pinzette.
Bei mir hat das, nach mehrmaligen Versuchen, zum Erfolg geführt.
Das mit dem Fett würde ich bleiben lassen.
Ich habe das auch mit dem Fett versucht, hat auch anfangs gut geklappt, leider verkleben die Lamellen durch das Fett etwas.
Nachdem die Lamellen beim Bewegen eigenartige Geräusche machten habe ich die Arbeit nochmals gemacht und die Lamellen vorher mit Benzin gereinigt.
Seither funktioniert die Iris einwandfrei.
Schönen Gruß
Walter
Hallo Walter,
hab ich doch gesagt:
hinterher ins Benzin bis das Fett weg ist (muss man natürlich auch mal wechseln!
Grüße
Wolfgang
Hallo Carsten,
Ich leide mit Dir das ist wirklich eine Quälerei. Ich habe die Leuchtfeldblende beim Zeiss Standard zerlegt und zig Versuche gebraucht bis ich es geschafft habe. Es ging erst nachdem ich ein einfaches aber sehr wikungsvolles Hilfstool eines Forummitgliedes nachgemacht habe. Mit den i-pad bekomme ich den link nicht einkopiert. Der Beitrag war von Rama61 und hatt den Titel "Zusammenbau von Irisblenden bzw. Lamellenblenden" und wurde am 14.2.2015 gepostet. Mit dem Teil schafft Du das! Du must nur die Nerven behalten ;D
Viele Grüße,
Michael
Danke für die Antworten. Ich kann mich auch an einen Thread mit einem Hilfswerkzeug erinnern. Habe ihn aber nicht gefunden. Aber jetzt habe ich ja einen Namen.
Bis auf die Iris habe ich alles zusammengebaut. Optik scheint erfreulich zu sein. Ich stelle Gleich mal Bilder ein, wenn ich aus der Wanne bin...
Carsten
Hallo,
war das vielleicht dieser (http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=22319.msg166243#msg166243) Faden?
Oder dieser (http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=21908.msg166150#msg166150)?
Ich finde die neue Such(t)funktion des Forums richtig gut.
LG Gerd