Liebe Kollegen!
Ich habe mein Auflicht Makroskop (Wild Epimakroskop M450) zu einem Fotomakroskop umgebaut.
Im Makroskop ist ein linearer Polfilter verbaut. Vor der Frontlinse ist ein Lambda 1/4 Platte fest (drehbar) verbaut um Reflexionen auszuschalten.
Ich habe eine Durchlichtlichteinheit und einen Poltisch mit Polarisator. Wenn ich nun Bilder von Dünnschliffen mache habe ich das Problem, dass durch das Lambda 1/4 Filter die Farben der Minerale nicht denen bei gekreuzter Polarisation entsprechen.
Ich habe nun versucht, mit Hilfe eines 1Lambda Komensators die Lambda 1/4 Platte so zu verdrehen, dass das Rot des Kompensators stimmmt. Ich habe aber dennoch ,das Gefühl, dass die Farben immer noch nicht stimmen.
Hat jemand eine Idee wie ich die Wirkung der Lambda 1/4 Platte ausschalten kann, ohne das Teil abzubauen?
Schönen Gruß
Walter
Hallo Walter,
Bei den Makroskopen die ich kenne ist der Lambda/4 mit Bajonett angesetzt. Man kann auch Vorsatzlinsen über das Bajonett anbringen, deshalb verstehe ich nicht, warum der fest verbaut ist?
Hallo Klaus!
Das ist bei den Makroskopen Wild M400 und M420 der Fall. Dort kann man auch das Objektiv tauschen. Bei meinem Wild Epimakroskop M450 kann das Objektiv nicht ausgetauscht werden und die 1/4 Lamnda Platte ist mit einem Ring mit 3 Schrauben angeschraubten um 360 Grad drehbar angebaut.
Ich müsste somit jedesmal die drei Schrauben öffnen um die 1/4 Lamnda Platte zu entfernen. Auf die Dauer ist das sicherlich nicht gut für das Gerät.
Schönen Gruss
Walter
Mönsch Walter, was kaufst du auch fürn Sch...
habe ich nicht gewußt eigentlich seltsam!
Hallo Klaus!
Der Sch... hat dafür eine numerische Apertur von 0,23 und entspricht damit nun mit der Fotoeinrichtung einem M420 mit apochromatischem Objektiv.
Auch nicht schlecht, oder?
Nur leider läßt sich das Objektiv nicht tauschen, und die Sache mit der Lamda 1/4 Platte bereitet mir Kopfzerbrechen.
Schönen Gruß
Walter
Hallo Walter,
natürlich ist das ein Topinstrument, das haben sich früher nur reiche Labore geleistet!
Und was wenn du das λ ¼ einfach abschraubst? Das ist in seiner Fassung wenn ich mich erinnere leicht schräg eingesetzt? Das ist doch nur in Verbindung mit dem Koax Auflicht wichtig um Reflexionen zu entfernen.
Lieber Klaus,
das war schon die ganze Zeit mein Gedanke: Es muss doch nicht "jedes Mal" die Lamba-Platte entfernt werden. Einmal entfernen und dann immer weglassen. Sie ist doch nicht erforderlich.
Herzliche Grüße
Peter
Liebe Kollegen!
Auf die Möglichkeit Reflexe bei Auflicht oder Schräglichtanwendung mittels der Lamnda 1/4 Platte zu minimieren, möchte ich, wenn möglich, nicht verzichten.
Das Fotografieren von Dünnschliffen ist bei Makroskop untergeordnet in der Anwendungshäufigkeit, da ich dafür hauptsächlich das Pol-Mikro verwende.
Allerdings für Übersichtsaufnahmen wäre es schön das Makroskop auch bei den Dünnschliffen zu verwenden.
Ich hatte gehofft, dass Olaf, als Experte für Polarisation, mir dazu einen Rat geben könnte.
Schönen Gruß
Walter
Lieber Walter,
die Lambda/4-Platte sollte eigentlich keine Wirkung für die Unterdrückung von Reflexen haben - das macht alleine der Polarisator. Sie dient lediglich dazu, dass die Belichtungsmessung in der Kamera richtungsunabhängig funktioniert, und dazu sollte sie zwischen Analysator und Kamera sein, also den normalen polarisationsoptischen Gang nicht stören. Vielleicht hilft es also, Dein Sandwich einfach rumzudrehen.
Herzliche Grüße,
Olaf
Lieber Olaf,
wir hatten im Labor meiner Abteilung ein Makroskop von Wild mit koaxialem Auflicht. Ohne die vorgesetzte Lambda/4-Platte war das Bild diffus milchig. Die war allerdings mit einem Bajonett befestigt und war um 360° drehbar. Das war nur beim Koax-Licht so!
Olaf und Klaus!
Danke für eure Stellungnahmen zu meinem Problem.
Ich muss dazu etwas ausholen.
Ich hatte ein Wild Epimakroskop M450 über Ebay gekauft. Das originale Gerät ist eigentlich nicht für Fotos vorgesehen.
Mein gekauftes Gerät war allerdings dafür bereits umgebaut.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/209530_975560.jpg)
Da das angebaute Teil (auf den Bildern in schwarzer Farbe) sehr schwer war (2,5 kg) und auch die Einspiegelung des koaxialen Lichtes nicht richtig funktionierte, habe ich das schwere Teil abgebaut. Für die koaxiale Beleuchtung habe ich eine für das M400 bzw. 420 vorgesehen Originalteil eingebaut. Für die Fotos habe ich ein Ofenrohr aus Aluminium anstelle des schweren Stahlteiles angebaut.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/209530_39997970.jpg)
Wenn ich den Polarisator so einstelle, dass Auslöschung entseht, so erhalte ich bei Einfügen eines Minerals z.B eine graue Farbe.
Beim Drehen der Frontlinse um 45° ändert sich die Farbe auf hell braun/gelb.
Schönen Gruß
Walter
Lieber Klaus, lieber Walter,
das ist mir alles rätselhaft. Aus Klaus' Bericht schließe ich, dass es im Tubus noch ein Teilerelement gibt, das polarisiert, und dass man dazu das linear polarisierte Licht erst einmal zerstören muss, damit es keine "Dreckeffekte" gibt. Das würde ein Lambda/4-Plättchen hinter dem Analysator tun, da es aus dem linear polarisierten Licht zirkular polarisiertes macht (wie beim Pol-Filter für Fotozwecke). Aus Walters Beschreibung schließe ich aber, dass das Lambda/4 Plättchen sich zwischen Polarisator und Analysator befindet :-\.
Herzliche Grüße,
Olaf
Lieber Olaf,
es beruhigt mich, das DU diese Zweifel hast. Ich habe das Ganze gar nicht verstanden, halte mich aber bei "Polgeschichten" lieber vornehm zurück, bevor ich mich blamiere.
Aber ich wüsste - nach meinem bisherigen Verständnis der Materie - nicht, was eine einzelne Lamba/4-Platte ohne Analysator oder gar objektseitig "vor" einem Analysator bewirken sollte. Gut, dass ich es offenbar doch richtig verstanden habe...
Herzliche Grüße
Peter
Liebe Kollegen!
Ich werde nun genau ermitteln wo welche Teile in welcher Reihenfolge im Makroskop verbaut sind und eine Skizze anfertigen. Wenn selbst Olaf mit meiner Beschreibung nicht klarkommt, dürfte ich etwas falsch beschrieben haben.
Schönen Gruß
Walter
Hallo,
ich habe diese Tage selbst im polarisierten Licht am Makroskop photographiert. Anscheinend ist auch bei mir irgendwo wohl etwas Polarisierendes zwischengeschaltet. Hat hier inzwischen jemand mehr Einblick?
Viele Grüsse
Florian
Gibt es Unterschiede, falls möglich, beim Ein- oder Ausschalten des Fototubus?
Ist das Bild in allen Okularen gleich?
Bei vielen linearen Polfilterfolien die nicht für den Mikroskop Bereich gedacht sind, ist die Auslöschung oft nicht pechschwarz
Hallo Florian, hallo Peter,
ich habe jetzt nicht den ganzen Faden durchgelesen, aber bei Auflicht und sehr niedriger Vergößerung, bspw. beim Leica Objektiv HCX PL FLUOTAR 1,6x/0.05 11566059 wird beschrieben, dass zur Erhöhung des Kontrasts eine Quarzglasplatte unter einem Winkel vorgesetzt ist.
Siehe hier in Zeile 5 unter "1) With quartz plate mounted in front for enhanced contrast (crossed polarizers required)": (https://www.mikroskop-center.de/media/wysiwyg/Leica%20DM1000/List_of_Microscope_Objectives_EN.pdf)
Ich vermute ein Z-Cut in Lambda/4, daher auch die Polarisatoren.
Drehbare Lambda/4 Vorsätze gibts auch für die aktuellen Leica MZ Stereomikroskope https://www.ebay.com/itm/256584024577, ich denke auch eher zur Kontrastverbesserung, als zur Analyse.
Lg Tino
Ich hatte vor allem das erst Bild, dass ich in diesem Thread gezeigt hatte, im Kopf:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=49821.0
Bei einigen Mineralen sind deutliche Interferenzfarben zu sehen und ich frage mich, wie diese zustande kommen.
Viele Grüsse
Florian
Hallo Florian,
in welchem Licht ist denn dieses Bild entstanden? Normales DL-Hellfeld, //Pol? Sicher nicht im X-Pol. Wenn das reines Hellfeld ist und Du keinen Polarisator vorgeschaltet hast, könnte es die feine Laminierung einer Entmischung sein, die ähnlich wie die sehr dünne Haut von Benzin auf Wasser wirkt. Das ist ja z.B. bei einigen Feldspäten typisch z.B. beim Labradorit.
LG Gerd
Hallo Gerd,
es ist im LPL Durchlicht aufgenommen, ich hatte einfach einen Linearen Polfilter das Präparat gelegt. Die Farben zeigen sich besonders an den Muskovitschichten. Da könnte das natürlich auch ein Interferenz oder Beugungseffekt sein.
Viele Grüsse
Florian
Hallo Tino,
also Quarz ist optisch anisotrop.
Je nach Schnittlage kann er als Depolarisator dienen, oder aber auch als Lambda-Platte, wie du vermutest.
Vielleicht sogar noch mehr, weiß ich nicht. DIK Prismen werden auch häufig aus Quarz gefertigt.
Sollte es ein Depolarisator sein, muss dieser vor den Analysator geschaltet werden.
Wie ist denn dein optischer Aufbau?
Okular
Tubus mit Prismen
Objektiv
?
?
Luft
Präparat
?ggf. Kondensor
Polarisator
Eine ganz einfache Sache noch: Unpolarisiertes Licht stört, also Zimmerlampe aus/gerade dunkel genug zum Orientieren, beim biologischen Durchlichtmikroskop würde man köhlern.
Ändert das was?
Armleuchtende Grüße, aber polarisiert ;)
Peter
Zitat von: Peter V. in Februar 04, 2017, 17:42:32 NACHMITTAGSLieber Olaf,
es beruhigt mich, das DU diese Zweifel hast. Ich habe das Ganze gar nicht verstanden, halte mich aber bei "Polgeschichten" lieber vornehm zurück, bevor ich mich blamiere.
Aber ich wüsste - nach meinem bisherigen Verständnis der Materie - nicht, was eine einzelne Lamba/4-Platte ohne Analysator oder gar objektseitig "vor" einem Analysator bewirken sollte. Gut, dass ich es offenbar doch richtig verstanden habe...
Herzliche Grüße
Peter
Nachdem ich gerade so eine lambda/4 Platte suche:
Das ganze läuft doch so:
Im Auflichtilluminator wird Licht eingespiegelt und wird von dem Polarisator linear polarisiert. Nach dem Objektiv durchläuft es den lambda/4 in Diagonalstellung, so dass das Licht danach -- sagen wir -- rechts zirkular polarisiert ist. Gespiegeltes Licht ist immer noch rechtszirkular polarisiert und durchläuft ein zweites Mal den lambda/4. Die Phasenverschiebung zwischen den beiden Komponenten beträgt jetzt aber 180 Grad, das resultierende Licht ist wieder linear polarisiert, aber um 90 Grad im Vergleich zum anfänglichen Licht gedreht. Es wird vom Polarisator geblockt.
Als Experiment einfach mal einen Zirkularpolarisationsfilter einer Kamera auf einen Spiegel legen und staunen.
Viele Grüsse
Florian
Schönes Experiment.
Ich habe dann noch ein viertele dazu gelegt.
lG
Jürgen
(https://www2.pic-upload.de/img/37558194/FloriansExperiment.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Hab hier gerade nochmal den Vertikalilluminator angesetzt. So was von funzelig und flau.
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Viele Grüsse
Florian
Nachdem mir Diana dankenswerterweise einen Lambda/4 Vorsatz für mein Makroskop geliehen hat, konnte ich das jetzt einmal ausprobieren, wobei mich das Ergebnis etwas überrascht hat.
Der Vertikalilluminator enthält nämlich, anders als ich dachte, zwei gekreuzte Linearpolarisatoren, wobei einer als Analysator wirkt. Dadurch sind spiegelnde Reflexionen im Auflicht auch ohne lambda/4 Platte weitgehend beseitigt. Die lambda/4 Platte hat nun den gegenteiligen Effekt, nämlich die Polarisatoren teilweise oder ganz zu entkreuzen. Dadurch wird das Bild heller, aber die spiegelnden Reflexionen treten in den Vordergrund. Das lambda/4 Plättchen wirkt also wie das auf dem von Jürgen gezeigten Bild.
Viele Grüsse
Florian
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