Hallihallo,
ein Bekannter hat auf einem jurassischen Kalkbröckchen einen gelben Belag festgestellt, welcher unter dem Mikroskop so aussieht:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/16632_6318890.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/16632_57747912.jpg)
Wir tappen da im Dunkeln, um was es sich handeln könnte, sieht mir sehr rezent aus, aber auch ziemlich tot. Vielleicht
weiss jemand weiter? Danke schonmal im voraus.
Ralph
PS: Sorry für die schlechte Qualität, war ein Schnellschuss.
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Hallo,
die Struktur erinnert eher Pollen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Milben einen solch gleichmäßigen Kot produzieren.
Viele Grüße
GL
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Hallo Mike,
Milbenkot sieht anders aus, googel mal - auch nach Pollen. Dass auf Deiner Hecke sowas zu finden ist, glaube ich gerne: Es sind Pollen, auch auf Flechten.
Viele Grüße
Günther L.
hallo,
sorry für die späte antwort meinerseits und danke für
die hinweise. irgendwie sehen die kleinen "brötchen" aus,
als wären sie am stein angeheftet und nicht bloss angeflogen,
es ist eigentlich immer ein "doppelpack", der vom stein weg
"geöffnet" ist. das steinchen sieht eher wie mit gelbem belag
bewachsen aus. könnten es auch insekteneier sein, oder kleine
algen-anfangsstadien?
ralph
Ich kenne Pollen, die die gleiche oder ähnliche Form haben, soweit man das erkennen kann. Im Frühjahr treten sie in Massen auf und sind äußerst langlebig. Ich habe jetzt noch welche in Fugen auf meiner Terrasse. Andererseits kommen mir die Dinger etwas groß vor. Wenn Sie genau hinsehen, kommen doch unterschiedliche Formen und Ausprägungen vor (z.B. 2. Bild, oben links). Kalkstein ist auch ein "beliebtes" Substrat für Flechten. Man müsste die "Brötchen" genauer ansehen können.
Viele Grüße
Günther L.
Zitat von: Kieseltorf in August 13, 2009, 16:34:34 NACHMITTAGS
hallo,
sorry für die späte antwort meinerseits und danke für
die hinweise. irgendwie sehen die kleinen "brötchen" aus,
als wären sie am stein angeheftet und nicht bloss angeflogen,
es ist eigentlich immer ein "doppelpack", der vom stein weg
"geöffnet" ist. das steinchen sieht eher wie mit gelbem belag
bewachsen aus. könnten es auch insekteneier sein, oder kleine
algen-anfangsstadien?
ralph
Das könnte sein, aber auch sonst alles mögliche. Bei Exkursionen unserer Münchner Vereinigung, der MVM, ins Nördlinger Ries waren wir immer wieder erstaunt über die vielfältigen Schalen von Ostrakoden und vor allem Foraminiferen. Nicht wenige sind dabei, die den von Ihnen gezeigten sehr ähneln, ja regelrecht gleichen. Der jurassische Kalkstein besteht ja im Grunde aus nichts anderem als den Gehäusen dieser Mikrofossilien.
Es ist jammerschade, daß die Fotos so herausragend schlecht sind, sonst wäre das Rätsel längst gelöst.
Ich kenne übrigens keine Milben, die auf sonnendurchglühten Kalksteinen zu tausenden herumkriechen und kacken. Auf denen gibts ja selbst für Milben nichts zu fressen.
Grüße. KH
Zitat von: Klaus Henkel in August 13, 2009, 22:39:22 NACHMITTAGSBei Exkursionen unserer Münchner Vereinigung, der MVM, ins Nördlinger Ries waren wir immer wieder erstaunt über die vielfältigen Schalen von Ostrakoden und vor allem Foraminiferen. Nicht wenige sind dabei, die den von Ihnen gezeigten sehr ähneln, ja regelrecht gleichen. Der jurassische Kalkstein besteht ja im Grunde aus nichts anderem als den Gehäusen dieser Mikrofossilien
Das täuscht, lieber Herr Henkel.
das Karbonat der Malmkalke stammt - bis auf wenige Ausnahmen - überwiegend von den winzigen Überresten der kalkigen Nannofossilien, die in diesem Zeitalter (oberer Jura) an Zahl und Diversität stark zunahmen. Diese - übrigens sehr hübschen - kalkigen Formen liegen - wie der Name vermuten lässt - an der Grenze des lichtmikroskopischen Auflösungsvermögens. Bösartige Kollegen bezeichnen sie deshalb gelegentlich auch als optische Artefakte ;).
Foraminiferen und Ostrakoden kommen in den Malmkalken natürlich auch vor. Es sind die mit klassischen mikropaläontologischen Methoden (Schlämmen und Auslesen) üblichen "Ergebnisse" einer mikropaläontologischen Aufbereitung und der lichtmikroskopischen Untersuchung. Aber gesteinsbildend (im Sinne von mehr als 50 vol%) sind sie selten.
@Kieseltorf: bessere Bilder wären wirklich hilfreich. Aber es gäbe noch eine andere interessante Frage: sind die Dinger mineralisiert (spröde und fest)? Oder geben sie beim Druck einer Präpariernadel nach?
Halblithifizierte Grüße, TP
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Zitat von: Mike ***** in August 14, 2009, 02:08:22 VORMITTAG
ZitatIch kenne übrigens keine Milben, die auf sonnendurchglühten Kalksteinen zu tausenden herumkriechen und kacken. Auf denen gibts ja selbst für Milben nichts zu fressen.
Leider gibt es doch jede Menge dort für ihre Verpflegung.
Es sind die Flechten. Wenn man seine Proben nicht behandelt, gegen diese Plagegeister, kann man nach einigen Jahren eine Überraschung erleben.
Auch finden sich immer kleine Moose auf vielen Steinen. Zumindest gibt es da genug Nahrung.
Lieber Herr *****!
Das war eine reichlich gedankenlose Bemerkung von mir! Bitte um Entschuldigung. Sie haben recht. Servus! - KH
Sehr geehrte Mikroskopfreunde,
seit diesem Jahr befasse ich mich mit Pollen.
Meiner Meinung nach sollten es Pollen sein.
Die eingekreisten sind von Nadelbäumen.
Die anderen finde ich auch auf meinem Balkon, aber nicht im Bestimmungsbuch.
Auf einem Klebezettel im Wind konnte ich diese Brötchen aber auch finden.
Sollte der Milbenkot wie Pollen fliegen?
Als Zusatz Pollen eines Insektenblütlers Taraxacum, Löwenzahn.
Herzliche Grüße aus Nürnberg
soko
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/16822_67090807.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/16822_66368538.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/16822_36755520.jpg)
Kiefer, Tanne oder Fichte. Nähere Bestimmung im Auflicht und nach Fotos nicht möglich. KH
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Hallihallo,
eigentlich wollte ich hier keinen Streit vom Zaun brechen. Vielleicht ein paar grundsätzliche
Anmerkungen. Die kleinen "Brötchen" gehören sehr sicher nicht ins Gestein, sind also nicht jurassisch.
Es ist ein deutlicher Belag, welcher sich unter dem Stereomikroskop als grosse flächenhafte Ansammlung
dieser kleinen Dinger äussert. Sie liegen dort mindestens zu Hunderten, es sieht auch eher nicht angeflogen
aus, m.M. nach sind die Objekte immer auf der gleichen Seite (!) angeheftet. Mir steht hier zu Hause ein
Nikon SMZ 1500 zur Verfügung, dessen Vergrösserungsgrenze angesichts der ziemlich kleinen Objekte
(ich weiss, was Sie alle jetzt denken..) erreicht ist. Sorry, aber ich kann es nicht deutlicher aufnehmen.
Trotzdem möchte ich allen danken für Ihre Hinweise.
Ralph Kretzschmar
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Zitat von: Kieseltorf in August 14, 2009, 20:39:26 NACHMITTAGS
... es sieht auch eher nicht angeflogen
aus, m.M. nach sind die Objekte immer auf der gleichen Seite (!) angeheftet ...
Also - im Grunde haben Sie beide mich nun doch schon überzeugt. Wie groß sind eigentlich die Eier dieser Kalksteinmilbenarten? Könnte ja sein, daß die Jungmilben nach oben bzw. zum Licht hin die Eihüllen durchbrochen hätten und ausgeschlüpft sind. Das würde auch die große Anzahl erklären können. Fazit für Kieseltorf:
Nix wie hin und unter einem Freiland-StereoMik das Ausschlüpfen beobachten. Dann wissen wir es genau!
Gruß
KH
Hallo,
ich hätte gern eine Probe von dem ??? - wäre das möglich?
Viele Grüße
Günther Langer
Hallo,
das mit der Ausschlüpfbeobachtung wird eher nix, ich komm nicht so oft
in den Steinbruch Oker und bei uns hier in der Chemnitzer Region sind Kalke
eher selten, hier dominieren die Pyroklastite sozusagen (explosive Gegend).
Ich frage meinen Bekannten mal, ob er ein Pröbchen zum Versenden hat, ich
melde dazu bei Gelegenheit mal, Herr Langer.
Beste Grüsse
Ralph Kretzschmar
Hallo Herr Henkel,
vielleicht kann ich Sie anders überzeugen.
Meiner Meinung nach handelt es sich bei den "Brötchen" um trockene Pollen von Picea abies (Pinaceae) Fichte.
Anbei ein Stack aus 13 Fotos a 5um mit Combine5 (Version Mai 2005) gestackt.
Askania TM1 mit 10/0,25 160/- mit Nikon D5000
Viele Grüße
soko
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/17115_34575462.jpg)
Zitat von: soko in August 18, 2009, 09:23:56 VORMITTAG
Hallo Herr Henkel,
vielleicht kann ich Sie anders überzeugen.
Meiner Meinung nach handelt es sich bei den "Brötchen" um trockene Pollen von Picea abies (Pinaceae) Fichte.
Anbei ein Stack aus 13 Fotos a 5um mit Combine5 (Version Mai 2005) gestackt.
Askania TM1 mit 10/0,25 160/- mit Nikon D5000
Viele Grüße
soko
Auch wenn es den Anschein erweckt, ich würde wie ein Rohr im Winde schwanken mit meiner Interpretation: Nach der Annäherung an die Milben kehre ich nach Ihrer vorzüglichen Fotobearbeitung zurück zur Pollen-Theorie. Das sind ja doch ganz klar Koniferenpollen, wie ich in diesem Thread schon vermutet hatte. Das sind keine aufgeplatzten oder -gerissenen Eihäute, sondern völlig geschlossene Pollen mit Luftsäcken. Mein Urteil war etwas unsicher gewesen, weil ich noch keine Koniferenpollen im Auflicht-Dunkelfeld betrachtet hatte. Aber Ihr Foto beseitigt nun die Zweifel.
Die Pollenkörner sind getrocknet und geschrumpft, während die seitlich anhängenden Luftsäcke kaum verändert sind, sie enthalten ja nur wenig Flüssigkeit im Gegensatz zum Korn und schrumpfen deshalb kaum.
Gutes Foto- Danke. KH
Hallo,
hier kann man auch einige "Brötchen" vergleichen:
http://www.tu-cottbus.de/zal/zal/mikro/pollen/pollen.htm
Grüße, Martin
Lieber Martin,
ganz arg netter "Link" - habe ich mir in die Lesezeichen kopiert.
Liebe Grüße
Regi
Hallo Regi,
ich auch.
Viele Grüße
Bernhard
hallo Bernhard,
ich auch. ........usw.........?????
beste Grüße M
Hallo Freunde
ich nicht...weil ich ihn schon kannte ;D
Nun muss man aber nicht glauben, man könnte anhand der elektronenmikroskopischen Bilder Pollen bestimmen. Das ist ein sehr komplexes Thema!
Etwas mehr Chancen auf "Glückstreffer" hat der interessierte Hobbypalynologe hier:
http://www.bioweb.lu/pollen/pollen.htm
Viele pollnische Grüsse
Bernhard
Hallo Bernhard,
Dein Link gefällt mir durch die schöne Hilfe zur Bestimmung und die Liste der Pflanzennamen in Deutsch, Französisch, Latein und Luxemburgerisch :D
Gestehe: als "Sprachwissenschaftler" hat Dich das besonders beeindruckt!
Die Bilder sind nicht von der Qualität, wie man sie von André Advocat im Naturaliste kent, reichen aber für eine Zuordnung sicher aus.
Pollemische Grüße
Klaus
Hallo miteinander!
und wer zeigt uns nun den echten, unverfälschten und unverkennbaren Milbenkot?
Ich bin gespannt...
Freundliche Grüsse
Arnold Büschlen
Hallo,
Milben scheinen keinen regelmäßig geformten Stuhl zu haben:
http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2004/0413/001_unsichtbar_noflash.jsp
Grüße,
Martin