Hy.
Einige wissen ja dass ich ein altes Zeiss Universal Stativ habe.
Nach der Aufarbeitung bin ich soweit auch super zufrieden.
Die Pol Einrichtung macht riesen Spaß, auch der III RS ist in verbindung mit meinem Xenon Umbau ein ganz neues Erlebniss.
Leider merke ich nur bei der Nutzung, besonders beim Wechsel der Tuben und Revolver, dass diese nicht 100% identisch justiert sind.
So ist man ständig komplett am nachjustieren der kondensoren und der Tuben.
Auch das Optovar scheint nicht perfekt zu passen. Das prisma scheint nicht ganz mittig zu sein.
Ist das normal, oder wurden die Bauteile normal auf einen bestimmten Referenzpunkt Justiert.
Wenn ich nun beginnen würde die Tuben und Revolver zu vereinheitlichen. Gibt es da einen Leitfaden und einen damals vom Hersteller festgelegten referenzpunkt ?
Bei kleinen Stativen ist normal der Tisch die Führende Neutrale Ebene.
Aber an einem Uni ist leider alles beweglich, das verunsichert mich.
Eventuell ist ja sogar ein alter Zeissianer unter euch. Aktuell bin ich etwas ratlos und weis nicht so recht wie ich es anpacken müsste.
Für Ratschläge wäre ich sehr dankbar.
Hallo Basti!
Als "Referenz" könnte man bezeichnen: Die optische Achse geht genau durch die Mitte der vorhandenen Bohrungen dafür. Das Problem hierbei sind die Umlenkspiegel. Die müssen genau an der richtigen Stelle (sind evtl. verschiebbar) und in zwei Achsen richtig gekippt sein, sodaß der Austritt wieder zentrisch durch die nächsten Bohrungen geht.
Früher wurde das mit einem passenden Kollimator (als Sender anstelle der Lampe) und einem Zielfernrohr (als Empfänger) bewerkstelligt. Es wurde fortschreitend so justiert, daß die Bedingung eingehalten wurde.
Das geht auch mit einem Laser (am besten Gaslaser) mit zwei Blenden zur Strahlreinigung und -Festlegung, sowie einigen passend zugeschnittenen Pergamentpapier-Scheiben mit einem kleinen Loch als Mittel-Markierung. Bei richtiger Justage muß der Laser durch das Loch passen. Eine Abweichung ist schnell erkennbar.
Beim Prisma kommt es nicht auf zentrische Montage an, sondern darauf, daß der austretende Strahl wieder zentrisch durch das Montageloch bzw. den Okulartubus fällt.
Viel Erfolg und starke Nerven - Werner
Wurden die ganzen revolver nach einer werksreverenz justiert ?
Oder musste man diese immer auf das stativ anpassen ?
Der Tubuskopf müsste ja auch irgendeine feste position haben ?
Hat jemand schon diesbezüglich erfahrung, oder eventuell bin ich auch einfach nur zu pingelich.
Hallo Basti -
hier hätte ich eine 10seitig PDF-Datei:
Aligning The Zeiss Photomic's "Headrig"
Icch schick sie Dir per eMail. Sie ist zwar eher für neuere Phomiversale, das Prinzip dürfte sich nicht geändert haben
Viele Grüße
Rolf
Zitat von: vvbasti in Februar 07, 2017, 01:09:24 VORMITTAG
Eventuell ist ja sogar ein alter Zeissianer unter euch. Aktuell bin ich etwas ratlos und weis nicht so recht wie ich es anpacken müsste.
Hallo -,
Bernd "Nomarski" ist der Ansprechpartner dafuer ;) Den finden Sie im oesterreichischen Forum. Er hat auch schon mal dargestellt, wie den den Kondensorhalter gegenueber dem Tisch mit Endmassen ausrichtet, was vielleicht Teil der Loesung ist. https://mikroskopie-forum.at/index.php/Thread/1033-Tipps-und-Tricks-rund-um-das-Mikroskop-Justagearbeiten-am-Zeiss-Standard-14-16-1/
Davon abgesehen waere es natuelich SUPER und ein grosser Gewinn, wenn einer der "alten Hasen" :-[ das mal im Zusammenhang zeigen wuerde. Vielleicht besteht Zurueckhaltung weil man befuerchtet, dass sonst zu viele Stative "verbastelt" werden.
Beste Gruesse,
Jon
Diese Anleitung kenne ich schon, ich war mir jedoch nicht ganz sicher ob das so auch zielführend ist.
Das liebste wäre mir gewesen wenn jemand weiß wie es vom Hersteller konzeptioniert wurde, eventuell welche norm Maße zugrunde liegen.
So ganz ohne Erfahrung traue ich mich nicht am Tubus herumzuschrauben
Hallo Basti,
zum Universal habe ich mir noch keine Gedanken machen müssen - da waren die Komponenten schon recht ordentlich zueinander justiert -, aber beim Phomi hat es an drei Mikroskopen über die Einspiegelung der Foto-Strichplatte ganz gut geklappt.
Hier eine detaillierte Anleitung zu schreiben wäre für mich ein zu großer Zeitaufwand ... deshalb nur ein paar Anregungen für Mikroskope, an deren Komponenten schon grob herumgeschraubt wurde, oder deren Bestandteile "zusammengewürfelt" wurden.
Begonnen habe ich immer mit dem Ausbau des Zentrierringes für den Beobachtungstubus. An dessen offen liegenden Justierschrauben wurde/wird gerne gedreht, so dass nachfolgende Justagen auf ungenauer Basis erfolgen würden.
In diesen ausgebauten Zentrierring habe ich einen geraden monokularen Tubus eingesetzt und dessen Ringschwalbe mit den beiden "Maden" nach Augenmaß zentriert. (Das darf ruhig Pi-mal-Auge geschehen, da die Feineinstellung später erfolgt)
Den Ring danach parallel in den Tubuskopf eingeschraubt, d.h., die drei Druckschrauben erst einmal so weit ausgeschraubt, dass der Ring eben aufliegt.
Hier merkst Du, wie lang mein Text für eine vollständige Anleitung werden würde .... deshalb in schnelleren Schritten weiter:
Über die Zentrier- und Druckschrauben der Ringaufnahme für den Beobachtungstubus sowie über die Pendelverstellung für das Prisma im Tubuskopf, die Foto-Strichplatte mit der Skala eines eingesetzten Messokulars abgleichen. Darauf achten, dass die doppelten Striche der Foto-Strichplatte an den Rändern scharf abgebildet werden (hier helfen die Druckschrauben in der Ringaufnahme).
Danach wird der Fototubus, über ein einfach eingestelltes Präparat, mit dem Beobachtungstubus abgeglichen.
In der Optovarstellung 1,25 sind keine Linsen im Optovarrevolver eingesetzt, spätere Justagen also erst einmal nur in dieser Stellung.
Grundsätzlich liegt das Augenmerk auf einer Tischfläche rechtwinklig zum Strahlengang.
Für die Justage der Beleuchtungskomponenten (Auf-/Durchlicht), setzte ich diese erst einmal mittig in ihre Fassungen ein und fange dann mit der vom Präparat entferntesten Stelle an. Lichtquellen/Leuchtfeldblenden zum Lichtaustritt/Umlenkspiegel. Diese dann zum beobachteten Präparat. Danach werden die Kondensoren eingesetzt und grob zentriert, dann die Hilfslinsen.
Jetzt kann das Feintuning mit der Gewissheit beginnen, dass alle Komponenten, mit dem in der jeweiligen Fassung zur Verfügung stehenden Verstellmöglichkeit, aufeinander abgestimmt werden können.
Nur mal so nebenbei: Ein "Hammerschlag"-Phomi hatte ein durch einen Schlag verstelltes Tubuskopf-Prisma (das geht relativ schnell, wenn die beiden Befestigungsschrauben des Tubustopfes auf der rechten Kopfseite nicht richtig festgezogen sind).
Beobachtungs- und Fototubus wurden an diese Situation angepasst um die Foto-Strichplatte einigermaßen mittig einzustellen.
Die übrigen Strahlengänge konnten nun aber nicht mehr zufriedenstellend zentriert werden .....
Zum Universal: Wenn notwendig, würde ich zwei gerade Monotuben mittig (wie oben beschrieben) auf die beiden Zentrierfassungen für Beobachtungs- und Fototubus setzen und das Bild über die Prismenverstellung gleichsetzen. Den evtl. noch vorhandenen seitlichen Versatz zur Hälfte mit dem Fototubus und den Rest mit dem Beobachtungstubus abgleichen. Damit sollte der Strahlengang auch vom Objektiv zentral eintreffen ...
Viele Grüße
Frank