Hallo,
habe neulich ein mit dem Originalzubehör versehenes Orthoplan für einen Bekannten gecheckt und mich über das Schaltverhalten des sicherlich ebenso alten originalen Leitz Trafos gewundert. Der Trafo speist ein Lampenhaus 100 mit zugehöriger Halogen-Glühlampe.
Wenn man den Trafo über seinen Drehknopf einschalten will, muss man nahezu eine "gefühlte" Umdrehung an dem Knopf drehen, ehe eine Arretierung überwunden wird und die Lampe leuchtet. Mit dem so erzeugten Einschaltstrom brennt die Lampe aber sehr hell (für Hellfeld viel zu hell) und man muss daher im nächsten Schritt durch gegenläufiges Drehen des Schaltknopfes die Lichtquelle dimmen. Auch jetzt muss man aber ebenso wie zuvor zunächst eine geschätzte dreiviertel Umdrehung den Knopf gegenläufig verstellen, ehe sich die Helligkeit ändert, und nur auf den letzten Millimetern vor dem Ausschalten kann die Lampe gedimmt werden. Ein feinstufiges proportionales Hell- und Dunkelregulieren ist so kaum möglich.
Behelfen kann man sich natürlich mit einem Doppel-Polfilter-System, welches eine wirklich feinstufige Regulierung der Helligkeit ermöglicht (unabhängig von einer Verstellung des Trafos).
Trotzdem meine Frage an historisch bewanderte Elektroniker:
Waren die alten Trafos tatsächlich so geschaltet (hoher Einschaltstrom, anschließendes Herunterregulieren, beginnend kurz vor der Ausschaltposition), oder liegt eine Fehlfunktion des Trafos vor?
Falls letzteres der Fall ist: Kann man auf die Fehlerursache rückschließen und kann man das mit vertretbarem Aufwand reparieren lassen? Oder muss man die "Launen" dieses Trafos hinnehmen, solange man keinen Ersatz beschafft?
Viele Grüße
Jörg
Servus Jörg,
ich denke der Drehknopf ist einfach locker und dreht sich etwas durch.
Schau mal ob es eine Madenschraube an der Seite gibt....
Grüße
Manfred
Lieber Jörg,
die alten Trafos regulierten die Helligkeit der Lampe nicht, wie heute üblich, elektronisch, sondern rein elektrisch über Schleifkontakte auf der Trafowicklung. Mit allen mechanischen und elektrischen Folgen. Und diese können Mannigfaltig sein. Ein Aufschrauben bringt oft schon den nötigen Erkenntnisgewinn. Was ja bei der Elektronik nicht zwingend gegeben ist.
Wolfgang
Lieber Jörg,
der Trafo ist ganz sicher fehlerhaft und:
ZitatOder muss man die "Launen" dieses Trafos hinnehmen, solange man keinen Ersatz beschafft?
das würde ich ganz sicher nicht, da die Lebensdauer des Leuchtmittels duRch dieses Verhalten extrem reduziert wird.
Gruß, Olaf
Hallo Jörg,
ich stimme Manfred und Wolfgang zu: das wird ein einfaches mechanisches Problem sein.
Aufschrauben und Zuschauen, was sich beim Drehen des Knopfes tut.
Gruß Alfred
P.S. und noch etwas Senf dazu:
ich vermute, daß der Drehknopf eine Doppelfunktion hat. Er wird den Schleifer eines Potis oder Stelltrafos bewegen, und am Anfang seines Drehwinkels einen Ein-/Ausschalter betätigen. Diese Betätigung ist offenbar locker. Also:
aufmachen, reinschauen, ob Du diese Betätigung wieder fixieren kannst, oder:
den Knopf als Poti benutzen und mit einem separaten Schalter ein-/ausschalten.
Gruß Alfred
Oder der Schleifer hat zuerst einfach keinen Kontakt (aus) und trifft dann (als erstes) die Windungen mit der max. Spannung (voll an).
Meine 2 Cent. Statt am Schleifer rumzufummeln oder das Poti bzw den Stell-Trafo umgekehrt einzubauen könnte man versuchen, einfach die Anschlüsse des Stell-Trafos bzw des Potis zu ändern. Nicht die Primären sondern den "Endabgriff" auf der Sekundärseite.
Eine Lötung und das Problem sollte Geschichte sein. Es ist nicht immer alles so kompliziert. Gerade bei so primitiven, rein elektrischen Trafos.
Liebe Grüße Jorrit.
Hallo in die Runde,
vielen Dank für die mehrfachen Hinweise. Dann werde ich das Teil mal bei nächster Gelegenheit mit Schraubenziehern "inspizieren".
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo,
aufgrund meiner Erfahrungen als Märklin Modelleisenbahner mit alten Trafos aus den 60er Jahren noch ein Hinweis: Die Isolation der damals verwendeten Netzanschlußkabel ist heute oft zerbröselt und teilweise nicht mehr vorhanden. Wenn Du den Trafo öffnest, dann solltest Du bei dieser Gelegenheit auch gleich das Anschlußkabel erneuern, z.B. durch ein überzähliges Kaltgerätekabel von einem alten PC Netzgerät). Was auch nicht schaden könnte: Nach der Reparatur einen befreundeten Elektriker bitten, die Schutzisolation des Trafos zu überprüfen, das dauert nur 2 Minuten.
Bei meinem schwarzen Leitz Trafo für die 6 V, 5 A Lichtwurflampe mit Amperemeter ist es genau so, wie es Alfred JensJö beschreibt. Das Gerät ist sehr robust aufgebaut und innen fast selbsterklärend.
Gruß Jochen
Wie gesagt.
Einfach die Endkontakte des Potis oder Stelltrafos von einer Seite / dem einen Endanschluß zum anderen wechseln und gut ist.
Liebe Grüße Jorrit.
Zitat von: Jens Jö in März 19, 2017, 09:53:44 VORMITTAG
P.S. und noch etwas Senf dazu:
ich vermute, daß der Drehknopf eine Doppelfunktion hat. Er wird den Schleifer eines Potis oder Stelltrafos bewegen, und am Anfang seines Drehwinkels einen Ein-/Ausschalter betätigen. Diese Betätigung ist offenbar locker. Also:
aufmachen, reinschauen, ob Du diese Betätigung wieder fixieren kannst, oder:
den Knopf als Poti benutzen und mit einem separaten Schalter ein-/ausschalten.
Gruß Alfred
Ich seh´ das auch so. Öffnen, den losen Kontakt wieder befestigen. Der Schleifweg auf den Windungen ist wohl hoffnungslos verdreckt, ebenso der Kontakt am Schleifer. Alles gründlich säubern, ein wenig fetten (Vaseline?) und es sollte wieder funktionieren.
Viele Grüße
Klaus
Bitte, die Kontaktflächen nicht schmieren! Könnte kontraproduktiv sein.
Zitat von: Tilman in März 21, 2017, 11:00:36 VORMITTAG
Bitte, die Kontaktflächen nicht schmieren! Könnte kontraproduktiv sein.
Es könnte sein, dass Du recht hast...
Gruß
Klaus
PS: Es kann natürlich auch sein, dass der "Bobbel" am Schleifer in Mitleidenschaft gezogen ist. Dann entweder mit gaaanz feinem Schleifpapier säubern oder selber was basteln. Ich denk´ jetzt an ein Kupferblech, in welches man mit viel Kraft eine kleine Kugel drückt, so dass auf der anderen Seite wieder so ein Schleif"Bobbel" entsteht.
Mich wundert es, warum der Fragesteller (Jörg) noch nicht ein Ergebnis präsentiert oder von der Öffnung des Trafos, ... berichtet.
Ohne ein Bild (weitere Daten) sind doch alle Aussagen recht spekulativ. ;) Von daher sollten wir weitere Vorschläge lassen, bis es eine Rückmeldung gibt.
Liebe Grüße Jorrit.
Hallo Jorrit,
Eile mit Weile. Es ist doch erst 3 Tage her und Jörg will wohl wissen, was ihn nach dem Öffnen erwartet, was er am besten tut und was er dazu alles benötigt. Ich habe vollstes Verständnis für ihn.
Gruß
Klaus
Ok. Ich bin da anders. Das ist doch eine super Überraschung und bald ist Ostern.
Ich gucke in der Regel erst und frage dann. Ausser bei sehr kompliziertem Zeug.
Da ich keinen Leitz habe bin ich natürlich gespannt auf das Innenleben. :)
Liebe Grüße Jorrit.
Hallo in die Runde,
ich bin überrascht über die Vielzahl der Ideen und Vorschläge auf diese kleine Nachfrage.
Kurz zur Erklärung:
Ich habe den Trafo nicht bei mir daheim im eigenen Bestand, sonst hätte ich schon lange daran geschraubt. Es war nur eine kleine Gefälligkeit von mir, für einen Bekannten bei ihm zu Hause das von ihm vor einiger Zeit neu erstandene Orthoplan insgesamt zu checken. Der Trafo war das einzige, was es zu bemängeln gab.
Nun hätte ja theoretisch sein können, dass es uralte Trafos gegeben hätte, bei denen aus irgendwelchen Gründen die Schaltung anders vorgenommen wurde, wie geläufig, so dass man nach dem Einschalten zuerst hätte herunter regulieren müssen. Der Vorbesitzer, den ich nicht kenne, der aber wohl sehr lange mit dem Gerät gearbeitet hatte, dürfte das Problem schon gekannt haben; denn das Lampenhaus 100 war hoffnungslos dezentriert, so dass ein Großteil des Beleuchtungslichts gar nicht am Lichtdurchlass im Mikroskopfuß herauskam. So hatte er offenbar die Helligkeit beim Einschalten in unkonventioneller (und wenig zweckmäßiger) Weise auf ein erträgliches Maß herabgesetzt.
Meine Frage zielte zuerst also zunächst nur darauf ab, herauszufinden, ob jemand das Problem kennt bzw. einen so geschalteten Trafo aus alter Zeit aus eigener Anschauung gekannt hätte, und ob es sich, falls niemand so einen Trafo kennt, eben um eine Fehlfunktion handelt .
ich weiß nicht, wann ich Gelegenheit habe, noch einmal das Orthoplan zu "besuchen". Aber wenn ich das tue, oder ggf. dessen jetziger Besitzer das Problem gelöst hat, berichte ich gerne, wo der Fehler genau lag und wie er behoben werden konnte.
Vielleicht gibt der Besitzer den Trafo aber auch an einen hilfsbereiten Elektriker, der das Problem dann für ein Bakschisch richtet und den Trafo auch sonst auf Vordermann bringt. Ich würde aber auch dann am Ball bleiben, weil mich die Lösung selbst interessiert, und auch dann weiteres gerne posten, wenn ich mehr weiß.
Nochmals vielen Dank für die vielen Hinweise zur Behebung und viele Grüße
Jörg