Hallo zusammen,
nachdem ich bei meinen letzten Versuchen mit der lieben Amphipleura nur einen einzelnen Objektträger zur Verfügung hatte, fand ich heute in der ersten Charge von Annes Diatomeen-Präparaten (Kentmere, fossil) ein Exemlar, das mir verglichen mit dem anderen Präparat die Poren geradezu entgegenstreckte. Da konnte ich nicht anders und musste wieder draufhalten...
Interessanterweise hatte dieses Exemplar trotz des besseren Kontrastes sogar die etwas geringeren Abstände der Poren - horizontal ~195nm und vertikal ~235nm.
Auf jeden Fall sieht man wieder einmal, wieviel das Präparat ausmacht.
SPlan Apo 100/1.4 + Kondensor immergiert, leicht schiefe Beleuchtung und nicht ganz "geschlossenen" gekreuzten Polfiltern.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/212970_7393696.jpg)
Ausschnitt:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/212970_34706087.jpg)
Grüße,
Michael
Hallo Michael,
es hat sich doch gelohnt, das Foto zu machen und zu zeigen: Die Verbindung von Auflösung der Poren und ästhetischer Bildwirkung hat noch keiner so gut getroffen!
Peter Höbel hat doch mal die Brechungsindizes der verschiedenen Diatomeen gemessen, da kam bei raus, dass sie von Art zu Art unterschiedlich sind, aber auch, dass sie sich je nach Probe unterscheiden. Vielleicht hat Deine Diatomee gerade einen besonders niedrigen Brechungsindex, so dass viel Kontrast zustande kommt.
Viele Grüße,
Bob
Hallo Michael,
da musste ich doch gleich mal nachschauen, tatsächlich, Amphipleura Pellucida findet auch auf meinem Präparat.
In dieser Probe finden sich aber noch viele andere z.T. seltene Species.
Das fotogenere Präparat ist dann das nächste mit der Fraktion >100µm.
Vielen Dank für die Aufnahme.
lg
anne
Hallo, vielen Dank für die Antworten!
@Bob - danke für dein Lob, ich bin für mich mit dem Ergebnis auch sehr zufrieden, aber nach meinen Recherchen im Internet gehört hier die Krone definitiv einem anderen - ich erlaube mir, Peters Bild von seiner Homepage hier einfach mal zu verlinken:
http://www.mikroskopie-ph.de/Amphi-UV-03.jpg (http://www.mikroskopie-ph.de/Amphi-UV-03.jpg)
Diese Aufnahme hatte er, glaube ich, nicht mal hier hin den Beiträgen zur Auflösung und Einbettung gezeigt, aber ich denke, da ist mein Ergebnis in jeglicher Hinsicht noch meilenweit davon entfernt (und alle anderen, die ich kenne auch).
@Anne: Mit der Amphipleura ist mein Fotografie-Elan deine Präparate betreffend noch lange nicht erschöpft. Jetzt habe ich mir aber erstmal das mit Proben aus der Sammlung von Hartley vorgenommen. Hier die für mich erste Überraschung:
SPlan APO 60x, NFK 3.3x, D800 - Länge der Diatomee ~170µm
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/213015_39642524.jpg)
Pinnularia spec. ist mir ja schon x-mal über den Weg gelaufen, bis jetzt hatte sie mich wegen ihrer recht detailarmen Oberfläche noch nicht herzlich auf ein Photoshooting eingeladen. Aber Überraschung - man muss wohl nur genauer hinsehen!
Ausschnitt aus dem obigen Bild, Porenabstand ca. 170nm
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/213015_14730773.jpg)
Da sind doch tatsächlich Areolen! Zuerst dachte ich, es sind Interferenzeffekte irgendeiner Art, aber auf dem Foto sind ganz klar Poren erkennbar. Das wusste ich davor auch nicht.
Evtl. sollte ich das Thema hier umbenennen, und meine Bilder Deiner Präparate hier sammeln, dann mach ich nicht so eine Unordnung im Forum...
Beste Grüße,
Michael
Zitat von: sushidelic in März 24, 2017, 23:26:57 NACHMITTAGS
170nm
Michael, hör bitte auf so geringe Abstände aufzulösen, das gehört sich nicht und ist auch physikalisch nicht möglich! ;D ;D ;D ;D
Auch wenn mich Diatomeen wenig interessieren: SUPER!
Gruß
Christian
Hallo Christian,
danke für Dein Feedback - ich habe gerade noch mal nachgemessen, die Abstände sollten so etwa zwischen 190 und 170nm variieren, aber ob man sie als "aufgelöst" bezeichnen kann, wage ich nicht zu sagen, da gibt es ja klare Definitionen bzgl. Trennung etc. Zumindest kann man die Struktur verstehen, und das hatte ich so bei einer Pinnularia (hier virilis?) noch nicht gesehen. Im Okular war auch nur erkennbar, dass da etwas ist, erst die Fotos zeigten dann die Details.
Das 60er hat eine Apertur von 1.4, und mit dem 3.3er NFK scheint es noch besser auf dem Chip aufzulösen als mein 100er. Ein tolles Objektiv!
Hier gleich noch hinterher ein weiteres Bild vom selben Objektträger - vermutlich eine Nitzschia Rhopalodia (geändert dank Annes Hinweis), fast wie eine Schlange zwischen den anderen Diatomeen
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/213027_36755520.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/213027_30581329.jpg)
Beste Grüße,
Michael
Zitat von: cabo in März 25, 2017, 00:23:48 VORMITTAG
Zitat von: sushidelic in März 24, 2017, 23:26:57 NACHMITTAGS
170nm
Michael, hör bitte auf so geringe Abstände aufzulösen, das gehört sich nicht und ist auch physikalisch nicht möglich!
Möglich schon. Mit Ölkondensor und NA 1,4 wären wir bei 170 nm * 2,8 = 476 nm Wellenlänge oder kürzer, die dafür benutzt werden müsste. Mit 420 nm Wellenänge wären sogar 150 nm drin. So rein theoretisch nach Abbe. Das es sich nicht gehört, ok. ;)
Jedenfalls sehr beeindruckende Bilder!
Steffen
Danke!
Weiter geht die Reise nach Russland - hier wollte ich auch mal meine Solodarität mit den ganz kleinen kundtun, nachdem mir diese "Mini-Biddulphia(?)" unter das Okular kam
Kein sonderlich gutes Foto, aber ich fand die Kleine herzerwärmend.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/213083_9008175.jpg)
Und noch ein Mandala zur Nachtstunde:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/213083_64867032.jpg)
Grüße,
Michael
Hallo Michael,
Deine Bilder sind wirklich ,,profihaft". Sie gefallen mir außerordentlich gut. Die Feinstruktur ist, bis auf das ,,Krönchen", in allen Bildern sauber aufgelöst. Besser geht es m.E. lichtmikroskopisch (ohne UV) nicht.
Zitat... ich habe gerade noch mal nachgemessen, die Abstände sollten so etwa zwischen 190 und 170nm variieren ...
Das irritiert mich etwas. Bei einer Wellenlänge von 550 nm (grün) und einer Apertur von 1,4 komme ich rechnerisch auf 196 nm Abstand der noch auflösbaren ,,Punkte/Linien". Was hast Du denn gemessen, den Abstand zwischen den Zentren zweier dunkler Punkte/Linien, die durch eine helle Zone/Linie getrennten sind, oder lediglich vom Zentrum des dunklen Punkts/Linie bis zu Zentrum des hellen Punktes/Linie? M.W. ergibt ersteres die Auflösung, das zweite ½ der Auflösung. (In der Fotographie spricht man statt von Auflösung von aufgelösten Linien-Paaren!)
Gruß Carlos
Hallo Carlos,
bei meiner D800 und der Kombination aus 60x Objektiv und 3,3x NFK komme ich auf 41px pro µm. Ich habe mal einen vergrößerten Ausschnitt mit Mikrometerskala (die kleinen Querstriche entsprechen 100nm) erstellt. Hier sieht man die Abstände besser. Deswegen habe ich ja auch nicht behauptet, die Abstände aufgelöst zu haben, dazu dürften sie nicht ineinander verschwimmen, aber sie sind immerhin strukturell klar erkennbar.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/213121_36408330.jpg)
LG Michael
Zitat von: sushidelic in März 27, 2017, 17:31:46 NACHMITTAGS
Deswegen habe ich ja auch nicht behauptet, die Abstände aufgelöst zu haben
Das hab ich behauptet, aber das war ja nur ein Spaß!
Michael ist völlig unschuldig!
Grüße aus dem Frühlingshoch
Christian
Was ich in der Antwort davor in der Eile total vergessen habe - freut mich, dass Dir die Bilder gefallen, Carlos :), ich wollte nocht pampig rüberkommen, noch hatte ich den Eindruck, dass mir etwas vorgeworfen wird. Nachdem ich meine Antwort nochmal gelesen habe, ist mir aufgefallen, dass man das so auffassen kann!
Aaaaber wie gestern und vorgestern zu fortgeschrittener Stunde - einen hab ich noch (Ähnlichkeiten mit bekannten westlichen Symbolen sind rein zufällig):
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/213145_34795638.jpg)
Gute Nacht,
Michael
Hallo Michael,
ZitatDeswegen habe ich ja auch nicht behauptet, die Abstände aufgelöst zu haben, dazu dürften sie nicht ineinander verschwimmen, aber sie sind immerhin strukturell klar erkennbar.
Für mich zeigen Deine Bilder, dass die Feinstruktur wirklich sauber aufgelöst ist. Auch ist es völlig normal, dass bei starker Vergrößerung bestmöglich aufgelöste Objekte ,,verschwimmen" bzw. unscharf abgebildet werden. (Das trifft selbst auf ,,monochromatisch" beleuchtete Objekte zu.) Deine extreme Ausschnitts-Vergrößerung zeigt zudem, dass die Größenordnung Deiner Angabe zu den Abständen stimmt und die Auflösungsgrenze zudem noch nicht erreicht ist. (Die ,,Punkte" könnten noch enger stehen und wären immer noch aufgelöst.) Kompliment! Auch die Schwankungsbreite der Abstände von ca. 10% ist mit dem Bild nachvollziehbar.
Angesichts der Superqualität der Bilder hat mich die Angabe von 170 nm irritiert. (Das erreicht man mit einer Apertur von 1,63. Die ist mit sichtbarem Licht nur mit extrem hohen Brechungsindex (Monobromnaphtalin-Immersion) erreichbar.) Nicht bedacht habe ich dabei, dass in der Kette Kondensor, Objekt, Objektiv ... bis Kamerachip bei der ,,Abstands-Messung" eine Ungenauigkeit von 20% in Summe kaum vermieden werden kann.
Für mich steht damit fest, mit Deinen Bildern bewegst Du Dich an der Grenze des Machbaren in Auflösung und Bildqualität.
Gruß Carlos
Wundervolle Aufnahmen. Die Feinstruckturen bei Pinnularia sieht man ja in der Regel nie. Erst die Nutzung von UV ermöglicht diese Auflösung. Was mich zu der Frage bringt, warum es keine Lichtmikroskope mit feinerem / hochfrequenterem Licht gibt? In der Chipindustrie ist man ja mittlerweile im mittleren einstelligen Nanometerbereich angekommen. D.h. wären rein theoretisch Lichtmikroskope mit 10-20nm Auflösung möglich.
Die Optik müßte natürlich an die Wellenlänge angepaß sein.
Liebe Grüße Jorrit.
Zitat von: the_playstation in März 28, 2017, 01:00:02 VORMITTAG
D.h. wären rein theoretisch Lichtmikroskope mit 10-20nm Auflösung möglich.
Dann sind es aber keine
Licht-Mikroskope mehr. Röntgenmikroskope gibt es ja, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6ntgenmikroskopie.
Und selbst für UV <300nm Wellenlänge ist es wohl schon sehr schwierig die erforderlichen Linsen etc aus UV-durchlässigem Material zu fertigen. Das wurde von Köhler Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt, konnte sich aber anscheinend nicht durchsetzen. Da mittlerweile Auflösungen in diesem Bereich auch durch fluoreszenzmikroskopische Methoden möglich sind ist wohl auch kein Entwicklungsbedarf mehr da.
Gruß
Steffen
Mit "Licht" meinte ich jetzt hochfrequente elektromagnetische Wellen. Ob jetzt nun Licht, UV, Röntgenstrahlung oder drüber. Ob man das nun UV-Licht oder Röntgenstrahlung, ... nennt, ist ja ziemlich egal.
ZitatDa mittlerweile Auflösungen in diesem Bereich auch durch fluoreszenzmikroskopische Methoden möglich sind ist wohl auch kein Entwicklungsbedarf mehr da.
Die sind aber von der Verwendung extrem stark eingeschränkt!!!
Ein echtes, normales Mikroskop mit entsprechend kurzwelligem Licht ist sehr wahrscheinlich vielseitiger einsetzbar.
Solche Mikroskope mit extrem kurzwelligem "Licht" werden ja quasi schon umgekehrt als Projektoren in der Chipentwicklung genutzt.
Die Bilder hier zeigen die Vorteile selbst minimal hochfrequenteren "Lichts". Allerdings weis ich jetzt nicht, wie das Absorbtionsspektrum, Transmissionsspektrum div. untersuchter Materialen ist. Das müßte natürlich zur genutzten Wellenlänge passen.
Liebe Grüße Jorrit.
Muss gleich los, deswegen hier kommentarlos noch zwei Kandidaten:
Cymatopleura elliptica var hibernica (W. Smith) Van Heurck 1896 (Dank an Anne)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/213182_17335018.jpg)
Diploneis alpina Meister (Dank an Ditmar)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/213182_39647118.jpg)
LG Michael
Edit: Bestimmung hinzugefügt
Hallo Michael
Unglaublich feine, detailierte Bilder der Feinstrukturen! Ich muß unbedingt Diatomeen mit UV fotografieren!!!
Liebe Grüße Jorrit.
Hallo Michael,
super Bilder, Du schlägst alle bisherigen Rekorde in Punkto Auflösung, und das auch ohne UV.
Bild 1 Deines letzen Beitrages dürfte Cymatopleura elliptica var hibernica (W. Smith) Van Heurck 1896 sein.
Bild 2 kann ich leider noch nichts dazu sagen.
Eine wahre Freude!
lg
anne
Diploneis alpina Meister, mittelgroßes Exemplar, letztes Bild
Grüße Ditmar
Hallo Michael,
ergänzend zur Bestimmung von Ditmar habe ich von ihm noch REM Bilder der Diploneis alpina Meister erhalten.
Es ist hier die Außen- sowie die Innenansicht der Schale zu sehen.
Die Aerolen sind maskiert und im Lichtmikroskop deutlich abgebildet.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/213211_14919123.jpg) (http://s1298.photobucket.com/user/anne081267/media/A838X2_zpsoudbj7fo.jpg.html)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/213211_28657176.jpg) (http://s1298.photobucket.com/user/anne081267/media/Scan0001_zpsutfozzzl.jpg.html)
lg
anne
Hallo und danke für die Antworten!
@Jorrit - die Aufnahmen sind allesamt noch mit sichtbarem Licht entstanden. Gerne würde ich mal mit UV@365nm experimentieren, dazu müsste ich aber auch eine modifizierte DSLR verwenden, und in Summe ist mir das gerade zuviel Aufwand & Geld. Mach ich aber bestimmt noch :). Die Cymatopleura habe ich sogar ganz ohne Filter fotografiert, und erst beim Entwickeln in Raw Therapee nur den Grünkanal benutzt.
Es gab wohl schon viele Versuche, die Auflösung von "klassischen" Lichtmikroskopen deutlich zu steigern, doch laut Stefan Hell, dem Entwickler des STED, sind sie allesamt gescheitert. Bei Peter Höbels Bilder im UV Bereich habe ich manchmal den Eindruck, als wären auch die Diatomeen-Schalen bei der Wellenlänge etwas undurchlässiger, was der Detaildarstellung zusätzlich zur höheren Auflösung auch noch zu Gute kommen würde. Da kann ich mich aber auch irren.
Zur Auflösung - leider besitze ich kein Objektmikrometer, um meine Kombination aus Objektiv/Projektiv/Kamera "forensisch" abzugleichen, hier bleibt mir momentan leider nur der rechnerische Weg, da kann ich nicht ausschliessen, das im Zusammenspiel Fehler entstehen.
Danke an Ditmar und Anne für die Bestimmung und die REM-Bilder, zum Glück habe ich nicht meinen Verdacht dazugeschrieben (ich hatte bei den Surirellae und Naviculae gesucht). Den Beitrag habe ich schon ergänzt.
Tolle Präparate, Anne!
LG Michael
Hallo zusammen,
bei der UV-Mikroskopie kommen sicher viele Faktoren zusammen, also nicht nur die Steigerung der Auflösung durch die Reduzierung der Wellenlänge, sondern wie hier gezeigt auch Refraktionsänderungen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/213233_24995927.jpg)
Hierdurch steigt die Erkennbarkeit ganz erheblich.
Ich bezweifle, dass mit einer modifizierten Farbkamera ein gutes Bild bei 365nm entsteht. Es ist immer auch an die Software der Kamera zu denken, welche für uns immer eine große Unbekannte bleibt. Die monochromen Kameras können Rohdaten ohne Kompression liefern und sind bis 350nm brauchbar.
Weiter sind Fluoreszenzerscheinungen in den Einbettmedien vorhanden welche durch spez. Filter unterdrückt werden müssen/sollen.
@Anne
danke für die super REM Bilder
Viele Grüße
Peter
P.S. Kornradeteilnehmer/innen werden dazu mehr erfahren ;)
Zitat von: peter-h in März 29, 2017, 16:40:48 NACHMITTAGS
P.S. Kornradeteilnehmer werden dazu mehr erfahren ;)[/color]
Protest! Wo ist der Gleichstellungsbeauftragte, wenn man ihn braucht? ;)
Vielleicht findest Du ja nach der Kornrade Zeit, das hier mal für alle darzustellen.
Viele Grüße,
Bob
Hallo Michael,
Zitat... - leider besitze ich kein Objektmikrometer, ...
Auch mit einem Objektmikrometer kann die Bestimmung eines so geringen Abstands, wie in Deinem Fall, nur "ungefähr" erfolgen. Der Abstand der Skalenteile beträgt bei einem üblichen Objektmikrometer 100 Skalenteile pro mm, also 1/100 mm von Skalenteil zu Skalenteil. In Deinem Fall liefert die Rechnung über "Abbildungsmaßstab" des optischen Systems und "Pixel" einen mindestens ebenso "genauen" Wert.
Gruß Carlos
Danke Bob,
habe den unverzeihlichen Fehler behoben.
Peter
@Peter - da ich leider nicht zur Kornrade kommen kann, werde ich Dich evtl. zu gegebener Zeit mal mit Fragen löchern, sei also schon mal vorgewarnt :).
Die Auflösungsthematik hat mich nicht in Ruhe gelassen, und da ich ja glücklicherweise den Beitragstitel noch nicht editiert habe, ist sie hier wieder einmal, die Amphipleura. Die lässt mich einfach nicht los, aber man kann sie ja auch zu allerhand brauchen, z.B. als Objektmikrometer, siehe hier:
Nachdem ich das 60er mit dem NFK 3.3x noch nicht an meiner Lieblingstestdiatome versucht hatte, kam mir die Idee, auf der selben Basis, mit der ich die Pinnularia fotografiert habe, auch das Gitter der Amphipleura abzulichten und gegenüberzustellen. Erste Überraschung: Das Auflösen der Poren war unvergleichbar leichter als es bei der Pinnularia war, da musste ich weit mehr an der Beleuchtung schrauben. Zweite Überraschung: 60er plus NFK 3.3x = deutlich besser als 100er plus NFK 1.67x. Dritte Überraschung: Die Areolen der Pinnularia sind eindeutig kleiner. Hier die Gegenüberstellung im absolut identischen Massstab:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/213255_46151599.jpg)
Beste Grüße und gute Nacht,
Michael
Zitat von: the_playstation in März 28, 2017, 17:40:08 NACHMITTAGS
Mit "Licht" meinte ich jetzt hochfrequente elektromagnetische Wellen. Ob jetzt nun Licht, UV, Röntgenstrahlung oder drüber. Ob man das nun UV-Licht oder Röntgenstrahlung, ... nennt, ist ja ziemlich egal.
ZitatDa mittlerweile Auflösungen in diesem Bereich auch durch fluoreszenzmikroskopische Methoden möglich sind ist wohl auch kein Entwicklungsbedarf mehr da.
Die sind aber von der Verwendung extrem stark eingeschränkt!!!
In wie fern eingeschränkt? Die meisten Präparate müssen ja ohnehin gefärbt werden. (Andere nicht, dieser Thread ist ein gutes Beispiel). Und es stellt sich weiterhin die Frage, ob man erwarten würde, mit einem Röntgenmikroskop Sachen zu sehen, die mit einem EM nicht zu sehen sind. Da hab ich keine Antwort drauf.
Ich habe gerade noch mal bei Gerlach (Geschichte der Mikroskopie, S. 637-8) nachgelesen: Zeiss hat 1904 ein UV-Mikroskop-Paket auf den Markt gebracht. Die NA des stärksten UV-Objektivs lag bei 1,25, von der Auflösung her (laut Text) entsprechend einer NA von 2,5 bei Tageslicht. Wellenlänge muss also um 250 nm gewesen sein. Es war dabei: Kamera, drei UV-Objektive, Quartzkondensor, fünf Quarzokulare, vier Quartz-OTs, 10 UV-Glas-OTs und fünf Deckgläser, zusammen für 1873,50 Mark. (ohne Beleuchtung und Stativ, zusammen noch mal 6-700).
Ein Glycerinobjektiv NA1,25 kostete einzeln 600 Mark, ein einzelner Quartzobjektträger 4,50, ein Deckglas aus geschmolzenem Glas 3 Mark. Zum Vergleich: in der Zeiss Kantine kosteten sechs Essen mit Bier 3,75 Mark.
Gerlach schreibt weiter, dass die Auflösungssteigerung nicht groß genug war um zu wesentlich neuen Erkenntnissen in der Biologie zu kommen. Ich denke hier irrt er, denn neue Verfahren mit einer verdoppelten Auflösung (wie strukturiere Beleuchtung, 3D-SIM) haben durchaus wesentliche neue Erkenntnisse gebracht.
Jedenfalls scheint UV-MIkroskopie dann wieder aus der Mode gekommen. Ich vermute das ein wesentlicher Grund die hohen Verbrauchskosten waren, möglicherweise auch ein kompliziertes Arbeiten, da man das Bild ja nicht direkt sehen konnte war Scharfstellen vermutlich nicht trivial.
Last but not least: Michael, das neue Bild ist faszinierend!
Liebe Grüße
Steffen
Hallo zusammen,
wie ist bei Optiken aus Quartz eigentlich die langfristige Haltbarkeit? Kommt es da leicht zu Schäden wie bei alten optischen Gläsern? Welches Material wird heute für Linsen für diesen Wellenlängenberich verwendet?
@Peter-H: Ich meinte natürlich die informative Gleichstellung zwischen Kornradeteilnehmern und Kornrade-nicht-teilnehmern. Ich werde nicht dabei sein, muss aber die ganzen verschwörerischen Ankündigungen zu interessanten Themen ertragen! ;D
Viele Grüße an alle,
Bob
Hallo Steffen.
Wie gesagt. In der Halbleitertechhnik werden Masken auf den Chip mit Licht (UV, .... ) projeziert. Und man erreicht heute Auflösungen von 10nm.
Ich denke, daß das schon eine signifikante Auflösungssteigerung ist, wenn ich Strukuren von 10nm sichtbar machen kann. Das der Aufwand, vor allem bei der "Lichterzeugung" höher ist und auch andere Linsen und Rechnungen der Optiken erfordert, ist klar. Auch daß sich vieleicht nicht jedes Objekt / Material eignet.
Mit "Licht" mit der Wellenlänge von 5nm kann man halt feiner auflösen als mit einer Wellenlänge von 500nm. ;)
Liebe Grüße Jorrit.
Hallo Jorrit,
Du hast einen sehr guten Satz geschrieben!
" Auch daß sich vieleicht nicht jedes Objekt / Material eignet. "
Manche Objekte vertragen keine zu hohe, oder zu lange Bestrahlung.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/213313_32201732.jpg)
Dieses schöne alte Kreispräparat habe ich leider gekillt >:(
Man kann nicht einfach auf UV wechseln und alles ist gut.
Schöne Grüße
Peter
Hallo Peter.
Oh. Das tut mir leid. Vieleicht sollte man das erstmal mit Luftpräperaten probieren?
Wobei ich mich frage, wie die Chiphersteller "Licht" mit 5-10nm Wellenlänge erzeugen?
Liebe Grüße Jorrit.
Zitat von: the_playstation in März 31, 2017, 23:48:12 NACHMITTAGS
Wobei ich mich frage, wie die Chiphersteller "Licht" mit 5-10nm Wellenlänge erzeugen?
Wenn das hier stimmt, dann können zumindest 13,5 nm mit Plasma erzeugt werden.
https://de.wikipedia.org/wiki/EUV-Lithografie
Gruß
Steffen
Ich sage es mal so. Da es die entsprechenden Chips gibt, muß es auch das passende Licht geben.
Die 45nm und 20nm Technologie ist ja quasi schon Schnee von Vorgestern.
Verwunderlich ist, daß sich am grundlegenden Prinzip seit dem PET (aus den 80gern) nichts geändert hat.
Das Licht wurde halt immer mehr "verfeinert", um feinere Strukturen zu erzeugen. Und wer hier die Nase vorne hat, ist der Gewinner.
Prinzipiell könnte man das Prinzip der Lichtwellenlängenreduktion bzw Lichtfrequenzerhöhung auch in der Mikroskopie anwenden.
Liebe Grüße Jorrit.
Hallo Jorrit,
könnte man sicher. Allerdings werfen Investitionen in die Halbleitertechnik einiges an Gewinn ab, während ein Mikroskop mit dieser Technik bei der Kosten-Nutzen-Analyse eher schlecht dastehen würde. Dann doch gleich ein bisschen weiter runter gehen in der Wellenlänge und Röntgenstrahlen nutzen die leicht zu erzeugen sind, und das Röntgenmikroskop gibt es.
https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6ntgenmikroskopie
Viele Grüße,
Johannes
Dann wundert es mich, warum man diese Technik nicht schon seit Jahren in der Halbleitertechnik einsetzt.
Oder es gab noch keine passenden Linsen für diesen Wellenlängenbereich.
Liebe Grüße Jorrit.