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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: Eckhard in August 21, 2009, 16:04:09 NACHMITTAGS

Titel: Botanik: Ginko Blattstiel Wacker Färbung *
Beitrag von: Eckhard in August 21, 2009, 16:04:09 NACHMITTAGS
Hallo,

dies ist auch ein sehr interessanter Schnitt - der Blattstiel eines Ginko. Von der Struktur sieht der Stiel aus wie der Schnitt durch eine Nadel und verrät die besondere Stellung des Ginkos im Stammbaum der Arten.

Mehr zum Ginko hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Ginkgo

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/17332_52757466.jpg)
5x EC Plan Neofluar, Zeiss 1.6x T2 Adapter, Nikon D5000, ISO 200, 1/400 Sek.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/17332_15572461.jpg)
10x EC Plan Neofluar, Zeiss 1.6x T2 Adapter, Nikon D5000, ISO 200, 1/400 Sek.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/17332_34491160.jpg)
20x EC Plan Neofluar, Zeiss 1.6x T2 Adapter, Nikon D5000, ISO 200, 1/400 Sek.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/17332_4851426.jpg)
40x EC Plan Neofluar, Zeiss 1.6x T2 Adapter, Nikon D5000, ISO 200, 1/400 Sek.

Herzliche Grüsse
Eckhard
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Bernhard Lebeda in August 21, 2009, 19:38:52 NACHMITTAGS
Hallo Eckhard

einfach toll!!

Das wird ne Weile dauern, bis ich mich traue mal wieder einen Schnitt zu zeigen! Du hängst die Latte echt hoch!!


Viele Grüsse

Bernhard
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: rekuwi in August 21, 2009, 20:50:27 NACHMITTAGS
Lieber Eckhard,

wirklich einfach nur toll - auch die Farbenrauschbilder der Trompetentierchen!

Lieber Bernhard,

ZitatDas wird ne Weile dauern, bis ich mich traue mal wieder einen Schnitt zu zeigen! Du hängst die Latte echt hoch!

so sehe ich das nicht, das wäre doch zu traurig. Schließlich kann niemand der nur einen "Tretroller" fährt mit einem "Rennwagen" mithalten. Wie heißt es schon beim Sporteln: dabeisein ist alles.

Liebe Grüße
Regi
Titel: Re: Ginkgo Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Fahrenheit in August 21, 2009, 21:05:58 NACHMITTAGS
Guten Abend Eckhard,

ahh, da sind sie ja  ;D

Ich wiederhole es gerne: phantastische Bilder von eben solchen Präparaten.

Ich hatte es Dir ja schon per Mail geschrieben: für mich wären die 'dunkelgrünen' Stellen in der Epidermis mit den Hohlräumen dahinter besonders interessant, da ich dort Blattspalte vermute. Es wäre sehr schön, wenn Du von einer solchen Stelle noch ein Detailbild einstellen könntest.

Weiterhin interessant: die Harzkanäle. Mir ist beim Ginkgo allerdings noch nichts harziges wie bei einem Nadelbaum aufgefallen.

Schöne Grüße
Jörg

Nun ist der Ginkgo ein Ginkgo  ;)
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Detlef Kramer in August 21, 2009, 23:18:18 NACHMITTAGS
Lieber Jörg,

bezüglich der Spalten liegst Du mit Sicherheit richtig. Ansonsten lieber Eckhard, auch von mir Chapeau!

Herzliche Grüße

Detlef
Titel: Re: Ginkgo Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Fahrenheit in August 21, 2009, 23:36:52 NACHMITTAGS
Guten Abend Detlef,

das freut mich zu hören!

Hast Du Erfahrung mit dem Inhalt der Harzkanäle beim Ginkgo? Ich habe heute für eigene Schnitte einige Blätter unserer beiden Bäumchen zugeschnitten und fixiert. Dabei ist mir eigentlich nichts harzähnliches aufgefallen.
Es scheint sich also um ein sehr leichtes Harz zu handeln - nicht besonders klebrig und mit nur ganz dezentem Duft.

Herzliche Grüße
Jörg

Nun ist der Ginkgo ein Ginkgo  ;)
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Eckhard in August 22, 2009, 10:18:29 VORMITTAG
Guten Morgen Jörg,

ich werde am Wochenende eine Detailaufnahme machen und einstellen.

Herzliche Grüsse
Eckhard
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Detlef Kramer in August 22, 2009, 12:06:40 NACHMITTAGS
Noch eine klein Anmerkung: beachtet die, für uns Deutsche, seltsame Schreibweise: Ginkgo

Schönes Wochenende

Detlef
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Peter V. in August 22, 2009, 12:46:35 NACHMITTAGS
Lieber Detlef,

danach habe ich gestern auch etwas verunsichert "gegoogelt". Offensichtlich sind aber alle drei denkbaren Schreibweise "erlaubt" oder zumindest "gängig".

Ginko,
der mir bisher bekannte Ginkgo und sogar
Gingko

Lediglich "Gingo" dürfte allenfalls im Sächsichen durchgehen....

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Horst Isele in August 22, 2009, 13:22:57 NACHMITTAGS
Hallo

Der Duden listet zwei Schreibweisen auf.

Ginko und Ginkgo

http://www.duden.de/

Gruss  Horst
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Klaus Herrmann in August 22, 2009, 14:10:20 NACHMITTAGS
Hallo Sprachwissenschaftler,

er hat seinen Ursprung in Japan: und deshalb gibt es schon eine gewisse Präferenz für Ginkgo

ZitatGink|go [gŋko], Gin|ko, der; -s, -s (jap. ginkyo)
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Rolf-Dieter Müller in August 23, 2009, 23:52:17 NACHMITTAGS
Hallo Eckhard,

Dein Schnitt zeigt hervorragend die Leistungsfähigkeit der Wackerfärbung. Besonders dann, wenn Vergleiche zu traditionellen Färbungen möglich sind.

In diesem Fall ist es tatsächlich machbar, denn vor knapp zwei Jahren hat ein äußerst talentierter junger Mikroskopiker im alten Forum einen schönen Freihandschnitt vom Ginkgo-Blattstiel vorgestellt. Dieser ist mit ACN gefärbt, was im Ergebnis vergleichbar ist mit dem heute als besser bekannten Etzold-FCA.

ACN steht für Astrablau, Chrysoidin und Neufuchsin; FCA steht für Fuchsin, Chrysoidin und Astrablau.

Der Beitrag ist hier zu finden: http://www.mikroskopie.de/mikforum/read.php?2,37784,37784#msg-37784

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Klaus Herrmann in August 24, 2009, 00:15:05 VORMITTAG
Hallo Rolf-Dieter,

es wiederholt sich doch alles: schon damals gab es die Diskussion um Schreibweisen. Sogar Großmeister Goethe wurde zitiert von Ernst Hippe: Gingo - Na Bingo! 8)
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: *** in August 24, 2009, 10:14:45 VORMITTAG
Beitragsinhalt auf Wunsch des Autors gelöscht
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Fahrenheit in Oktober 05, 2009, 23:56:41 NACHMITTAGS
Lieber Eckhard, liebe Freunde der Wacker-Färbung,

ich möchte hier noch einmal einen Schnitt durch den Ginkgo-Blattstiel zeigen, dessen Wackerfärbung so ganz anders ausgefallen ist, wie die im Eingangsthread gezeigte.

Auch hier habe ich in der letzten Färbestufe das Astrablau mit wenig Acriflavin versetzt. So blau wie diesmal ist mir die Färbung jedoch noch nie geraten.

Eckhard, kann es sein, dass Du Deine Schnitte mit Acriflavin nachfärbst?

Zum Vergleich: Etzold Grün und Etzold FCA siehe hier (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=2950.0).

Hier noch mal das 'Rezept' für die Färbung:
- Färbung zweier Handschnitte (ca. 50µm) nach Wacker
- Aus 70% Ethanol
- ca. 6 bis 8 Minuten in Acridinrot 1% in Ethanol 50%
- Überführen in Aqua dest.
- ca. 30 bis 60 Sekunden in Acriflavin 1% in Aqua dest (bis keine Farbschwaden mehr abgehen)
- Wässern
- ca. 3 bis 4 Minuten in Astrablau 2% in Aqua dest (1:1 verdünnt mit Aqua dest) mit wenig Acriflavin,
 sodass ein grüner Farbton entsteht. (Verhältnis Astrablau zu Wasser zu Acriflavin wie 4/4/1)
- Wässern
- Überführen in Isopropanol
- Einschluss in Euparal

Zur Technik:
- Leica DM E mit C-Plan Objektiven (Vergrößerung siehe Bildbeschreibung)
- Canon A520 an Leica Periplan mit dem Herrmannschen Adapter
- Stacken mit Zerene Stacker (Build 07.2009)
- Bildbearbeitung mit XNView (Korrektur des Schwarz- und Weisspunkts,  
 Größe angepasst und leicht nachgeschärft)

Bild 1: Übersicht über die rechte Hälfte des Blattstiels, Vergrößerung 100x, Stapel aus 12 Bildern
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/20606_9490050.jpg) (http://s1347.photobucket.com/user/Fahrenheit_66/media/091005_Ginkgo_Blattstiel_quer_Wacker_100x_BW11.8_ZS12_2_800_zps6ebv0mhl.jpg.html)

Bild 2: Ausschnitt aus dem Leitbündel, Vergrößerung 400x, Stapel aus 14 Bildern
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/20606_24399080.jpg) (http://s1347.photobucket.com/user/Fahrenheit_66/media/091005_Ginkgo_Blattstiel_quer_Leitbuumlndel_Wacker_400x_BW11.8_ZS14_2_800_zpsikxzauyt.jpg.html)

Bild 3: Hier noch mal die - unreifen - Früchte des Ginkgos. Die sollten mittlerweile schön gelb sein  :)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/20606_24216811.jpg) (http://s1347.photobucket.com/user/Fahrenheit_66/media/090913_Ginkgofruumlchte_800_zpsyqtqapv6.jpg.html)

Herzliche Grüße
Jörg

Edit 09.07.2016: Fotos wieder hergestellt
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Klaus Herrmann in Oktober 06, 2009, 00:04:25 VORMITTAG
Sehr schön Jörg!

Auf dem Detail sieht man eine wunderbar getroffene Oxalatdruse. Sehr schöne saubere Kontraste!

Kann man die Nüsse eigentlich essen?
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: reblaus in Oktober 06, 2009, 00:16:56 VORMITTAG
Hallo Jörg -
wohin streut denn deine Gingko-Dame ihre leckeren Früchte?
Gruß
Rolf
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Druse in Oktober 06, 2009, 07:29:24 VORMITTAG
Zitat von: Klaus Herrmann in Oktober 06, 2009, 00:04:25 VORMITTAG
Kann man die Nüsse eigentlich essen?

ja, die Samen kann man essen, sie sind angeblich in Asien eine Delikatesse. Die Samen sollten aber unbedingt vom Fruchtfleich befreit werden  ;)
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Klaus Herrmann in Oktober 06, 2009, 08:35:06 VORMITTAG
Guten Morgen Mila,

ZitatDie Samen sollten aber unbedingt vom Fruchtfleich befreit werden 

Darf ich Deine dezente Korrektur einer Botanikerin so verstehen, dass es auch eine Frucht - wie die Wal"nuss" - ist?

Macht das Fruchtfleich auch so schön braune Finger?
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Fahrenheit in Oktober 06, 2009, 09:07:36 VORMITTAG
Liebe Mila, lieber Klaus,

zunächst vielen Dank für das Lob! Eckhards Schnitte gefallen mir persönlich allerdings deutlich besser.  :) Das Blau fand ich für Wacker jedoch bemerkenswert.

Die wirklich sehr schön ausgebildete Druse habe ich auch schon im Blick. Der möchte ich mit dem 100er zu Leibe rücken, wenn das Euparal soweit ausgehärtet ist, dass das Abwischen des Immersionsöls das Deckglas nicht mehr verschiebt.
Wenn die Bilder gut werden, werde ich sie natürlich hier zeigen.

Liebe Mila, ich möchte es mir selbstverständlich nicht mit meinen Nachbarn verscherzen. Daher stammt das Bild nicht von meinen beiden eigenen Ginkgos aus dem Garten (die hoffentlich männlich und auf jeden Fall noch zu jung für Blüten und Früchte sind), sondern aus dem Park an den Kaisertermen in Trier.

Lieber Klaus, zum Ginkgo liest man im Netz ja einiges. Die Frucht wird dabei in der Regel als Nuss angesprochen. Einen echten Beleg dazu habe ich allerdings nicht gefunden.
Bei Ratiopharm (http://ginkgo.ratiopharm.de/ginkgo-wissen/namen-des-ginkgo.html) findet man zumindest den Hinweis "fälschlicherweise Ginkgofrucht".

Das Skurrilste zum Thema essbar oder nicht habe ich hier (http://german.alibaba.com/product-gs/fresh-ginkgo-nuts-boiled-ginkgo-boiled-ginkgo-ginkgo-hui-229584352.html) gefunden. Das stammt sicher aus der Steinzeit der automatischen Übersetzung.  ;D
Aber immerhin: es gibt die Samen auch als convenience food.

Bei den Gärtnern (http://forum.garten-pur.de/index.php?board=52;action=display;threadid=3463) wird über die Zubereitung in Heimarbeit diskutiert. Das wäre doch sicher was für Dich, Klaus? So als Hobbykoch ...

Und auch im Wikipedia-Artikel zum Ginkgo (http://de.wikipedia.org/wiki/Ginkgopflanzen) gibt es einen Abschnitt zur Essbarkeit:

ZitatNutzung als Nahrungsmittel

Reife Ginkgo-Samen
Ginkgo-Samen ohne SarcotestaIn Asien wurden mehrere Zuchtreihen des Ginkgobaumes mit verschiedenen Qualitäten als Nahrungspflanze gezüchtet. Genutzt wird der Kern des Samens, dieser muss jedoch gegart werden. In Japan dienen die geschälten (daher von Sarco- und Sklerotesta befreiten) Ginkgosamen (in kleinen Mengen) als Beilage zu verschiedenen Gerichten. Sie werden teilweise im Reis mitgekocht, als Einlage in einem Eierstich-Gericht verwendet, oder geröstet und gesalzen als Knabberei verzehrt. Dazu werden die Samen von ihrer harten Schale befreit, und nur der gelbe Innenkern verwendet. In Europa sind Ginkgosamen meist nur als Konserven erhältlich. Geröstete und gehackte Kerne dienen als Gewürz in der asiatischen Küche. Die Samen enthalten 37,8 % Kohlenhydrate, 4,3 % Proteine und 1,7 % Fett. Ein Übermaß an Ginkgosamen kann zu Vergiftungserscheinungen führen, da diese den Vitamin-B6-Antagonisten 4-Methoxypyridoxin enthalten. Im 11. Jahrhundert n. Chr. sollen diese ,,Nüsse" so geschätzt worden sein, dass der Kaiser von China die Samen als Tributzahlung von den südöstlichen Provinzen forderte.

Guten Appetit und die Wäscheklammer für die Nase nicht vergessen! ;D
Jörg

Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Klaus Herrmann in Oktober 06, 2009, 09:23:46 VORMITTAG
Danke lieber Jörg,

die Infos machen ja nicht so richtig neugierig auf die Frucht:

Zitatnach Erbrochenem"? Nicht eigentlich. Der Duftstoff ist im Wesentlichen Buttersäure.

Was meinte Mila neulich so treffend: "gut, dass es noch kein Duft-Forum gibt!"
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Fahrenheit in Oktober 06, 2009, 09:46:11 VORMITTAG
Lieber Klaus,

wenn es mal soweit ist, bekommt der klassische Troll keinen Fisch mehr, sondern ein Körbchen überreifer Ginkgo-Früchte!  ;D

(Huch, habe ich mir jetzt das erste Körbchen verdient?)  :-X

Schöne Grüße
Jörg
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Druse in Oktober 06, 2009, 10:14:37 VORMITTAG
Nur mal so als "Botanikerin": alle Nüsse sind Früchte, aber nicht alle Früchte sind Nüsse  ;)

(es gibt z.B. auch eine berühmte Sammelnussfrucht, nämlich die Erd"beere")

Im Botanischen Garten in Bonn gibt es einen bemerkenswerten Baum:

http://botgart.uni-bonn.de/o_frei/arb/a26.html

auf eine männliche Pflanze wurde eine weibliche aufgepfropft. An einigen Ästen wurden Schildchen angebracht mit dem Zeichen für "männlich" bzw. "weiblich".
Und es stimmt: der Ginkgo gehört zu den Nacktsamern, der Samen ist "nackig", also keine Frucht im eigentliche Sinne.
Von daher korrigiere ich mich, denn ich hatte tatsächlich "vor dem Verzehr Fruchtfleich entfernen" in Hinterkopf und nicht weiter nachgedacht  :-[

Wer Duftproben möchte: ich opfere mich, gehe sammeln und verschicke...  ;D


Nachtrag: eben war ich im Botanischen Garten: auf dem Ginkgo-Schild werden die Früchte (!) mit Mirabellen verglichen, aha...

Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Fahrenheit in Oktober 06, 2009, 11:55:36 VORMITTAG
Hallo Mila,

danke für den Link.  :)

Die Mitglieder des Bonner Kreises kennen den Baum von der Tümpler-Exkursion im Juli diesen Jahres. Da ist uns auch aufgefallen, dass er ein "künstlicher Zwitter" sein muss. Allerdings habe zumindest ich nicht die mir wohl bekannte Site des Gartens besucht, um mich schlau zu machen.  ;)

Und auch zum Thema Nuss findet sich in dem von Dir verlinkten Artikel die Klarstellung.
Gymnosperme - da hätten wir auch selbst drauf kommen können, dass es keine Nuss oder Frucht im klassischen Sinne sein kann.
Aber es zeigt sich hier wieder schön, wie ähnliche Baupläne aus ganz unterschiedlichen Ansätzen und Geweben in ganz unterschiedlichen Ordnungen entstanden sind - weil sie einen Vorteil für die jeweiligen Individuen bedeuteten.

Aus meiner Sicht ein klares Argument gegen ein "Intelligent Design", das ich - man möge mir den Seitenhieb verzeihen - für einen unsäglichen Verblödungsversuch von Menschen halte, die entweder die Sehnsucht haben, in einer einfachen Welt ohne eigene Verantwortung zu leben oder schlimmer, darauf bauen, dass es genug solcher Menschen gibt, die sich unter der eigenen Fahne sammeln lassen.

Herzliche Grüße
Jörg

Titel: Re: Ginkgo Blattstiel Wacker Färbung nachgelegt
Beitrag von: Fahrenheit in Oktober 07, 2009, 22:44:18 NACHMITTAGS
Hallo liebe Ginkgofreunde,

heute möchte ich noch ein Bild eines Stoma nachlegen, das in einem meiner nach Wacker gefärbten Präparate zufällig genau mittig angeschnitten ist.

Präparation und Technik demnach wie weiter oben beschrieben.

Bild 4: Stoma aus dem Ginkgoblattstiel, Vergrößerung 400 x, Stapel aus 16 Bildern
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/20767_29355815.jpg) (http://s1347.photobucket.com/user/Fahrenheit_66/media/091007_Ginkgo_Blattstiel_quer_Stoma_Wacker_400x_BW18.7_ZS16_2_800_zpspqcltvfa.jpg.html)

Bild 5: die selbe Aufnahme mit Beschriftung
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/20767_45943265.jpg) (http://s1347.photobucket.com/user/Fahrenheit_66/media/091007_Ginkgo_Blattstiel_quer_Stoma_Wacker_400x_BW18.7_ZS16_2_800_Text_zpsvrpalmrp.jpg.html)

SZ1 und 2: die beiden Schließzellen
NZ1 und 2: zwei Nebenzellen
Sk          : Sklerenchym zur Stabilisierung des Blattstiels
Ep          : Epidermis
Cu          : Cuticula
Pa          : lockeres Parenchym hinter der Spaltöffnung

Die beiden gegenüberliegenden Schließzellen entwickeln sich, eventuell über eine Anzahl Nebenzellen, aus der Schließzellenmutterzelle. Der Öffnungsmechanismus arbeitet durch Änderung des Zellinnendrucks (Turgor). Bei den Coniferen erfolgt die Öffnung durch ein Drehen der Schließzellen nach Außen, die Bewegung wird von den Nebenzellen ausgeführt (Flügeltür-Typ nach Escherich). Ich nehme an (und der Bau der Stomata legt nahe), dass dies auch für den Ginkgo gilt.

Kommentare und Kritik sind wie immer willkommen.

Herzliche Grüße
Jörg

Edit: Nach freundlichem Hinweis von Mila: es muss Turgor heißen.

Edit 09.07.2016: Fotos wieder hergestellt
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Druse in Oktober 07, 2009, 22:53:17 NACHMITTAGS
Lieber Jörg,

die Bilder sind genial, echt superklasse! Sehr schön ist, dass man den Verlauf der Cuticula so schön erkennt, mitsamt der Cuticularhörnchen. Vorhof, Hinterhof, substomatärer Raum, alles da.
Du hast auch den Schließ-Mechanismus gut beschrieben.

Toller Schnitt, tolle Färbung, tolle Fotos!
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Klaus Herrmann in Oktober 08, 2009, 10:22:11 VORMITTAG
Lieber Jörg,

schöne Details!

Was mir auffällt dass das Sklerochym verlaufend 2-farbig ist rot - gelbgrün gefärbt ist. Das ist unter dem Gesichtspunkt der eindeutigen Identifizierung durch den "Farbindikator" für ein einheitliches Gewebe etwas verwirrend.

Zwar schön von der ästhetischen Seite her, aber von der pädagogischen eher nicht so.
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Fahrenheit in Oktober 08, 2009, 15:57:46 NACHMITTAGS
Lieber Klaus,

ja, da habe ich auch schon drüber nachgedacht und werde wohl noch etwas an meinem Wacker-Rezept arbeiten müssen.

Ich hatte per Mail doch mal das Bild von dem nass gewordenen Lavendelstängel in Wackerfärbung geschickt. In diesem Schnitt ist nach der Aushärtung nichts mehr vom mit eingeschlossenen Wasser zu sehen. Aber das Acridinrot ist auch komplett weg - nur in einigen Zelllumen hat sich noch ein wenig davon gehalten.

So tippe ich auch hier auf ein zu feuchtes Biotop.  :-[

Mein Arbeitsraum ist leider besonders im Sommer mit Luftfeuchtigkeit jenseits der 90% gesegnet. Meine Reagenzien sind immer fest verschlossen und ich beziehe in der Regel kleinere Mengen, die ich recht schnell verbrauche. Reines Isopropanol ist ja hygroskopisch. Könnte da eine Ursache liegen?

Wer hat vielleicht noch solche Erfahrungen gemacht und hat für sich vielleicht schon eine Lösung gefunden?

Herzlichen Dank!
Jörg
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Druse in Oktober 08, 2009, 19:36:16 NACHMITTAGS
Zitat von: Klaus Herrmann in Oktober 08, 2009, 10:22:11 VORMITTAG
Zwar schön von der ästhetischen Seite her, aber von der pädagogischen eher nicht so.

Nun, ich finde, man kann die Gewebe gut zuordnen, hier geht es ja um Parenchym, Sklerenchym (die verdickten Zellwände kommen gut raus), Abgrenzung zur Epidermis, Stoma. Mich stört es nicht, dass das Sklerenchym nicht ganz einheitlich in der gleichen Farbe eingefärbt ist.
Wenn ich vergleiche, was die (Schul-) Bücher so bieten....  :'(
Aber ich verstehe natürlich, dass die perfekte Färbung ein Ziel ist.

Bei den im Bonner Arbeitskreis nach Wacker gefärbten Pinusschnitten haben auch einige ihre Rotfärbung verloren, aber nicht alle.

Ist Isopropanol so hygroskopisch? Auf die Schnelle fand ich keine Angaben...
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Fahrenheit in Oktober 08, 2009, 21:05:06 NACHMITTAGS
Liebe Mila,

genaue Angaben habe ich auch nicht, vermute aber, dass Isopropanol nicht ganz so stark hygroskopisch ist, wie Ethanol (immerhin gibt es reines Isopropanol im Handel und Ethanol regulär nur bis 96,5%).

Aber hygroskopisch ist es - hier der Absatz 10 aus dem Sicherheitsdatenblatt:
10 Stabilität und Reaktivität
Zu vermeidende Bedingungen: Starke Erhitzung.
Zu vermeidende Stoffe: Alkali/Erdalkalimetallen, Aluminium, Oxidationsmitteln, organische Nitroverbindungen.
Zusätzliche Hinweise: leichtentzündlich; hygroskopisch

Herzliche Grüße
Jörg
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Druse in Oktober 08, 2009, 21:16:31 NACHMITTAGS
Danke Jörg,

das Sicherheitsdatenblatt hatte ich mir auch angeschaut.
Der I-PrOH aus der Apo hat laut Prüfzertfikat einen Wassergehalt von 0,02%. Alkohole sind alle mehr oder weniger stark hygroskopisch. Ich frage mich, ob es eine "Übersetzung" gibt für die Begriffe "stark hygroskopisch", "schwach hygroskopisch" etc.
Bei EtOH ist mir das auch völlig klar, dass er z.B. mit Hilfe von Natriumdraht getrocknet wird und ich las auch, dass I-PrOH getrocknet werden kann.

Die Frage ist wirklich, wie sehr sich die Hygroskopizität des Isopropanols auf die Färbungen auswirkt.
Titel: Warum Färbungen misslingen
Beitrag von: Rolf-Dieter Müller in Oktober 08, 2009, 23:30:40 NACHMITTAGS
Hallo Mila,
Hallo Jörg,

ich mache mir wenig Sorgen um die 0,02% Wasser in abs. Isopropylalkohol.

Wenn Färbungen nicht gelingen, dann liegt es  eher daran, das Wasser bei der Verarbeitung verschleppt wird. Oder nicht genügend entwässert wird. Oder ein Altbestand von Isopropylalkohol noch für gut befunden wird, aber wie auch immer über die Zeit verdorben wurde.

Das sind die eigentlichen Ursachen für misslungene Färbungen.

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Fahrenheit in Oktober 09, 2009, 16:19:39 NACHMITTAGS
Lieber Rolf-Dieter,

eine frische Flasche Isopropanol steht schon bei mir auf dem Tisch, zumal ein kleiner Schwarm gestern fertiggestellter Präparate auch schon wieder Acridinrot verliert.

Mal sehen, vielleicht ist das ja die Lösung.

Herzliche Grüße
Jörg
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: RainerTeubner in Oktober 09, 2009, 19:25:32 NACHMITTAGS
Hallo,

ich bewahre meine Isopropanol-Vorräte über Molekularsieb, 3 Angström, auf.  Die Schicht Molekularsieb am Boden der 1-Liter Flasche ist ca. 1 cm hoch. Das sollte genügen, um den wohl unvermeidlichen Wassereintrag bei Öffnen zu binden.

Mit freundlichen Mikrogrüßen

Rainer Teubner
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Michael W. in Oktober 09, 2009, 20:08:37 NACHMITTAGS
Hallo Herr Teubner,

ich habe erst mal herausfinden müssen, was denn ein Molekularsieb ist. Dies ist mir jetzt klar. Ich wäre sehr daran interessiert mein Isopropanol ebenfalls so aufzubewahren. Jedoch konnte ich auf Anhieb keine Bezugsquelle ausfindig machen. Haben Sie da einen Tipp für mich? (Hersteller, Quelle, ca. die Menge in gramm, Preis)

Vielen Dank und herzliche Grüße
Michael
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Detlef Kramer in Oktober 09, 2009, 21:01:14 NACHMITTAGS
Hallo Michael,

das Zeug ist billig und unter dem Handelsnamen Zeolith erhältlich, z.B. bei Merck. Natürlich immer das Problem, dass die meisten Händler nicht an privat liefern. Aber, es gibt noch ein ganz anderes Problem. Dieses Zeolith muss  regeneriert werden, d.h. ihm muss das Wasser ausgetrieben werden, was es aus der Luft oder sonstwo aufgenommen werden. Dies geschieht am besten bei 280° C im Vakuum. Wohl dem, der die entsprechenden Gerätschaften besitzt.

Falls wirklich erforderlich, könnte ich solches Zeug zu 100 g in PE-Beuteln eingeschweißt liefern. Aber ehrlich: ich halte das alles für maßlos übertrieben.

Soll aber jeder selbst entscheiden.

Herzliche Grüße

Detlef
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Eckhard in Oktober 09, 2009, 21:45:14 NACHMITTAGS
Hallo,

Zitat von: Rolf-Dieter MüllerWenn Färbungen nicht gelingen, dann liegt es  eher daran, das Wasser bei der Verarbeitung verschleppt wird. Oder nicht genügend entwässert wird. Oder ein Altbestand von Isopropylalkohol noch für gut befunden wird, aber wie auch immer über die Zeit verdorben wurde.

Bingo!

Der Minirest Wasser der im Isopropanol durch den Luftkontakt drin war geht schnell raus wenn der Schnitt nach dem Eindecken bei 40° "gebacken" wird. Anscheinend so schnell, dass das Rot erhalten bleibt  ;D

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/20875_36893403.jpg)
16x Plan Neofluar Wasserimmersion, Zeiss 1.6x T2 Adapter, Nikon D5000, ISO 200, 1/800 Sek

Herzliche Grüsse
Eckhard
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Druse in Oktober 09, 2009, 21:55:02 NACHMITTAGS
Guten Abend Eckhard,

sehr schöner Schnitt und schöne Färbung. Wie alt ist diese denn?
Titel: Re: Ginko Blattstiel Wacker Färbung
Beitrag von: Eckhard in Oktober 09, 2009, 22:11:03 NACHMITTAGS
Hallo Mila,

der Schnitt ist am 9. August gemacht worden. Das Foto ist vom 24. August und der Schnitt sieht noch genauso aus wie direkt nach dem Eindecken.

Herzliche Grüsse
Eckhard