Hallo,
mir ist folgendes Mikroskop von Will in die Hände gefallen, es scheint in einem ausgezeichneten Zustand zu sein:
https://www.flickr.com/photos/30183156@N03/albums/72157682588641100 (https://www.flickr.com/photos/30183156@N03/albums/72157682588641100)
Kann jemand was zu dem Modell sagen (Jörg?), ich habe leider keine Bezeichnung gefunden, lediglich eine Nummer (24716). Hat irgend jemand Unterlagen in Form von Scans? Im Netz konnte ich nichts finden.
Gibt es eine passende (köhlerbare) Beleuchtungseinrichtung?
Wofür ist der Drehknopf direkt unter dem Kreuztisch, zu sehen auf https://www.flickr.com/photos/30183156@N03/35009893906/in/album-72157682588641100/ (https://www.flickr.com/photos/30183156@N03/35009893906/in/album-72157682588641100/)? Ist das zum Einstellen, wie schwergängig der Kreuztisch verstellt wird?
Grüße
Gerd
Hallo Gerd,
schönes Instrument aus der "schwarzen" Ära. Zur Köhlerschen Beleuchtung benötigst Du eine externe Lampe wie sie bei e-bay immer wieder mal angeboten werden. Das Fabrikat ist egal ob von Zeiss, Leitz oder ROW ist egal es braucht nur eine eingebaute Irisblende und Kollektorlinse. Die andere Frage ist mir nicht richtig klar es gibt die Triebknöpfe ggf. mit einstellbarem Drehwiderstand sowie die Knöpfe zum verstellen des Objekttisches. Nach odentlicher Reinigung kann das Teil wieder wie neu aussehen. Viel Spaß damit.
Viele Grüße,
Michael
Hallo Gerd,
ZitatWofür ist der Drehknopf direkt unter dem Kreuztisch, zu sehen
Ich kenne dieses Mikroskop nicht und auch nicht den Tisch. Könnte sein, dass der Tisch über eine Schlittenführung nach vorne abziehbar ist. Dann wäre zu vermuten, dass es die Arretierungsschraube ist. Schau dirs mal mit diesem Hintergrund an und dreh einfach mal an der Schraube. Was passiert? Kannst du dann den Tisch nach vorne wegziehen? Auf die Objektive aufpassen!
Ohne Gewähr; Reklamationen sind an die Verbraucherzentrale zu richten! 8)
Klaus, vielen Dank, Du hattest den richtigen Riecher :-) Tisch läßt sich nach vorne abziehen und jetzt kann ich nicht nur auch noch die Stellen reinigen, an die man schlecht hinkam, sondern auch noch das minimale Wackeln des Tischs beseitigen, weil drunter die Schrauben der Tischhalterung freigelegt wurden.
Michael, was die Reinigung betrifft: eigentlich zeigen die Bilder den Zustand nach meinen Reinigungsversuchen :-) Die Verfärbungen am Metall habe ich nicht wegbekommen, muß auch nicht unbedingt, man darf ruhig sehen, dass es benutzt wurde. Ich habe für die Metallteile nur Wasser mit einem Spritzer Spülmittel, ein Mikrofasertuch und in hartnäckigen Fällen 70% Isopropanol verwendet. Optiken habe ich noch überhaupt nicht gereinigt, da ich weder Augenwatte noch Wundbenzin da habe. Insgesamt sieht aber alles ganz gut aus, das Teil ist in einem unglaublichen Zustand. Alle Triebe gehen butterweich.
Hättest Du noch einen Tipp, wie man die matten Metallflächen noch ein bisschen besser reinigen könnte?
"Schwarze Ära", hast Du da auch ungefähr einen Zeitbereich? Ich tippe mal so ungefähr auf 70er Jahre.
Was die Beleuchtung angeht: mir ist aufgefallen, dass alle anderen Mikroskope mit externer Beleuchtung einen Zentrierpin im Fuß haben, wo die Leuchte reingesteckt wird, das hat meins aber nicht. Geht denn damit überhaupt köhlern oder ist nicht die Gefahr viel zu groß, dass das ständig verrutscht. Gibt es vielleicht eine Lampe, die man statt des Spiegels in den Spiegelhalter stecken kann? Sorry, ich habe da wirklich überhaupt keine Ahnung.
Grüße
Gerd
Hallo Gerd,
für das Zeiss Jena LG mit Hufeisenfuß gab es ein Y-förmiges flaches Metallteil, das die Ausrichtung zwischen Mikro und Lampe fixierte. Sowas kann man sich aus Blech oder Holz selbst bauen, wenn man den richtigen Abstand experimentell bestimmt hat.
Viele Grüße,
Bob
Hallo Gerd,
die anoxidierten Metallteile lassen sich recht gut mit feinster Stahlwolle polieren, bei hartnäckigen Belägen geht das recht gut mit Gladfaserradierer. Das ist dann zwar etwas agressiver entfernt ab doch relativ sanft. Bei vernickelgen Teilen geht manchmal die dünne Vernickelung partiell verloren kann man elektrolytisch erwas nachbessern. Bei den Rändelschrauben und Triebknöpfen sind die Riefen oft dick mit Dreck zugesetzt das sieht viel besser aus wenn der weg ist. Vorreinigung mit Isopropylalkohol danach mit Benzin und einem abgebrochenen (Auffaserung!) Schaschlickspieß den Dreck rausschaben. Ist etwas mühsam aber unglaublich welcher Dreck damit rausgeht. Danach nochmal mit Benzin abwischen, wie neu! Den Lack des Stavis kann man gut mit Autopolitur aufmöbeln und/oder mit etwas Balistol reinigen. Polierstaub und Öle dürfen natürlich nicht auf Optiken gelangen. Was mich immer stört sind verostete schrauben die werden mit den Glasradierer wieder wunderbar. Ansonsten hast Du Recht Dein Instrument sieht schon jetzt gut aus.
Viele Grüße,
Michael
Hallo,
ZitatWas die Beleuchtung angeht: mir ist aufgefallen, dass alle anderen Mikroskope mit externer Beleuchtung einen Zentrierpin im Fuß haben, wo die Leuchte reingesteckt wird, das hat meins aber nicht. Geht denn damit überhaupt köhlern oder ist nicht die Gefahr viel zu groß, dass das ständig verrutscht. Gibt es vielleicht eine Lampe, die man statt des Spiegels in den Spiegelhalter stecken kann?
diese Aufsteckleuchten sind (normalerweise) keine Köhlerbeleuchtung sondern eine Mattscheibe mit dahinter liegender Glühlampe (sog. kritische Beleuchtung). Wegen des geringen Abstandes zum Kondensor lässt sich dabei keine Leuchtfeldblende verwenden, die könnte vom Kondensor nicht, oder nur durch zu starkes Absenken, in die Objektebene abgebildet werden.
Hubert
Hubert wie gesagt mit einer externen Lampe wie beschrieben kannst Du ganz klassisch Köhlern.
Gruß,
Michael
Hallo Michael,
ich habe nichts dagegen gesagt. Es ging um die Frage der Aufsteckleuchten.
Hubert
Hallo Hubert,
Ja da hast Du Recht.
Gruß,
Michael
Könnt ihr mir mal einen Link zu so einer externen Beleuchtung zeigen? Ich habe jetzt mal alle ebay Angebote zu 'Mikroskop Beleuchtung' durch, stehe aber immer noch im dunkeln.
Gruß
Gerd
Hallo Gerd,
hier ist sowas abgebildet:
http://www.mikroskop-online.de/Mikroskop%20BDA/30-360-1%20%20Mikroskopierleuchten.pdf (http://www.mikroskop-online.de/Mikroskop%20BDA/30-360-1%20%20Mikroskopierleuchten.pdf)
So eine Leuchte hat eine Kollektorlinse die ein paralleles Strahlenbündel formt und eine Leuchtfeldblende. Heute würde man so eine Leuchte auf LED umrüsten, früher war ein Netzteil für die Niedervoltbirne erforderlich. Gut zu erkennen sind diese Leuchten an dem Blendenhebel im Bereich des Lichtaustritts. Von der Beleuchtung her ist sowas eine erstklassige richtige Köhlersche Beleuchtung, aber nicht ganz so praktisch wie eine im Mikroskopfuß eingebaute Leuchte.
Viele Grüße,
Bob
Hallo Gerd,
die Mikroskopleuchte von ROW wird gelegentlich für um die 30€ bei e-bay angeboten, sehr gut verarbeitet und lässt sich leicht auf LED umrüsten wenn gewünscht. Sicherlich bietet Dir jemand im Forum eine geignete Lampe an gebe mal eine Suche im Mikromarkt ein, allerdings brauchst Du noch einen Regeltravo mit ausreichender Leistung dazu.
Viele Grüße,
Michael
Hallo Gerd,
die meisten Lampen die angeboten werden haben keine Irisblende, also Vorsicht! Gelegentlich gibt es diese Art Lampe von Hertel & Reuss:
http://www.ebay.de/itm/Hertel-Reuss-Trabelani-Mikroskoplampe-mit-Trafo-/172692642363?hash=item2835489a3b:g:woYAAOSw4A5Y2Tgh (http://www.ebay.de/itm/Hertel-Reuss-Trabelani-Mikroskoplampe-mit-Trafo-/172692642363?hash=item2835489a3b:g:woYAAOSw4A5Y2Tgh)
Die gibt es auch als 220 V-Version, meist für einen Bruchteil des Preises. Wenn man es sich unbedingt einbildet kann man die auch leicht auf LED umrüsten (z.B. mit LED-Kühlschranklampe mit E14 Fassung).
Hubert
Danke Leute, so langsam sehe ich klarer. Im Markt war auch mal eine:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=27616.0 (http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=27616.0)
ist aber verkauft. Umbau auf LED würde ich auf jeden Fall machen, schließlich ist Elektronik ein weiteres Hobby von mir :)
Ich glaube, ich werde heute mal die ganz feine Stahlwolle im Keller suchen und schauen, ob ich die Metalltriebe nicht noch ein bisschen schöner hinbekomme.
Grüße
Gerd
Hallo Gerd,
sorry für die späte Antwort, ich habe einige Zeit nachgeforscht.
Das (sehr schöne!) Gerät scheint ein altes BX100 zu sein, dass nach Schätzung unserer "Veteranen" aus der Mikromontage so etwa um 1968/69 gefertigt worden sein muss. Dafür spricht die schwarze Lackierung und auch das alte Will-Logo. Ich hatte hier mal ein altes Will-Hufeisenstativ vorgestellt, das das gleiche Logo trägt und aus der Zeit zwischen 1956 (aus dem Jahr habe ich noch einen alten Will-Prospekt) und dem Ende der Sechzigerjahre stammen muss. 1973, als Will sein 50. Firmenjubiläum feierte, waren alle Mikroskope bereits grau lackiert und das Logo war bereits quadratisch, rot und trug den roten Will-Schriftzug in einem weißen Kreis.
Viele Grüße aus Wetzlar
Jörg
Hallo Jörg,
vielen Dank für Deine Nachforschungen. Ja, auch ich finde das Gerät sehr schön und für sein Alter in einem unglaublich guten Zustand.
Ich habe mittlerweile ein bisschen mit dem Teil rumspielen können, bin aber vom optischen Ergebnis ziemlich enttäuscht.
Vielleicht liegt es auch an meiner mangelnden Erfahrung, aber ich habe zum Beispiel eine Neubauer Zählkammer und bekomme ums verrecken die Gitterlinien nicht sichtbar eingestellt. Ich habe erstmal nur auf Staubkörnchen und Luftblasen unter dem Deckglas fokussiert aber schon mit dem 40er Objektiv sieht man gar nichts mehr. Vom 100er will ich gar nicht reden (ok, hab noch kein Immersionsöl).
Grüße
Gerd
Hallo Gerd,
Deinem Klassiker wird bestimmt ein guten Bild zu entlocken sein, auch wenn dann vielleicht einzelne Komponenten nicht mehr im Rennen sind, und Du vermutlich mehr über Mikroskop-Technik gelernt haben wirst, als Du eigentlich wolltest. ;D
Bevorzugter Ausgangspunkt für ein schlechtes Bild ist sicherlich das schlechte Präparat. Zweiter Eintrag auf der Hit-Liste ist vermutlich Dreck auf der Optik. Nr.3 dürfte dann die falsche Verwendung des Kondensors sein.
Zu Nr. 1: Lege doch mal ein dünnes Stück Papier mit abgerissener Kante nass zwischen einen Objektträger (ca. 1mm) und Deckglas (ca. 0,17mm)
Zu Nr. 2: Front- und Hinterlinsen auf Sauberkeit mit Lupe, umgedrehtem Okular oder Stereolupe prüfen. Gerade auf der Frontlinse vom 40er sitzt oft hartnäckiger Belag aus verharztem Immersionsöl, der dort hie hätte hingelangen sollen.
Zu Nr. 3: Kondensor auf Sauberkeit prüfen. Obere Linse vorhanden und ggfs. eingeschwenkt? Kondensor bis dicht unter Objektträger stellen. Aperturblende ganz öffnen. Mikroskop scharf stellen. Ein Okular herausziehen, dann in den Tubus äugeln. Aperturblende etwas zuziehen, so dass etwa 70% der Hinterlinse des Objektivs ausgeleuchtet sind.
Probiere das mal so aus, und berichte weiter.
Es kann sein, dass die optischen Komponenten unter Pilzbefall leiden. Das würde sich zeigen, wenn man durch die Optik eine helle Lichtquelle anvisiert. Man würde dann ein recht nebliges Bild sehen, evtl. sieht man auch zick-zackelige Linien.
Zu dem, was Du erwarten kannst: Das 40er hat bereits eine extrem geringe Tiefenschärfe, und richtig scharf werden nur ganz dünne Präparae dargestellt. Das Bild vom 40er sieht auch generell weniger knackig aus, als das vom 10er Objektiv. Die Will-Objektive sollten für normale Ansprüche gut zu gebrauchen sein, wenn sie einigermaßen in Ordnung sind.
Viele Grüße,
Bob
Hallo Gerd ,
wenn Du die Zählkammer mit Originaldeckglas verwendest hast Du mit dem 40ger keine Freude weil das Deckglas 0,5 mm dick ist. Du brauchst dafür ein Objektiv mit ausreichendem Arbeitsabstand.
Dein 40ger kannst Du prüfen mit Mundschleimhautzellen oder Stärkekörnchen einer Kartoffel, die Du von der Schnittfläche abschabst auf einem Objektträger und normalem 0,17 mm Deckglas.
Viel Spaß
Ewald