Hallo,
leider hat die Aufarbeitung der Proben ergeben, dass es sich nicht um Diatomit handelt. Ich konnte noch nicht mal ein Trümmerstück einer Kieselalgenschale finden.
Was könnten die dort stollenartig abgebaut haben? Kreide?
Damit Ihr versteht, warum ich so enthusiastisch war, möchte ich Euch vier Bilder zeige, die den Fundort des "weissen Pulvers" zeigen.
Einen schönen Sonntag,
Carsten
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/217117_7593609.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/217117_42902520.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/217117_14172884.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/217117_44217366.jpg)
Hallo Herr Wieczorrek,
könnte es sich vielleicht um Kaolin handeln? Ich habe mal auf einer griechischen Insel solche Abbaustellen gesehen.
Gruß
Till Schöllhammer
Hallo erstmal,
Ds Foto der Abbaustelle kommt mir sehr bekannt vor.
In den 70er Jahren habe ich anläßlich eines Urlaubes auf Mallorca gesehen, wie mit riesigen Kreissägen Bausteine aus dem Fels geschnitten wurden. Damit haben die Einheimischen Häuser und andere Dinge gebaut. Meiner Erinnerung nach war das ein Material wie Ytong, nur dichter und schwerer. Wurden in der Steinbrüchen Höhlen gefunden, ließ man das Material um die Höhle stehen und richtete dort eine Gastwirtschaft ein (soweit ich mich erinnern kann, wurden die "Cavas" genannt. Angenehm kühl).
Grüße
Wolfgang
Hallo,
gegen Kaolin spricht:
a) etwa 70 % gehen bei Mineralsäurebehandlung als CO2 verloren
b) es finden sich - wenn auch selten - fossile Muscheln und Schnecken
Es sollte sich also um ein marines Sediment handeln. Vielleicht einfach nur Kreide.
gegen Hausbau spricht:
a) ich habe solche Häuser nicht gesehen
b) das Zeug ist sehr bröselig und läßt sich mit dem Taschenmesser schneiden
Danke für Eure Mühen,
Carsten
Sorry, Bild vergessen:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/217160_35189229.jpg)
Hallo Carsten,
na ja, das ist nun auch schon eine Weile her, und die meisten Steinbrüche waren damals schon stillgelegt.
Was den Stein als Baumaterial angeht: unter den Blinden ist der Einäugige König! Ich glaube, man hatte damals nichts anderes für die ärmeren Schichten. Aber es stimmt; das Zeug war sehr bröselig, halt wie Ytong. Von DEN Häusern wird wohl nichts mehr übrig sein.
Grüße
Wolfgang
Zitat von: Carsten Wieczorrek in Juni 25, 2017, 22:31:29 NACHMITTAGSa) etwa 70 % gehen bei Mineralsäurebehandlung als CO2 verloren
b) es finden sich - wenn auch selten - fossile Muscheln und Schnecken
Es sollte sich also um ein marines Sediment handeln. Vielleicht einfach nur Kreide.
gegen Hausbau spricht:
a) ich habe solche Häuser nicht gesehen
b) das Zeug ist sehr bröselig und läßt sich mit dem Taschenmesser schneiden (...)
Hallo Carsten,
ohne selbst je auf Mallorca gewesen zu sein oder gar das Vorkommen zu kennen, zwei Anmerkungen:
Alles, was Du zeigst und schreibst deutet auf ein Schreibkreide-Vorkommen hin. Vorsicht, das bedeutet weder, dass es für diesen Zweck (Schreibkreide) abgebaut wurde, noch, dass es kreidezeitlich sein muss. Schreibkreide ist eine etwas laxe Bezeichnung für häufig sehr reine, oftmals mürbe Karbonat-Sedimente.
Schreibkreide war als Baustein sehr beliebt, gerade weil sie im 'bergfrischen' Zustand sehr leicht zu bearbeiten ist, an der Atmosphäre aber schnell härtet. Das ist auch der Grund, weshalb Schreibkreide untertägig abgebaut wurde, was sich ansonsten kaum lohnen würde. Ähnliche Schreibkreide-Abbaue gibt es in Süd-Limburg, rund um Maastricht (Typlokalität der obersten Kreide).
@ Wolfgang: 'Cava' ist spanisch für Keller. Weil man dort auch Weisswein zu Sekt machte (wie in der Champagne!) heißt Sekt auf spanisch ebenfalls Cava ;).
Glückauf und Prost
Thomas
Hallo Thomas,
ich habe ja auch schon Kreide als Vermutung angedeutet, Du hast vermutich Recht.
Das mit diesem Material auch gebaut wurde, war mir unbekannt.
Danke an alle,
Carsten
So reich ist unsere Natur, stellt uns solche Abbaustellen zur Verfügung.