Hallo Mikrofreunde,
ich habe heute mal einen morschen Ast ( weiches Holz !) von einer Hainbuche abgebrochen, Scheiben gesägt, Würfel gespalten und daraus Handschnitte mit der Rasierklinge angefertigt.
Die nachstehenden Bilder zeigen ungefärbte Schnitte mit Durchlicht-Hellfeld in Wasser mikroskopiert und fotografiert.
Die wesentlichen Merkmale sind schon zu erkennen. Man muss halt noch fleißig üben, aber die Methode funktioniert ganz gut !
Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer
Querschnitt
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218172_21855962.jpg)
Tangentialschnitt
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218172_43994237.jpg)
Radialschnitt
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218172_33583636.jpg)
Hallo Jürgen,
schöne Arbeit! :)
Wenn du mal lebendes, saftfrisches Holz verwendest, werden die Präparate noch viel aussagekräftiger.
Dann kann man tatsächlich sämtliche bestimmungsrelevanten Merkmale der speziellen Holzart darstellen!
Färben solltest du aber in jedem Fall, monochrom geht das schon sehr schön mit Baumwollblau.
Zu deinen Schnitten:
Querschnitt (1. Bild):
Es sind Gefäße und Grundgewebe erkennbar, es gibt keine sprunghafte Änderung der Gefäßdurchmesser, also zerstreutporiges Laubholz.
Im oberen Bildbereich horizontal eine geschwungene Jahresringgrenze. Vertikal verlaufen dünne Holzstrahlen.
Im rechten Drittel vertikal ein falscher Holzstrahl.
Tangentialschnitt (2. Bild):
Vertikal verlaufen Gefäße mit einfachen Durchbrechungen, das links außen befindliche Gefäß mit einer Andeutung von Spiralverdickungen.
Außerdem frontal geschnittene Holzstrahlen. Die Strahlbreite ist leider nicht erkennbar!
Radialschnitt (3. Bild):
Vertikal verlaufen etwa 7 Gefäße. Leider alles ziemlich undeutlich (Das wird mit dem Üben immer besser!)
Mein Vorschlag für weitere Schnitte:
1) saftfrisches Holz verwenden, möglichst Stammholz. Im Stammholz-Randbereich verlaufen die Holzstrahlen eines kleinen Würfels fast parallel. Aber nicht den Rindenbereich nehmen!
2) Beim Tangentialschnitt darauf achten, dass du exakt senkrecht zu den Holzstrahlen schneidest (Lupe!). Dann lässt sich auch die Holzstrahlbreite zeigen.
3) Den Radialschnitt hauchdünn anfertigen, nur fast durchsichtige Präparate sind brauchbar. Sie brauchen nur 2 mm breit sein. Exakt in Richtung der Holzstrahlen schneiden.
4) Für jeden Schnitt eine noch unbenutzte Stelle der Rasierklinge nehmen.
5) Unbedingt färben, entweder mit Baumwollblau, Toluidinblau, Brillantkresylblau oder mit Etzold.
Auf deine weiteren Versuche bin ich gespannt!
L.G. - Bernd
Guten Morgen Bernd,
vielen Dank für deine schnelle und konstruktive Antwort. Es freut mich, dass dir mein erster Schnittversuch gefällt. Deine Ratschläge werde ich befolgen.
Ich habe mir heute von einem verwilderten Grundstück saftfrisches Stammholz von der Hainbuche und dem Weißdorn geholt. Da beide Hölzer sehr hart
sind, werde ich sie mehrere Stunden lang in Wasser kochen, damit sie weicher werden. Inzwischen werde ich erstmal weiter das Schneiden von Radial-und
Tangentialschnitten am morschen, weichen Hainbuchenholz üben.
Liebe Grüße
Jürgen aus Hemer
Hallo Jürgen,
wenn du die Mikromerkmale von Weißdorn (Crataegus) vergleichen möchtest, musst du im Buch unter Apfel (Malus) nachschlagen.
Apfel, Birne, Quitte, Weißdorn und die Sorbusarten besitzen allesamt die gleichen Mikromerkmale.
Herzliche Grüße
Bernd
Hallo Bernd,
vielen Dank für deinen Tipp. Bei dem Weißdorn handelt es sich um den " Eingriffeligen Weißdorn ( Crataegus monogyna ) ".
Die Seiten 86/87 ( Malus ) in deinem Buch sehen interessant aus. Mal sehen , was ich die Hartholzschnitten hinkriege
und ob ich auch Kristalle finde.
Herzliche Grüße
Jürgen aus Hemer
Lieber Jürgen,
ich freue mich das ein weiteres Forenmitglied sich mit den Holzschnitten nach Bernd Miggels Buch beschäftigt.
Seit meinen ersten Beitrag zu diesem Thema bin ich nicht mehr dazu gekommen zu üben.
Viel Glück bei deinen Versuchen wünscht
Jochen
Lieber Jochen,
vielen Dank für deine Antwort. Die Sache macht Spaß und ich hoffe, dass du auch bald wieder dazu kommst.
Ich habe heute etwas Tangentialschnitte am morschen Hainbuchenholz geübt. Nachstehend ein Bild davon ungefärbt mit Durchlicht-Hellfeld.
Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218219_45523402.jpg)
Hallo Jürgen,
bist du sicher, dass es sich bei deinem letzten Bild (Tangentialschnitt) um Hainbuche handelt? ;)
Man erkennt an zwei Gefäßen deutlich leiterförmige Durchbrechungen, was es bei Hainbuche nicht gibt.
Was mir noch auffällt, du schneidest beim Tangentialschnitt nicht unter 90 Grad zu den Holzstrahlen. Deshalb werden bei deinem Schnitt die Holzstrahlen nicht scharf abgebildet.
Herzliche Grüße
Bernd
Guten Morgen Bernd,
vielen Dank für deine Antwort.
Als ich gestern auf dem verwilderten Grundstück das saftfrische Stammholz von der Hainbuche und dem Weißdorn geholt habe, habe ich mir die Buche,
von der ich den morschen Ast abgebrochen habe, genau angesehen und Blätter davon mitgenommen.
Aufgrund deiner Zweifel ( leiterförmige Durchbrechungen im Tangentialschnitt = keine Hainbuche ) habe ich mit " www. Baumkunde.de " diese Buche jetzt
als " Süntel-Buche " bestimmt. Es war die einzige verkrüppelte Buche und ihre Blattränder waren gewellt.
Die Süntel-Buche ist in der hiesigen Gegend sehr selten. Sie ist eine Varietät der Rotbuche.
Deine Zweifel waren also berechtigt und aufgrund deiner Erfahrung konnte die Fehlbestimmung geklärt werden.
Bei der Schnittführung muss ich noch fleißig üben und die Winkel beachten !
Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer
Moin Jürgen,
Alle Texte und Bilder auf Baumkunde.de unterliegen dem Urheberrecht,
Verwendung nur nach ausdrücklicher Genehmigung
hast Du doch sicherlich eingeholt!
Einfach einen Link setzen und schon ist alles i.O.
also so:
http://www.baumkunde.de/Carpinus_betulus/
Ulrich
Hallo Ulrich,
vielen Dank für deinen Hinweis auf das Urheberrecht. Das wusste ich nicht.
Zur Vorsicht nehme ich die Texte und Bilder lieber raus. Jeder Interessierte
kann sich ja " baumkunde .de " aufrufen.
Herzliche Grüße
Jürgen aus Hemer
Ein Tangentialschnitt vom saftfrischen Stammholz der Hainbuche • DL-HF mit Orange-Filter.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218252_65273341.jpg)
Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer
Ein Querschnitt und 4 Radialschnitte vom saftfrischen Stammholz der Hainbuche • DL-HF mit Orange-Filter.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218257_14303791.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218257_49584532.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218257_19699911.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218257_2389992.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218257_30880833.jpg)
Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer
Hallo Jürgen,
das sieht schon recht gut aus! :)
Was zum Untermauern der Holzart Carpinus in deinen Bildern noch fehlt: die Scheinstrahlen (falschen Holzstrahlen). Um sie zu zeigen, schaust du dir unter dem Stereomikroskop oder mit der Lupe den Querschnitt deines Stammholzes an. Vorher die Schnittfläche mit Rasierklinge oder Cuttermesser glätten.
Sobald du einen falschen Holzstrahl entdeckt hast, fertigst du genau in diesem Bereich Querschnitte und Radialschnitte Tangentialschnitte an. Hainbuchenholz besitzt immer auch falsche Holzstrahlen. ;)
Noch etwas zum Orangefilter: Verbessern lässt sich der Kontrast nur mit einer passenden Einfärbung, kaum mit einem Farbfilter.
Herzlichen Gruß
Bernd
Guten Morgen Bernd,
vielen Dank für deinen Tipp. Ich werde damit gezielt nach " Falschen Holzstrahlen " suchen.
Zum Orange-Filter:
Ich habe das Orange-Filter nur eingesetzt, um bei den ungefärbten Handschnitten etwas Farbe ins Bild zu bringen, da mir die tristen SW-Bilder
nicht mehr gefielen.
Ich werde demnächst auch mit der Färbung der Handschnitte mit Etzold beginnen. Mal sehen , was dabei herauskommt.
Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer
Hallo Bernd,
es ist garnicht so einfach die " Falschen Holzstrahlen " im Querschnitt zu finden. Könnten diese 4 im Bild dicht nebeneinander liegenden Holzstrahlen
" Falsche Holzstrahlen " sein ?
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218275_6964596.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218275_17113003.jpg)
Herzliche Grüße
Jürgen aus Hemer
Hallo Jürgen,
im untenstehenden Querschnitt ist es der dicke, senkrechte "Balken" rechts von der Mitte. Er besteht aus vielen, schmalen Holzstrahlen, ohne dazwischenliegende Gefäße:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218285_44365459.jpg) (http://s650.photobucket.com/user/miggeli1/media/Carpinus-Q_zpsld0s4ucn.jpg.html)
Dein Bild kann ich leider nicht interpretieren.
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bernd,
vielen Dank für deine Bemühungen und das Bild. Ich habe weiter gesucht. Könnte das nachstehende Bild in der Mitte einen falschen Holzstrahl enthalten ?
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218289_7044526.jpg)
Herzliche Grüße und vielen Dank für deine Kontrolle
Jürgen aus Hemer
genau!! :)
Es lohnt sich, auch einen Tangentialschnitt von diesem Bereich anzufertigen.
Hallo Bernd,
vielen Dank für deine schnelle Antwort. Wenn ich sie richtig deute ist es ein " falscher Holzstrahl ". Für einen Tangentialschnitt finde ich die Stelle leider
nicht mehr wieder. Beim nächsten Mal passte ich besser auf !
Nachstehend ein Bild von meinem ersten Färbungs-Versuch mit Etzold. Ist das Bild etwas überfärbt ? Das Gewebe wird auch nicht so schön " rot " wie
bei deinen Bildern.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218305_50315679.jpg)
Herzliche Grüße
Jürgen aus Hemer
Hm,
miss doch mal am Mikroskop, wie dick der Schnitt ist!
Das Zauberwort heißt "hauchdünn schneiden".
Mitunter hilft es, die Farbsättigung der Bilder im PC zu erhöhen.
L.G. - Bernd
Hier ein Querschnitt von einem morschen Carpinusstamm:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218308_49676947.jpg) (http://s650.photobucket.com/user/miggeli1/media/2_b_zpsw828lysu.jpg.html)
Hallo Bernd,
vielen Dank für deine schnelle Antwort und das Bild. Deinem Hinweis folgend habe ich die Sättigung verändert, jetzt sieht mein Bild deinen Bildern ähnlich.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218315_23488915.jpg)
Herzliche Grüße
Jürgen aus Hemer
Na prima! :)
mein Bild ist ein bisschen trübe, da es sich um ziemlich vermorschtes Holz handelt (stark mit dem Brandkrustenpilz befallen).
Herzliche Grüße
Bernd
Lieber Jürgen, lieber Bernd,
euren öffentlichen Dialog finde ich ganz toll. Da kann man nur von lernen.
Liebe Grüße
Jochen
Lieber Jochen,
über deinen positiven Kommentar habe ich mich gefreut. Es macht wirklich Spaß nach der " MIGGEL-METHODE " mit " minimaler Ausrüstung ohne Mikrotom "
selbst von Hartholz brauchbare Holzschnitte anzufertigen. Man muss halt etwas üben !
Vielen Dank auch für die ständige Hilfestellung von Bernd.
Ich werde in der nächsten Woche mit dem Hartholz Weißdorn weiter üben.
Liebe Grüße
Jürgen aus Hemer
Hallo Jochen,
wie wäre es, wenn du dich hier auch aktiv einbringen würdest?
Hartes Holz muss man evtl. mehrere Stunden lang kochen, damit es schneidbar wird!
Herzliche Grüße
Bernd
Hallo Mikrofreunde,
eine kleine Ergänzung zum Kochen von Hartholz. Meine Frau hatte die Idee, das Hartholz der Hainbuche und des Weißdorns im " Schnellkochtopf " 3 x 30 Minuten
zu kochen, um die Kochzeit abzukürzen. Das Wasser färbte sich im Schnellkochtopf rotbraun. Bevor der Topf zum Spülen in die Spülmaschine kam, hat ihn meine
Frau mit erhitztem Essigwasser gereinigt. Nach dem Spülen hatte der Topf innen helle Flecken, diese konnten jedoch mit Stahlfix beseitigt werden.
Das Ergebnis war jedoch gut ! Eventuell darf ich Hartolz nochmal so kochen .
Viel Grüße
Jürgen aus Hemer
Hallo Jürgen,
prima Idee! Ob meine Frau mir ihren Schnellkochtopf zur Verfügung stellt?? ;)
Hier ein Upload-Test mittels PicR.de ein Test (Querschnitt von Pfaffenhütchen):
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218339_12408161.jpg)
L.G. - Bernd
Lieber Bernd,
ich möchte mich über die Aufforderung mich hier einbringen zu dürfen bedanken.
Aber ich bin momentan mit Sand beschäftigt. Eine Bekannte von mir ist mit dem Bus von
Peking nach Istanbul gefahren und hat mir jede Menge Sandproben mitgebracht.
Da muss ich erst einmal durch.
Liebe Grüße
Jochen
Anmerkung zur starken rotbraunen Färbung des Kochwassers und der Baumscheiben von Hainbuche und Weißdorn.
Diese Färbung entsteht durch die zum Teil pharmakologisch interessanten Inhaltsstoffe von Hainbuche und Weißdorn.
Die Hainbuche enthält z.B.: Gerbstoffe, Triterpene und Farbstoffe.
Der Weißdorn enthält z.B.: Oligomere Procyanidine, glykosidische Flavone und glykosidische Flavonole.
Viele Grüße
Jürgen aus Hemer