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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: Klaus Herrmann in Juli 31, 2017, 11:56:04 VORMITTAG

Titel: Gesteinsdünnschliff Labradorit
Beitrag von: Klaus Herrmann in Juli 31, 2017, 11:56:04 VORMITTAG
Hallo zusammen,

ich arbeite gerade Gesteinsproben auf, da ist mir dieser angefangene Schliff in die Hände gefallen. Adolf Lohr hat uns zum Wohldenbergtreffen immer vorbereitete Schliffe mitgebracht, die man nur noch fertig runter schleifen musste. Da ich zu faul bin, habe ich mir die Proben immer nach Hause mitgenommen um sie auf der Tellerschleifmaschine fertig zu schleifen. Na und dann ist die Gefahr, dass es aufgeschoben wird natürlich groß einen Sandstein und Bändergneis habe ich auch gleich mit verarbeitet. Hier erst mal der Labradorit. Erst HF, dann XPL. Die schwarzen Flecken interpretiere ich als Granat? Vielleich noch etwas zu dick?

Die Aufnahme habe ich am Stemi gemacht wegen der besseren Übersicht.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218818_41149443.jpg) (http://www.directupload.net)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/218818_39785641.jpg) (http://www.directupload.net)
Titel: Re: Gesteinsdünnschliff Labradorit
Beitrag von: olaf.med in Juli 31, 2017, 12:17:37 NACHMITTAGS
Lieber Klaus,

schön, dass Du doch noch genügend Zeit findest, die liegengebliebenen Dinge aufzuarbeiten. Das wünschte ich mir auch bei dem ganzen Urlaubsstress ;D.

Der Schliff ist sicher noch deutlich zu dick, aber dadurch eher attraktiv. In der richtigen Dicke sollten die Plagioklase, und aus denen besteht ja der Labradorit im Wesentlichen, nur hellgrau bis mausgrau erscheinen.

Die schwarzen Minerale sind übrigens keine Granate (die wäreen im linear polarierten Licht auch transparent und gehören auch eigentlich nicht in einen Labradorit), sondern es handelt sich um opake Erze, wohl vorwiegend Magnetit. Das kann man aber nur auflichtmikroskopisch an polierten Schliffen bestätigen.

Bist Du übrigens sicher, dass es sich wirklich um einen Labradorit handelt? Eigentlich sollte man bei den Plagioklasen trotz der Dicke die Zwillingsstreifen erkennen, und dann zeigen die Dinger ja auch noch ein hohes Chagrin. Letzteres kann aber natürlich auch an den Aufnahmebedingungen liegen (z.B. Aperturblende sehr weit geschlossen).

Herzliche Grüße,

Olaf
Titel: Re: Gesteinsdünnschliff Labradorit
Beitrag von: Klaus Herrmann in Juli 31, 2017, 12:59:03 NACHMITTAGS
Lieber Olaf,

danke für deine Anmerkungen. Zu dick: ja fand ich auch, aber so ist er schon schön bunt ohne Kompensator ;D Ich hätte den Rest von Hand auf der Glasplatte schleifen müssen und so viel Zeit habe ich dann doch nicht, weil ja noch Mineralkisten mit Claramaterial warten.

Ich habe auch gestutzt, aber Adolf hat ihn so bezeichnet. Die typische Zwillingsbildung habe ich nicht gesehen. Ich hab schon Labradorit in der Sammlung, wo man das schön sieht. Das ist ja eine Stemiaufnahme, aber auch am Durchlichtmikroskop sehe ich keine Zwillinge. Was würde denn sonst in Betracht kommen?

Bei Magnetit sollte man doch in ganz dünner Schicht durchschauen können, wäre dann so braunschwarz? Dünne Stelle finde ich sicher auch, der Schliff ist keilförmig.
Titel: Re: Gesteinsdünnschliff Labradorit
Beitrag von: olaf.med in Juli 31, 2017, 16:34:47 NACHMITTAGS
Lieber Klaus,

Magnetit ist eines der am wenigst transparenten Minerale zusammen mit den reinen Metallen, das liegt daran, dass er zwei- und dreiwertiges Eisen an analogen Gitterstellen einbaut und somit quasi-freie Elektronen besitzt, die in Wechselwirkung mit dem Licht treten. Er ist nie, auch nicht in dünnsten Schichten, durchscheinend, im Gegensatz zum Hämatit, der nur dreiwertiges Eisen enthält.

Eine Ferndiagnose zu dem Gestein ist natürlich nicht möglich. Wäre es eine normale Dünnschliffaufnahme unter Standardbedingungen, hätte ich auf einen Pyroxenit o.Ä. getippt, vor allem wegen des Eindrucks, dass es sich um ein höherbrechendes Mineral handelt. Hast Du denn noch das Klötzchen, dass man einen makroskopischen Eindruck erhält?

Herzliche Grüße,

Olaf
Titel: Re: Gesteinsdünnschliff Labradorit
Beitrag von: Klaus Herrmann in Juli 31, 2017, 19:00:39 NACHMITTAGS
Lieber Olaf,

das Klötzchen habe ich steht drauf "Labradorit Norwegen" Eine Seite anpoliert, aber es "labradorisiert" nicht. Durchaus möglich, dass er das Material vom Baumarkt hatte.

ZitatWäre es eine normale Dünnschliffaufnahme unter Standardbedingungen

Was meinst du damit? Schliff nochmal runterschleifen?
Titel: Re: Gesteinsdünnschliff Labradorit
Beitrag von: TPL in Juli 31, 2017, 19:33:56 NACHMITTAGS
Zitat von: Klaus Herrmann in Juli 31, 2017, 19:00:39 NACHMITTAGS(...) steht drauf "Labradorit Norwegen" Eine Seite anpoliert, aber es "labradorisiert" nicht. (...)

Hallo Klaus,

das wäre dann wohl auch eher ein Larvikit (Gesteinsname), dessen Hauptgementeil Labradorit (Mineralname) wäre. Der etwas unhandliche Gesteinsname für etwas, das überwiegend aus dem Mineral Labradorit besteht wäre, wenn ich mich recht erinnere, Labradoritit :o.

Nur zu überbieten durch den Melilithit...

Viele Grüße, Thomas
Titel: Re: Gesteinsdünnschliff Labradorit
Beitrag von: Klaus Herrmann in Juli 31, 2017, 19:49:47 NACHMITTAGS
Da hatten wir doch schon mal ein Problem, das hier ausführlich und kontrovers diskutiert wurde:

http://www.mikroskopie.de/mikroforum_2/index.php?topic=5124.15
Dieser Sch... Verein PB hat alle Bilder gelöscht. Die sollte alle nach Sibirien kommen und dort Steine klopfen!

Vielleicht ist Adolf tatsächlich einer Steinmetznomenklatur aufgesessen und ich habs unüberlegt übernommen, weil er immer einen kompetenten Eindruck gemacht hat.

Also Frage: was muss ich tun um mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Kein Aufwand wird mir zu groß sein!

Teil der fehlenden Bilder sieht man hier:

https://www.google.de/search?q=Labradoritit&client=firefox-b&tbm=isch&imgil=g6fP1fTUcqnLDM%253A%253BetVr--j6ShSywM%253Bhttps%25253A%25252F%25252Fcontact-ua.all.biz%25252Fcs%25252Flabradority-g8454202&source=iu&pf=m&fir=g6fP1fTUcqnLDM%253A%252CetVr--j6ShSywM%252C_&usg=__F4xhozcfWBahaXNOqJ4xx8nntLo%3D&biw=1920&bih=919&ved=0ahUKEwjbnc7YirTVAhUGWxQKHUfJCLsQyjcIugE&ei=7G1_Wdv3NIa2UceSo9gL#imgrc=g6fP1fTUcqnLDM:
Titel: Re: Gesteinsdünnschliff Labradorit
Beitrag von: olaf.med in Juli 31, 2017, 23:26:23 NACHMITTAGS
ZitatDieser Sch... Verein PB hat alle Bilder gelöscht. Die sollte alle nach Sibirien kommen und dort Steine klopfen!

Ja Klaus, recht hast Du, aber jetzt holt Dich auch die Realität ein:

ZitatIch finde es unverschämt erst mit kostenlosem Hosten zu werben und dann plötzlich erpresserisch alles zu blockieren. Von mir als erhaltenswert würde ich bestenfalls ein paar Technik-Beiträge einschätzen.

Manche Deiner alten Beiträge sind halt doch erhaltenswert   :) :) :).

Glücklicherweise habe ich alle meine blockierten Bilder mit Hilfe netter Forenmitglieder und reichlich Arbeit erhalten. Bei 11.000+ Posts wäre das in Deinem Fall allerdings wirklich eine Strafe :'( :'( :'(.

Herzliche Grüße,

Olaf