Ich habe vor kurzem ein CZJ Lumipan erstanden. Ich bin von der mechanischen Qualität dieses Mikroskops begeistert und die Abbildungsleistung der über 50 Jahre alten Apochromaten hat mich sehr positiv überrascht.
Jetzt habe ich eine Frage zum pankratischen Kondensor. Wenn ich den Kondensor einstelle um auf die Leuchtfeldblende scharfzustellen, ist diese im Sehfeld etwas dezentriert. Wenn ich dann die Apertur verändere, bewegt sich der (unscharf werdende) Lichtfleck um eine dezentrische Achse. Ich schließe daraus, daß das Linsensystem des Kondensors nicht exakt in der optischen Achse liegt. Kann man den Kondensor irgendwie nachzentrieren?
Gruß! -- felix
Hallo,
das Lumipan hat an der Aperturblende (unten im Fuß) eine Zentriermöglichkeit durch Schrauben oder Vierkantschlüssel.
Die Leuchtfeldblende ist im Fuß beim Lampenkollektor und nicht variabel.
Die Bedienungsanleitung dazu gibt es bei www.mikroskope-online.de herunterzuladen!
ZitatDie Leuchtfeldblende ist im Fuß beim Lampenkollektor und nicht variabel.
Bei meinem ist an der linken Seite des Fußes (von vorn gesehen) ein Stellrad, mit dem man die Leuchtfeldblende einstellen kann.
ZitatBei meinem ist an der linken Seite des Fußes (von vorn gesehen) ein Stellrad, mit dem man die Leuchtfeldblende einstellen kann.
Ist das denn überhaupt ein Lumipan oder ein NF?
Kann sein, dass es ein Nf ist. Ich dachte, die wären baugleich.
Es sieht genauso aus, wie das Lumipan im Zeisskatalog von 1939. Aber mit den Details kenne ich mich nicht so gut aus.
Es gibt Unterschiede, auch innerhalb der Lumipanserie,
bei den älteren war der Revolverschlittenanschlag anders und die
Kollektoroptik auf ein kleines "Fahradlämpchen" zugeschnitten.
Auch die Kondensoren waren teilweise abnehmbar.
Aber die Lumipane, die ich kenne, hatten keine variable Leuchtfeldblende.
Vielleicht kan dieser Link auch weiterhelfen: http://www.mikroskopie.de/mikforum/read.php?1,5173,5173#msg-5173
Freundliche Grüsse
Arnold Büschlen
1. Es handelt sich um ein Lumipan aus den 50er Jahren, nicht um ein Nf. Die beiden Typen sehen zwar ähnlich aus, es gibt aber einige wichtige Unterschiede. ZB ist der Fuß beim Nf aufwendiger gestaltet und der Pankrat des Nf läßt sich relativ einfach gegen andere Kondensoren wechseln; beim Lumipan ist er fest montiert.
2. Die Verstellmöglichkeiten im Fuß des Lumipan sind mir bekannt. Im wesentlichen kann man da nur den Fokus der Lampe verschieben und deren Einspiegelung ins Leuchtfeld, nicht die Iris zentrieren. Ich glaube im Fuß ist alles in Ordnung. Das Problem, das ich geschildert habe, deutet vielmehr darauf hin, daß der Kondensor (oder eine Linse darin) nicht richtig in der optischen Achse steht. Wenn ich beim Köhlern auf die Iris scharfstelle, habe ich genau das Bild bei dem ich bei meinem Zeiss Standard nach den Justierstiften für den Kondensor taste. Die Frage ist: Was könnte man da beim Lumipan machen?
-- AF
Ich müßte dazu mein Gerät mal vorkramen und nochmal nachschauen,
es läßt sich noch die Frontlinse an der Revolverfassung zentrieren oder die Linse darunter sitzt nicht in der richtigen Lage, da nach dem Lösen der Mutter (2-Loch) die Linse etwas verschoben werden kann, bevor man sie wieder festzieht. Aber dort würde ich nicht unbedingt beigehen wollen.
Nachdem ich gerade noch einmal alle kritischen Ebenen mit einem Phaco-Fernrohr durchgegangen bin, kann ich definitiv ausschließen, daß es am Kondensorkopf auf dem Revolver liegt. (Schade, der wäre justierbar gewesen.) Es deutet wirklich alles auf das Zoom-Linsensystem.
Am Ring (ganz unten) mit dem man die Apertur einstellt, sind drei Schrauben. Leider auch keine Justierschrauben. Ich nehme an, daß sich dort der Zugang zur verschiebbaren Linse öffnet. Soll ich oder soll ich nicht? :-\ Weiß jemand, was mich da erwartet?
-- AF
Besser nicht dran rumschrauben.
Was tut sich denn, wenn man vorne an den Justierschrauben am Fuß dreht?
Endweder per Vierkantschlüssel, die älteren Modelle hatten noch Rändelknöpfe.
Ich werde morgen selbst mal nachsehen.
Hallo Herr Felix,
ich habe das Gerät vorhin aufgebaut und kann dazu folgendes sagen:
Wenn man mit einem 10er-Objektiv arbeitet, das eine Apertur von 0,30 hat, wird
diese für die Beobachtung auch am Pankraten eingestellt.
Wenn man die Einstellung am Pankraten erhöht, also in Richtung 1,4 dreht, kann man sehen, daß irgendwann das Sehfeld nicht mehr ausgeleuchtet wird und die starre Leuchtfeldblende das Sehfeld begrenzt, so wie es beim
Zeiss-West-Standard eben auch ist durch die Leuchtfeldblende im Fuß.
In diesem Zustand läßt sich die Leuchtfeldblende zentrieren, indem man mit dem Steckschlüssel die Stellschrauben betätigt. Es wird der Umlenkspiegel im Fuß entsprechend gekippt, was die Zentrierung bewirkt.
Dannach stellt man den Pankraten wieder auf die Apertur des Objektives und es kann begonnen werden.
Bei Objektiven mit höheren Vergrößerungen bzw. Aperturen funktioniert dieses Verfahren irgendwann nicht mehr, da die "Aperturreserve" nicht mehr ausreicht. Aber die eingestellte Zentrierung auf ein schwächeres Objektiv sollte auf jeden Fall ausreichend sein.
Gruß
Nomarski
Hallo Nomarski,
vielen Dank für die Mühe, die Sie sich gemacht haben. (Ich hoffe, es macht Ihnen auch ein wenig Freude, sich mal wieder mit diesem schönen Mikroskop zu beschäftigen.)
Wenn Sie mit dem 10er die Apertur auf 1,4 stellen und den Pankraten so heben bzw. senken, daß die Leuchtfeldiris scharf zu sehen ist, dann haben Sie erfolgreich geköhlert. Jetzt schwenken Sie das Objektiv Ihrer Wahl ein und stellen am Pankratenring auf die n.A. des Objektivs. Damit ist die optimale Beleuchtung erreicht.
Zurück zu dem Punkt an dem die richtige Köhlerstellung erreicht ist. Sie sehen jetzt die Irislamellen scharf. Sie schreiben:
ZitatIn diesem Zustand läßt sich die Leuchtfeldblende zentrieren, indem man mit dem Steckschlüssel die Stellschrauben betätigt. Es wird der Umlenkspiegel im Fuß entsprechend gekippt, was die Zentrierung bewirkt.
Hier muß ich leider widersprechen. In diesem Zustand läßt sich nicht die Leuchtfeldblende (= Iris) zentrieren, sondern die (Einspiegelung der) Leuchtquelle, also der Lampe (bei mir eine LED hinter einer Mattscheibe). Dazu sind die Stellschrauben da, die, wie Sie richtig schreiben, den Spiegel bewegen -- die Iris bleibt dabei völlig unbewegt.
Das ist aber genau mein Problem (dessen bin ich jetzt ziemlich sicher): Ich müßte die Iris nachzentrieren. Ich kann die richtig zentrierte Iris zwar "simulieren": mit der Verschiebung des Leuchtfelds für schiefe Beleuchtung und einer kleinen Drehung. Aber das ist nicht im Sinne des Erfinders. Deshalb die Frage: Wie kann man die Iris im Leuchtfeld zentrieren?
Die Sache ist übrigens nicht wirklich tragisch. Am Ende gibt es durch die leicht dezentrierte Iris keine sichtbare Einbuße in der Bildqualität. Aber ich mag halt Geräte, die perfekt funktionieren :D
Hallo felix,
Zitatvielen Dank für die Mühe, die Sie sich gemacht haben. (Ich hoffe, es macht Ihnen auch ein wenig Freude, sich mal wieder mit diesem schönen Mikroskop zu beschäftigen.)
Jedenfalls mehr Freude, als mit einem Kindermikroskop mit Plastiklinsen. ;D
ZitatWenn Sie mit dem 10er die Apertur auf 1,4 stellen und den Pankraten so heben bzw. senken, daß die Leuchtfeldiris scharf zu sehen ist, dann haben Sie erfolgreich geköhlert. Jetzt schwenken Sie das Objektiv Ihrer Wahl ein und stellen am Pankratenring auf die n.A. des Objektivs. Damit ist die optimale Beleuchtung erreicht.
Von einer Leuchtfeldiris kann man aber bei dem Mikroskop nicht sprechen, da Sie nicht variabel ist.
ZitatHier muß ich leider widersprechen. In diesem Zustand läßt sich nicht die Leuchtfeldblende (= Iris) zentrieren, sondern die (Einspiegelung der) Leuchtquelle, also der Lampe (bei mir eine LED hinter einer Mattscheibe). Dazu sind die Stellschrauben da, die, wie Sie richtig schreiben, den Spiegel bewegen -- die Iris bleibt dabei völlig unbewegt.
Ich auch, da Leuchtfeldblende (nicht =Iris). Wenn Sie eine Iris sehen, ist das die Aperturblende, die kommt vor dem Spiegel, so daß Sie an den Stellschrauben kurbeln können bis zum Umfallen. Wenn Sie den Kondensor aber bis zum oberen Anschlag fahren, sehen Sie auch irgendwann die Leuchtfeldblende (fix!) scharf abgebildet. Wenn Sie dann an den Zentrierschrauben drehen, werden Sie die Wirkung sehen!
Die Aperturblende(=Iris!) können Sie übrigens mit einem Hilfsmikroskop an der entsprechenden Stellmöglichkeit zentrieren und nach Belieben auch wieder dezentrieren.
Freundliche Grüße
Nomarski
Hallo Normarski,
ich verstehe jetzt, was Sie meinten. Das semantische Problem haben wir also schon gelöst. ;)
Zurück zum realen Problem. Sie schreiben:
ZitatDie Aperturblende(=Iris!) können Sie übrigens mit einem Hilfsmikroskop an der entsprechenden Stellmöglichkeit zentrieren und nach Belieben auch wieder dezentrieren.
Genau das ist es! Was ist die "entsprechende Stellmöglichkeit"? Meinen Sie die Verschiebung für die schiefe Beleuchtung? Das wäre das, was ich mit "Simulation" einer zentrierten Iris beschrieben habe. Ich hätte gern eine "richtig" zentrierte Iris: Eine Iris, die in der Normalstellung der Skala für die schiefe Beleuchtung zentriert ist. Wie kriegt man das hin?
Hallo felix,
ZitatGenau das ist es! Was ist die "entsprechende Stellmöglichkeit"? Meinen Sie die Verschiebung für die schiefe Beleuchtung?
Was Sie von oben im Fuß verstellen können, ist die Aperturblende. Es ist eine Iris, die man verstellen kann.
Um diesen Stellring befindet sich ein Rahmen mit einer Stellschraube. Durch das Drehen der Stellschraube wird der Aperturblendeneinsatz in der Rahmenführung bewegt. Desweiteren läßt sich noch der Rahmen drehen, daß man die Aperturblende also in alle Richtungen bewegen kann.
Vielleicht ist die Führung bei Ihnen festgeharzt, so daß sich deswegen die Aperturblende nicht bewegen und somit auch nicht zentrieren/dezentrieren läßt.
Gruß
Nomarski
OK, verstehe. Das ist das was ich "Simulation" einer richtig zentrierten Iris genannt habe.
Na fein,
haben Sie auch schon den Kardeoiden ausprobiert? Der nimmt nur Öl und ist nicht so tolerant wie der Ultra-Kondensor von Zeiss-West. Man könnte meinen, der ist für dünnere Objektträger gerechnet.
Hallo Nomarski,
es tut mit leid, daß ich so schwerfällig Ihre Unterscheidung zw. Leuchtfeldblende und Leuchtfeldiris nachvollzogen habe. (Bei "Blende" dachte ich, von der Photographie kommend, ohne weiteres an eine Iris.) Die Unterscheidung ist beim Luimipan in mindestens einer weiteren Hinsicht wichtig:
"Normalerweise" (zB bei meinem Zeiss Standard) bewegt man beim Köhlern den Kondensor bis die Lamellen der Leuchtfeldiris scharf erscheinen. Nicht so beim Lumipan (wie ich irrtümlich geschrieben habe)! Hier muß tatsächlich (bei weit geöffneter Iris) die Leuchtfeldblende scharf erscheinen. Die sieht man übrigens nur gut bei Verwendung eines schwachen Okulars (etwas 5x). Erst dann hat man die optimale Beleuchtung hergestellt. Beim pankratischen System muß man also etwas umdenken: Die Leuchtfeldiris spielt hier gewissermaßen die Rolle der Kondensoriris bei Mikroskopen mit Kondensoren fixer Apertur.
Zum Kardioid: Ja, den habe ich auch schon ausprobiert. Das Dunkelfeld bekomme ich hin (mit einem Objektiv 60/0,7-1). Da ich aber keine Erfahrung mit richtigen (im Ggs. zu selbstgebastelten) Dunkelfeldkondensoren an anderen Geräten habe, kann ich leider keinen Vergleich anstellen. Die Auflösung des 60/0,7-1 (beidseitig immergiert) im DF ist ausgezeichnet. Vermutlich werde ich mir dieses Vergnügen jedoch nur ausnahmsweise gönnen. Das Ölen ist halt ein bissel aufwendig.
Dank u. Gruß!
Hallo felix,
Zitates tut mit leid, daß ich so schwerfällig Ihre Unterscheidung zw. Leuchtfeldblende und Leuchtfeldiris nachvollzogen habe.
Kein Problem! Ich kenne jemanden, der sein Lumipan verkauft hat, weil er die Bedienung nicht richtig verstanden hat, obwohl ihm das von Fachleuten mehrfach gezeigt wurde.
ZitatNicht so beim Lumipan (wie ich irrtümlich geschrieben habe)! Hier muß tatsächlich (bei weit geöffneter Iris) die Leuchtfeldblende scharf erscheinen. Die sieht man übrigens nur gut bei Verwendung eines schwachen Okulars (etwas 5x).
Die Leuchtfeldblende sitzt vor dem Lampenkollektor im Fuß. Das mit den 5x-Okular habe ich nicht ausprobiert, aber wenn ich die Kondensorapertur (Skala) höher stelle als die des Objektivs, wird das Sehfeld irgendwann nicht mehr ausgeleuchtet. Der runde Lichtkreis ist das Leuchtfeld, was sich durch die Stellschrauben zentrieren läßt!
ZitatBeim pankratischen System muß man also etwas umdenken: Die Leuchtfeldiris spielt hier gewissermaßen die Rolle der Kondensoriris bei Mikroskopen mit Kondensoren fixer Apertur.
Richtig, beim Pankraten ist das die Aperturblende! Beim West-Pankraten zum Zeiss-Standard ist das übrigens nicht anders.
ZitatDas Ölen ist halt ein bissel aufwendig.
Sie werden dafür aber auch mit einer höheren Auflösung belohnt! ;)
Weiterhin noch viel Spaß und Freude an diesem Gerät,
das mit den modernen Mikroskopen durchaus noch mithalten kann.